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Geheimdiplomatie in der Kuba Krise

Hausarbeit 2003 14 Seiten

Leseprobe

Einleitung

Die Kuba Krise 1962 war ein Ereignis welches die Welt bewegte. Von den USA zunächst unbemerkt wurden von der Sowjetunion Atomraketen auf Kuba installiert. Daraus folgte eine 13 tägige[1] andauernde Konfrontation der USA und der Sowjetunion.

Durch die nukleare Bedrohung vor „der Haustür“ fühlten dich die USA provoziert. Die beiden Nuklearmächte standen sich konfrontativ gegenüber, und eine kriegerische Auseinandersetzung war zum greifen nah. Die Weltöffentlichkeit verfolgte gebannt die Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der USA, John Fitzgerald Kennedy, und dem Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Nikita Sergej Chruschtschow.

Nicht alle Besprechungen der beiden Kontrahenten wurden jedoch publik. Oft fand der Austausch von Informationen zwischen Gesandten an geheimen Orten statt. Dieser verdeckte Transfer von Botschaften wurde auch als „Back Channel“ bezeichnet[2]. Zwei Hauptakteure dieses Kanals waren der Finanzminister und Bruder John F. Kennedys, Robert Francis Kennedy, und der Agent des russischen Geheimdienstes GRU Georgi Bolshakov. Dieser Geheimkanal soll hier beleuchtet werden.

Zu klären ist, mit welcher Intention die beiden Parteien diesen Geheimkanal betrieben. Hatte Sergej Chruschtschow bewusst falsche Informationen gestreut? Galt dies auch für den amerikanischen Präsidenten? Eine weitere, sich daraus ableitende Fragestellung ist, welche Gefahren ein solch latenter Informationswechsel für die Beteiligten in sich birgt. Fehlte dem Präsidenten der USA bei Nutzung dieses Kanals die vorherige Beratung von Experten? Wurden Botschaften dadurch falsch interpretiert? Abschließend ist zu erläutern, ob dieser Geheimkanal half, die Kuba Krise schneller zu beenden, oder ob er negativen Einfluss auf ihren Verlauf hatte.

Die Gliederung meiner Hausarbeit orientiert sich an diesen Fragen. Zuerst wird der Ablauf der Krise zusammenfassend dargestellt. Dies hilft die Relevanz des Kanals im Gesamtkontext einzuordnen. Darauf folgend wird der Beginn des Back - Channel dargestellt. Vor der Schlussbetrachtung wird die Verwendung des Geheimkanals anhand von zwei ausgewählten Beispielen, sowie das Ende des Back Channels beleuchtet.

Der Arbeit liegt insbesondere Aleksandr Fursenkos und Timothy Naftalis „One hell of a Gamble“[3] zugrunde. Die Arbeit der beiden Autoren basiert auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, und liefert eine genaue Darstellung des Kennedy – Bolshakov Back Channel. Des weiteren wurde John Lewis Gladis “We now know”[4] verwendet. Auch diese Arbeit gründet sich auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, und bietet eine gute Abhandlung zur Kuba Krise. Das von Ernest R. May und Philip D. Zelikow herausgegebene Werk „The Kennedy Tapes“[5] liegt dieser Arbeit ebenfalls zugrunde. In diesem Werk sind die von Kennedy aufgezeichneten Gespräche im ExComm abgedruckt. Man bekommt einen sehr guten Eindruck, wie auf der amerikanischen Seite mit der Krise umgegangen wurde. Einen wichtigen Teil steuerte der Aufsatz Harald Biermanns „Die Kuba Krise“ in „Historische Zeitschrift“[6] dieser Arbeit bei. Biermann bietet eine sehr gute Abhandlung der Konfrontation.

Hauptteil

1.Der Verlauf der Kuba Krise

Für die Weltöffentlichkeit begann die Kuba Krise mit der Fernsehansprache John F. Kennedys am 22. Oktober 1962. In dieser unterrichtete der Präsident die amerikanische Nation über die Stationierung der sowjetischen Raketen auf Kuba und über die folgende Blockade der Insel[7].

„He can’t do that to me“[8],tobte jedoch schon sechs Tage zuvor der empörte US Präsident, als er von den Waffen auf der Insel erfuhr. Am 14. Oktober hatte ein U2 Aufklärungsflugzeug Kuba überflogen, um einige Stellung zu fotografieren. Diese Aufnahmen wurden am 15. Oktober vom NPIC (National Photographic Interpretation Center) ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass sich Objekte, größer als normale Luftabwehrgeschütze, auf der Insel befanden. Die Beamten konnten den Fund als medium-range ballistic missiles (MRBMs) identifizierten[9]. Geschütze solchen Typs waren auch fähig atomare Sprengköpfe zu tragen[10]. Mac George Bundy, der Sicherheitsberater des Präsidenten, entschloss sich jedoch John F. Kennedy erst am folgenden Tag von diesem Fund zu berichten. Der Berater wollte dem Staatsoberhaupt vor den kommenden Tagen noch eine ruhige Nacht gönnen[11].

[...]


[1] Kennedy, Robert F.: Thirteen Days. A Memoir of the Cuban Missile Crises, New York 1969

[2] Biermann, Harald: Die Kuba-Krise: Höhepunkt oder Pause im Kalten Krieg?, In: Historische Zeitschrift (Heft 273/3), 2001, S. 643. (Künftig zitiert als: Biermann: Die Kuba-Krise, In: HZ)

[3] Fursenko, Aleksandr und Naftali, Timothy: One hell of a gamble. The secret history of the Cuban Missile Crisis. Krushchev, Castro, and Kennedy 1958–1964, New York und London 1997. (Künftig zitiert als: Fursenko und Naftali: Gamble).

[4] Gladis, John Lewis: We now know. Rethinking Cold War history, New York 1997. (Künftig zitiert als: Gladis: We now know).

[5] May , Ernest R. und Zelikow, Philip D(Hrsg.): The Kennedy Tapes: Inside the White House During the Cuban Missile Crisis , Cambridge 1997. (Künftig zitiert als: May und Zelikow: Kennedy Tapes).

[6] Biermann, Harald: Die Kuba-Krise: Höhepunkt oder Pause im Kalten Krieg?, In: Historische Zeitschrift (Heft 273/3), 2001.

[7] Biermann: Die Kuba-Krise, In: HZ, S. 655.

[8] Zitiert nach: Bundy, McGeorge: Danger and survival; choices about the bomb in the first fifty years, New York 1988, S. 414. (Künftig zitiert als: Bundy: Danger and survival)

[9] May und Zelikow: Kennedy Tapes, S. 45.

[10] Ebd., S. 49.

[11] Ebd., S. 46.

Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638181907
DOI
10.3239/9783638181907
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – Geschichts Seminar
Erscheinungsdatum
2003 (April)
Note
2
Schlagworte
Kuba Krise Geheimdiplomatie back Channel Georgi Bolshakov Kennedy

Autor

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Titel: Geheimdiplomatie in der Kuba Krise