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Lernstile und Lerntypen vor dem interkulturellem Hintergrund

Hausarbeit 2009 22 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Begriffserklärung
2.1 Das Lernen
2.2 Die Lernstile und Lerntypen
2.3 Die Kultur

3 Lernstiltheorien
3.1 Die Lernstile nach Kolb
3.1.1 Lernen in vier Phasen nach Kolb
3.1.1.1 Der Divergierer
3.1.1.2 Der Assimilierer
3.1.1.3 Der Konvergierer
3.1.1.4 Der Akkomodierer
3.2 Die Lernstile nach Honey und Mumford
3.2.1 Der Aktivist
3.2.2 Der Reflektierer
3.2.3 Der Theoretiker
3.2.4 Der Pragmatiker
3.3 Die Lernstile nach Felder
3.3.1 Der aktive und reflektive Lerner
3.3.2 Der sensorische und intuitive Lerner
3.3.3 Der visuelle und verbale Lerner
3.3.4 Der sequentielle und globale Lerner

4 Lernen vor dem kulturellen Hintergrund
4.1 Machtdistanz
4.2 Individualismus/Kollektivismus
4.3 Maskulinität/Femininität
4.4 Unsicherheitsvermeidung

5 Fazit und Ausblick

6 Abbildungsverzeichnis

7 Literaturverzeichnis

LITERATUR

QUELLEN

1 Einleitung

Zur Erlangung der Modulabschlussprüfung im Modul 3 im Studiengang Erwachsenenpädagogik/lebenslanges Lernen beschäftige ich mich im Rahmen der Vorlesung von Prof. Dr. Henze „Didaktik interkulturellen Handelns“ und dem Seminar von Irina Leffers „Interkulturelle Kommunikation in pädagogischer Perspektive“ mit dem Thema dieser Arbeit „Lernstile & Lerntypen – vor dem interkulturellem Hintergrund“.

Nach einer kurzen Einleitung zum Thema, wird in dem Kapitel 2 eine Klärung der Begriffe Lernen, Lernstile/Lerntypen und Kultur vorgenommen. Dabei ist dem Autor dieser Arbeit durchaus bewusst, dass eine umfassende Begriffsklärung in dieser Arbeit unmöglich wäre. Im anschließenden Kapitel 3 erfolgt eine tiefgreifendere Darstellung der Lernmodelle und Lernstile von Kolb, Honey und Mumford, sowie von Felder. Dabei werden die Lernstilmodelle der drei Vertreter dargestellt und die verschiedenen Lernstile eingehend beschrieben. Das dritte Kapitel stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar. Im Kapitel 4 soll Bezug auf den kulturellen Aspekt genommen werden. Dabei soll unter Betrachtung der Forschungsarbeit von Geert Hofstede die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Kulturen und das damit zusammenhängende Lernen dargestellt und erläutert werden. Abschließend erfolgt eine Schlussbetrachtung, welche die persönliche Meinung des Autors dieser Arbeit beinhaltet. Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Lernstile und Lerntypen darzustellen, und aufzuzeigen, dass sich nicht jedes Individuum auf die gleiche Art und Weise einen Lernstoff aneignet.

2 Begriffserklärung

Bevor sich diese Arbeit mit dem Thema „Lernstile und Lerntypen“ beschäftigt, soll zunächst ein grundlegendes theoretisches Begriffsverständnis gegeben werden. Der allgemeine Begriff des Lernens sowie der Lernstile stehen dabei im Mittelpunkt. Des Weiteren möchte ich auch den Begriff der Kultur durch verschiedene Definitionen einordnen.

