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Fünf Zeit- und Grundfragen der Pädagogik zu den Themen: Erziehungsbilder, Manipulation, Erziehbarkeit/ Erziehungsbedürftigkeit, Autorität, Menschlichkeit

Seminararbeit 2002 34 Seiten

Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Kapitel: Erziehung
-Mein Erziehungsbild
-Andere Erziehungsbilder
-Tabelle der Erziehungsbilder im Überblick
-Mein Erziehungsbild im Vergleich zu anderen

2. Kapitel: Manipulation
-Was ist Manipulation
-Wann Erziehung zur Manipulation wird

3. Kapitel: Erziehbarkeit/ Erziehungsbedürftigkeit des Menschen
-Warum der Mensch erzogen werden muss

4. Kapitel: Das pädagogische Problem der Autorität
-Was ist Autorität und ihr Missbrauch?
-Autorität zum Wohl des zu Erziehenden
-Mein Verständnis von Autorität in der Erziehung
-Über welches Maß an Autorität ich verfügen möchte

5. Kapitel: Menschlichkeit und gesittetes Verhalten
-Die Bedeutung von Menschlichkeit und Sittlichkeit
-Menschlichkeit des Lehrers und eine menschliche Lernatmosphäre

Literaturverzeichnis

1.Kapitel Erziehung

Das folgende Kapitel wird sich mit der Frage nach meiner ganz persönlichen Auffassung von Erziehung und Erziehen befassen. Hierbei formuliere ich zunächst meine eigene Definition von Erziehung, die ich nach dem Wissen von 2 Semestern Lehramtsstudium und auf Grund persönlicher Erfahrung formen kann. Anschließend wird diese Definition mit dem Erzie-hungsbild anderer Pädagogen verglichen.

Frage:

Was verstehen sie unter Erziehung, bzw. Erziehen?

Antwort:

Erziehung sollte die Beziehung einer lebenserfahrenen Person zu einer weniger lebenserfahrenen Person sein, wobei erstere ihr Gegenüber auf freiwilliger Basis durch Unterstützung und Rat, mit den Regeln und Normen der Gesellschaft vertraut macht in der sich der Edukantus zukünftig zurechtfinden muss. Ziel sollte sein, die unerfahrene Person aus ihrer Unerfahrenheit zu selbstständigem Denken und Handeln zu führen, so dass diese lernt, verantwortlich zu handeln und später selber einmal die Rolle des „Ausbilders“ übernehmen zu können.

Verschiedene Definitionen von Erziehung:

Der Begriff „Erziehung“ ist einer der Grundbegriffe in der Erziehungswissenschaft. Somit muss immer wieder eine Auseinandersetzung mit der Thematik stattfinden, da sich das Ver-ständnis von Erziehung ständig wandelt oder mit anderen Meinungen differiert. Der folgende Text soll verschiedene Definitionen des Begriffes vorstellen und letztlich mit der meinen vergleichen.

Der erste Arbeitstext von Hein RETTER stellt explizit vier Wege der Erziehung vor. Zu-nächst formuliert RETTER auf der Basis der etymologischen Grundbedeutung ein eigenes Verständnis von Erziehung als Großziehen, wobei Kinder von ihren Eltern oder durch die ältere Generation Hilfe bekommen, um zu wachsen, was Schutz vor Gefahr impliziert.

RETTER: „Erziehung ist ein Verhältnis von erfahrenen Menschen zu weniger erfahrenen (jüngeren) Menschen als Hinführung des/der Jüngeren zur Selbstständigkeit.“[1]

Erziehung zeigt sich hier also als eine Art Verhältnis von einem Menschen zu einem anderen Menschen. Dieses setzt natürlich einen zwischenmenschlichen Bezug voraus.[2] Eine Person wirkt durch vorbildhaftes, soziales Handeln auf eine andere Person und vermittelt ihr somit seine Ziele, Werte und Normen, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Intention des ganzen ist, den unerfahrenen Menschen „gesellschaftsfähig“ zu machen, er soll selbststän-dig werden und eine eigene Persönlichkeit ausbilden, die im öffentlichen und privaten Leben bestehen kann.

