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Vorteile und Nachteile beim Einsatz unterschiedlicher elektrischer Lichtquellen in der Beleuchtungstechnik

Examensarbeit 2008 86 Seiten

Technik

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Historischer Rückblick

3 Licht

4 Wichtige Größen und Einheiten
4.1 Wellenläng
4.2 Lichtfarbe/Farbtemperatu
4.3 Lichtstärke Lichtstrom Leuchtdicht
4.4 Beleuchtungsstärk
4.5 Boden-Iso-Lux-Diagramm
4.6 Leuchtmittelbezeichnung

5 Elektrische Lichtquellen
5.1 Einteilun
5.1.1 Glühlamp
5.1.1.1 Aufbau und Funktio
5.1.1.2 Vor- und Nachteil
5.1.1.3 Einsatzbereiche
5.1.2 Halogenlampe
5.1.2.1 Aufbau und Funktio
5.1.2.2 Vor- und Nachteil
5.1.2.3 Einsatzbereich
5.1.3 Leuchtstofflamp
5.1.3.1 Aufbau und Funktio
5.1.3.2 Vor- und Nachteil
5.1.3.3 Einsatzbereich
5.1.4 Energiesparlamp
5.1.4.1 Aufbau und Funktio
5.1.4.2 Vor- und Nachteil
5.1.4.3 Einsatzbereich
5.1.5 Metalldampfniederdrucklamp
5.1.5.1 Aufbau und Funktio
5.1.5.2 Vor- und Nachteil
5.1.5.3 Einsatzbereich
5.1.6 Metalldampfhochdrucklamp
5.1.6.1 Aufbau und Funktio
5.1.6.2 Vor- und Nachteil
5.1.6.3 Einsatzbereich
5.1.7 Halogenmetalldampflamp
5.1.7.1 Aufbau und Funktio
5.1.7.2 Vor- und Nachteil
5.1.7.3 Einsatzbereich
5.1.8 LED
5.1.8.1 Aufbau und Funktio
5.1.8.2 Vor- und Nachteil
5.1.8.3 Einsatzbereich
5.1.9 Lampenentsorgung

6 Einsatz elekt. Lichtquellen in Kfz-Beleuchtungseinricht
6.1 Historie
6.2 „Xenonlicht“

7 Nachbetrachtung

8 Erklärungen

9 Bildquellen

10 Literatur/Quellen

1 Einleitung

"Wüsste nicht, was sie Besseres erfinden könnten, als wenn die Lichter ohne Putzen brennten." (Goethe 1779 in einem Brief an Charlotte von Stein)

In dieser Arbeit zum Thema: „Vorteile und Nachteile beim Einsatz unter- schiedlicher elektrischer Lichtquellen in der Beleuchtungstechnik“ soll es darum gehen, praxisrelevante elektrische Lichtquellen in ihrem Aufbau und ihrer Funktion näher zu beleuchten, auf ihre jeweiligen Vor- und Nachteile einzugehen, und schließlich wichtige Einsatzbereiche der jewei- ligen Beleuchtungstypen aufzuzeigen.

Dabei muss, der hohen Anzahl der Spezialisierungen innerhalb der ver- schiedenen Beleuchtungsmittel geschuldet, lediglich auf wesentliche Cha- rakteristikas eingegangen werden.

Beginnend mit einem historischen Rückblick und wichtigen Größen und Einheiten soll, nachdem auf verschiedene elektrische Lichtquellen näher eingegangen worden ist, ein praxisorientierter Teil zur Anwendung neues- ter Leuchtmitteltechnologien im Bereich der Kraftfahrzeugbeleuchtung folgen.

Dieses Praxisbeispiel schien deshalb als interessant, da es hier in einem vergleichbar kurzen Zeitraum zu großen Veränderungen in Bezug auf den Einsatz von Leuchtmitteln gekommen ist.

2 Historischer Rückblick

Vor etwa 500000 Jahren findet man die ersten Spuren einer bewussten Nutzung des wärme- und lichtspendenden Feuers. Feuer ist eines der Ele- mente, dessen für den Menschen wichtige Lebensfunktion schon sehr früh erkannt wurde. Licht verlängert zum einen den Tag, und andererseits nimmt es dem Menschen die Angst vor der Finsternis.

