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Gesellschaftskritik im schwedischen Kriminalroman am Beispiel von Henning Mankell

Magisterarbeit 2004 111 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schweden im Brennpunkt
2.1 Aspekte der sozialen und geografischen Umwelt
2.1.1 Land und Klima
2.1.2 Soziodemografie
2.1.3 Wohlfahrtsstaat
2.1.4 Arbeitslosigkeit
2.2 Kriminalität in Schweden
2.2.1 Evaluierung im skandinavischen Vergleich
2.2.2 Auswertung
2.2.2.1 Erklärungsversuch
2.2.2.2 Kriminalstatistiken
2.2.3 Deutungsansatz
2.2.4 Trends
2.2.5 Kriminalprävention in Schweden
2.3 Die schwedische Polizei
2.3.1 Struktur und Fakten
2.3.1.1 Die Nationale Polizeibehörde
2.3.1.2 Die zentrale Verwaltungsbehörde
2.3.1.3 Nationale Abteilung für die Verbrechensaufklärung
2.3.1.4 Das zentrale forensische Labor
2.3.1.5 Die Sicherheitspolizei
2.3.1.6 Die lokalen Polizeibehörden
2.3.1.7 Die Nationale Polizeihochschule
2.3.2 Qualifikation und Standard
2.3.3 Kontrolle und Verantwortung
2.4 Der Fall Olof Palme
2.4.1 Die Tatsachen
2.4.2 Das Versagen der Polizei und die Folgen
2.4.3 Der Mythos und die Verschwörungstheorien
2.5 Der Fall Anna Lindh
2.5.1 Der Verlauf der Ermittlung
2.5.2 Das Versagen der Polizei im Fall Anna Lindh
2.5.3 Die Folgen

3 Der Kriminalroman als Mittel zur Gesellschaftskritik
3.1 Historie der Gattung nach Ira Dschimmel
3.2 Der realistisch ambitionierte Kriminalroman
3.2.1 George Simenons Kommissar Maigret
3.2.2 Friedrich Dürrenmatts Kommissar Hans Bärlach
3.2.3 Truman Capote
3.3 Maj Sjöwall und Per Wahlöö
3.3.1 Die moderne schwedische Gesellschaft
3.3.1.1 Die Modernisierung
3.3.1.2 Bestandsaufnahme, Auswertung und Kritik
3.3.2 Wer ist Martin Beck?
3.3.3 Das Interview mit Maj Sjöwall

4 Henning Mankell
4.1 Zur Person Henning Mankell
4.2 Ausgewählte Ansichten
4.3 Mankell und der Fall Anna Lindh
4.3.2 Gewalt
4.3.3 Terrorismus
4.3.4 Lösungen?
4.3.5 Der Mord an Anna Lindh
4.4 Wer ist Kurt Wallander?

5 Kurt Wallander
5.1 Die Rahmenhandlung der Romanreihe
5.2 Die Bücher, die Fälle
5.2.1 Mörder ohne Gesicht
5.2.2 Hunde von Riga
5.2.3 Die weiße Löwin
5.2.4 Der Mann, der lächelte
5.2.5 Die falsche Fährte
5.2.6 Die fünfte Frau
5.2.7 Mittsommermord
5.2.8 Die Brandmauer
5.2.9 Wallanders erster Fall
5.2.10 Vor dem Frost
5.3 Die Figur Kurt Wallander
5.3.1 Charakter
5.3.2 Eigenschaften, Einstellungen, Gedanken
5.3.3 Krankheiten, schlechte Angewohnheiten und Träume
5.3.4 Normalitätsaspekte
5.3.5 Alkohol
5.4 Der Vater
5.5 Die Familie, die Freunde, die Frauen
5.6 Der Beruf
5.7 Wallanders Kollegen
5.8 Die schwedische Polizei nach Kurt Wallander
5.8.1 Wallanders Pflichtverletzungen
5.8.2 Ernste Momente
5.8.3 Verbrechensdarstellungen
5.9 Wallanders Kritik an Schweden
5.10 Die Gesellschaftsdarstellung und Kritik nach Kurt Wallander
5.10.1 Die Ausländerthematik
5.10.2 Rassismus

6 Erkenntnissammlung und Resümee

7 Quellen- und Literaturverzeichnis

8 Anlagen

1 Einleitung

Mitte der 90er Jahre beginnt eine Flut von Kriminalromanen aus dem skandinavischen Sprachraum den deutschen Krimimarkt zu überfluten. Angeführt wird diese neue Riege von Krimiautoren durch Henning Mankell, der in kurzer Zeit eine große Fangemeinde in Deutschland findet. Europa befindet sich nach dem Fall der Mauer im Wandel und auch die nördlichsten Länder Europas sind davon betroffen. Henning Mankell nennt diese Zeit in dem Vorwort von „Wallanders erster Fall“ (erschienen 1999) die europäische Unruhe. In diesem Vorwort fragt Mankell nach den Chancen für das Überleben der Demokratie, wenn das Fundament des Rechtsstaates nicht mehr intakt ist. Europa befindet sich in einem neuen Bewusstsein für Verbrechen und Gewalt, die es umgeben. Terrorismus, Rassismus, Gewaltorgien, Soziopathie, Massenmord, Serienverbrechen erfassen alle Länder und drängen sich in die Wahrnehmung der Menschen. Damit verbunden wächst die Unsicherheit und die Wut dem Rechtsstaat gegenüber, der zusehends das Nachsehen Kriminellen gegenüber hat. Gewalt und Verbrechen sind zum Alltag geworden, die Nachrichten strahlen immer grausamere Verbrechen aus und Fiktionen aus Kinothrillern sind wirklich geworden. Keine pervertierten Darstellungen von Gewaltverbrechen sind mehr undenkbar.

„Serienkiller sind kein Phänomen der USA“, hat Henning Mankell einmal in einem Interview gesagt. In seinen Büchern beschreibt er die Verbrechen, die in seinem Land geschehen könnten. Geschehen könnten, weil der Rechtsstaat seiner Meinung nach nicht mehr ausreichend Schutz bietet. Sein Protagonist Kurt Wallander dient dabei als Sprachrohr für seine Kritik und der Erfolg seiner Bücher spricht dafür, dass seine Kritik nachvollzogen wird. Aber warum ist Kurt Wallander so glaubwürdig als Kritikübermittler? Warum der durchschlagende Erfolg seiner Fälle sowohl beim heimischen Publikum als auch in Deutschland? Ist seine Botschaft universal verständlich? Ist die Kritik am schwedischen Rechtssystem neu?

Um diese Fragen beantworten zu können, müssen unterschiedliche Aspekte beleuchtet werden. Die folgende Untersuchung gliedert sich in vier Teilbereiche, die subsummiert einen Erklärungsansatz liefern sollen. Gegenstand der Untersuchung ist zum einen die Situation der schwedischen Gesellschaft und des Rechtsstaates. Dabei werden zunächst Gründe für die Probleme im Land genannt und der Wandel zum Istzustand beschrieben.

