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Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen

Seminararbeit 2003 12 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Imre Kertész

3. „Mensch ohne Schicksal“ oder „Roman eines Schicksallosen“
3.1. Der Inhalt
3.2. György Köves
3.3. Besonderheiten des Romans

4. Schicksallos

5. Glück

6. Zusammenfassung

7. Bibliographie

1 Einleitung

Ich möchte mich in dieser Hausarbeit mit dem „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész beschäftigen. Ich habe diesen Roman gewählt, da er in mir essentielle Fragen über Glück, Schicksal und Schicksallosigkeit entstehen ließ.

Mittels dieser Hausarbeit will ich versuchen mich der Thematik des Werkes und dem Autor zu nähern und einen Überblick über beides zu geben.

2. Imre Kertész:

Der Schriftsteller Imre Kertész wurde am 9. November 1929 in Budapest geboren. Er erblickte das Licht der Welt als Sohn einer jüdischen Familie.

Kertész war fünfzehn Jahre alt, als er in das Konzentrationslager Auschwitz- Birkenau deportiert wurde. Kurze Zeit später erfolgte die Deportation nach Buchenwald. Hier wurde er 1945 befreit.[1]

Nach seiner Rückkehr in die ungarische Heimat, verdiente Imre Kertész seinen Lebensunterhalt zunächst als Journalist. Er arbeitete für die Zeitung „Világosság“[2]. Als sich diese Zeitung zur Parteitreue bekannte, wurde der Autor 1951 entlassen.

Nach einer zweijährigen Wehrpflicht, war Kertész als freier Schriftsteller tätig.

Seit 1953 verfasste der Literat Musicals, Unterhaltungsstücke, Theaterstücke, Romane sowie Erzählungen. Nachdem der „Roman eines Schicksallosen“ veröffentlicht wurde, fungierte Kertész ebenfalls als Übersetzer deutschsprachiger Autoren wie zum Beispiel Friedrich Nietzsche, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Joseph Roth, Ludwig Wittgenstein und Elias Canetti.

Der ersten Publizierung von „Sorstalanság“ („Roman eines Schicksallosen“) im Jahre 1975, sollte 1988 der Roman „A kudarc“ („Fiasko“) folgen. Zwei Jahre später entsprang „Kaddis a meg nem született gyermekért“ („Kaddisch für ein nichtgeborenes Kind“) Kertész’ Feder.

Alle drei Romane gelten als Trilogie, da György Köves – die Hauptfigur aus „Roman eines Schicksallosen- auch in „Kaddisch für ein nichtgeborenes Kind“ auftritt.

1992 wurde Gályanapló („Galeerentagebuch“) veröffentlicht. Diesem Roman folgten nur ein Jahr später „Jegyzökönyv“ („Eine Geschichte: zwei Geschichten“) sowie „A holocaust mint kultúra: három elöadás“.

Weitere zwei Jahre später verfasste Imre Kertész „Meine Rede über das Jahrhundert“ und „Eine Zurückweisung“. 1998 erschien der Roman „Ich- ein anderer“ und ein Jahr darauf wurden Erzählungen mit dem Namen „Die englische Flagge“ veröffentlicht.

Imre Kertész fand einen Weg sein Schicksal und das vieler anderer Juden an die Öffentlichkeit zu tragen. Er benutzt die Schrift um seine Erinnerungen aufzuarbeiten und zu erklären, was wirklich geschehen ist.

1995 erhielt er dafür den Brandenburger Literaturpreis. Zwei Jahre später folgte der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Im Jahre 2000 wurde Kertész der Herder- Preis sowie der WELT- Literaturpreis verliehen. Im Jahr darauf erhielt er den Ehrenpreis der Robert- Bosch- Stiftung. Der Hans Sahl- Preis sowie der Nobelpreis komplettierte die Sammlung der Auszeichnungen im Jahre 2002.[3]

3 „Mensch ohne Schicksal“ oder „Roman eines Schicksallosen“

Imre Kertész begann die Arbeit am „Roman eines Schicksallosen“ bereits im Jahre 1960. Als er sein Werk 1973 in Ungarn publizieren wollte, wurde die Veröffentlichung jedoch vorerst abgelehnt. Erst zwei Jahre später fand dieser Roman seinen Weg in die Öffentlichkeit, wurde zunächst jedoch kaum beachtet.

Im Jahre 1990 erschien das Werk unter dem Titel „Mensch ohne Schicksal“ im Ostberliner Verlag „Rütten und Loening“ das erste Mal in Deutschland. Doch auch hier fehlte die Beachtung und das öffentliche Interesse.

