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Ist in einer Gruppe von unterschiedlichen Geschlechtern Dominanzverhalten zwischen Mann und Frau beobachtbar?

Hausarbeit 2001 18 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Darstellung der Thematik
1.2 Aufbau der Hausarbeit

2 Der theoretische Teil
2.1 Die Fragestellung in der Psychologie
2.1.1 Die Allgemeine Psychologie
2.1.2 Der Behaviorismus
2.2 Die Fragestellung in der Soziologie
2.2.1 Frau und Mann: Die Rollenverteilung auf die Geschlechter
2.2.2 Die Frauenbewegung: Die Unterschiedlichkeiten zwischen Mann und Frau ändern sich
2.3 Die Fragestellung in den Kommunikationswissenschaften: Nonverbale Merkmale von Dominanzverhalten

3 Der praktische Teil
3.1 Zum Versuchsaufbau
3.1.1 Die Aufgabenstellung
3.1.2 Die Beobachtungssituation
3.1.3 Die Versuchspersonen
3.2 Der Beobachtungsprozess
3.2.1 Das Kategoriensystem
3.2.2 Die erste Beobachtung
3.2.3 Die zweite Beobachtung
3.2.4 Die Beobachtungsergebnisse
3.2.5 Die Gesamtauswertung

4 Eigene Meinung

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang: Kategoriensystem

1 Einleitung

1.1 Darstellung der Thematik

Die Fragestellung „Ist in einer Gruppe von unterschiedlichen Geschlechtern Dominanzverhalten zwischen Mann und Frau beobachtbar?“, ist weitgehend als eine fächerübergreifende Problematik zu verstehen und demnach auch so darzustellen. Da primär die Beobachtung und Beurteilung von menschlichen Verhalten thematisiert werden soll, haben psychologische Aspekte, Theorien und Erkenntnisse inhaltlich zwar einen prägenden Charakter, doch auch ausschlaggebende Fakten aus den Wissenschaften der Kommunikation und Soziologie haben hier einen wichtigen Stellenwert. Die genannte Fragestellung muss also unter Einbeziehung verschiedener Gesichtspunkte bearbeitet werden, da es als Untersuchungsgegenstand mehrerer Wissenschaften unter verschiedenen Gesichtspunkten erforscht wurde und heute noch erforscht wird. Nur in Form einer objektiven Sichtweise, welches verschiedene Fakten aus unterschiedlichen Standpunkten berücksichtigt und bei der Darstellung einbezieht, kann eine informativ-kritische Bearbeitung möglich werden:

- Aus dem soziologischen Stanpunkt wären Aspekte zu der historischen und gegenwärtigen Rolle der Frau und des Mannes in der Gesellschaft relevant. Gibt es ein dominanteres Geschlecht, welches sich aus der Menschheitsentwicklung heraus erklären lässt?
- Aus dem Standpunkt der Kommunikationswissenschaften sind nonverbale Merkmale des dominanten Verhaltens vorzuweisen. Kann man Dominanzverhalten erkennen?
- Aus dem psychologischen Standpunkt wären Fakten darzustellen, welche die bewusste oder unbewusste Wahrnehmung des Individuums und die davon abhängigen Verhaltensweisen prägen.

Die Erkenntnisse aus diesen Themenbereichen überschneiden sich und sind oft in Beziehung zueinander zu betrachten. Fakten aus dem soziologischen Bereich können psychologische Fakten hinsichtlich Verhaltensweisen beeinflussen und die Wahrnehmung des Menschen prägen. Nur unter Berücksichtigung und Einbeziehung von Daten und Informationen aus diesen Wissenschaften, die aus den verschiedenen Gesichtspunkten deutbar werden, kann die Fragestellung relevant bearbeitet werden.

1.2 Aufbau der Hausarbeit

Damit die genannte Problematik wissenschaftlich, informativ und differenziert dargestellt werden kann, wird die Fragestellung zunächst theoretisch und dann praktisch bearbeitet. Eine Zweiteilung des Themenbereiches ist deutbar und nötig, weil im theoretischen Ansatz wichtiges Fachvokabular, Definitionen und Fakten erläutert werden, die für den praktischen Teil der Beobachtung relevant sind. Die theoretischen Aspekte und Gesichtspunkte werden nochmals in psychologische, soziologische und kommunikative unterteilt, damit die Vielschichtigkeit der Problematik hervorgehoben wird. Der praktische Bereich schließt den Versuchsaufbau, die Beobachtung und die Beurteilung im Kontext zum theoretischen Teil ein.