2.1 Das Lernen

Es gibt unterschiedliche Definitionen für das Lernen, das den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten oder Kenntnissen betrifft. Die eine beste Lernmethode gibt es nicht. Lernen kann als das Gewinnen neuer Erkenntnisse über das eigene Potenzial beschrieben werden, das sich in neuem Wissen, neuen Fähigkeiten, neuen Sichtweisen, neuen Fertigkeiten und insbesondere in der Kombination aller dieser Elemente zeigt, die man als Professionalität bezeichnen könnte. „Unter Lernen werden alle mehr oder weniger dauerhaften Verhaltensänderungen verstanden, die auf Umwelteinflüsse und nicht auf biologische Reifungsvorgänge oder Verletzungen/Krankheiten des Organismus zurückzuführen sind.“ (JASPER, 2002, S. 371) In dem Buch „Lernpsychologie“ schreibt Walter Edelmann, dass ein Gemeinsames Merkmal aller Lernprozesse die (unmittelbare oder sozial vermittelte) Erfahrungsbildung ist (vgl. EDELMANN, 2000, S. 277).

2.2 Die Lernstile und Lerntypen

Lernstile können als angewandte kognitive Stile bezeichnet werden (vgl. JONASSEN, D. H., GRABOWSKI, B. L., 1993, S. 233). Sie sind spezifische Muster, die die Lerner benötigen, um die physischen, mentalen und emotionalen Anforderungen, die sich aus der Lernsituation ergeben, meistern zu können (vgl. JONASSEN, D. H., GRABOWSKI, B. L., 1993, S. 233). Ihre Ermittlung basiert auf den von Lernern selbst genannten Lernpräferenzen. Im Unterschied zu Tests, die sich auf mentale Fähigkeiten, kognitive Kontrollen und Stile beziehen, also die aktuellen Fähigkeiten, Voraussetzungen und Neigungen bei der Informationsverarbeitung messen, werden Lerner im Rahmen von Lernstiltests nach ihren Vorlieben hinsichtlich der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung befragt. Lernstiltests sollen aber in dieser Arbeit nicht weiter betrachtet werden.

2.3 Die Kultur

Bei dem Begriff der Kultur, ist es ähnlich wie bei dem Lernbegriff. Es gibt eine Vielzahl an Definitionen. In dieser Arbeit sollen drei Definitionen genannt und eine, die Definition von Alexander Thomas, kurz erläutert werden.

„Der amerikanische Psychologe Harry Triandis definiert beispielsweise Kultur so: »By culture I mean the human made part oft the environment«“ (THOMAS, 2003, S. 21). Dabei meint er Kultur als den Teil der Lebensumwelt, der von Menschen selbst gemacht ist. „Der holländische Kulturpsychologe Hofstede definiert Kultur als »collective programming oft the mind«“ (THOMAS, 2003, S. 21). Hofstede geht dabei von einem kollektiven Bewusstsein einer Gesellschaft oder eines Gesellschaftsteil aus. Diese „Gruppenfürsorge“ beschreibt er auch in einem seiner fünf identifizierten Kategorien (Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Femininität, Zeitliche Orientierung), dem Kollektivismus.

Alexander Thomas von der Universität Regensburg sagt: „Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein spezifisches Handlungsfeld für alle sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen und schafft damit die Voraussetzungen zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung.“ (THOMAS, 2003, S. 22) Der Schlüsselbegriff in dieser Definition ist das Orientierungssystem. Orientierung ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen, um sich in seiner Umwelt zu Recht zu finden. Diese Sicherheit hat er dann, wenn er über eine ausreichend große Menge Wissen verfügt und dieses sachgerecht und effektiv umsetzen kann (vgl. THOMAS, 2003, S. 22).

3 Lernstiltheorien

Menschen lernen sehr unterschiedlich und haben bei gleichen Lernbedingungen oft unterschiedliche Erfolge. Die Ursache hierfür liegt unter anderem darin, dass es unterschiedliche Fähigkeiten und Präferenzen bezüglich der Sinnesmodalität gibt, über die man lernt. Der einzelne Lernende erzielt, wie oben beschrieben, sehr unterschiedliche Erfolge unter gleichen Lernbedingungen. Dabei können unterschiedliche Vorkenntnisse, verschiedene Motivationen und grundsätzlich intellektuelle Fähigkeiten der Grund sein. Je nachdem welche Präferenzen in Bezug auf die Sinne bestehen werden verschiedene „Lernstile“ unterschieden.