Kapitel drei beschäftigt sich mit dem Kriminalroman als Medium für das Ausüben von Gesellschaftskritik. Wo sind die Anfänge dieser Art von Kritikäußerung zu finden? Wer hat in Schweden vor Mankell Kritik an der Gesellschaft geäußert und mit welchem Erfolg? Wer sind die Vorreiter? Danach kommt Henning Mankell im vierten Kapitel selbst zu Wort. Dabei ist von ausschlaggebender Bedeutung, was ihn zum Erfinden von Kurt Wallander bewegt hat und weshalb dieser seiner Meinung nach so erfolgreich ist.

Das fünfte Kapitel stellt eine ausführliche Profildarstellung von Kurt Wallander dar. Facetten seines Daseins werden durchleuchtet und analysiert. Dadurch soll durch herausgearbeitet werden, worin das Phänomen Kurt Wallander besteht.

Im abschließenden sechsten Kapitel wird im Resümee das Ergebnis der Untersuchung noch einmal zusammengefasst.

Das beiliegende Kurt-Wallander-Factbook des Verfassers und die Anlagen-CD ermöglichen noch umfangreicheres Eintauchen in die Materie.

2 Schweden im Brennpunkt

Am 11. September 2003 rückte das sonst wenig von der Weltöffentlichkeit beachtete schwedische Königreich ungewollt ins Zentrum des Interesses. Die beliebte Außenministerin Anna Lindh wird bei einem Einkaufsbummel in einem Stockholmer Kaufhaus von einem Attentäter mit einem Messer lebensbedrohlich verletzt. Sie stirbt noch in der Nacht an den Folgen des Attentats. Anna Lindh hatte sich für den Eintritt ihres Landes in die europäische Währungsunion stark gemacht. Drei Tage später, bei dem Referendum, stimmten 56,1 % der Bevölkerung gegen die Einführung des Euros und gegen den Beitritt Schwedens in die Währungsunion. Die Ermordung Anna Lindhs hatte die Abstimmung negativ beeinflusst und viele Menschen wurden unweigerlich an die Ermordung des früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olaf Palme (1986) erinnert.

So wie in der Morduntersuchung im Fall Olof Palme siebzehn Jahre zuvor musste die Polizei auch in der Untersuchung des Attentats auf Anna Lindh Fehlschläge einräumen. Erneut hatte sich die Polizei blamiert und das Vertrauen der Bevölkerung verspielt.

Im folgenden Abschnitt sollen einige landesspezifische Aspekte Schwedens näher betrachtet werden, die im weiteren Verlauf dieser Untersuchung hilfreiche Anhaltspunkte liefern werden bei der Beantwortung der Frage, warum die Polizei in Schweden häufig überfordert erscheint, wohin sich die schwedische Gesellschaft entwickelt und warum die Thematik der Kriminalität immer mehr in die öffentliche Wahrnehmung der Schweden tritt.

2.1 Aspekte der sozialen und geografischen Umwelt

2.1.1 Land und Klima

Schweden ist ein großes Land mit einer geringen Bevölkerungsdichte (8,9 Millionen Einwohner). Dabei ist die Hälfte der Einwohner auf drei Prozent der Gesamtfläche zu finden. Die Städte Stockholm, Göteborg und Malmö bilden riesige Ballungszentren und nur ein geringer Anteil von Menschen lebt weit außerhalb der Städte. Viele schwedische Einwohner haben zwar ein Haus auf dem Lande, frequentieren dieses jedoch nur im Sommer. Das abwechslungsreiche Klima resultiert aus der lang gestreckten Nord-Süd-Ausdehnung des Landes mit arktischem Klima im Norden und kontinentalem Klima im Süden. Durch die Neigung der Erdachse und die Erdbahn entstehen lange Sommertage und im Winter lange Dunkelheitsperioden. Es gibt viel Niederschlag, kurze Wärmeperioden und starke, orkanartige Winde. Das Klima kann teilweise als sehr rau beschrieben werden.[1]

2.1.2 Soziodemografie

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war Schweden ethnisch gesehen immer noch verhältnismäßig homogen. Als während der 30er Jahre die Einwanderung die Auswanderung in Schweden zu übersteigen begann, beruhte dies hauptsächlich auf Schweden, die in die Heimat zurückkehrten. Mit den Flüchtlingsströmen während des zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit aus dem Baltikum und anderen Gebieten wurde in den 50er und 60er Jahren ein neues Kapitel in der Geschichte der Einwanderung in Schweden eingeleitet. Die schnelle Expansion in der Industrie mit dem dadurch angewachsenen Bedarf an Arbeitskräften führte zu einer weiteren großen Einwanderungswelle, deren Umfang eine Veränderung in der Bevölkerungsstruktur zur Folge hatte. Neben dem starken Zustrom aus den skandinavischen Nachbarländern, besonders aus Finnland, kamen die Einwanderer vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien, Griechenland, Deutschland, der Türkei, aus Polen und Italien. Anfang der 70er Jahre veränderten sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Schweden wie auch in den übrigen Ländern Europas und die Nachfrage nach Arbeitskräften ging zurück. Die Einwanderungspolitik wurde restriktiver. Seitdem besteht die Zuwanderung überwiegend aus politischen Flüchtlingen und deren Familien. Anfang der 80er Jahre war die Zahl der Asylbewerber und ihrer Familien verhältnismäßig niedrig. Ende des letzten Jahrzehnts und Anfang der 90er Jahre stieg die Zahl der nach Schweden einreisenden Flüchtlinge um ein Vielfaches. Heute ist jeder zehnte Einwohner Schwedens ein Ausländer. Dies führt vor allem zu Entfremdungs- und Verfremdungszuständen in der Gesellschaft.

2.1.3 Wohlfahrtsstaat

„Das schwedische Modell", wie es innerhalb und außerhalb Schwedens genannt wird, beschreibt im Groben das Sozialversicherungssystem. Jeder Bürger Schwedens hat Anspruch auf Leistungen, die die Bereiche Renten-, Gesundheits-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung umfassen. Der Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung sichert zugleich den Anspruch auf die genannten Leistungen. Daher ist zu verstehen, dass der Erwerb einer Aufenthaltsgenehmigung wie die Eintrittskarte in das Schlaraffenland erscheinen mag und zusätzliche Ausländeranstürme begünstigt. Viele Schweden verfolgen die Verteilung der staatlichen Güter auf ausländische Mitbürger mit Unmut und empfinden deren unbegrenzte Teilhabe am Sozialsystem als ungerecht.

