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Bildungstheoretische Didaktik

Hausarbeit 2009 16 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Die Autoren der Bildungstheoretischen Didaktik

3. Der Begriff der Didaktik

4. Bildungstheoretische Didaktik
4.1 Materiale und formale Bildungstheorie
4.2 Die kategoriale Bildung
4.3 Das Elementare, Fundamentale und Exemplarische
4.4 Bildungsinhalt und Bildungsgehalt

5. Die 5 Fragen der didaktischen Analyse

6. Didaktische Analyse am Beispiel Mini-Trampolin
6.1 Analyse und Voraussetzung der Lerngruppe
6.2 Exemplarische Bedeutung
6.3 Gegenwartsbedeutung
6.4 Zukunftsbedeutung

Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

In meiner Arbeit befasse ich mich mit der Bildungstheoretischen Didaktik nach

Wolfgang Klafki und den anderen bedeutenden Bildungstheoretikern. Besonderen Schwerpunkt habe ich auf die Betrachtung der formalen und materialen Bildungstheorien gelegt. Die intensive Auseinandersetzung mit dieser Materie erscheint mir für meine spätere berufliche Aufgabe von größter Wichtigkeit zu sein, da ohne ein tieferes Verständnis für die von Klafki entwickelte didaktische Analyse Unterricht kaum den Anforderungen genügen kann. Ein Lehrer hat seinen Unterricht, den Bildungsinhalt und den Bildungsgehalt stets nach den von Klafki aufgezeigten Kriterien zu überprüfen und entsprechend zu planen.

2. Die Autoren der Bildungstheoretischen Didaktik

Der bedeutendste Vertreter der bildungstheoretischen Didaktik ist Wolfgang Klafki. Neben Klafki trug auch Wolfgang Kramp wesentlich zur Entstehung einer umfassenden bildungstheoretischen Didaktik bei.

Wolfgang Klafki wurde am 01.09.1927 in Ostpreußen geboren. Nach dem Krieg studierte er zuerst an der Pädagogischen Hochschule in Hannover und wurde Lehrer. Anschließend begann er ein zweites Studium der Erziehungswissenschaft, Geschichte und Soziologie in Göttingen und Bonn. Seine bedeutendsten akademischen Lehrer waren Erich Weniger und Theodor Litt. Seit den 1960er Jahren lehrte Klafki als Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Marburg.

Außerdem war Klafki Leiter des Autorenteams, welches Anfang der 1970er Jahre das Buch „Funk- Kolleg Erziehungswissenschaft“ schrieb. Dieses Buch begleitet sietdem viele Studenten der Erziehungswisschenschaften durch ihr Studium. Klafki setzte sich Anfang der 70er Jahre für die sozialliberale Bildungsform ein und begleitete sie kritisch. Außerdem bekennt er sich zum demokratischen Sozialsozialismus Willi Brands. Ein früher Begleiter Klafkis war Wolfgang Kramp. Er wurde am 17.02.1927 in Danzig geboren. Nach seinem Studium an der pädagogischen Hochschule und dem Schuldienst wurde er in den 1950er Jahren Assistent an der Hochschule in Oldenburg. In Göttingen studierte und promovierte er zusammen mit Wolfgang Klafki bei Erich Weniger. Bis zum Jahr 1983 war Kramp als Professor für Schulpädagogik in Düsseldorf tätig. (vgl. Jank/Meyer, 1991, S.132)

3. Der Begriff der Didaktik

Das Wort „Didaktik“ hat seine Wurzeln in dem griechischen Verb »didaskein« und kann aktiv als „lehren“, passiv als „lernen“ oder „belehrt werden“ und auch medial als „sich aneignen“ übersetzt werden. Der Didaktikbegriff bezieht sich somit sowohl auf das Lehren als auch auf das Lernen. (vgl. Jank/Meyer,1991, S.17) Die Didaktik ist ein Teilgebiet der Pädagogik, das sich mit Unterricht beschäftigt. Werner Jank und Hilbert Meyer weisen in ihrem Buch darauf hin, dass häufig eine zu starke Abgrenzung der Didaktik von der Unterrichtsmethodik ( Vermittlungsfrage) stattfindet. Denn die Didaktik beantwortet nicht nur die Frage nach dem Inhalt (Was), sondern sie gibt ebenso Antwort auf viele weitere Fragen, wie der Frage nach dem Warum (Begründungsfrage), dem Wozu (Zielfrage), Womit, Wo, Wie, Wann und der Frage nach dem We r (Lehrer-Schüler-Relation). Also schließt die Didaktik auch die Frage nach den Methoden mit ein.

