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Der Kinder-Angst-Test KAT II - Testerläuterungen und Auswertung einer Befragung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 19 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Angst und Ängstlichkeit
3.1. Symptome der Ängstlichkeit

4. Der Kinder – Angst – Test II
4.1. Vorgeschichte
4.2. Aufbau und Merkmale
4.3. Anwendungsmöglichkeiten
4.4. Testdurchführung
4.5. Testauswertung

5. Befragung

6. Auswertung

7. Fazit

8. Literaturliste

9. Abbildungsverzeichnis

2. Einleitung

In dieser Hausarbeit wird der Kinder – Angst – Test II erläutert und dessen Entstehung beschrieben. Für die Erfassung des Tests werden auch die Begriffe Angst und Ängstlichkeit, sowie Symptome der Angst geklärt. Im zweiten Teil der Hausarbeit wird eine Befragung von 18 Schülern unter Verwendung der Fragebogen R und P des Kinder – Angst – Tests II ausgewertet.

3. Angst – Ängstlichkeit

Der Kinder – Angst – Test, mit seinen drei Fragebogen, auf die später noch eingegangen wird, erfasst zwei verschiedene Gesichtspunkte: zum einen die Ängstlichkeit zum anderen den akuten Angstzustand. Für die Erstellung des Kinder – Angst – Tests stehen Angst und Ängstlichkeit als diagnostizierbare Personenmerkmale als die Grundlage für die Aussagefähigkeit der Testergebnisse. Dieser Abschnitt soll klären, was mit diesen Begriffen erfasst wird.

Unter Angst wird im allgemeinen die „[...] Stimmung oder [das] (A.d.V) Gefühl der Beengtheit, Beklemmung und Bedrohung vor einer drohenden Gefahr, die mit einer Verminderung oder Aufhebung der willens- und verstandesmäßigen Steuerung der eigenen Persönlichkeit einhergeht“[1], verstanden, oder als „[...] Affekt oder Gefühlszustand [beschrieben] (A.d.V.), der im Unterschied zur Furcht einer unbestimmten Lebensbedrohung entspricht. Angst steht oft in Zusammenhang mit körperlichen Erscheinungen wie Herzklopfen, Zittern, Schweißausbruch, Schlaflosigkeit oder momentaner geistiger Blockierung. Die Angst ist ein Phänomen, das von situationsbedingten Zuständen unterschiedlicher Intensität über Neurosen bis zur existenziellen Angst des menschlichen Seins überhaupt reicht.“[2] In dieser letzten Definition von Angst wird auch auf die Symptome eingegangen, die sich zusätzlich durch folgende Erscheinungen ergänzen lassen. „[...] Muskelanspannung, nervöse Magenbeschwerden, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühle, Schlafstörungen [...].“[3] sind weitere Angstsymptome. Dazu gehören auch die verhaltensmäßig-motorischen Merkmale der Angst wie „[...] Flucht, Abwehrverhalten, Aggression, gestörte soziale Kontaktaufnahme, Vermeidungsstrategien, Zittern [und] (A.d.V.) absicherndes Vorbereiten auf neue Situationen [...]“.[4]

In der Pädagogik „[...] wird zwischen Zustandsangst, die im Erleben und Verhalten des Menschen als relativ kurzzeitiger emotionaler Erregungszustand auftritt, und Ängstlichkeit bzw. Eigenschaftsangst unterschieden, die im Verlauf der Sozialisation als eine relativ verfestigte Verhaltensdisposition erworben worden ist und sich zu ausgeprägten Krankheitserscheinungen entwickeln kann“.[5]

In der Handanweisung zum Kinder – Angst – Test II werden zur Erläuterung der Fragebogen die Begriffe Angst und Ängstlichkeit im Kontext der Diagnostik erklärt. Die Angstzustandsdiagnostik beobachtet Angstkonzepte, die sich in verschiedenen Ebenen bzw. zwischen diesen Ebenen entwickeln. Unterschieden werden drei Ebenen: die Ebene der Selbstbeobachtung, der unmittelbaren Fremdbeobachtung und der vermittelten Fremdbeobachtung.[6] Die Ebene der Selbstbeobachtung beinhaltet die Tatsache, dass die zu beobachtende Person über eine momentane Angst berichtet. In der Ebene der unmittelbaren Fremdbeobachtung werden Aussagen über die Ängstlichkeit der beobachteten Person getroffen, die durch ihr Verhalten und Handeln die Annahme zulässt, sie ist ängstlich. Hierbei sollen im Idealfall die Aussagen von mehreren Beobachtern gleichermaßen zutreffen. Unter diesen Typ der Beobachtung fallen auch Aussagen durch Filmdokumentation und andere objektive Erfassungen. In der dritten Ebene werden aufgrund der momentanen neurophysiologischen Zustandveränderungen des Beobachtungssubjektes Aussagen über die Ängstlichkeit getroffen. Hiezu gehören die äußerlichen Symptome wie z.B. Angstschweiß und Gesichtsfarbe.