2.1.4 Arbeitslosigkeit

Tabelle 1 (Anlagen) zeigt, dass seit 1950 die Arbeitslosenquote von 1,3 % auf 3,1 % gestiegen ist. Die Quote hat sich zwar in vierzig Jahren relativ verdreifacht, ist aber im Weltvergleich noch immer als sehr niedrig anzusehen. Die Arbeitslosenquote ist häufig in Verbindung mit der Verbrechenssituation eines Landes zu sehen. Dabei begünstigt eine hohe Arbeitslosenrate häufig das Ansteigen der Verbrechensrate. Anders ausgedrückt, wo Menschen keiner Arbeit nachgehen können, entstehen soziale Randgebiete, Slums, die wiederum Ausweglosigkeit entstehen lassen und einen Nährboden für Verbrechen schaffen.[2]

2.2 Kriminalität in Schweden

2.2.1 Evaluierung im skandinavischen Vergleich

Im Jahre 1982 stellte das Joint Nordic Project, bestehend aus Sturla Falck aus Norwegen, Hanns von Hofer aus Schweden und Anette Storgaard aus Dänemark, im Auftrag der Nordic Committee on Criminal Statistics (NUK) ein Gesamtwerk heraus, das sämtliche relevanten Daten von Verbrechen in Skandinavien im Zeitraum zwischen 1950 und 1980 zusammenfasste. Dieses Werk wird jährlich überarbeitet und ergänzt. Einige aufschlussreiche Fakten sollen im Folgenden dargelegt und diskutiert werden.

2.2.2 Auswertung

Es muss im Vorhinein darauf hingewiesen werden, dass viele Experten, vor allem aus den Reihen der International crime victims surveys (ICVS) der Meinung sind, dass Länder- und Kulturvergleiche anhand von Kriminalstatistiken nicht vergleichbar sind. Dies führen die Experten, unter anderen Mayhew & Killias (1990), darauf zurück, dass viele Nationen bei der Ausweisung ihrer intern geführten Kriminalstatistiken dazu neigen, niedrigere Zahlen anzugeben. Auch die Aufteilung der Härtegrade von Verbrechen ist nationalen Unterschieden unterworfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Opfer eines Verbrechens pro Jahr

Prozentualer Anteil des einmaligen oder mehrfachen Auftretens des Verbrechens; für die Jahre 1989, 1992, 1996 und 2000 laut Angabe der International crime victims surveys (ICVS)[3]

Sicherlich ist auffällig, dass die Statistik zum Zweck der Vergleichbarkeit einige Mängel aufweist aber es geht vor allem um eine Eindrucksvermittlung.

Auffällig bei der Auswertung der Daten aus Tab. 2 erscheint, dass Schweden und Dänemark in der Summe aller Delikte ungefähr gleiche Werte aufweisen. Im skandinavischen Vergleich belegt Schweden in den Rubriken, in denen es um Diebstahl geht, die Spitzenposition. Vor allem ist interessant, dass der Fahrraddiebstahl einen Wert erreicht, der fast doppelt so hoch ist wie der europäische Durchschnitt. Schweden weist zwar in vielen Rubriken den Spitzenwert aus, bleibt jedoch im europäischen Vergleich unter den Durchschnittswerten. Schränkt man jedoch das Auswertungsgebiet auf den skandinavischen Lebensraum ein, zeigt sich, dass Schweden in fast allen Hauptrubriken (Mord, tätliche Angriffe, Vergewaltigung, Raub, Diebstahl und Drogendelikten) an der Spitze liegt (Anlagen Tab. 3 1 bis 9). In der Rubrik Morde nimmt Finnland zwar die Spitzenposition (Anlage Tabelle 1) ein, ist aber dicht gefolgt von Schweden. In den Rubriken Vergewaltigungen (Anlage Tabelle 3.) und Raubüberfälle (Anlage Tabelle 4), hat Schweden einen Wert, der doppelt so hoch ist wie beim nachfolgenden Land. Es ist deutlich in allen Tabellen zu erkennen, dass die erfassten Kriminalitätsdelikte stetig steigen.

Betrachtet man Schweden allein, ergeben sich, wie aus Tabelle 5[4] ersichtlich wird, erschreckende Steigungsraten von 1950 bis 1988. 89 % mehr Morde, 309 % mehr tätliche Angriffe, 1730 % mehr Überfälle, 214 % mehr registrierte Fälle von Vergewaltigungen, 1343 % mehr Vandalismusdelikte ...

Woran liegt es, dass Schweden die Spitze der Kriminalitätsstatistiken anführt?

2.2.2.1 Erklärungsversuch

Nach dem Kriminalstatistiker Hofer liegen die schwedischen Daten aus folgenden Gründen tendenziell auf einem höheren Level als in anderen skandinavischen Ländern: 1) Ein Verbrechen oder Vergehen wird sofort erfasst, wenn es gemeldet wird. 2) Stellt sich später heraus, dass es sich nicht um ein Verbrechen oder Vergehen handelte, wird diese[5] Angabe nicht wieder aus der Statistik gelöscht. 3) Alle Vergehen, die in einem polizeilichen Report aufgelistet werden, selbst wenn sie zu ein und demselben Verbrechen gehören, werden separat ausgewiesen. Daher ist die Anzahl der Verbrechen, die in Schweden registriert werden, höher als in den anderen skandinavischen Ländern.

2.2.2.2 Kriminalstatistiken

Schwedische Kriminalstatistiken unterscheiden zwischen versuchten und vollendeten Taten. Diese werden separat erfasst und ausgewiesen. Die Definition von vollendeter Tötung lautet: alle Verbrechen, die den Tod einer Person zur Folge haben, ohne Rücksichtnahme darauf, ob es sich um Mord, fahrlässige Tötung oder Angriff mit Todesfolge handelt. Im Jahre 1992 gab es 174 Tötungen. Im darauf folgenden Jahr soll es 173 gegeben haben. Nach einer internen Analyse stellte sich jedoch heraus, dass nur zwei Drittel der ausgewiesenen Tötungen vollendeter Natur waren. Diese betrugen 120. Diese Zahl ist auch eher für das Folgejahr anzunehmen. Die Zahl der Tötungen ist in Schweden laut Per-Olof H. Wikstrom vom National Council for Crime Prevention und Lars Dolmen vom Department of Sociology der University of Stockholm seit 1970 konstant und fluktuiert zwischen 120 und 140 Tötungen pro Jahr. Auch die Rubriken Vergewaltigung, Diebstahl, Raub und Drogenvergehen sind bei der Ausweisung häufig nicht bereinigt um die Zahl der versuchten Taten; somit ist zu verstehen, warum Schweden an der Spitze der meisten Verbrechensstatistiken im skandinavischen Bereich liegt.[6]

2.2.3 Deutungsansatz

Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze, um den Anstieg von kriminellen Delikten in Schweden nach 1950 zu erklären. Lenke (1990) und Norström (1998) führen den Anstieg von verübten Morden auf drei Hauptfaktoren zurück:

- Eine messbare Zunahme des nationalen Alkoholkonsums. Untersuchungen zeigen, dass die steigende Zahl von verübten Tötungen mit dem Anstieg von Alkoholkonsum und Missbrauch korreliert.
- Zunahme von Straftätern, die über die Migration ins Land gelangen und Straftaten begehen.
- Der Wandel Schwedens von einer Agrargesellschaft zu einer industriellen Gesellschaft. Dabei ist die starke Zunahme des organisierten Verbrechens (Prostitution, Drogen, Glückspiel) als Begleiterscheinung dieses Wandels integriert. Auch der Faktor der Entfremdung und der Vereinsamung in den Großstädten, was Depressionen, Drogen/Alkoholmissbrauch zur Folge haben kann, wird dabei berücksichtigt und mit in die Untersuchung einbezogen (Rossow, 2001).

