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Das achämenidische Perserreich und die ionische Tyrannis

Seminararbeit 2007 11 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Begriffserklärungen
2.1 Ionier ( ~750- 550 v. Chr.)
2.2 Achämeniden (~590- 530 v. Chr.)
2.3 Tyrannis als Herrschaftsform in der Antike

3 Perserherrschaft in Ionien

4 Der ionische Aufstand
4.1 Gründe für die Erhebung des Volkes
4.1.1 Der Niedergang des Handels
4.1.2 Die Tyrannenherrschaft
4.1.3 Die Leidenschaft zur Demokratie
4.2 Unterstützung aus dem Mutterland
4.3 Verlauf des ionischen Aufstands
4.4 Folgen der Erhebung

1 Vorwort

Nach mehreren Zeitphasen der Recherchetätigkeit an den Universitätsbibliotheken, in der die Ionische Tyrannis im Hinblick auf das Achämenidische Perserreich herausgearbeitet werden sollte, setzte ich meinen Arbeitsschwerpunkt etwas vorschnell auf die Ereignisse des Ionischen Aufstands.

Im Zuge meiner Arbeit, und Angesichts der späteren Eruierung von immer detailreicherem Datenmaterial bei einer anfangs vermuteten Informations-Wüste musste ich aber dann doch feststellen das ich mit meiner Schwerpunktsetzung den Bogen etwa überspannt hatte und es schwierig werden würde diese Thematik im Rahmen von fünf Seiten allgemeinverständlich abzuhandeln. Mit dem heutigen Wissensstand, würde ich nur die Vorgänge um die scheinbar „milesische Expedition“ gegen Naxos in das Zentrum des Interesses stellen.

2 Begriffserklärungen

2.1 Ionier ( ~750- 550 v. Chr.)

Die Hellen, als ursprüngliche Griechen, zerfielen allmählich in vier verschiedene Hauptstämme. Die Ionier bildeten neben den Äoliern, Dorern und den Achaiern eine Hauptgruppe mit eigenem Gebiet, Sprache und Tradition. Der Name leitet sich höchstwahrscheinlich von Ion, der Sohn des Apollon, ab der als Stammvater der Ionier gilt. Gegen Ende des zweiten Jahrtausends v. Chr. gerieten die Völker an der Ostküste des Mutterlands in eine langandauernde Bewegung, die sie über Attika im Zuge der so genannten ionischen Wanderungen auf die Inseln Samos und Chios sowie bis an die kleinasiatische Küste führte. Das von ihnen besiedelte Gebiet war uns fortan als Ionien bekannt. Bedeutende Kolonien der Ionier wurden zudem auf Naxos, Katane, Zankle und Leontinoi errichtet. Als Mutterstadt und – land blieben sie auch später noch mit Athen und Attika verbunden.

In der griechischen Kolonisation sieht der dtv-Weltatlas die Grundlage für das Aufkommen eines gesamtgriechischen Gefühls und gibt die Initialgründe für die Kolonisationsbewegung mit dem Aufschwung des Handwerks, der Ausweitung des Seehandels, den sozialen Gegensätzen und einer Überpopulation in bestimmten Gebieten an[1].

Deren geographische Lage entlang wichtiger Seehandelsrouten prädestinierte sie geradezu für den Handel. Infolgedessen entwickelten sie sich zu einer bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Macht deren Lebensinteresse in erste Linie dem Handel galt.

Als politisches und kulturelles Zentrum kristallisiert sich allmählich die Stadt Milet heraus. In den einzelnen Städten scheint zunächst überall das erbliche Königtum geherrscht zu haben. Ab der Mitte des 7. Jahrhundert war der Ionische Handel weltumspannend geworden, und gestaltete sich umso gewinnbringender je mehr die Quote des Eigenhandels durch die produzierende Tätigkeit der Städte gesteigert werden konnte. Als Begleiterscheinung verschoben sich allmählich die politischen Verhältnisse, an die Stelle des grundbesitzenden Adels trat die Plutokratie der Großhandelsfamilien. Innere Kämpfe verdrängten den Status des Geburtsadel im Verlauf sozialer und politischer Unruhen - das Aufkommen der Tyrannis kündigte sich an. Die erste Adelsherrschaft wurde in Milet gestürzt, wo bereits 630 Thrasybulos als Tyrann erwähnt wird. Der wachsende Einfluss des Volkes unter der Führung von Tyrannen führte zum Sturz der Oligarchie der Basiliden in Eretria trotz guter Regierung. Dasselbe Schicksal ereilte Chios und kurz nach 600 auch Samos.

2.2 Achämeniden (~590- 530 v. Chr.)

Die Achämeniden, im weiteren Sinn auch als Perser bezeichnet, waren die Gründer des persischen Großreichs, das sich im Verlauf der klassischen Antike über beinahe ganz Vorderasien erstreckte. Der Name leitet sich von der altpersischen Dynastie der Achämeniden ab.

Der bedeutendste ihrer frühen Herrscher war Kyros II, der ab 558v. Chr. erstmals als Achämenide den Thron bestieg und fortan gegen die Oberhoheit der Meder ankämpfte, die der Perser im 7. und 6. Jahrhundert unterstanden. Das medische Reich erstreckte sich von einer fließenden Grenze im Osten bis an die Grenzen Mesopotamiens, wo eine offizielle Grenze zu dem Reich der Lyder bestand. In einer Schlacht bei Pasargadai wurden die Meder von den Persern geschlagen, woraufhin Kyros 550 v. Chr. die medische Hauptstadt Ekbatana einnahm.

