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Diagnosen in der Sozialen Arbeit

Hausarbeit 2009 15 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserkl)rung Diagnose

3. Historische Entwicklung der Diagnose

4. Diagnoseformen in der Sozialen Arbeit
4.1 Sozialp)dagogische Diagnose
4.2 Psychosoziale Diagnose

5. Nutzen von Diagnosen in der Sozialen Arbeit

6. Kritikpunkte f3r das Arbeiten mit Diagnosen in der Sozialen Arbeit

7. Fazit.

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik Diagnosen in der Sozialen Arbeit. Zentrale Fragestellung ist, inwiefern sich soziale Diagnosen von der damaligen Zeit bis heute entwickeln und etablieren konnten. So gilt es zunächst einmal die historische Entwicklung der Diagnosen in der Sozialen Arbeit darzustellen. Wer war der Vorreiter dieses Mo dells und welcher Hintergrundge danke führte dazu, dass das Arbeiten mit Diagnosen als wichtiges Instrumentarium der Sozialen Arbeit zu definieren ist. Durch das Herausarbeiten der historischen Entwicklung soll dem Leser die anknüpfende Entwicklung in der heutigen Zeit verständlich gemacht werden. Somit werden auch Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen in den Grundüberlegungen festgestellt. Vorallendingen taucht die Frage auf, ob das Arbeiten mit Diagnosen eine Voraussetzung für eine „Professionalisierung" der Sozialen Arbeit ist. In den nachfolgenden Punkten werden wichtige Merkmale der vorherrschenden Diagnoseformen in der Sozialen Arbeit erläutert, um Unterschie de und eventuelle Gemeinsamkeiten auf zu zeigen. AnschlieBend beantwortet Punkt 5 die Frage, welchen Nutzen man aus dem Arbeiten mit Diagnosen ziehen kann, wo liegen die Vorteile der sozialpädagogischen und psychsozialen Diagosen und vorallem wird der Frage nachgegangen, in welcher Form die Diagnosen eine Unterstützung für die Soziale Arbeit dargestellt. AbschlieBen d werden die Problemfel der aufgezeigt, die nicht vermei dbar sind, wenn man beschlieBt Diagnosen als Arbeitsweise zu nutzen. Diese Arbeit soll einen kurzen Gesamtüberblick über diese Thematik geben, welches sich breit fächert.

2. Begriffserklärung Diagnose

Das Wort Diagnose stammt aus dem griechischen Wortgebrauch und heiBt wort-wörtlich übersetzt Auseinander-Erkennen o der etwas „ durch und durch Erkennen". Ebenso ist Durchblick ein passender Aus druck, um die Be deutung vom Wort Diagnose zu unterstreichen. Primäre Aufgabe einer Diagnose ist es Aspekte auseinander zu legen, diese Aspekte zu sortieren und zu gewichten, um diese anschlieBend mit der Frage was muss getan werden, länger o der auch mittelfristig beantworten zu können. [1] Ebenso definiert Burkhard Muller, dass das Alltagsverständnis von Diagnose als ein Prozess bezeichnet wird bei dem sogenannte „Istzustände" an „ Sollstände" gemessen werden. [2] Es wird also von einer Ausgangssituation ausgegangen, um diese Ausgangssituation ändern zu können, muss ein Gesamtüberblick verschafft werden, dieser Uberblick bietet die Basis fir eine ziel orientierte Veränderung, welches im gesamten als Diagnose zu bezeichnen ist. Maja Heiner ergänzt die Definiton von Burkhard Muller und f3gt hinzu, dass Diagnosen sich auf das Verstehen der Lage, der Ziele und Kompetenzen einer Person beschränken könne, des weiteren sollen Diagnosen dazu dienen den Hilfeprozess zu strukturieren, zu dokumentieren und zu evaluieren.[3] Von der Brockhaus Enzyklopädie wird Diagnose wie Burkhard Muller erwähnt als „ die metho dische Erforschung eines Gegenstandes." definiert.[4] Der Begriff Diagnose ist bereits in der Me dizin, Psychotherapie, Physiologie gängig und wird als Arbeitsunterstützung angewandt. Wie Diagnosen sich auch in der Sozialen Arbeit im Laufe der Zeit etablieren konnten wird im nachfolgenden Abschnitt erläutert und näher durchleuchtet.