2 Der theoretische Teil

2.1 Die Fragestellung in der Psychologie

2.1.1 Die Allgemeine Psychologie

Die Psychologie ist dem griechischen Ursprung des Namens nach die Lehre von der Seele. Als ein Teilgebiet der Geisteswissenschaften beschäftigt sie sich also mit dem Innern des Menschen. Es ist bekannt, dass das Innere des Menschen im Allgemeinen etwas mit der Seele, den Gedanken und Empfindungen zu tun hat. Eben diese inneren Gedanken und Empfindungen prägen das Verhalten des Individuums. In diesem Kontext kann Psychologie so definiert werden (LÜCK/RIPPE u. TIMAEUS 1984, S. 16):

[...] „ Die Psychologie ist die Wissenschaft und Lehre vom menschlichen Verhalten und dessen Begründung.“[...][1]

Wie in vielen anderen Wissenschaften, gibt es auch in der Psychologie unterschiedliche Definitionen und Meinungen über Gegenstandsbereich und Reichweite der jeweiligen Wissenschaft (LÜCK/RIPPE u. TIMAEUS 1984, S. 15):

[...] „ Psychologie (...) ist ein vollkommen objektiver, experimenteller Zweig der Naturwissenschaft. Ihr theoretisches Ziel ist die Vorhersage und Kontrolle des Verhaltens.“(John B. WATSON 1913)[…][2]

Eine eindeutige und allgemein gültige Definition der Psychologie und ihrem Gegenstandsbereich gibt es also nicht, denn diese ist immer von der Position des jeweiligen Wissenschaftlers abhängig.

Noch vor ungefähr 20 Jahren jedoch, wurde die Psychologie im Allgemeinen als die Wissenschaft von Erleben und Verhalten betrachtet. In diesem Zusammenhang haben der Behaviorismus und dessen Begründer John B. Watson einen prägenden Charakter, weil eben diese psychologische Wissenschaftsrichtung die Allgemeine Psychologie bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts beherrschte.

2.1.2 Der Behaviorismus

Im Jahre 1912 begründete der amerikanische Psychologe John Broadus Watson (1878-1958) den Behaviorismus, eine mehr auf das beobachtbare Verhalten des Menschen ausgerichtete psychologische Orientierung:

[...]“ Unter Behaviorismus wird die Auffassung verstanden, dass nur von außen beobachtbares Verhalten (behavior) Gegenstand psychologischer Forschung sein darf. Diese Richtung geht davon aus, dass das beobachtbare Verhalten aus Reaktionen besteht, die mit beobachtbaren Bedingungen zusammenhängen. Es sind dies Bedingungen, die entweder dem Verhalten vorausgehen oder diesem folgen.“[...][3]

Da der Inhalt dieser Hausarbeit, Ist in einer Gruppe von unterschiedlichen Geschlechtern Dominanzverhalten von Mann und Frau beobachtbar?“, beobachtbares Verhalten zur Bestimmung der beobachtbaren Bedingungen, die zu diesem bestimmten Verhalten führen, thematisiert, kann es also als eine behavioristische Problematik, aus den Reihen der Allgemeinen Psychologie, verstanden werden. Obwohl die Rahmenbedingungen und die Aufgabe im Versuch des praktischen Teils für alle Beteiligten gleich sind, können diese jedoch unterschiedlich aufgefasst werden und so zu verschiedenartigen Verhaltensweisen führen. In dieser Hinsicht würde es nicht ausreichen, Dominanzverhalten nur aus der psychologischen Ebene zu beobachten und zu begründen. Da es sich schließlich um unterschiedliche Geschlechter handelt und diese in ihrem Verhalten gesellschaftlich beeinflusst werden, sollten auch geschlechtsspezifische Aspekte zu diesem Thema erläutert werden. Ohne Bedenken ist das Verhalten des Menschen auf Hirnprozesse zurückzuführen, doch gesellschaftliche Faktoren, welche diese beeinflussen könnten, dürfen nicht vergessen werden. Das geschlechtsspezifische Verhalten muss also auch unter Einbeziehung der historischen und gegenwärtigen Rolle der Frau und des Mannes betrachtet werden, weil hier nicht nur Unterschiedlichkeiten hinsichtlich der Körpermerkmale beobachtbar sind, sondern auch unterschiedliche Aufgabenbereiche, gesellschaftliche Erwartungen und Denkweisen zu unterschiedlichem Verhalten führen können.