2.2.4 Trends

Studien, die seit 1975 durchgeführt wurden, belegen, dass Verbrechen sich auf Großstädte konzentrieren. Dies zeigt sich vor allem in Stockholm, wo die höchste Verbrechensrate Schwedens gemessen wird (Anlage Tabelle 10)[7].

Die Erklärung für dieses Phänomen sieht Wikström darin, dass es in Großstädten geeignete Ziele für Verbrechen (z. B. Banken, Juweliere, Luxusautos) gibt. Das permanente Ausgesetztsein von Versuchungen in dieser Umgebung und die Möglichkeit, in kontaktarmen, sozial schwachen Großstadtteilen leicht untertauchen zu können, bilden die Basis für kriminelle Handlungen und begünstigen das Ansteigen von Überfällen und Einbrüchen.

Die ICVS ihrerseits führt das Ansteigen von Verbrechen auf die steigende Jugendkriminalität und die Ausländer- und Beschaffungskriminalität zurück. Dabei ist für die ICVS vor allem der Anstieg im Bereich des Drogenmissbrauchs alarmierend. Schweden verfolgt seit 1970 das Ziel, eine komplett drogenfreie Gesellschaft zu werden. Nach nunmehr einem viertel Jahrhundert zeigt sich, dass dieses ehrgeizige Ziel nicht erreicht wurde, sondern dass vielmehr jährlich ein enormer Anstieg von Suchtkranken zu verzeichnen ist. Schwedens Politik der drakonischen Bestrafungen und der Null-Toleranz hat nicht gegriffen. Anstatt nunmehr eine andere Sichtweise zu entwickeln, wird am alten Plan festgehalten und dieser noch erweitert. Es gibt noch härtere Sanktionen bei Vergehen, und die Befugnisse der Polizei sind erweitert worden.

2.2.5 Kriminalprävention in Schweden

Schweden gründete 1970 eine staatliche Behörde, die „Einrichtung des kriminalpräventiven Rates“. Ihr Credo lautete: „Die kriminalpräventive Arbeit ist eine Aufgabe für alle in der Gesellschaft.“ Aus unterschiedlichen Verbänden (beispielsweise Gewerkschaften und Vereinen) wurden Mitglieder gewählt, die sich mit gesellschaftlichen Maßnahmen gegen Kriminalität auseinander setzen sollten. Heute bezeichnet sich der Rat als Zentrum für Wissen über Kriminalität und Maßnahmen gegen Kriminalität mit den zwei Hauptzielen, einerseits Kriminalität zu mindern und andererseits das Sicherheitsgefühl in der Gesellschaft zu erhöhen. Erreicht werden sollen diese Ziele durch Forschung, Dokumentation von Fakten und Wissensvermittlung auf dem Gebiet der Kriminalität, Kriminalprävention und Rechtspflege. Hauptarbeitsgebiete sind dabei Gewaltkriminalität, Drogenkriminalität, Wirtschaftskriminalität, rassistische Kriminalität, Gewalt gegen Frauen sowie Alltagskriminalität.[8]

Ein anderer Meilenstein in der Geschichte der schwedischen Kriminalprävention war die Schrift „Jeder hat Verantwortung“, die die sozialdemokratische Regierung 1996 herausgab. Damals fiel der Startschuss für die eben genannte lokale Kriminalitätsprävention. Ausgangspunkt bildete dabei die Überzeugung, dass zur wirksamen Kriminalitätsbekämpfung Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte, Sozialarbeit und Gefängnisse zwar wichtig, aber nicht ausreichend seien. Wirksame Kriminalitätsbekämpfung sei ein gesamtgesellschaftliches Projekt. Dabei müsse die Ursache der Kriminalität als lokale Eigenheit begriffen werden, denn die Probleme seien kommunal unterschiedlich bedingt und vor allem sei dort das Engagement der Menschen am stärksten. Kommunale kriminalitätspräventive Räte könnten die Initiativen und das Engagement der Mitbürger auf effektive Weise kanalisieren und koordinieren unter dem Motto: „Alle guten Kräfte vereint!“. An dieser Stelle sei ergänzt, dass noch weitere Initiativen gegründet wurden. Häufig entstanden jedoch Überschneidungspunkte mit der Polizei, was zu Verunsicherungen sowohl bei der Polizei als auch bei der Bevölkerung führte (Bürgerwehr).

2.3 Die schwedische Polizei

2.3.1 Struktur und Fakten

Das Organigramm 1 in Abb. 1 zeigt die Abteilungen, die unmittelbar der Regierung und dem Justizministerium unterstellt[9] sind. Die Nationale Polizeibehörde ist dann weiter in sechs Abteilungen untergliedert (Organigramm 2). . 22.000[10] Mitarbeiter arbeiten national und lokal für eine der größten schwedischen Institutionen. 16.120 sind Polizisten, davon sind 18 % (2.664) weiblich.

2.3.1.1 Die Nationale Polizeibehörde

Die Nationale Polizeibehörde ist zentral gesteuert, übernimmt die Überwachung sowie Steuerung für alle Polizeibereiche und dient als Schnittstelle. Sie wird geleitet von einem durch die Regierung ernannten Polizeichef. Sie ist für die Entwicklung neuer Arbeitsmethoden und die Einführung neuer Technologien zuständig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Organigramm 2

Abbildung 1: Das schwedische Justizsystem

2.3.1.2 Die zentrale Verwaltungsbehörde

Die zentrale Verwaltungsbehörde sieht ihre Aufgabe darin, die Weisungen der Regierung umzusetzen und Leitlinien für Arbeitsvorgänge und -abläufe zu entwickeln. Dabei sorgt sie für die Überwachung des Polizeiapparats und verbessert durch Koordination und Rationalisierung die Polizeiarbeit. Die Zuweisung von Geldmitteln an lokale Polizeigemeinden wird hier zentral geregelt.

2.3.1.3 Nationale Abteilung für die Verbrechensaufklärung

Die nationale Abteilung für die Verbrechensaufklärung liefert bei Verbrechen, die im Inland oder Ausland begangen werden, Hilfestellung mit Technik und Know-how. In dieser Abteilung sitzen die Spezialisten der schwedischen Polizei. Gesammelte Akten, Erfahrungen und Wissen werden dort zusammengeführt. Auch Verbrechensaufklärung auf lokaler Ebene wird hier mitgestaltet. In dieser Abteilung wird die Verstärkung organisiert, werden Hubschraubereinsätze gesteuert, und hier befindet sich das nationale Kommunikationszentrum der Polizei.

2.3.1.4 Das zentrale forensische Labor

Das zentrale forensische Labor wertet Proben aus, die von den unterschiedlichsten Verbrechensarten und Tatorten stammen. Das Besondere ist, dass alle Spuren und Indizien an dieses Labor zur Auswertung geschickt werden müssen. Die einzelnen Distrikte verfügen über kein eigenes forensisches Labor.