In dem Buch „Didaktische Modelle“ fassen die Autoren Werner Jank und Hilbert Meyer den Begriff der Didaktik zu folgender Arbeitsdefinition zusammen :

„Didaktik = Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens“ (Jank/Meyer,1991,S.16)

Unter einem didaktischen Modell verstehen Jank und Meyer nach Herwig Blankertz ein „ auf Vollständigkeit zielendes Theoriegebäude zur Analyse und Planung didaktischen Handelns in schulischen und nichtschulischen Lehr- und Lernsituationen.“

(Jank/Meyer, 1991,S.17)

4. Bildungstheoretische Didaktik

Die Bildungstheoretische Didaktik wurde Ende der 1950er Jahre des 20.Jahrhunderts zum ersten großen und bis heute gültigen Modell der Didaktik entwickelt. Grundlage des Bildungstheoretischen Ansatzes ist der Begriff der Bildung. Der neue Bildungsbegriff wurde auf der Grundlage der klassischen Bildungstheorien neu definiert. Als klassische Bildungstheoretiker gelten Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Johann H. Pestalozzi (1746-1827), Friedrich D. E. Schleiermacher (1768-1832) und Johann F. Herbart (1776-1841).

Weil sich der Bildungsbegriff auf den allgemeinen Unterricht und nicht auf eine spezielle Ausbildung bezieht, geht es um „Allgemeinbildung“. Somit versucht die bildungstheoretische Didaktik ein Konzept zur Unterrichtsvorbereitung zu entwickeln, die auf einer Theorie der Bildung basiert.

Klafki untersuchte die Bedeutung der Allgemeinbildung und formulierte daraufhin folgende „implizite Leitfrage“ der klassischen Bildungstheorie : „Mit welchen Inhalten und Gegenständen müssen sich junge Menschen auseinandersetzen, um zu einem selbstbestimmten und vernunftgeleiteten Leben in Menschlichkeit, in gegenseitiger Anerkennung und Gerechtigkeit, in Freiheit, Glück und Selbsterfüllung zu kommen?“ (Jank/Meyer,1991,S.137)

Um diese Frage beantworten zu können formulierte Klafki die Ausgangsthese : „Bildung und Erziehung haben die Aufgabe, dem unmündigen Menschen zur Mündigkeit zu verhelfen.“ (Jank/Meyer,1991,S.137)

In der Philosophie und Wissenschaftstheorie ist diese These jedoch umstritten, es wird die Frage gestellt, ob solche Forderungen überhaupt berechtigt sind.

Ein weiteres Grundproblem der bildungstheoretischen Didaktik ist die Tatsache, dass bis heute keine Einigkeit darüber besteht, was der Begriff „Mündigkeit“ beziehungsweise „Gebildet-Sein“ überhaupt bedeutet.

Gemeinsame Charakteristika der klassischen Bildungstheorien sind nach Klafki folgende:

l Bildung zielt auf die Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung

l Bildung wird im Rahmen der historisch-gesellschaftlich-kulturellen Gegebenheiten erworben

l Bildung kann jede(r) nur für sich selbst erwerben

l Der Bildungsprozess erfolgt aber in der Gemeinschaft

(vgl. Jank/Meyer,1991,S.138f.)

Zusammenfassend kann man also sagen: „Allgemeinbildung bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, kritisch, sachkompetent, selbstbewusst und solidarisch zu denken und zu handeln. “ (Jank/Meyer,1991,S.139)

4.1 Materiale und formale Bildungstheorie

Bei der Erkundung der genauen Bedeutung von Bildung und Allgemeinbildung unterschied Klafki in den 1960er Jahren zwischen einer „materialen“ und einer „formalen“ Bildungstheorie.

