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Kindliche Sozialisation im Wandel

Hausarbeit 2002 12 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Sozialisation

3. Definition Familie

4. Wandel der Familienstruktur

5. Änderung der familiären Lebensformen und ihre Folgen für die Sozialisation der Kinder

6. Erziehung

7. Institutionelle Erziehung

8. Wohnsituation und Spiel

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung : Kindliche Sozialisation im Wandel

In meiner Arbeit werde ich die Einflussfaktoren auf die kindliche Sozialisation vom Ende des 2. Weltkrieges beschreiben, um dabei auf die Bedeutung der Veränderung der Einflussfaktoren der kindlichen Sozialisation heute einzugehen.

Dabei werde ich zunächst den Begriff „Sozialisation“ genauer definieren, damit klar wird, was Sozialisation eigentlich bedeutet.

Als nächstes werde ich auf die Familie eingehen, da sie die größte Sozialisationsagentur der Gesellschaft ist.

Danach werde ich auf den Wandel in der Familienstruktur eingehen um daran anschließend die neuen familiären Lebensformen und deren Folgen für die kindliche Sozialisation zu erläutern.

Außer der Familie gibt es natürlich noch andere Faktoren, die sich automatisch aus dem Wandel der Familienstruktur und familiären Lebensformen ergeben:

- Erziehung, die zum einen die familiäre Erziehung beinhaltet, aber auch die institutionelle

Erziehung, die durch den Wandel der schon erwähnten Punkte immer mehr wichtig wird.

- Wohnsituation allgemein und die Bedeutung der Wohnsituation für das Spiel der Kinder

2. Definition der Sozialisation:

Sozialisation meint all jene Prozesse, durch die der Einzelne über die

Beziehung zu seiner physischen und sozialen Um- und Mitwelt und über das

Verständnis seiner selbst relativ dauerhafte Verhaltensweisen erwirbt, die ihn

befähigen, am sozialen Leben teilzuhaben und an dessen Entwicklung

mitzuwirken. Dementsprechend drückt sich Sozialisation im beabsichtigten

und unbeabsichtigten Zusammenwirken von Individuen, sozialen Gruppen und

Institutionen aus, die zur sozialen Einbindung des Einzelnen und zum

gemeinschaftlichen Wohlergehen beitragen. Sozialisation setzt daher

zwischenmenschliche Beziehung voraus, über die der Einzelnen zum handeln

befähigt und das gemeinschaftliche gestalten der sozialen und natürlichen

Umwelt möglich werden.

3. Definition der Familie:

Zum genaueren Verständnis des Themas möchte ich nun auch den Begriff „Familie“ genauer definieren:

Heutzutage gehören zur Familie Ehepaare ohne und mit Kind sowie allein erziehende, ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene und verwitwete Väter und Mütter, die mit ihren ledigen Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben.

Früher meinte man mit Familie allerdings nur die „Haushaltsgemeinschaft von Eltern und den unselbständigen Kindern“.

Die Familie ist, wie auch vielfältig in der Entwicklungspsychologie festgestellt, die wichtigste

Einflussstelle für die Entwicklung, die Erziehung etc. und so auch für die Sozialisation der Kinder.

Kinder werden in eine Familie hineingeboren, die Familie hat somit einen sehr großen Einfluss auf die Sozialisation der Kinder. Sie verbringen den größten Teil ihrer Kindheit und auch Jugend in der Familie und werden dort in vielerlei Punkten geprägt.

Nach Meinung von Sozialwissenschaftlern bietet die Familie die besten Sozialisationsvorrausetzungen für Kinder, die eine so genannte Kernfamilie bilden.

Eine Kernfamilie bedeutet, Mutter, Vater und Kind.

Der Kernfamilie werden fünf Merkmale zugeschrieben:

1. Es ist eine Kleingruppe, in der die Beziehungen zwischen de Familienmitgliedern umfassend, intensiv, individuell und emotional sein können.
2. Diese Familie dient als Modell zum Rollenverhalten der Kinder.
3. Es ist eine stabile Einheit.
4. Sie bietet Sicherheit, Zugehörigkeit, Geborgenheit, Akzeptanz, Hilfsbereitschaft und Selbstbestätigung.
5. Sie wird als wichtigste Sozialisationsagentur einer Gesellschaft bezeichnet.

Das Problem ist aber, dass diese Familienform heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist.

4. Der Wandel der Familienstruktur:

Wenn man an den Zweiten Weltkrieg denkt, weiß man, dass danach viele Frauen mit ihren Kindern alleine waren.

Früher gab es die typische Rollenverteilung: Vater versorgte die Familie, Mutter war für den Haushalt und die Kinder zuständig.

Nun mussten sich die Frauen auf einmal um alles kümmern: Kinder, Wohnung, Nahrung und Arbeit.

Manche Väter kamen wieder, doch da die Kinder sie zum Teil kaum kannten, war er für sie fremd.

Die Männer kamen wiederum kaum mit der plötzlichen Selbständigkeit ihrer Frauen zurecht.

Deshalb dauerte es oft eine Weile, bis man sich wieder aneinander gewöhnt hatte.

Da in der Nachkriegszeit die meisten Familien arm waren, und man vor allem mit dem Wiederaufbau beschäftigt war, wurde über Erziehung nicht nachgedacht.

Da so viel zu tun war, ergaben sich die Rollen automatisch.

Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung besserte sich die wirtschaftliche Situation.

Männer gingen wieder ihrer Arbeit nach und Frauen nahmen wieder ihre alte Rolle ein.

Man stellte überrascht fest, dass sehr viele Menschen heirateten, und alle viele Kinder kamen zur Welt.

Dies erklärt man damit, dass die Menschen nach den Kriegsjahren ein sehr großes Bedürfnis nach einer vollständigen, intakten Familie hatten.

Doch danach trat wieder das Gegenteil ein, durch u. a. die Sexwelle und die Frauenbewegung verschwanden die traditionellen Eheschließungsgründe, denn das Bedürfnis nach Sexualität war jetzt außerhalb der Ehe befriedigt werden, und auch das Bedürfnis das Elternhaus zu verlassen war nicht mehr so stark.

Der Wandel kam zwischen 1965 und 1975.

Ab den 80iger Jahren konnte man wieder eine höhere Geburtenzahl feststellen und auch mehr Ehen wurden geschlossen.

Allerdings stieg das Alter bei der Eheschließung, was zum einen an der Bildungsexpansion, aber vor allem an der neuen gesellschaftlichen Stellung der Frau und ihrer Unabhängigkeit vom Mann lag.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638182249
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12304
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – FB Soziologie
Note
gut
Schlagworte
Kindliche Sozialisation Wandel

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Titel: Kindliche Sozialisation im Wandel