2.3.1.5 Die Sicherheitspolizei

Die Sicherheitspolizei untersteht direkt dem nationalen Polizeichef. Sie hat die Aufgabe, Informationen zu sammeln, die im Speziellen die innere und äußere Sicherheit betreffen. Die Sicherheitspolizei befasst sich hauptsächlich mit der Terrorismusbekämpfung oder der Überwachung von staatsfeindlichen Gruppierungen.

2.3.1.6 Die lokalen Polizeibehörden

Es gibt in Schweden 24 lokale Polizeibehörden. Diese wiederum sind unterteilt in 117 polizeiliche Verantwortungsbereiche oder Gebiete. Der Polizeietat teilt sich auf 26 Sekundäretats auf, einen für jeden Bezirk (24), einen für übergreifende Bedürfnisse und Anforderungen und einen für Aufklärungsmaßnahmen. Aufgabe der lokalen Polizeibehörden ist es, Bürgernähe zu schaffen, auf Notrufe zu reagieren und Verbrechensprävention zu betreiben. Außerdem fällt in ihre Verantwortlichkeit das Ausstellen von Pässen, Genehmigungen unterschiedlichster Art und von Führerscheinen.

2.3.1.7 Die Nationale Polizeihochschule

Die Nationale Polizeibehörde ist verantwortlich für die Ausbildung an der nationalen Polizeihochschule. Hier wird das Basistraining eines Polizisten gelehrt, werden Polizeimanagementkurse gegeben, fortgeschrittene Kurse angeboten sowie Forschung und Entwicklung betrieben. Im Wesentlichen gibt es zwei Laufbahnen: 1. Streifenpolizist (uniformierter Polizist). 2. Beamter der Kriminalpolizei.

2.3.2 Qualifikation und Standard

Interessant ist es, einige Statistiken heranzuziehen, um eine Vorstellung darüber zu bekommen, wie die schwedische Ausbildung zum Polizisten aussieht und welche Erfordernisse hierfür von Bedeutung sind. Um als Polizeianwärter/in für die uniformierte Polizei an der Polizeihochschule angenommen zu werden, wird ein Realschulabschluss, die schwedische Staatsangehörigkeit, das Erreichen des zwanzigsten Lebensjahrs, ein Führerschein, die Fähigkeit zu schwimmen und eine gute Gesundheit gefordert. Im August 1994 bewarben sich 5.812 Personen, davon wurden letztlich nur 191 aufgenommen, davon wiederum waren 51 weiblich.[11]

Um Kriminalbeamter zu werden, wird ein Abschluss an der Universität in Jura vorausgesetzt. 1991 bewarben sich 700 Personen, 30 wurden aufgenommen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre, davon verbringen die Rekruten 10 Monate an der Polizeihochschule in Stockholm und weitere 18 Monate in einem der 117 Distrikte. Die letzten 5 Monate erfolgen dann wieder an der Hochschule. Kriminalbeamtenanwärter erhalten noch zusätzlich Unterricht in Planung, Analyse, Administration und Psychologie am Arbeitsplatz. Alle Bereiche des Justizsystems werden in den Lehrplan mit einbezogen.

1993 wurden 1.048 Anzeigen gegen Mitarbeiter der Polizei aufgegeben, davon 162 wegen brutaler Vorgehensweise von Polizeibeamten. Die Polizei reagierte sofort und rief ein Projekt ins Leben, das zum Ziel hat, Zivilpersonen bei Verhören als Beisitzer anwesend zu haben.

2.3.3 Kontrolle und Verantwortung

Die Polizei kontrolliert sich vor allem selbst durch die Nationale Polizeibehörde, die als Dachorganisation Inspektionen durchführt und Rechenschaft an die Regierung ablegen muss. Weitere Organisationen sind zum[12] Beispiel das Büro des parlamentarischen Rechnungsrevisors, der Ausgaben der Polizeibehörde überwacht und Ressourcen zur Verfügung stellt, und das Büro des Justizministeriums, das die Öffentlichen Dienste überwacht. Besonders hervorzuheben ist das Büro der parlamentarischen Ombudsmänner[13]. Ombudsmänner haben die Aufgabe, das Recht des Einzelnen beim Kontakt mit Behörden zu schützen. In diesem Zusammenhang soll das schwedische Ombudsmännersystem eine Sicherheit vor Machtmissbrauch und Misswirtschaft in der rechtlichen und öffentlichen Verwaltung bilden. Die Justizombudsmänner des Reichstags werden vom Reichstag ernannt und tragen dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Tätigkeiten von Gerichten und sonstigen Behörden aufrechtzuerhalten.

Die Frage, die sich nach der Darstellung des schwedischen Polizeiwesens stellt, ist, wieso die Verbrechensaufklärungsrate in Schweden so schlecht ausfällt und wieso die Polizei in den Augen der Schweden und der Weltöffentlichkeit so negativ beleumundet ist.

2.4 Der Fall Olof Palme

Am 28. Februar 1986 wurde Olof Palme, der schwedische Ministerpräsident und Führer der sozialdemokratischen Partei, auf einer belebten Stockholmer Hauptstrasse erschossen. Der Tathergang wurde später wie folgt dokumentiert: Olof Palme war mit seiner Frau nach einem Kinobesuch auf dem Weg zu Fuß nach Hause, als sich ein Mann mit einem langen Mantel hinter Palme stellte, einen Smith-&-Wesson-Revolver zog und dem Ministerpräsidenten in den Rücken schoss. Das Bemerkenswerte an diesem Verbrechen war nicht die Tat an sich, sondern die Ungläubigkeit der schwedischen Bevölkerung. Niemand in Schweden konnte sich vorstellen, dass im friedliebenden Schweden ein Attentat auf offener Straße möglich sei. Die Bevölkerung war wie gelähmt, vor allem die schwedische Polizei.[14][15][16]

2.4.1 Die Tatsachen

Olof Palme (geboren 1927) war seit 1963 Regierungsmitglied und von 1969 bis 1976 sowie von 1982 bis zu seiner Ermordung schwedischer Ministerpräsident. 1980 erhielt er von den Vereinten Nationen das Mandat, als Schlichter zwischen Iran und Irak zu fungieren. Sein Erfolge hielten sich in Grenzen, aber seine Reputation stieg sowohl in seinem eigenen Land als auch im Ausland. Plötzlich war Schweden am Weltgeschehen beteiligt. Ein Schwedenboom war die Folge. Palme schaffte es, die Sozialdemokraten und die Bedeutung von Werten in der schwedischen Gesellschaft wieder zu stärken. Seine inländischen Erfolge feierte er hauptsächlich im Aufbau des Wohlfahrtsstaates, in der Gleichstellung der Geschlechter und in der Hervorhebung der Familie als Zentrum der Gesellschaft und daraus folgend dem Ausbau der wirtschaftlichen Sozialdemokratie. Palme machte sich im Ausland stark für die Hilfe Südafrikas, das heißt gegen das Apartheidregime, er sprach sich gegen den Vietnamkrieg aus und verurteilte Kolonial- und herrschende Drittweltpolitik. Er war ein energischer Gegner von Nuklearwaffen und maßgeblich an der Beendigung des Kalten Krieges beteiligt. Er erstellte Abrüstungsvorschläge und vertrat eine sehr antiamerikanische Haltung zu Amerikas Politik der Einmischung.

