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Sexualität im Islam

Seminararbeit 2003 14 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Eine Einführung
1.1 Die Darstellung der Thematik
1.2 Skizze des Inhalts

2 Eine Einführung in den Islam
2.1 Wichtige Informationen über den Islam
2.2 Die Rolle des Propheten Muhammad für Muslime und dem Islam

3 Sexualität im Islam

4 Sexualerziehung nach islamischer und nach schulischer Auffassung: Es gibt Unterschiedlichkeiten

5 Eigene Stellung zum Thema

6 Literaturverzeichnis

1 Eine Einführung

1.1 Die Darstellung der Thematik

Das Thema „Sexualität im Islam“ kann durchaus als eine vielschichtige Problematik betrachtet und demnach auch so bearbeitet werden: Bei der wissenschaftlich-inhaltlichen Darstellung haben neben mehreren wichtigen Fakten und Aspekten vor allem soziologische, theologische, politische und gesellschaftliche einen prägenden Charakter. Zum einen hat der Begriff Sexualität einen zentralen Stellenwert, zum anderen die monotheistische Weltreligion Islam:

- Was bedeutet Sexualität im Islam?
- Gibt es Unterschiede über das Verständnis und der Definition von Sexualität im Islam gegenüber anderen Religionen oder gar Gesellschaften?
- Welches sind die Funktionen von Sexualität im Islam?

Derartige Fragestellungen würden die Thematik skizzieren und ausschlaggebende Fakten hervorheben.

In diesem Rahmen spielt auch die als Unterrichtsprinzip definierte und an deutschen Schulen durch bildungspolitische Richtlinien praktizierte Sexualerziehung eine große Rolle. Es gibt in Deutschland und an deutschen Schulen muslimische Schülerinnen und Schüler. Das Verständnis über und das Ziel der Sexualerziehung von Eltern dieser Schülerinnen und Schüler und das der Schulen sind in vielen Fällen nicht deckungsgleich; in diesem Bereich existieren bei vielen muslimischen Eltern deutliche Meinungsunterschiede im Vergleich mit den Schulen. Diese Unterschiedlichkeiten darzustellen gehört ebenfalls in die Reichweite der Thematik „Sexualität im Islam“.

Auch Definitionen und Erläuterungen von einigen Begriffen und Fakten zum Thema sind relevant, weil es sich eben um Fachtermini handelt und diese, ganzheitlich betrachtet, ausschlaggebend zum Verständnis der Problematik sein können:

- Eine Einführung in den Islam,
- die Rolle des Propheten Muhammad im Islam,
- usw.,

sind in Anbetracht des Themas „Sexualität im Islam“ nur einige Unterpunkte, welche im Gesamtkomplex der Problematik einen Stellenwert haben sollten.

1.2 Skizze des Inhalts

Das vorliegende Dokument ist eine Ausarbeitung des im Seminar „Schulpraktische Studien im Lernbereich Gesellschaftslehre“ zum Thema „Sexualität im Islam“ vorgetragenen Referats. Die wichtigsten Fakten, Aspekte und Erläuterungen zu dieser Problematik werden hier noch einmal dargestellt und wissenschaftlich verankert.

Das Thema wird so bearbeitet, dass in einem ersten Teil eine Einführung in den Islam dargestellt wird. Dabei sind Primärinformationen über den Islam prägend. In einem zweiten Abschnitt wird der Begriff, die Definition von und das Verständnis über Sexualität im Islam bearbeitet. Da es sich im Islam um eine Gesetzesreligion handelt, ist es hier primär wichtig, Gesetze bzw. die Rechte und Pflichten im Bereich der Sexualität darzustellen, denn es gibt diese und Sexualität wird an vielen Stellen des Korans und der Sunna thematisiert. In einem dritten Teil wird dann versucht, die gegensätzlichen Meinungen von muslimischen Eltern und deutschen Schulen über Sexualerziehung darzustellen. Dieser Abschnitt kann mit „annähernd dargestellt“ beschrieben werden, da derart Konflikte unterschiedlichsten Ursprung haben können und nicht repräsentativ für alle muslimischen Eltern und Schulen gelten.