3. Historische Entwicklung der Diagnose

Anknüpfend an die allgemeine Definition von Diagnose wird nun spezifisch auf die Entwicklung sozialer Diagnose eingegangen. Leitfrage ist, wann und unter welchen Be dingungen sich die soziale Diagnose entwickelte. Alice Salomon und Mary Richmond waren die Vordenker der sozialen Diagnosen. Alice Salomon ging es bei ihrer Uberlegung darum, gute und professionelle Hilfe zu sichern und zu entwickeln.[5] Ebenso erkannte Alice Salomon, dass fir die erfolgreiche Professionalisierung der sozialen Arbeit die Entwicklung spezifischer, beruflicher Handlungsmetho den unverzichtbar sind. Sie spitzt diese Aussage zu und sagt demzufolge , dass es ohne spezifische Metho den keinen Grund gäbe Soziale Arbeit zu bezahlen.[6] Im Laufe vorliegender Arbeit wird noch einmal diese fir Alice Salomon wichtige Aussage aufgegriffen und unter abwägen von Aspekten wird die Frage beantwortet wie „unverzichtbar" o der „verzichtbar" soziale Diagnosen fir die Soziale Arbeit sind. Die Grundi dee einer sozialen Diagnose war es eine „umfassende fachliche Kompetenz"[7] zu entwickeln, die die Soziale Arbeit von der Tätigkeit der Armutsbekämpfung, zu einer Arbeit, die den Lehrer, den Richter zum Erfolg verhelfe zuf3hren, die das Leben des Menschen gesünder, besser und inhaltsreicher machen solle. [8] Zum anderen bestiinde die „soziale Diagnose" darin, zu unterschei den, ob der Klient eine äuBere Hilfeleistung benötige o der weitere persönliche Hilfen gewiinscht sind. [9] Nach Salomons Theorie wird die Soziale Diagnose in f3nf Schritten vollzogen. Zu diesen f3nf Schritten gehören: Die Erkundigung, die Ressourcenermittlung, die Deutung, die Planung und abschlieBend die Evaluation. Demzufolge erfolgt die Ausführung der Hilfe zwischen den zwei zuletzt genannten Schritten. Diese Hilfestellung bestiinde darin je nach Be darf Ressourcen bereit zu stellen o der eine Beratung und Ermutigung anzubieten.[10] Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Aspekte, die bei den jeweiligen Schritten beriicksichtigt werden müssen angef3hrt. Bei der Erkundigung von Tatsachen sei es wichtig, keine vorschnelle Deutung anzunehmen,ganz im Gegenteil unterstreicht Salomon, dass das wichtigste Handwerkzeug eines Sozialarbeiters die Skepsis gegenüber alltäglichen Urteilen sei. Dieser wichtige Aspekt soll einer Stigmatisierung vorbeugen, denn vorschnelle Deutungen f3hren demzufolge zu Urteilsunwahrheiten, die den Blick fir das Ganze und wesentliche betriiben. Im zweiten Schritt soll die soziale Diagnose Vorschläge heraus arbeiten, welche dem Klientel zu Gute kommen. Sie werden in der Suche nach MaBnahmen und Orten unterstiitzt, die ihnen helfen, sich in ihrer Umwelt wie der wohl zu fiihlen. Um je doch die passende Hilfe auswählen zu können unterstreicht Salomon, sei die wichtigste Aufgabe der sozialen Diagnose die Deutung der Probleme , da viele UnregelmäBigkeiten nur Symptome darstellen und nicht das hauptsächliche Problem definieren. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen sind solle eine zusammenfassende und dokumentierte Darstellung des Falles mit Kollegen besprochen werden, um gemeinsam eine Entschei dung treffen zu können, diese Entscheidung f3hre dann zu der Erarbeitung eines passenden und angemessenen Hilfeplans.[11] Falls eine Beratung erforderlich ist, soll der Berater im Fokus haben, ob das Ziel welches fir den Klienten vorgesehen ist auch wirklich fir den Klienten das beste ist. Ebenso sollen die Helfer neben der emotionalen Verbundenheit auch lernen eine professionelle Distanz zu wahren. Wichtiges Ziel der sozialen Diagnose soll es sein, Intervention nur in wirklichen Notständen anzubringen. Des weiteren soll so gehandelt werden, dass der Klient selbstständig eine Krise übersteht und an dieser Krise wachsen kann. [12] Auch in der heutigen Zeit be dient sich die Soziale Arbeit angeknüpft an Alice Salomon verschie dener Diagnosen, ob es viele Unterschie de im Vergleich zur damaligen Zeit gibt wird im Verlauf dieser Arbeit noch deutlich.

4. Diagnoseformen in der Sozialen Arbeit

In den nachfolgenden Punkten 4.1 und 4.2 werden zur Veranschaulichung zwei Diagnoseformen, die auch in der Praxis der Sozialen Arbeit Anwendung finden dargestellt. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen bei den Diagnoseformen ist fraglich und auch nur be dingt möglich. Selbst fiber den Begriffsgebrauch Diagnose herrschen noch Unstimmigkeiten und werden in der Literatur viel diskutiert. Manch einer bevorzugt den Aus druck praktisches Fall verstehen, während andere lieber von hermeneutischen Fall verstehen sprechen.

Die bei den Diagnosearten „sozialpädagogische Diagnose" und „psychosoziale Diagnose" lassen sich nicht klar unterschei den. Bei de Diagnosearten verfolgen die Ziele Erkenntnisse zu gewinnen, den Fall zu verstehen und einen individuellen Hilfebe darf heraus zu arbeiten.

[...]


[1] Vgl. Muller, B., Sozialpädagogisches Können, S. 68

[2] Vgl. Krumenacker, F-J., Sozialpädagogische Diagnosen in der Praxis, S. 64

[3] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 71

[4] Vgl. Muller, B., Sozialpädagogisches Können, S. 71

[5] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 11

[6] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 12

[7] Vgl. Muller ,B., Sozialpädagogische Diagnosen, S. 84

[8] Vgl. Muller, B., Sozialpädagogische Diagnose, S. 84

[9] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 17

[10] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 17

[11] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 17-19

[12] Vgl. Heiner, M., Diagnostik und Diagnosen in der Sozialen Arbeit, S. 21-22

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640299867
ISBN (Buch)
9783640304721
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v125000
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1.3
Schlagworte
Diagnosen Sozialen Arbeit Aufbaumodul Soziale

Autor

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