Nachdem RETTER seine eigene Position verdeutlicht, stellt er drei allgemein bekannte Erzie-hungsdefinitionen vor. Eine Erziehung als personales Verhältnis versteht sich als ein Erzie-hungsweg, der auf der idealtypische Beziehung zweier Menschen basiert. Diese Beziehung besteht zwischen Lehrer und Belehrtem, also allgemeiner formuliert zwischen Erzieher und Edukanden, zwischen welchen eine Erfahrungs- und gegebenen Falls auch Altersdifferenz besteht. Dieses Erziehungsverhältnis kann nur existieren, wenn beide Elemente sich gegenseitige Akzeptanz entgegenbringen. Es muss ein Vertrauensverhältnis bestehen, sonst ist Erziehung im wünschenswerten Sinne (ohne psychische oder physische Gewalt) kaum möglich.

Der nächste Ansatz bezeichnet Erziehung als interaktionales Verhältnis. Dieses versteht Erziehung als Bestandteil sozialer Interaktion innerhalb einer Gruppe. Damit ist sowohl die Familie gemeint, ein soziales System, bestehend aus mehreren Personen, aber auch Personen aus dem sozialen Umfeld des Edukantus, wie etwa die Kindergartenerzieherin, die Lehrerin, die Nachbarn. Eigentlich kann man jeglichen Kontakt des zu Erziehenden mit Menschen seiner Umwelt als prägend und erziehend bezeichnen. Diese außerfamiliäre Erziehung geschieht meist gar nicht bewusst. Innerhalb der Familie können außer den Eltern auch ältere Geschwister eine Erziehungs- und Vorbildfunktion übernehmen.

Zuletzt wird Erziehung als gesellschaftsbestimmtes, beziehungsweise generationsbezogenes Verhältnis beschrieben. Einzelne Gruppen und Institutionen, wie Schule, Nachbarn oder Familie bilden ein soziales System- die Gesellschaft. Diese ist hier maßgeblich an der Erziehung beteiligt, und ist somit als soziologisch zu definieren. „Erziehung findet im gesellschaftlichen Raum statt und wird durch gesellschaftliche Entwicklung stark geprägt.“[3] Sie ist somit eine Funktion von Gesellschaft. Heutzutage wird Erziehung auch stark von Kommunikations-Technologie, also von Medien wie Fernsehen oder Computer(-spielen) beeinflusst. Erziehung wird als ein Verhältnis zwischen Erwachsenen und Heranwachsenden verstanden. Sie sind Teil der Gesellschaft, welche sich in einem ständigen Erneuerungsprozess befindet. Der Erwachsene hat nun die Aufgabe, den nicht- Erwachsenen so gut vorzubereiten, dass dieser einmal als neues Element in die Gesellschaft eintreten kann, welches ein anderes Element ersetzen kann (junger Mensch ersetzt alten Menschen beispielsweise mit seiner Arbeitskraft).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieses selbst erstellte Schaubild soll den Mechanismus, der hinter dieser Erziehungsform steckt, verdeutlichen. Die Gesellschaft befindet sich in einem ständigen sozialen Erneuerungs-Prozess. Der junge Mensch wir vom erfahrenen Menschen zu einem Mitglied der Gesellschaft erzogen, welches die Funktion seines Lehrers übernehmen kann, wenn dieser nicht mehr dazu in der Lage ist. Diese reif gewordene Person erzieht sich dann wiederum seinen eigenen „Ersatz“ und so wird eine Generation von der anderen ersetzt und Probleme, Traditionen, Werte, Normen und Erfahrungen werden an die nächste Generation weitergegeben.

Diese drei Sichtweisen von Erziehung sind nach dem Kriterium der Enge bzw. Weite des sozialen Bezugsfeldes angeordnet.