Olof Palme verschaffte sich durch seine Politik viele Feinde und wurde in seiner Karriere häufig zur Zielscheibe von Hasskampagnen. Kernzielpunkte bildeten in diesem Zusammenhang seine Wirtschaftspolitik, seine Einstellung zur Kernkraft, seine sehr erfolgreiche Persönlichkeit und eine generelle Phobie bestimmter Personkreise vor seinem immer stärker werdenden Einfluss.

2.4.2 Das Versagen der Polizei und die Folgen

Der Mordfall Olof Palme wurde zu einem Trauma für die schwedische Polizei. Im Nachhinein wurde die Polizeiarbeit als nationales Fiasko betrachtet. Es begann bereits in der Mordnacht, als sämtliche Polizisten Stockholms weiter ihren üblichen Aufgaben nachgingen und erst zwei Stunden nach dem Mord eine nationale Fahndung herausgegeben wurde. Am 2. März wurde ein Mann namens Viktor Gunnarsson als Tatverdächtiger festgenommen, er musste wenig später durch richterliches Gesuch wieder freigelassen werden. Daraufhin fiel der Verdacht auf die PKK, die kurdische Arbeiterpartei. Nichts konnte bewiesen werden, und nach einem Jahr musste der Polizeichef Hans Holmer seinen Abschied nehmen. Am 14. Dezember 1988 wurde der vierundvierzigjährige Christer Pettersson festgenommen und des Mordes an Palme angeklagt. Er wurde zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt. 1989 sah es das Berufungsgericht als erwiesen an, dass das Beweismaterial gegen Pettersson nicht ausreichte, und hob die Verurteilung auf.[17]

Noch heute ist Olof Palmes Ermordung unaufgeklärt, es gibt jedoch viele Theorien darüber, wer für seine Ermordung verantwortlich ist.

2.4.3 Der Mythos und die Verschwörungstheorien

Die Spur, die am meisten Glaubwürdigkeit unter Experten erntet, ist die „Polizei-Spur“. Demzufolge soll eine Gruppe schwedischer rechtsextremistischer Polizisten an dem Mord von Olof Palme beteiligt gewesen sein. Es hat mehrere Untersuchungen durch Staatsanwaltschaft und Regierung zu dieser Theorie gegeben, aber bisher ist niemand angeklagt worden. Verwunderlich erscheint es Mitgliedern ausländischer Geheimdienste (CIA in den USA und MI6 in Großbritannien), dass die schwedische Polizei noch immer bestimmten, aussagekräftigen Indizien nicht nachgegangen ist, die auf Kollegen bei der Polizei hinweisen.[18][19][20][21]

Bezeichnend für die Nachlässigkeit der Polizei ist zum Beispiel die Tatsache, dass der Polizeieinsatz schleppend in Gang kam, dass beide Patronen von Passanten gefunden wurden, dass Aussagen, die von Passanten über den Täter gemacht wurden, plötzlich verschwanden und ein Bekennerschreiben von der RAF von der Polizei als unglaubwürdig abgetan und ignoriert wurde. Der Kleinkriminelle Pettersson hatte einen schweren Gehirnschaden und war stark drogenabhängig. Trotz Protesten, dass er der Einsatzpolizei und der schwedischen Sicherheitspolizei als Sündenbock diente, verurteilte man ihn im Schnellverfahren. 10 Monate später wurde er begnadigt und erhielt eine hohe Entschädigung.

Die neuesten Theorien führen nach Südafrika und zu George Bush (senior). Eine davon lautet, ein ehemaliger, geheim operierender Polizist habe beim amerikanischen TV-Sender CNN ein umfassendes Geständnis abgelegt dahingehend, dass das Apartheidsregime in Südafrika für die Ermordung Palmes verantwortlich gewesen sei. Die zweite Theorie besagt, dass George Bush die Ermordung von Olof Palme angeordnet habe, da Palme Bush bei seiner Rolle in der Iran-Contras-Affäre auf die Schliche gekommen war. Eine politische Weisheit aus dem Mittleren Osten lautet: Töte den Freund deines meist gehassten Feindes und erzähle dann allen anderen, er sei von deinem Feind getötet worden und kümmere dich dann um das Begräbnis.

Die Ermordung von Olaf Palme ist bis heute nicht aufgeklärt.

2.5 Der Fall Anna Lindh

Anna Lindh (geboren 1957) war bereits mit 25 Jahren Parlamentsmitglied und seit 1994 Umweltministerin. Bei der Wahl 1998 erhielten die schwedischen Sozialdemokraten zwar eine Schlappe und verloren 30 Mandate, blieben aber mit 36,6 % der Stimmen die stärkste Partei und damit regierungsverantwortlich. Bei der groß angelegten Umstrukturierung des Kabinetts fiel die Wahl für das Amt des Außenministers auf sie. Mit ihrer direkten Art sah man sie zwar im Kabinett als Risikofaktor an, aber sie erntete schnell Anerkennung sowohl bei den Schweden als auch im Ausland. Sie wurde in vielen Kreisen bereits als Nachfolgerin von Regierungschef Persson gehandelt.[22]

Die Hauptakzente legte Lindh bei ihrer Arbeit als Außenministerin auf das schwedische Neutralitätsprinzip. Nach dem Abbruch der USA-Kontakte zu Palästinenserpräsident Yassir Arafat im Januar 2002 kritisierte Lindh die Nahost-Politik von US-Präsident George W. Bush in einem Rundfunk-Interview als „gefährlich“, „beunruhigend“ und „verrückt“.

2.5.1 Der Verlauf der Ermittlung

Nach Auswertung der Zeugenaussagen schloss die Polizei schnell darauf, dass es sich bei dem Attentäter um einen Mann schwedischer Nationalität handelte, der, wie die Zeugen sich ausdrückten, „heruntergekommen“ wirkte. Die Presseerklärung der Polizei lautete noch am selben Abend, der Attentäter würde von der Polizei in einschlägig bekannten Unterweltkreisen gesucht.[23]

Am nächsten Tag war der flüchtige Täter noch nicht gefasst, die Polizei versicherte, sie folge jeder Spur und setze alle verfügbaren Kräfte ein. Am Tatort wurden Blutspuren vom Täter sichergesellt, konnten jedoch nicht ausgewertet werden, da die schwedische Polizei nicht in der Lage war, DNA-Spuren zu analysieren. Die Proben wurden an das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden weitergeleitet und einem Team vom BKA und britischen Experten wurde die Untersuchung der Tatwaffe auf DNA übertragen. Es stellte sich einige Tage später heraus, dass die Fingerabdrücke nicht verwertbar waren und die Suche in der Unterwelt, trotz wiederholter Zuversichtsbekundungen der Polizei, zu nichts führten. Die Polizei verhörte einen Drogensüchtigen, ließ diesen aber schnell wieder frei. Wegen der vielen Überwachungskameras am Tatort, der Wahl des Tatorts und der Tatzeit schloss die Polizei ein terroristisches Attentat mit politischen Motiven aus. Am 16.9. nahm die Polizei einen 35-jährigen Mann fest, der laut Strafregister bereits 18 Mal vorbestraft war wegen Gewaltvergehen, Drohungen mit Messern sowie wegen Diebstahls und Betrugs. Laut Polizei war bei einer psychiatrischen Untersuchung im Jahr 2002 festgestellt worden, dass er nicht geisteskrank war. Der Mann selbst hatte dem Gericht damals gesagt, er habe Kokain und Alkohol eingenommen.