Feuerstellen

Die Feuerstellen - in vielen alten Kulturen Mittelpunkt der Menschen - mussten unter großen Anstrengungen entfacht und sorgsam gepflegt wer- den. Das Bewachen des offenen Feuers war oftmals die herausragende Aufgabe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Steinzeitliche Feuerstelle (1)

Feuer und Licht haben in Sagen, Mythen und kultischen Handlungen seit frühester Zeit einen sehr hohen Stellenwert. So war Licht beispielsweise in der griechischen Sage ein göttliches Geschenk, welches Prometheus - der Gott des Lichtes - von Gottes Herdfeuer des Olymps herniederholte.

Offenes Feuer bedeutete aber auch sehr oft große Gefahren. Segen und Ge- fahren des Feuers sind Teil der gesamten Entwicklungsgeschichte des Menschen.

Harzreiches Öl, Kienspan

Die aus dem Feuer herausgenommenen, brennenden Scheite waren ver- mutlich die ersten nicht immobilen Lichtquellen. Als Brennmaterial dien- ten zumeist Kienspäne aus harzreichen Hölzern. Wenn man die Hände frei halten wollte, wurden die Späne zunächst in Lehmklumpen, Felsspalten oder in die Erde gesteckt und oftmals sogar im Mund getragen. Später wurden diese Späne in hölzerne bald auch metallene Hänge-, Steh- und Tragehalterungen verankert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kienspantragehalterung aus Metall (2)

Selbst in Deutschland gab es die Kienspanbleuchtung in wenigen entlege- nen Gebieten Deutschlands noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Talg und Fett in Steinschalen

Sehr simple Steinschalen für Talg und Fett als Lichtspender stammen von etwa 25.000 v. Chr.. Sie wurden in der Regel mit tierischen und pflanzli- chen Fetten gefüllt und angezündet. Aus Steinschalen entwickelten sich größere Feuerbecken, daraus später Armleuchter, an deren oberen Ende sich die Fettschale befand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Steinschale für tierische Fette, (3)

Später, als man diese Geräte meist ausschließlich mit flüssigen tierischen Fetten füllte, entwickelten sich im Laufe der Zeit daraus die ersten einfa- chen Öllampen.

Fackeln und Pechkörbe

Das beim Braten von Fleisch heruntertropfende Fett lieferte die Erfahrung, dass fettgetränkte Holzscheite um sehr viel besser brannten. Mehrere Kien- späne, im späteren Verlauf mit Werg und anderem pflanzlichen Material umwickelt, und dann in Fett, Tran oder Talg getaucht (später mit Pech ge- tränkt) bildeten die ersten Fackeln. Sie brannten länger und heller als die vormals einfachen Kienspäne.

Körbe mit in Fetten getränktem Reisig wurden an Mauern angebracht, oder als tragbare Pechkörbe verwendet. Später waren diese mit einer so genann- ten kardanischen Aufhängung (1) versehen, um so den Korb automatisch in einer horizontalen Lage zu belassen, wodurch das Verschütten des bren- nenden Materials unterbunden werden sollte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Pechkorb mit kardanischer Aufhängung zum Aufstecken (4)

Zu welcher Zeit die ersten Fackeln aufkamen, lässt sich aus heutiger Sicht nur sehr schwer bestimmen. Hauptgrund hierfür ist deren leichte Brenn- barkeit und somit das Fehlen von Überresten. Um 1850 fand der Archäolo- ge Schliemann Überreste von Fackeln aus der Zeit um 1.500v.Chr., welche bereits mit einer Art besonderer Halterung mit Abtropfschutz ausgebildet waren, um damit die Hand des Fackelträgers gegen Verbrennungen zu schützen.

Öllampen

Der entwicklungstechnische Übergang von der Fettschale zu den Öllampen gestaltete sich fließend. Um 20.000 v. Chr. wird die Erfindung des Dochtes angesetzt, für die Menschen der damaligen Zeit wahrscheinlich ebenso grundlegend wie die Erfindung des Rades um 3500 v. Chr.. Feinstes Reisig, Moose, Faserpflanzen und Geflecht wurden als Dochte in das Öl oder Fett der Schalen gelegt und brannten infolge von Kapilarwirkung deutlich län- ger und heller und, und dies war wiederum ein Fortschritt, vor allem ruhi- ger als die Flammen die von Fackeln und Spänen erzeugt wurden. Mit der beginnenden Sesshaftigkeit der Menschen ab etwa 4000 v. Chr. wurden die Techniken des Lichtmachens stärker ausgebaut. In den Stadtkulturen Me- sopotamiens zum Beispiel entstanden etwa um 4000 bis 3000 v. Chr. ein- fache Öllampen gefertigt aus Ton, welche bereits eine separate Dochtöff- nung aufwiesen. Der Verbrennungsvorgang war so viel besser zu regulie- ren und das Tragen der Lampen wurde sicherer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Antike Öllampe (5)

Seit 2500 v. Chr. wurden einfache aber auch verzierte Formen in Serie her- gestellt und in Ägypten und im Dreistromland zwischen Euphrat und Tigris den Grabstätten beigegeben.