Die materialen Bildungstheorien gehen von den Inhalten aus und stellen die Frage, welche Inhalte so wichtig sind, dass die Schülerinnen und Schüler sie lernen sollten. Die formalen Bildungstheorien gehen dagegen von den Interessen der Schülerinnen und Schüler aus und passen ihren Voraussetzungen die Bildungsinhalte an.

(vgl. Jank/Meyer,1991,S.78)

Bei den „materialen“ Bildungstheorien unterscheidet Klafki zwischen dem

„bildungstheoretischen Objektivismus“ und der „Bildungstheorie des Klassischen“.

Der „bildungstheoretische Objektivismus“ vermittelt das Wissen im Sinne der Wissenschaft. Das heißt, dass der Bildungsinhalt ausschließlich in wissenschaftlicher Form vorliegt und sich auf Fakten reduziert. Die Kulturinhalte werden aus ihrem geschichtlichen Zusammenhang gelöst und erwecken den Anschein von fragloser Gültigkeit. Durch die Gleichsetzung von Bildungs- und Wissenschaftsinhalten verleugnet der Objektivismus einerseits, dass jeder wissenschaftliche Inhalt in Zusammenhang mit einer bestimmten Fragestellung steht, die erst verstanden werden muss, bevor eine Antwort auf sie gefunden werden kann; oder dass die wissenschaftlichen Inhalte im Sinne der Bildung alleine werthaltige Antworten enthalten.

Ein weiterer Kritikpunkt des Objektivismus stellt die Tatsache dar, dass er keine pädagogischen Auswahlkriterien besitzt. Die Auswahl ist eher aufgrund einer zunehmenden Masse von Kulturinhalten problematisch.

(vgl. Wolfgang Klafki,1963,S.28-29)

Die „Bildungstheorie des Klassischen“ vertritt hingegen die Auffassung, dass nicht jeder Kulturinhalt aufgrund seiner objektiven Wertigkeit Bildungsinhalt ist, sondern erst durch bestimmte menschliche Qualitäten als „klassisch“ bezeichnet werden kann. Das Klassische wird gesehen als Produkt einer Gesellschaft oder Gemeinschaft, in der Fundamente und Leitbilder bewahrt und verehrt werden. Bildung ist das Ergebnis des Vorgangs, in dem sich ein junger Mensch in der Begegnung mit dem Klassischen die Leitbilder seines Kulturkreises aneignet und erst mit diesen idealen Inhalten seine Existenz erlangt.

Die „formale Bildungstheorie“ richtet ihren Blick auf den Lernenden. Das heißt, der Sich-Bildende steht im Mittelpunkt dieser Theorie. Sie unterscheidet sich in der „Theorie der funktionalen Bildung“ und der „Theorie der methodischen Bildung“.

Die „Theorie der funktionalen Bildung“ hat eine bis heute viel verwendete Leitformel von der „ Bildung der Kräfte des Kindes “ (Klafki,1963,S.33)

Klafki fasst den Kern dieser Theorie so zusammen: „Das Wesentliche der Bildung ist nicht Aufnahme und Aneignung von Inhalten, sondern Formung, Entwicklung, Reifung von körperlichen , seelischen und geistigen Kräften. Bildung als Werk ist der Inbegriff der in einer Person geeinten , bereitstehenden Kräfte des Beobachtens, Denkens und Urteilens, des ästhetischen Gefühls, des ethischen Wertens, Sich-Entschließens und Wollens usw., die dann an den Inhalten der Erwachsenenexistenz in „Funktion“ treten können.“ (Klafki,1963,S.33)

Die hier bestehende Auswahlproblematik der Inhalte fasst die Frage nach den Inhalten, an denen die eben genannten Kräfte mit dem größten Erfolg entwickelt werden können, zusammen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Sprachen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer wichtigste Bildungsbereiche.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wählte die Volksschulpädagogik folgende Inhalte aus dem Gebiet des musischen Ausdrucks aus: das Zeichnen und das Malen, das Singen und das Spielen, das Erzählen und das freie Schreiben. (vgl. Klafki,1963,S.32)

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Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640294169
ISBN (Buch)
9783640294312
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v123838
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
Bildungstheoretische Didaktik Theorien Konzepte Sportunterricht

Autor

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Titel: Bildungstheoretische Didaktik