Die Polizei gab den vollen Namen des Festgenommenen an die Presse weiter sowie die Tatsache, dass es sich um einen serbischen Immigranten handelte. Die serbische Gemeinde in Schweden fürchtete daraufhin, Opfer von Repressalien zu werden.

Der festgenommene Mann bestritt weiterhin die Tat. Am 28.9.2003 begann der Prozess gegen ihn. Es wurde ein Indizienprozess geführt. Mitte 2004 erklärte man ihn plötzlich für psychisch krank und wies ihn in eine psychiatrische Klinik ein.

2.5.2 Das Versagen der Polizei im Fall Anna Lindh

Gegen die ermittelnde Polizei, der die Festnahme zwei Wochen nach dem Mord gelungen war, wurden starke Vorwürfe erhoben. Ein Bekannter des mutmaßlichen Täters hatte die Polizei am Tag nach der Tat auf diesen Mann aufmerksam gemacht. Es heißt, er sei dazu gezwungen worden, ihm die Haare zu schneiden, und er habe der Polizei zum genetischen Vergleich Haarreste gegeben, die zur Festnahme beigetragen haben sollen. Die Polizei hatte den Verhafteten fünf Tage nach der Tat in eine psychiatrische Klinik gefahren. Nach Aussagen von Mitbewohnern hatte er die Polizei bedroht, diese hatte aber keinen Verdacht geschöpft. Der mutmaßliche Mörder der schwedischen Außenministerin, der schon früher nach Straftaten in Behandlung gewesen war, hatte wenige Tage vor wie auch nach dem Mord vergeblich in psychiatrischen Kliniken um Hilfe gebeten.

Das Außenministerium hatte in den Tagen vor dem Mord angesichts von Drohbriefen gegen Anna Lindh und der aufgeheizten Atmosphäre im Wahlkampf vor der Euro-Volksabstimmung mehrfach um einen Leibwächter für sie gebeten. Die Sicherheitspolizei hatte jedes Mal unter dem Hinweis abgelehnt, dass es „kein Drohbild“ gäbe. Es wurde darauf hingewiesen, dass Personenschutz nur Persson und König Karl Gustav XVI zustehe.

2.5.3 Die Folgen

Eine nach der Ermordung von Anna Lindh im Auftrag der Regierung durchgeführte Umfrage der Zeitung „Svenska Dagbladet“ ergab, dass 69 % der Befragten mit dem Verlust der schwedischen offenen Gesellschaft rechneten. Gemeint ist damit das Gefühl der Sicherheit eines jeden Bürgers in der Öffentlichkeit. Jeder zweite Befragte war sicher, dass es weitere Anschläge auf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geben würde. Zur offenen Gesellschaft zählt in Schweden insbesondere die Nähe zwischen Politikern und Bevölkerung. Anna Lindh war am Tag ihrer Ermordung ohne Leibwächter in ein Stockholmer Kaufhaus gegangen und fühlte sich dabei sicher. Jetzt erhalten alle wichtigen Minister gepanzerte Limousinen.[24]

Die Fälle Palme und Lindh weisen viele Parallelen auf, aber vor allem deuten sie auf das Ende einer Ära der Sorglosigkeit, des Allvertrauens und den Beginn eines gesellschaftlichen Umschwungs in Schweden hin. Eine Entwicklung, die in den Kriminalromanen von Sjöwall/Wahlöö in der Olof-Palme-Ära und in den Werken von Henning Mankell weiterführend in der Anna-Lindh-Ära kritisch beleuchtet wird. Die Ähnlichkeiten und Unterschiede werden im Folgenden untersucht.

3 Der Kriminalroman als Mittel zur Gesellschaftskritik

Die Entwicklung im Bereich der Detektiv- und Kriminalromane läuft häufig parallel mit der Entwicklung einer Gesellschaft. Eine Hypothese, die Ira Dschimmel 1979 bearbeitete, lautete: „Je mehr die gattungstraditionelle Ausrichtung auf das Rätselelement an Bedeutung verliert, umso stärker wird die Gesellschaftsdarstellung durch das innovative Element realistischer Gestaltung geprägt.“[25] Gemeint ist die Verlagerung des Leseinteresses von Mysteries über Detektivgeschichten zu realistisch gezeichneten Kriminalromanen.

3.1 Historie der Gattung nach Ira Dschimmel

Der Anfang von „detective stories“ der Neuzeit ist nach Ansicht von Dschimmel bei Edgar Allen Poe (1809-1849) zu finden. Bei Poe fungierte das Verbrechen maßgeblich als Auslöser für erkenntnistheoretische Gedankenkonstruktionen. In Poes Werken steht häufig ein unerklärliches Mysterium im Zentrum der Geschichte. Das Verbrechen hat etwas Verborgenes und Geheimnisvolles an sich. Die Geschichten wie zum Beispiel „Die Morde in der Rue Morgue“, „Das Geheimnis um Marie Rogét“ oder „Der Goldkäfer“ laufen unter dem Begriff des Detektivromans, andere Werke von Poe wie zum Beispiel „Die Maske des Roten Todes“, „Die Grube und das Pendel“ und „Das verräterische Herz“ tragen bei Poe die Bezeichnung „Arabesken“ und „Faszination des Grauens“. Sie zählen eher zu der Gattung Mystery.

W. Wilkie Collins (1809-1849) und Emile Gaboriau (1833-1873) legen ihre Akzente auf den Aspekt der abenteuerlich melodramatischen Handlung und das Geheimnis. Arthur Conan Doyle (1859-1930) folgte diesem Vorbild, erhöhte jedoch die Wirksamkeit durch die Elemente der Faktenanalyse eines Mordes zur Aufklärung und ließ seinen Protagonisten durch diese Gabe weitere Verbrechen vereiteln. Ronald Knox stellte 1924 einige Regeln auf, um erfolgreiche Detektivromane zu schreiben[26]: 1. Der Detektiv – meist ein Amateur – erfährt davon (oft zufällig) und macht sich mit Hilfe intellektueller Schlussfolgerungen auf die Fährte. Oft hat er dabei einen Gehilfen. 2. Der Detektiv hat ein rein intellektuelles Interesse an dem Fall. Er ist nicht persönlich betroffen. 3. Fair-play-rules ermöglichen es dem Leser, durch Einsicht in die Denkweise des Detektivs eigenständig die Identität des Täters zu entschlüsseln. 4. Der Leser wird auf falsche Fährten („red herrings“ = Ablenkungsmanöver) gelockt, die ihm die Lösung erschweren. 5. Am Ende steht oft eine überraschende Auflösung und die Überführung des Täters.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts erschuf Agatha Christie (1890-1976) den „klassischen“ Kriminalroman. Das tragende Element ihrer Geschichten ist das Rätsel. Wer war der Mörder, das „Who-dunnit-Prinzip“. Nach Dschimmels Meinung beherrschte bei Christie das Rätsel die Handlung, die Personenkonstellation und das Milieu und führte zu einer rigiden Form und zu a-realistischer Gesellschaftsdarstellung, da die Personen, der Handlungsstrang und der dargestellte Gesellschaftskreis aufeinander abgestimmt waren.