Folgend soll das Konstrukt der Ängstlichkeit erklärt werden. Dieser Begriff ist weitaus komplexer als der der Angst. Ängstlichkeit wird als eine Eigenschaft bezeichnet, die sich im Laufe des Lebens einer Person aufgrund von Anlagen und Erfahrungen entwickelt. Die Ängstlichkeit und ihr Ausprägungsgrad wird auf den Grundlagen von Beobachtungen und Beurteilungen von Personen geschätzt. Sie stellt ein „[...] ausgeprägtes Bündel von Bereitschaften oder Dispositionselementen“[7] dar. Dieses Konstrukt ist relativ stabil und kann durch Intensivieren mit Hilfe neuer Erfahrungen sehr widerstandsfähig gegenüber Veränderungen werden. Der normale Schutzmechanismus Angst kann sich zu einer Bedrohung oder Belastung entwickeln, die der Mensch nicht mehr kontrollieren kann. Diese Ängstlichkeit kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich einschränken und möglicherweise ein normales Leben unmöglich machen. Dass die Stabilisierung der Ängstlichkeit in krankhaftes Verhalten gipfeln kann, stellt u.a. eine Rechtfertigung des Tests dar.

Für die Erfassung des Begriffes Angst und Ängstlichkeit sollen im folgenden die wichtigsten Kriterien für die diagnostische Feststellung des Ängstlichkeitsgrades dargestellt werden:

- permanente Angstbereitschaft
- Angst als Gefahrensignal
- Angstintensität
- Angstsensitivität
- Angstbewältigungsprozesse
- Generalisierung der Angstsensitivität
- Generalisierungsgrad von Angstreaktionen[8]

3.1. Symptome der Ängstlichkeit

Für die Vollständigkeit der Begriffserfassungen, sollen im folgenden noch Symptome der Angst und Ängstlichkeit erläutert werden. Die Symptome sind die Anhaltspunkte, anhand der Beobachter mit Hilfe des Fragebogens die Intensität der Angst erfasst. Es lassen sich grob zwei verschiedene Symptomklassifikationen, die psychischen und physischen, unterscheiden. Die psychischen Anzeichen der Ängstlichkeit werden oft nicht als solche erkannt. Die Betroffenen „[...] sprechen von einem Gefühl des Unbehagens oder von Sorgen. Sie fühlen sich bedrückt, verunsichert und allgemein bedroht, ohne dafür einen Grund angeben zu können“.[9] Die Folgen für dieses Unbehagen sind neben der Angst häufig auftretende depressive Verstimmungen, Pessimismus, Melancholie und Niedergeschlagenheit. Schlechter Schlaf, häufiges Aufwachen und Angstträume sind Begleiterscheinungen der durch Angst erzeugten inneren Anspannung, die sich darüber hinaus bis zu übersteigerten Reaktionen wie Wut, Weinkrämpfe oder auch scheinbar unerklärliche Zornausbrüche äußern kann. Nicht minder kann die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt und somit die Aufmerksamkeit und Konzentration gestört werden. Eine anscheinende völlige Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung des Betroffenen sind Anzeichen schon sehr schwerer Angstzustände.[10]

Die physischen Symptome lassen sich wie folgt beschreiben. Innere Anspannung, erzeugt durch Angst, wird auf die Muskulatur übertragen. Mögliche Auswirkungen sind chronische und schmerzhafte Muskelverspannungen.[11] „Subjektive Empfindungsstörungen am Herzen, wie Beklemmungsgefühle, Schmerzen und Herzrhythmusstörungen, beeinträchtigen den gesamten Kreislauf. Möglich ist eine Verengung der Arterien, wodurch es zu einem erhöhten Blutdruck kommt. Eine umgekehrte Reaktion mit zu niedrigem Blutdruck kommt ebenfalls vor. Dadurch werden Ohnmachtsanfälle, Schwindel, Erröten oder ein zu blasses Gesicht als Folge der Angst erklärbar. [...] Zusätzlich können u.a. eine vermehrte hektische Atmung, asthmaartige Atemnot, anfallsartige Kopfschmerzen und Sehstörungen als Symptome der Angst eintreten.“[12]

[...]


[1] Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.

[2] Meyers Lexikon in drei Bänden © Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 1997 in
LexiROM © 1995-1999 Microsoft Corporation und Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG.

[3] Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.

[4] Schaub, H. / Zenke, K.G. (2000) Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG:
München. In: Digitale Bibliothek Band 65: dtv-Wörterbuch Pädagogik Angst, S. 1. S. 115

[5] Schaub, H. / Zenke, K.G. (2000) Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG:
München. In: Digitale Bibliothek Band 65: dtv - Wörterbuch Pädagogik Angst, S. 1. S. 115

[6] Vgl.: Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag:
Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 7.

[7] Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag:
Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 8.

[8] Vgl.: Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag:
Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 8 - 9.

[9] http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/psyche.shtml

[10] Vgl.: http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/psyche.shtml

[11] Vgl.: http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/koerpersymptome.shtml

[12] http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/koerpersymptome.shtml

Details

Seiten
19
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638182553
ISBN (Buch)
9783656822165
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12347
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Pädagogische Psychologie
Note
1
Schlagworte
Kinder - Angst - Test Angst Ängstlichkeit KAT II

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