Sowieso handelt es sich bei der Darstellung dieses Themenbereichs um eine nicht repräsentative, d.h. da es sich hier nun einmal um einen Untersuchungsgegenstand handelt, in der die eigene Ansicht und Meinung des Bearbeiters prägend ist, weil es um Interpretationsansätze über den Koran bzw. dem Islam geht, kann das Thema durch Andere sehr gegensätzlich dargestellt werden: Der Koran und der Islam werden durch existierende verschiedene Interpretationen und Analysen von verschiedenen Menschen und islamistischen Richtungen eben sehr verschieden verstanden und praktiziert. Auch in Bezug auf „Sexualität im Islam“ gibt es verschiedene, nicht deckungsgleiche, Interpretationen, was die Stellen darüber im Koran und der Sunna angehen. Daher spielt vor allem die eigene Einstellung bzw. Meinung des Bearbeiters und die auserwählte Literatur zum Thema eine große Rolle; Toleranz und Objektivität gegenüber verschiedenen Religionen, Meinungen und Einstellungen wären hier zwei wichtige Leitbegriffe. Eben auf diese Art und Weise wurde versucht die erwähnte Thematik auf den folgenden Seiten zu bearbeiten.

2 Eine Einführung in den Islam

2.1 Wichtige Informationen über den Islam

Ralf ELGER, Dr. für Arabistik und Islamkunde an der Universität Bamberg, definiert im „KLEINES ISLAM-LEXIKON“ den Begriff und die Religion Islam folgendermaßen:

„[...]eine der großen Offenbarungsreligionen. Der arabische Begriff „islām“ bedeutet „Unterwerfung“, verstanden als Unterwerfung vor Gott. Nach Auffassung muslimischer Gelehrter existiert der Islam schon seit der Schöpfung der Menschen, d.h.: Es gab immer Menschen, die Unterwerfung übten. Im Laufe der Geschichte ergingen mehrer Offenbarungen von Gott (Bibel, Thora). Unverfälscht sind seine Worte aber nur im Koran, dem Text der letzten Offenbarung, enthalten. Rechter Glaube und Einhaltung der Normen des islamischen Rechts gehören gleichermaßen zum Islam.[...]“[1]

Der Islam ist also eine monotheistische Weltreligion, welches als eine Offenbarungsreligion gedeutet werden kann, da es durch die Offenbarungen Gottes durch den Engel Gabriel an den Propheten Muhammad entstanden ist. Es hebt sich von den anderen, durch Gott gesandten Religionen hervor und versteht sich als die einzig „wahre“. Der Professor für islamische Geschichte an der Universität Tübingen, Heinz HALM, beschreibt diesen Fakt folgendermaßen:

„[...]Was die Muslime verbindet, ist der Glaube an einen Gott und an dessen Offenbarung durch einen Propheten, Mohammed (Muhammad); diese Offenbarung ist in einem Buch niedergelegt, dem Koran (Qur´ān). Somit lässt sich definieren: Muslim ist, wer den Koran als Offenbarung des einen, einzigen Gottes anerkennt. Die Begriffe Islam und Muslim leiten sich beide von dem arabischen Verbum aslama „übergeben, sich ergeben, sich hingeben“ ab; Islam ist das Verbalnomen (oder der substantivierte Infinitiv) dazu: das Sich-Ergeben; Muslim ist das Partizip: der sich Ergebende...Auch das islamische Glaubensbekenntnis beginnt mit der Erklärung: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit (ilāh) außer Gott (Allāh) gibt.“[...]“[2]

[...]


[1] Ralf Elger (Hrsg.): Kleines Islam-Lexikon. S. 137.

[2] Heinz Halm: Der Islam. S. 7-8.

Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638182133
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12291
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Fachbereich Soziologie
Note
gut
Schlagworte
Sexualität Islam Seminar Fächerübergreifende Studien Fach

Autor

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