Als diese Rigidität erkannt wurde, wagten sich einige Autoren daran, einen der Hauptaspekte deutlicher in den Vordergrund zu rücken. Dorothy L. Sayers (1893-1957) entwickelte in diesem Rahmen „The Novel of Characters and Manners“. In diesem Roman ist das Hauptaugenmerk nicht mehr auf das Rätselelement gesetzt, sondern auf die psychologisch durchdachte, feinfühlige Zeichnung der Hauptcharaktere. Dennoch erschienen die Personen noch immer zu unrealistisch dargestellt.

Raymond Chandler (1885-1959) wagte sich als einer der Ersten daran, in seinen Romanen die amerikanische Gesellschaft sozialkritisch zu beleuchten. „Entblößt wird die Korruption des auf Kapitalismus aufgebauten Systems.“[27] Chandlers Hauptfigur bleibt jedoch unrealistisch, und vor allem ist sie in allem zu perfekt.

Die ersten Autoren, bei denen der Detektiv, der ermittelnde Polizist oder ein anderer Hauptcharakter glaubhaft mit Ecken und Kanten sowie einer eigenen Persönlichkeit dargestellt wird, sind zum einen Georges Simenon, der seinen kleinbürgerlichen Kommissar Maigret schuf, Friedrich Dürrenmatt und sein Einzelgänger Kommissar Hans Bärlach mit seinem begriffsstutzigen Partner Dr. Matthäi und Truman Capote und dessen Hauptperson in Gestalt des pädophilen Verbrechers Dick Hickock. Im weiteren Verlauf werden diese Figuren noch näher betrachtet werden.

Die Idee, einen Polizisten als Protagonisten hervorzuheben, geht zurück auf Charles Dickens, der 1844 seinen Lesern in der Geschichte „Martin Chuzzlewit“[28] zum ersten Mal eine für die damalige Zeit fast dokumentarisch detaillierte Darstellung des Berufslebens eines Polizisten lieferte. Charles Dickens Polizeiinspektor wurde auf diesem Weg zum Platzhalter für spätere Darstellungen von Kriminalbeamten in realistisch ambitionierten Kriminalromanen.

[...]


[1] Schwedisches Institut: Internet: www.si.se, www.sweden.se (Stand: 10.07.2004).

[2] Wikström, Per-Olaf H., 1991 S. 45 .

[3] DK (Dänemark): nur 2000; FI (Finnland): 1989, 1992, 1996, 2000; NO (Norwegen): nur 1989; SE (Schweden): 1992, 1996, 2000; EUR9: Österreich, Belgien, England & Wales, Frankreich, (West) Deutschland, Italien, Holland, Spanien/Katalonien und die Schweiz. Alle Länder sind gleich gewichtet.

[4] Wikström, 1991, S. 36

[5] Deutsches Forum für Kriminalprävention: http://www.kriminalpraevention.de: (Stand: 18.06.2004).

[6] US Department of Justice, Office of Justice Programs: http://www.ojp.usdoj.gov/bjs/pub/ascii/ wfbcjswe.txt (Stand: 18.06.2004).

[7] Wikström, 1991, S. 13.

[8] Deutsches Forum für Kriminalprävention: http://www.kriminalpraevention.de: (Stand: 18.06.2004).

[9] US-Department of Justice, Office of Justice Programs: http://www.ojp.usdoj.gov/bjs/pub/ascii/ wfbcjswe.txt (Stand: 18.06.2004).

[10] Schwedische Polizei: http://www.polisen.se/inter/nodeid=10230&pageversion=1.html (Stand: 18.06.2004).

[11] US-Department of Justice, Office of Justice Programs http://www.ojp.usdoj.gov/bjs/pub/ascii/ wfbcjswe.txt (Stand: 18.06.2004).

[12] Schwedische Polizei: http://www.polisen.se/inter/nodeid=10230&pageversion=1.html (Stand: 18.06.2004).

[13] Herausgegeben vom Schwedischen Institut Juni 2000.

[14] Kari Sable: http://www.karisable.com/palme.htm (Stand: 18.06.2004).

[15] Borås Stad: http://www.utb.boras.se/uk/se/projekt/history/articles/sweden/inworld6.htm (Stand: 18.06.2004).

[16] http://www.nnn.se/n-model/palme/palme.htm (Stand: 18.06.2004).

[17] Borås Stad: http://www.utb.boras.se/uk/se/projekt/history/articles/sweden/inworld6.htm (Stand: 18.06.2004).

[18] http://www.nnn.se/n-model/palme/palme.htm (Stand: 18.06.2004).

[19] Contrast.org: http://www.contrast.org/truth/html/olof_palme.html (Stand: 18.06.2004).

[20] uni-protokolle.de: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Olof_Palme.html (Stand: 18.06.2004).

[21] xs4all: http://www.xs4all.nl/~tank/kurdish/htdocs/29_9_96.html (Stand: 18.06.2004).

[22] Frankfurter Allgemeine Zeitung: http://www.faz.net/s/Rub28FC768942F34C5B8297CC6E16FFC8B 4/Doc~EF54253F6649247BFA9349E48EB927C60~ATpl~Ecommon~Scontent.html (Stand: 18.06.2004).

[23] Financial Times Deutschland: www.ftd.de, 11.9.2003, 7:56, aktualisiert: 11.9.2003, 21:32.

[24] Der Stern: http://www.stern.de/politik/ausland/?eid=513117&id=513131&nv=ex_L3_ct (Stand: 18.06.2004).

[25] Dschimmel, 1979, S. 1.

[26] Zweites Deutsches Fernsehen: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,2012078,00.html (Stand: 10.07.2004).

[27] Dschimmel, 1979, S. 6.

[28] Zweites Deutsches Fernsehen: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872, 1021298,00.html (Stand: 18.06.2004).

Details

Seiten
111
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640263653
ISBN (Buch)
9783640263745
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122310
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,3
Schlagworte
Gesellschaftskritik Schweden Kriminalroman Mankell Ländervergleich Kriminalität Studie Christie Holmes Bücher

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Titel: Gesellschaftskritik im schwedischen Kriminalroman am Beispiel von Henning Mankell