In einem Text von Friedrich W. KRON werden 6 verschiedene Bilder von Erziehung vorgestellt:

1.Erziehung als Ziehen
2.Erziehung als Führung
3.Erziehung als Regierung und Zucht
4.Erziehung als Wachsenlassen
5.Erziehung als Anpassung
6.Erziehung als Lebenshilfe

Bei der Erziehung als Ziehen wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch fähig ist, Mündig-keit, Wissen, Erkenntnis, Können usw. zu erreichen. Außerdem sei jeder Mensch fähig, sich anzupassen und selbstbestimmt zu leben. Erziehung wird als ein Prozess angesehen. Das Bild des Ziehens, so wie man eine Pflanze „hochzieht“, sie stutzt und beschneidet, verdeutlicht schon, dass das „Ziehen“ nicht immer mit dem Einverständnis des Zöglings geschehen muss. Diese Art der Erziehung birgt die Gefahr der Gewaltanwendung und des Ausspielens von Macht durch den Erziehenden. Dies sind neben Lob und Tadel, Zurechtweisung und Strafe Erziehungsmittel, die der Erzieher zur Verfügung hat, um dem zu Erziehenden Regeln und Normen zu vermitteln, auf die er „hingezogen“ werden soll.

Das Bild von der Erziehung als Führen bezieht sich auf das Verhältnis eines Führers und eines Geführten. Der Führer ist der erfahrene (ältere, wissende) Mensch, der Geführte der unerfahrene (jüngere, unwissende). Man kann ihr Verhältnis als Führungs- Nachfolge- Verhältnis bezeichnen. Hieran sind mindestens zwei Menschen beteiligt. Der Führer hat die Aufgabe, den zu Erziehenden sowohl zu einem größeren Können zu mehr Wissen und Fertigkeiten als auch zu größerer sozialer Kompetenz zu erziehen. Der Führende hat dabei einen „Mehrwert“ als der Geführte. Zwischen ihnen besteht eine soziale Differenz, die sich aus festgelegten und vorgeschriebenen Rollen- und Regelsystem heraus begründet. So basiert Erziehung als Führung auf einer gesellschaftlich bedingten und formulierten Begründung oder Legitimation.[4] Diese Legitimation kann aus einer Tradition heraus bestehen, in welcher die Tätigkeit des Führers besteht, sie kann sich auf Gesetze berufen oder einfach auf das besondere Charisma des Führers, welches den Geführten überzeugt, ja vielleicht sogar vereinnahmt und beeindruckt. Überdies gibt es die prozedurale Legitimation, wobei in Diskussionen Vereinbarungen getroffen werden, auf deren Grundlage freiwillig gehandelt wird. Auch das Führungs-Nachfolge-Verhältnis kann somit (auf Zeit) vereinbart werden. Die Führungsperson handelt nach einem bestimmten Auftrag, sei er innerhalb der Gruppe vereinbart, oder von außen gestellt. Unter den Führern gibt es eine Hierarchie, wobei der Vorgesetzte seinem direkt Untergebenen Aufgaben erteilt, dieser leitet entsprechende Maßnahmen durch seinen Untergebenen ein etc. Dies kann jedoch auch Unterdrückung und somit Frustration des Unterstellten zur Folge haben. Die Gefahr von Machtmissbrauch ist bei dieser Form der Erziehung immens hoch.

Das Bild von Erziehung als Regierung und Zucht ist eher als Teil der Erziehung im 17./18. Jahrhundert zu suchen. Man erachtet es als erwiesen und notwendig, die Kinder durch Züchtigung, also durch das Auferlegen gewaltsamer Strafen, zu mehr Aufmerksamkeit, Ordnung und Gehorsam zu bringen. Man muss sich Erziehung als Regierung wie eine Leiter der Hierarchien vorstellen, wobei der König das Land, die Offiziere das Heer und im kleineren Sinne der Vater die Kinder regiert. Erziehung soll somit als Unterwerfung der Kinder unter den Willen des Erwachsenen, der sie erzieht, verstanden werden. Den Kindern soll der Wille gebrochen werden, damit sie lernen, sich der Gemeinschaft unterzuordnen. Auch heute bestrafen die Eltern ihre Kinder zu dem gleichen Zweck (Trotzphase) mit Prügel, Verboten und Demütigungen, um das Kind in eine bestimmte Form zu bringen.