Nach Erfindung der Töpferscheibe, wurden Öllampen seit etwa 500 v. Chr. in großen Serien in speziellen Manufakturen hergestellt.

Trotz großer Fortschritte der antiken Kulturvölker in vielen technisch- naturwissenschaftlichen Gebieten veränderte sich die Technik des „Licht machen’s“ über viele tausend Jahre bis etwa Ende des 17. Jh. unserer Zeit- rechnung nur unwesentlich. Neben Ton wurden im späteren Verlauf Eisen, Messing und Kupfer als Material für die Öllampen verwendet. Zwar wur- den sowohl die Ölzufuhr, die Dochte und auch die Ölgefäße selbst stetig verbessert, die Technik und die Grundformen der Öllampen als solches blieben. Sie bestanden auch weiterhin aus Ölbehälter und Docht.

Kerzen

Die noch bis heute typische Grundform der Kerze entstand bereits etwa im

1. bis 2. Jh. n. Chr.. Ein Docht, bekannt von den Öllampen, ist von einem zylindrischen Gebilde aus festem Brennmaterial umgeben. Die Flamme verflüssigt zunächst den Brennstoff, so dass sich eine Art Brennschüssel ausbildet und der dadurch im Docht aufsteigenden Brennstoffe vergast. Der wohl entscheidenste Vorteil der Kerze gegenüber anderen bis dahin gebräuchlichen Lichtquellen ist ihre Kompaktheit und der Fakt, dass sie ohne das Verschütten größerer Mengen an flüssigem Brennmaterial trans- portiert werden konnte.

Von der Antike bis zum 19. Jh. wurden zumeist Bienenwachs oder Talg als Kerzenmaterial verwendet. Als Luxusprodukt blieb Bienenwachs der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit vorbehalten war. Kerzenhalter wur- den in mannigfaltigen Formen, unterschiedlichsten Materialien und mit teils sehr üppigen Ausschmückungen erstellt. Viele weitere Entwicklungen beschäftigten sich mit der Verbesserung der Saugkraft des Dochtes und mit seinem richtigen Abbrennen, das nicht zu schnell und nicht zu langsam er- folgen sollte, sondern in dem Maße, wie sich auch das Brennmaterial ver- braucht. Bis zum Jahr 1824 dauerte es, bis Cambacéres auf die ebenso ein- fache wie geniale Idee kam, dem Baumwolldocht beim Flechten eine Art Vorspannung (Drall) zu geben, wodurch sich die Spitze des Dochtes in der Flamme nach außen biegt und unter Sauerstoffeinfluss soweit abbrennt, wie sie selbst aus der Flamme herausragt.

Zwischen 1812 und 1823 gelang des dem französischen Chemiker Chev- reul aus dem bis dahin oftmals verwendetem Talg das Stearin zu isolieren, welches sich in der Folgezeit als ein hervorragendes Brennmaterial für Kerzen herausstellte. Das später als Kerzenmaterial eingesetzte Parafin wurde bei der Destillation von Braunkohle durch den deutschen Chemiker Reichenbach erfunden.

Um 1850 entstanden in Europa viele Fabriken für die Kerzenherstellung. Somit wurden Kerzen nun auch für breite Bevölkerungsschichten er- schwinglich. Kerzenlicht wurde durch seine Anwendung durch breite Schichten der Bevölkerung leider oftmals Ursache verheerender Brände von Konzert- und Theaterhäusern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kerzenstockhalter, um 1750 (6)

Als Teelichter im heimischen Bereich, künstlerisch gestaltete Kerzen und Altarkerzen spielen sie bis in die heutigen Tage eine wichtige wirtschaftli- che Rolle. Der Umsatz zum Beispiel, der jedes Jahr mit Kerzen gemacht wird, entspricht etwa 55% des Umsatzes aller elektrischen Lampen.