2.2 Die Fragestellung in der Soziologie

2.2.1 Frau und Mann: Die Rollenverteilung auf die Geschlechter

In vielen Kulturen und Ländern ist es normal und nicht anders, dass Männer die dominanteren Lebewesen sind und das Gesellschaftsleben prägen. Auch heute sind, vor allem in diktatorischen Islamländern, viele Frauen vom Gesellschaftsbild vieler Länder ausgeschlossen. Diese Frauen sind den Männern untergeordnet und haben im politischen, sozialen, gesellschaftlichen und familiären Bereich keinerlei Mitbestimmungsrecht. Sie leben in einer von Männern dominierter Welt.

Religiöse und kulturelle Aspekte untermauern die Denkweisen vieler Menschen, die Frauen nur als eine Art Dienerin und Sklavin betrachten. Diese Einstellung ist nicht zu tolerieren, doch Stadien der Menschheitsgeschichte kennzeichnen, dass Frauen und Männer schon seit Jahrhunderten Unterschiedlichkeiten aufweisen, die sich nicht auf religiöse und kulturelle Gegebenheiten beruhen. An dieser Stelle wäre es relevant und bedeutsam, die Geschichte der Frau zusammenfassend darzustellen, weil aus ihr die Position des Mannes in der Gesellschaft eindeutig bestimmt wird. Die Autorin Simone de Beauvoir stellt die Frau und ihre Rolle in der Gesellschaft sehr informativ dar. Dabei erkennt sie die Priorität und den Einfluss der Menschheitsgeschichte auf die gegenwärtige Situation der Frau:

[...]“...warum ist die Frau das Andere ? Es geht darum zu wissen, was die Menschheit aus dem Menschenweibe gemacht hat.“[...][4]

Zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte hatten Frauen und Männer unterschiedliche Aufgabenbereiche. Männer hatten die Aufgabe in der gefahrvollen Außenwelt gefährliche Tiere zu jagen und diese zu töten, um das Essen nach Hause zu bringen. Die Familie wurde ebenfalls von diesen Lebewesen beschützt. Frauen jedoch hatten die Aufgabe sich um den Haushalt zu kümmern und sich um die Kinder zu sorgen. Diese Aufgabenteilung dauerte über Millionen von Jahren auf der gleichen Weise an, nur die Umstände änderten sich. So führten sowohl die Merkmale als auch die monotonen Erfahrungen aus diesen verschiedenen Aufgabenbereichen dazu, dass diese Aufgabenteilungen unter den Geschlechtern klassifiziert wurden: Der Mann wurde als der Herr im Hause betrachtet. Die bestimmende und beschützende Rolle im Hause wurde ihm zugesprochen; die Frau dagegen wurde als die fürsorgliche, untergeordnete und vom Mann abhängige Person betrachtet. Die Folgen dieser, aus der Historie der Geschlechter deutbaren, Unterschiedlichkeiten erläutern die Kommunikationstrainer Alan & Barbara Pease folgendermaßen:

[...]“Frauen und Männer sind unterschiedlich. Nicht besser oder schlechter, sondern unterschiedlich, ( ... ) , Sie denken auf unterschiedliche Weise, haben unterschiedliche Überzeugungen und Wahrnehmungen, Prioritäten und Verhaltensweisen.“[][5]

[...]


[1] Aus: Mayer, Horst O.: Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie. S. 5.

[2] Aus: Mayer, Horst O.: Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe-Psychologie. S.6.

[3] Mayer, Horst O.: Einführung in die Wahrnehmungs-, Lern- und Werbe- Psychologie. S. 20.

[4] Beauvoir, Simone de: Das andere Geschlecht. Eine Deutung der Frau. S. 15.

[5] Pease, Alan u. Barbara: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. S. 25.

Details

Seiten
18
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638182157
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12293
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – FB Psychologie
Note
2.2
Schlagworte
Gruppe Geschlechtern Dominanzverhalten Mann Frau

Autor

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