Das Bild von der Erziehung als Wachsenlassen stammt von Jean Jacques Rousseau, aus der Aufklärung und ist Basis der späteren, anti-autoritären Erziehungsbewegung. Hier geht man davon aus, dass der Mensch von Natur aus gut sei, dass nur die schlechte Gesellschaft, die zwingend an der Erziehung beteiligt ist, ihn moralisch verderbe und ihn schlecht mache. Erziehung soll das Kind nun nicht gesellschaftstauglich machen, sondern es bei der Mensch-werdung unterstützen. Die Aufgabe des Erziehers ist dabei nicht, dem Kind Regeln und Normen aufzuzwingen, sondern er soll das Lernen des Kindes auf natürliche Weise unterstützen, indem er auf seine Bedürfnisse und Fähigkeiten eingeht und somit seine Natur berücksichtigt. Der Erzieher soll eine für das Kind förderliche Lern- und Arbeitsatmosphäre schaffen, so dass Fähigkeiten, die sich von Natur aus in ihm befinden, freigesetzt werden können. Er soll das Kind unterstützen, ihm helfend zur Seite stehen und es nicht etwa zur Anpassung und Unterwerfung zwingen.

Das Bild von der Erziehung als Anpassung basiert auf der psychologischen Theorie des Lernens durch positive beziehungsweise negative Verstärkung von menschlichem Verhalten durch bestimmte Sanktionen. Man nimmt an, dass richtiges Verhalten auf Dauer „festgestellt“ werden kann, wenn man es mit bestimmten Maßnahmen unterstützt. Genauso kann negatives Verhalten „ausgemerzt“ werden, wenn Strafe folgt. Erziehung soll den Educantus an die Regeln und Normen der Gesellschaft, in der er aufwächst, anpassen. Er hat jedoch nicht die Möglichkeit des Aufbegehrens oder Hinterfragens, ohne einen Konflikt auszulösen. Je über-einstimmender die Erwartungen des Erziehers mit den Einstellungen des zu Erziehenden sind, desto einfacher ist das Zusammenleben, und Konflikte entstehen gar nicht erst. Dieses geschieht jedoch vielfach um den Preis, dass die eigenen Vorstellungen und Wünsche des Edukantus unterdrückt und gebrochen werden. Erziehung als Anpassung zwingt dem Lernenden eine Rollenkomplementarität auf.

Erziehung als Lebenhelfen gründet sich auf die Idee von Johann Heinrich Pestalozzi, der Kinder erstmals nicht als Halbmenschen sieht, die eine Sonderbehandlung brauchen, sondern als vollwertige Menschen, die Hilfe zur Selbsthilfe benötigen. Hierbei soll der Erzieher ganz auf die Bedürfnisse und Probleme des zu Erziehenden eingehen und ihm helfen, mit ihm zusammen diese Probleme zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten, sodass dem Edukantus bei weiteren Rückschlägen die Bewältigung dieser leichter fällt. Öffentliche Erziehung soll der familiären nacheifern. Der Erzieher steht also nicht über, sondern neben seinem Schüler. Das Lernen soll hier nicht aus dem Willen des Lehrers, sondern im Interesse des Kindes erfolgen. Der Erzieher hat nur die Aufgabe die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen und sie aufzugreifen.

Beim Lernen als Verhaltensänderung hat die Erziehung den Zweck vorhandenes Verhalten auszubauen, neues Verhalten zu schaffen und unerwünschtes Verhalten zu eliminieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5] Erziehungsbild, BREZINKA

Das obige Schaubild verdeutlicht den vorgestellten Erziehungsbegriff von BREZINKA (siehe Definitionstabelle). Entscheidend ist, dass der Erzieher mit Hilfe von gezielten sozialen Hand-lungen die Möglichkeit hat, die bereits vorhandenen Verhaltensweisen zu verbessern, zu erhalten oder auch zu löschen. Bei dem Schaubild wurde ausgelassen, was aber trotzdem zu erwähnen ist, dass auch noch nicht existente Dispositionen geschaffen werden können.