Gas

Die Erfindung der Erzeugung von Licht mit Hilfe von Gas durch den Wie- ner Auer von Welsbach 1895 veränderte die Situation für einige Zeit grundlegend. Sein durch ihn erfundener Gasbrenner brannte nun fast fünfmal heller als alle damaligen Brennerarten, weil an die Stelle der offe- nen Flamme nun ein glühendes Material trat. Das Material war ein aus Baumwollnetzen bestehender Strumpf, der mit einem Gemisch aus beson- deren Elementen (seltenen Erden) getränkt war. Diese seltenen Erden hat- ten die Eigenschaft, im glühenden Zustand um den genannten Exponenten heller zu leuchten als eine herkömmliche Gasflamme. Das Gas hatte somit lediglich noch die Aufgabe, den Strumpf glühend zu machen. Man konnte sogar das Gefühl bekommen, dass aufgrund dieser Erfindung die inzwi- schen aufkommende elektrische Beleuchtung für einige Zeit zurück ge- drängt werden konnte.

Dadurch angeheizt setzten nun neue Entwicklungsprozesse ein, die sich mit der Verbesserung des Glühmaterials, der Gaszuführung und der Gas- anzündung befassten. Prunkvolle Gaskandelaber in den Straßen oder in Bahnhofshallen aber auch die Gasbeleuchtung in den Wohnräumen der wohlhabenden Bevölkerung kennzeichneten das neue, moderne Beleuch- tungszeitalter mit zentraler Energieversorgung der Lichtquellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gaskandelaber, Berlin um 1900(7)

Da vor allem in den Großstädten der Welt Gas für Koch- und Heizzwecke verwendet wurde, waren die bestehenden Gaswerke natürlich auch an dem Absatz der Gasmengen in der Nacht interessiert. Dies war einer der wich- tigsten Gründe, warum sich die Gasbeleuchtung in den Straßen noch sehr lange gegenüber der elektrischen Beleuchtung behaupten konnte. Natürlich auch, weil es den Städten an den nötigen Finanzmitteln fehlte, um auf die neue und modernere elektrische Straßenbeleuchtung umzurüsten.

In vielen Städten dieser Welt, wie zum Beispiel in Berlin, gibt es noch heu- te in den Straßen Gaslaternen, die jedoch meist aus nostalgischen oder städtehistorischen Gründen beibehalten wurden. Die Karbidlampen sind ebenfalls Gaslampen, jedoch wird bei ihnen die Energie dezentral erzeugt. Das pulvrige Kalziumkarbid wird dabei mit Wasser in Berührung gebracht, wobei Azetylen entsteht, welches im Brenner als offene Flamme verbrennt. Karbidlampen waren lange Zeit zum Beispiel im Bergbau, aber auch als Fahrradlampen in Gebrauch.

Petroleum

Öllampen wurden im Laufe ihrer Entwicklung mit immer leichtflüssigeren Stoffen gefüllt, um somit die Sogwirkung der Dochte weiter zu verbessern. Im 14. Jh. war das Rüböl (ein aus Raps gewonnenes Öl) der wohl am wei- testen verbreitete Brennstoff für die Öllampen. Die Öllampen selbst hinge- gen hatten sich jedoch in ihrem Aufbau, wie beschrieben nur marginal von der Antike bis zum 18. Jh. verändert.

Entscheidende Verbesserungen der bis dahin verwendeten Lampen gelan- gen im Jahr 1784 Argand (2). Zum Ersten wurde der Docht zu einer Art Schlauch (Runddocht) geformt. Somit konnte Sauerstoff auch in das Innere der Flamme gelangen, wodurch die Verbrennungstemperatur anstieg und dadurch die Leuchtkraft anwuchs. Zum Zweiten wurde ein verstellbarer Dochtträger angebracht der es ermöglichte, die Änderung der Dochtlänge und damit der Flammenhöhe und deren Helligkeit zu regulieren.

Zum Dritten wurde ein Glaszylinder verbaut, der die Flamme gegen Luft- zug schützte und zugleich die Kaminwirkung der Luftzufuhr verbesserte.

Zum Letzten wurde, um mehr Öl kontinuierlich an den leistungsfähigeren Brenner heran zu führen, von Argand das Ölbassin als Sturzflasche gestal- tet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Argand-Lampe(8)

Sowohl Runddocht, Dochtregulierung als auch Glaszylinder setzten sich sehr schnell als effizienzsteigernde Erfindungen durch. Ungenügend blieb hingegen die Zufuhr der bis dahin zähflüssigen pflanzlichen Öle. Kompli- zierte und zusätzlich teure Versuche mechanische Lösungen etwa mit Pumpen, Federdruckwerken und Ähnlichem zu etablieren schlugen fehl.