1996 wurde der besagte Roman vom Rowohlt- Verlag publiziert und von Christine Viragh neuübersetzt. Er trägt seither den Namen „Roman eines Schicksallosen“ und sein Autor stieß plötzlich auf internationale Anerkennung und mehr als nur Interesse.

Im Jahre 2002 erhielt Imre Kertész die größte Ehrung seiner Arbeit, indem ihm der Nobelpreis Verliehen wurde.[4]

Der „Roman eines Schicksallosen“ gilt heute als eines der wichtigsten Werke des zwanzigsten Jahrhunderts. Er ist außergewöhnlich, schockierend und wird dem jeweiligen Rezipienten immer im Gedächtnis bleiben.

Imre Kertész schreibt mit höchster Sensibilität und schafft es innerhalb des Romans keine Wertung über das Geschehene verlauten zu lassen. Er schreibt nahezu distanziert und sehr objektiv. Der „Roman eines Schicksallosen“ ist das bewegendste und sogleich schockierendste Buch, dass ich je gelesen habe. Jeder einzelne Buchstabe ist es wert, gelesen zu werden.

3.1 Der Inhalt:

Es ist 1944, ein Jahr vor Kriegsende. Ungarn kämpft im zweiten Weltkrieg an der Seite Deutschlands, wird im Jahre 1944 jedoch vorsichtshalber von deutschen Truppen besetzt. Damit war das Schicksal von ca. 300 000 ungarischen Juden besiegelt.

Auch der junge György ist davon betroffen.

György Köves ist fünfzehn Jahre alt und lebt bei seinem Vater sowie bei seiner Stiefmutter in Budapest. Als sein Vater zum Arbeitsdienst einberufen wird, ändert sich sein Leben schlagartig. György muss die Schule verlassen, einen gelben Stern tragen und arbeiten. Er beginnt ein Arbeitsverhältnis bei der Aktiengesellschaft „Shell Erdölraffinerie“ in Csepel und lernt dort achtzehn weitere, jüdische Jugendliche kennen.

Eines Tages endet der Weg zur Arbeit nicht bei der Raffinerie sondern in der Nähe eines Zollhauses. Ein Polizist holt alle achtzehn Jugendlichen aus dem Bus und das Warten beginnt.

György und seine Freunde warten etliche Stunden auf andere Busse, damit der Polizist auch die darin sitzenden Juden herauswinken kann. Nachdem der letzte Bus die Lichtung passiert hat, bringt der Polizist alle in ein Zollhaus. Hier müssen alle Anwesenden erneut warten.

Nachdem der Polizist endlich eine telefonische Anweisung erhält, macht sich die Gruppe in einer Kolonne auf den Weg. Wie sich später herausstellen soll, begeben sich

die Juden auf direktem Weg zu ihrem ersten Ziel, einer Ziegelei am anderen Ende der Stadt.

In dem Glauben kriegswichtige Arbeit zu leisten, schreibt der junge Köves sich für den Arbeitsdienst in Deutschland ein. Nachdem er sich seiner Wertsachen entledigen muss, bringt man ihn in einen Sonderzug der Straßenbahn. An einem Platz am Donauufer verladen die Gendarmen alle Juden auf ein Schiff. Sie befinden sich bereits auf dem Weg zu Schlägen, Hunger und Qualen, ohne zu Wissen, dass ihre Reise in einem Konzentrationslager namens Auschwitz enden wird.

Im Lager angekommen, beschreibt György die Zustände und seine Eindrücke in ausführlicher Weise. Er versucht plausible Erklärungen für seinen Hunger und die Geschehnisse zu finden.

[...]


[1] Eberhard Rathgeb: Porträt. In: www.goethe.de URL: http://www.goethe.de/in/d/frames/pub/kc/kc0001- portrait.html. (21.02.2003).

[2] In: www.nobel.se URL: http://www.nobel.se/literature/laureates/2002/kertesz-bibl-d.html. (21.02.2003)

[3] In: www.nobel.se URL: http://www.nobel.se/literature/laureates/2002/kertesz-bibl-d.html. (21.02.2003)

[4] In: www.mdr.de URL: http://www.mdr.de/kultur/literatur/347825.html. (23.01.2003)

Details

Seiten
12
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638183000
Dateigröße
352 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12411
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Literaturwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Imre Kertész Roman eines Schicksallosen Holocaust Juden Zweiter Weltkrieg Nobelpreisliteratur. Was ist Glück.

Autor

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