Erziehung ist hier als eine Konditionierung durch positive und negative Verstärkung zu verstehen. Entscheidend für das instrumentelle (KIMBLE) oder auch operante (SKINNER) Lernen sind die Konsequenzen, die dem Verhalten folgen. Diese entscheiden über sein zu-künftiges Auftreten. Dies erfolgt durch den Mechanismus von Versuch und Irrtum, der mal zum Erfolg führt und ein anderes Mal nicht. Der Lernende muss also von einem unkoordi-nierten zu einem koordinierten Verhalten kommen und lernen, richtige und falsche Reize zu unterscheiden, die sein Verhalten beeinflussen. Der Erziehende muss nun, zeigt der zu Erziehende ein gewünschtes Verhalten, dieses durch Lob oder sonstige Hilfe verstärken. Diese Unterstützung muss sofort beim Aufzeigen des Verhaltens erfolgen (Kontiguität) und in jeder Situation wiederholend geschehen, damit die Reaktion beibehalten wird. Dieses erfordert viel Geduld und Konsequenz vom Erzieher, da er immer sehr schnell auf den Edukantus reagieren muss. Der Erzieher hat verschiedene Mittel, auf das Kind zu wirken: Worte des Erziehenden (Lob/ Tadel), mimischer Ausdruck (Sympathie, Angst, Vertrauen), physischer Kontakt (Zärtlichkeiten, Liebkosungen), Verhalten des Erziehers in der sozialen Interaktion mit anderen Personen. Erzieher wirken auf ihre Schüler, da ihr Verhalten in bestimmten Situationen beobachtet wird und als bedeutsam für den Lernenden befunden wird. Man spricht hier von Modellernen oder auch Imitationslernen.

Beim Erziehen als führen und wachsenlassen wird davon ausgegangen, dass es eine Utopie sei zu glauben, der Mensch könne sich nur aus sich selbst heraus zu einem guten Menschen entwickeln. Das Kind braucht also einen Erwachsenen, der es mit Kultur, menschlichem Leben und Tradition vertraut macht. Das Kind soll hineinwachsen, hineingelebt werden in die bereits vorhandene Kultur und diese schließlich übernehmen. Der Mensch soll durch Handeln in der Gemeinschaft zu einer sittlichen Haltung und zu gutem Verhalten kommen. Erziehung bezieht sich jedoch nicht nur auf Unmündige Menschen, sondern durchaus auch auf Erwachsene. Somit soll das ganze Leben Erziehung sein, da der Mensch sein Leben lang eine Verhaltensunsicherheit in der Menschwerdung hat. Erziehung soll ihn mündig machen und selbstständiges Handeln unterstützen, aber ihn auch an vorhandene Regeln und Normen binden, so dass ein Leben in der Gemeinschaft möglich ist.

Das Bild vom Erziehen als Lernen am Modell geht davon aus, das bedeutsames Verhalten von Kindern gelernt und behalten wird, weil sich dieses Verhalten bei ihren Erziehern und Lehrern, also ihren Vorbildern zeigt. Sie beobachten Verhaltensweisen und realisieren Reaktionen anderer Leute auf diese. Das können Belobigungen oder sonstige Anerkennung durch andere sein. Außerdem bemerken die zu Erziehenden, wenn der Erzieher ihnen Achtung, Wärme, Einfühlung und Echtheit entgegenbringt. Diese Eigenschaften des Lehrers fördern die Aufnahmefähigkeit und Lernbereitschaft des Schülers. Hierbei wird jedoch nicht eine einzelne Verhaltensweise des Vorbildes übernommen, sondern gleich eine ganze Gruppe von Verhaltensweisen in einer gesamten Situation. Der Lernende identifiziert sich also mit einer Person und imitiert deren Verhalten. Er übernimmt Handlungen, Einstellungen und Reaktionen von ihr und reproduziert diese.

Auf diese etwas ausführlichere Darstellung der verschiedenen Erziehungsbilder, die andere Pädagogen haben, folgt eine kurze tabellarische Zusammenfassung der letzten sieben Seiten. In dieser Tabelle kann man anhand von knappen Definitionen und Bezeichnungen der Erziehungsbilder einen Eindruck von deren Inhalten gewinnen und im Folgenden darauf verweisen.

[...]


[1] Reader, S. 4

[2] Reader, S. 4

[3] Reader, S. 6

[4] Reader, S. 22

[5] Schaubild siehe Reader, S. 68

Details

Seiten
34
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638183116
Dateigröße
740 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12424
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Abteilung der empirischen Pädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Fünf Zeit- Grundfragen Pädagogik Themen Erziehungsbilder Manipulation Erziehbarkeit/ Erziehungsbedürftigkeit Autorität Menschlichkeit Seminar

Autor

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