Erdöl war seit dem Altertum zur Speisung von "ewigen Flammen" bekannt, aber erst ab Mitte des 19. Jh. verdrängte das so genannte Leuchtpetroleum das bis dahin übliche Rüböl. In den USA, genauer im Bundesstaat Penn- sylvania wurde das Petroleum anfänglich von der Oberfläche von so ge- nannten Erdölseen abgeschöpft, und schließlich ab 1859 durch Erdölboh- rungen systematisch gewonnen. Petroleum ist zum einen sehr leicht ent- zündlich, zum anderen sehr leichtflüssig, womit die Kapillarwirkung des Dochtes besser genutzt werden konnte.

Petroleum war das Brennmaterial, nach dem man lange gesucht hatte. Erstens konnte es preiswert und in großen Mengen gewonnen werden, es war zweitens lagerfähig und konnte somit leicht transportiert werden, es brannte drittens fast rauchlos und heller als Pflanzenöle, und viertens stieg es wegen seiner Leichtflüssigkeit leichter im Docht auf als die bis dahin verwendeten Pflanzenöle.

Auf alle erfundenen aufwendigen Mechanismen, das Öl zum Docht zu be- fördern, konnte verzichtet werden. Damit wurden die Lampen um ein Viel- faches preiswerter.

Schon bald war nun das Petroleum das weltweit meist verwendete flüssige Brennmaterial für die Lichterzeugung. Die Petroleumlampe blieb zwischen 1860 und 1920 das am meisten verwendete Beleuchtungsgerät. Sie war vor allem das Licht des ärmeren Mannes in den Städten und vor allem auf dem Land. Petroleumlampen werden auch heute noch zum Beispiel in Hütten und auf Zeltplätzen ohne Elektroversorgung verwendet.

Elektrizität

Als Grundlage für den Siegeszug von elektrischen Lichtquellen ist wohl die revolutionäre Erfindung der ersten künstlichen Stromquelle durch Vol- ta im Jahre 1800 zu nennen. Davon inspiriert machte Davy in England die ersten Versuche mit verschiedenen Materialien, welche er mit Hilfe von dem nun permanent zur Verfügung stehenden Stromquellen zum Glühen brachte. Er führte der Fachwelt 1808 den elektrischen Lichtbogen zwi- schen zwei Stücken Holzkohle vor, ein Prinzip das den späteren Bogen- lampen zu Grunde liegt.

Von nun an liefen praktisch drei Entwicklungslinien unterschiedlicher e- lektrischer Lichtquellen fast zeitgleich nebeneinander.

1. Die Bogenlampe, welche bis 1850 ihre grundlegende Form und Technik zwar praktisch erreicht hatte, dennoch stetig weiterentwickelt wurde.
2. Die Erfindungen der Kohlefaden-Glühlampe welche dem Amerikaner Edison (1880), von dem Deutschen Goebel (1854), und zeitgleich dem Engländer Swan stammen.
3. Die Erfindung der Gasentlandungslampen, welche 1856 von dem deut- schen Physiker Plücker und seinem Glasbläser Geissler durch die Erfor- schung der Entladungsvorgänge vorangebracht wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Edison-Glühlampe 1881 (8)

Auf inhaltliche Details zu diesen Entwicklungslinien wird im Kapitel 5 ge- nauer eingegangen.

3 Licht

Das Phänomen Licht kann man in der uns umgebenen Natur in vielfälti- ger Hinsicht beobachten. Die Definition der Begrifflichkeit erscheint wohl deshalb so schwierig, weil Licht in seinem Sein für uns nicht "fassbar" ist. Der folgende Versuch der Darstellung von Licht als physikalisches Phä- nomen soll zeigen, wie schwer es fällt, Licht naturwissenschaftlich und be- grifflich zu erfassen.

Wie entsteht Licht?

Erhitzt man ein Metallstück, beginnt es nach einiger Zeit durch die zuge- führte Wärmeenergie an zu glühen. Dabei wird nun Wärmeenergie in Licht umgewandelt. Dies bedeutet demnach, dass je wärmer das Metallstück ist, desto höher ist auch die Lichtausbeute.