Der lydische König Kroisos, dem auch die ionischen Griechen tributpflichtig waren, betrachtet das neue Perserreich als Bedrohung und vernichtete nach der missgedeuteten Weissagung des Orakels von Delphi mit dem Angriff auf die Perser 546 v. Chr. sein eigenes.

Kyros beschloss 540v. Chr. gegen das faktisch bereits in Auflösung befindliche Babylonien zu Felde zu ziehen, indem er ein Jahr später bereits als Befreier gefeiert wurde.

2.3 Tyrannis als Herrschaftsform in der Antike

Der Begriff Tyrannis umschreibt eine Staatsform der antiken Griechen, die ihren Höhepunkt im Zeitraum vom 6. zum 3. Jahrhundert v. Chr. erlebt. Früh gesellt sich dann ein negativer Beigeschmack bei, der den Tyrannen als skrupellosen Machthaber schildert. In Gedichtsammlungen der Antike wird der Tyrann als Wortführer im Kampf gegen den Adel beschrieben, der das Elend des Volkes für sich auszunutzen versucht und sich durch Aufruhr und Bürgerkrieg an die Macht bringt. Es werden jedoch auch wirtschaftliche Verschiebungen angeführt, die als Folge der höheren Einkünfte von Handel und Handwerk eine Tyrannis entstehen lassen können. Demnach führt dies dazu dass eine reiche, politisch benachteiligte Schicht sich gegen den führenden Adel aufzulehnen beginnt.

3 Perserherrschaft in Ionien

Um 560 v. Chr. gelangten die Ionier unter die Oberhoheit des König Kroisos von Lydien. Man war zwar der Heeresfolge verpflichtet und musste Tribute leisten, dafür blieb die Autonomie der Städte erhalten und es erschlossen sich neue Handelsverbindungen bis weit ins lydische Hinterland. David Gillis bemerkt hierzu nur bei Herodot: The conquest of Ironia by Croesus is mentioned in two sentences[2]. Woraus er schlussfolgert das Kroisos eine energisch diplomatisch und militärische Offensive betrieben hat, derer sich die ionischen Städte nicht erwehren konnten.

Nachdem die Lydier 546 v. Chr. von den Persern vernichtend geschlagen wurden, begann auch in Ionien die Zeit der persischen Herrschaft.

Milet war als einzige Stadt Ioniens klug genug den Perserkönig Kyros als legitimer Herrschaftsnachfolger nicht vor den Kopf zu stoßen als er den Führungsanspruch stellte. Die Real Enzyklopädie des Altertums sieht im Vorgehen Kyros auch eine vermeintliche Taktik um eine Teilung der Städte zu erwirken[3] . Unvorsichtigerweise schlossen sich einzelne, ionische Städte in weiterer Folge den lydischen Aufstand des Paktyes an, der jedoch ohne Erfolg blieb. Die Reaktion des Kyros folgte umgehend, nach der Niederschlagung der Volkserhebung büßten die Städte Priene, Phokaia und Teos deren Beteiligung mit der Vernichtung. Nach tapferem Widerstand ergaben sich die übrigen Städte, nur die Insel Samos blieb verschont.

Scheinbar hatte sich die Lage der Ionier unter persischer Herrschaft anfänglich nicht allzu sehr verschlechtert, neben der Tributzahlung wurde auch die von den Lydern eingeführte Heeresfolge beibehalten. Die Situation änderte sich laut Real Enzyklopädie des Altertums erst nachdem auch die Phönizier in die Gewalt der Perser gerieten. „So lange die Phönizier Untertanen der Perser gewesen sind, haben sie ganz entgegen ihrer früheren Gewohnheit niemals Aufstände gemacht, und diese Sinnesänderung lässt sich am besten so erklären, dass die Perser systematisch, so weit ihre Macht reichte, den phönizischen Handel auf Kosten des griechischen begünstigten[4].“ Die große Verbitterung der Ionier gegenüber den persischen Herren wird mit dem Verlust der weltumspannenden Handelsgeschäfte begründet, die lediglich 20 Jahre später in Trümmer lagen. Weitere zehn Jahre später, nach dem Skytenfeldzug der Perser brach auch der milesische Handel mit Byzanz weg, woraufhin die Stadt eine tiefe Depression verfiel, angesichts des Verlustes der letzten Handelsgebiete.

[...]


[1] Vgl. Hermann, K., Hilgemann, A., Hergt M., dtv-Atlas Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 2006, 51.

[2] Gillis, D., Collaboration with the Persians, Wiesbaden 1979, 3.

[3] Vgl. Lenschau, RE IX.2 (1916) 1869-1893, s.v. Iones, 1883.

[4] Lenschau, RE IX.2 (1916) 1869-1893, s.v. Iones, 1883 50.

Details

Seiten
11
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640297511
ISBN (Buch)
9783640302888
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v124523
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
Perserreich Tyrannis Achämeniden Ionier Ionien

Autor

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Titel: Das achämenidische Perserreich und die ionische Tyrannis