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Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammenhang zwischen Temperatur und Glühfarbe(9)

Durch das Zuführen von Wärmeenergie, werden die Metallatome in einen angeregten Zustand versetzt, wobei sie Licht aussenden. Licht kann verein- facht ausgedrückt durch folgende Vorgänge gewonnen werden:

1. durch Verbrennungen aus chemischer Energie (z. B. Flamme)
2. durch Umwandlung aus elektrischer Energie (z. B. Glühlampe)
3. durch Umwandlungen von Atomkernen (z. B. in der Sonne)

Was ist Licht?

Schon im Jahre 1690 erkannte der niederländische Physiker Christian Huygens in Anlehnung an die Schallwellen eine Art Wellennatur des Lich- tes. Im weiteren Verlauf der Wissenschaft untermauerte im 19. Jahrhundert der Physikers James Clerk Maxwell die Annahme, dass sich Licht in Form einer elektromagnetischen Welle fortbewegt.

Der Großteil der elektromagnetischen Wellen, wie zum Beispiel Radiowel- len oder auch die Röntgenstrahlung, sind für unser Auge nicht sichtbar. Entscheidend ist, dass sich die Wellen in ihrer Wellenlänge unterscheiden. Während Rundfunkwellen Wellenlängen von mehreren hundert Metern er- reichen können, misst die kosmische Höhenstrahlung Wellenlängen im Be- reich von millionstel Nanometern. Die Wellenlänge des für uns sichtbaren Lichts liegt zwischen 770nm und 400nm und wird als so genanntes opti- sches Spektrum bezeichnet. Das optische Spektrum selbst ist aus einer Vielzahl verschiedener elektromagnetischer Wellen zusammengesetzt. Diese erzeugen in unseren Augen beim Auftreffen auf die Netzhaut unter- schiedliche Farbwahrnehmungen.

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Lichtspektrum(10)

Unserer Auge besitzt auf seiner Netzhaut drei verschiedene Farbsinneszel- len (rot, grün, blau). Wenn diese gleichzeitig angeregt werden, erhält man den Farbeindruck von Weiß. Weißes Licht kann als Mischung von mehre- ren elektromagnetischen Wellen aus dem optischen Spektrum bezeichnet werden. Bei der so genannten Additiven Farbmischung wird der experi- mentelle Beweis dafür erbracht. Weißes Licht wird durch das Mischen von mehreren farbigen Lichtquellen erzeugt.

Im Jahre 1905 wies Albert Einstein darauf hin, dass Licht in der Lage ist, auch eine andere Gestalt anzunehmen. Einstein formulierte, dass Licht ne- ben seiner bis dahin bekannten Wellennatur auch Teilchencharakter besit- zen muss, weil es nachgewiesenermaßen beim Auftreffen auf Metallplat- ten in der Lage ist, Elektronen aus der Platte herauszuschlagen. Er gab die- sen Lichtteilchen den Namen Photonen. Der beschriebene Effekt wird als sogenannter photoelektrischer Effekt bezeichnet und ist die technische Grundlage für die photovoltaische Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht. Die Möglichkeit von Licht, sich sowohl wie eine Welle als auch wie ein Teilchen verhalten zu können, ist eines der merkwürdigsten Phänomene in der Natur überhaupt. Für dieses Phänomen des "Sowohl-als-auch" prägte Niels Bohr den Begriff der Komplementarität (3). Von entscheidender Be- deutung dabei ist die Anordnung des Aufbaus für die gemachten Versuche, um Aussagen über Eigenschaften des Lichts herauszubekommen. In einem Versuchsaufbau wird die Wellennatur des Lichts bewiesen, in einem ande- ren die Teilchennatur. Seit dies bekannt wurde wird angenommen, dass Objekte der Natur nicht eindeutig festgelegt sind, sondern dass der Mensch selbst zu einem Stück weit entscheiden kann, wie die Natur ist. Viele aner- kannte Philosophen gehen noch weitaus weiter in ihren Behauptungen. So wird zum Beispiel behauptet, dass die Natur, also auch alles was wir als solches erkennen, reine Gedankenkonstruktion des Menschen sei. Die Na- tur als solches würde erst dann existent, wenn sie der Mensch in seinen Gedanken konstruiert. Dies bezeichnet die Wissenschaft als Konstrukti- vismus (4).

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Details

Seiten
86
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640261093
ISBN (Buch)
9783640261154
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122200
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Institut für Arbeitslehre/Technik
Note
1,7
Schlagworte
Vorteile Nachteile Einsatz Lichtquellen Beleuchtungstechnik Staatsexamensarbeit Staatsexamen

Autor

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