3.1 Die Lernstile nach Kolb

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Bereits 1972 entwickelte David Kolb ein Lernstilmodell, das sich auf Piagets Verständnis von Assimilation und Akkommodation bezog.“ (http://www.lerno.de/ MPX_content.php?PHPSESSID=d65e706be914d6f0c206991ea4954ac6&pos=0&content_id=652 - 12.02.2009) Dabei entwickelte er vier Grundkomponenten: konkrete Erfahrung, reflektiertes Beobachten, abstrakte Begriffsbildung, aktives Experimentieren. Die Unterscheidung der vier Lernstile von David Kolb gehört in Deutschland zu den bekanntesten. Nach seiner Theorie geschieht das Lernen aufgrund von Erfahrungen und ist ein ständig fortschreitender Prozess. Dabei findet das neu Gelernte immer einen Anknüpfungspunkt an bereits vorhandenes Wissen. Das heißt, dass für Kolb das Lernen ein ständig fortschreitender Prozess ist, welcher in vier Phasen abläuft.

In dem dargestellten Schaubild in Abbildung 3-1 soll der Prozess des Lernens durch Anknüpfung an Vorwissen grafisch unterstützt werden. Dabei findet vor dem Hintergrund von Vorwissen (gelber Bereich) nach einem durchlaufenem Lernprozess eine Verknüpfung mit dem Vorwissen und neu erlerntem Wissen (gelber + roter Bereich) statt. Dieses erweitert den Wissenstand und wird als Lernen bezeichnet.

3.1.1 Lernen in vier Phasen nach Kolb

Die vier Phasen des Erfahrungslernens bei David Kolb weisen starke Zusammenhänge zu den Modellen von Jung, Lewin, Dewey oder Piagets auf. Dewey ging davon aus, dass der Lernprozess in verschiedenen Phasen abläuft. Er bezeichnete diese Phasen als Impuls, Beobachtung, Wissen und Beurteilung, wobei die Beurteilung dann wieder zu einem neuen Impuls führt und der Zyklus auf einer höheren Ebene erneut durchlaufen wird (vgl. SCHULMEISTER, 2006, S. 91). Der Hauptunterschied von Kolbs Theorie des Erfahrungslernens zu den oben genannten und früher entstandenen Konzepten besteht darin, dass keine Bewertung der unterschiedlichen Lernstile vorgenommen wird, sondern dass diese mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen gleichberechtigt nebeneinander stehen (vgl. SMITH, KOLB, 1986, S. 13 f.). Wirklich effektives Lernen ist dann gegeben, wenn der Lerner alle vier Lernstile gleichermaßen ausgeprägt hat und dazu in der Lage ist, diese je nach Anforderungen der konkreten Situation flexibel einzusetzen und zu kombinieren (vgl. SMITH, KOLB, 1986,S. 6).

Kolb beschreibt seine vier Phasen wie folgt: In Phase eins macht das Individuum konkrete Erfahrungen mit einem Lerngegensand. Wichtig ist dabei, dass der Lernende für Neues offen ist und neue Erfahrungen ohne Vorurteile betrachtet (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/LernstileKolb.shtml 13.02.2009). In Phase zwei erfolgt dann das genauere, reflektierende Beobachten eines Lerngegenstandes. Es wird versucht diesen Lerngegenstand von verschiedenen Seiten zu betrachten (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/LernstileKolb.shtml 13.02.2009). In der dritten Phase wird ein Erklärungsansatz, eine Regel oder eine Theorie für das vorliegende Problem gesucht. Damit wird das Problem bzw. der Lernstoff fassbar und nimmt Gestalt an (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN /LernstileKolb.shtml 13.02.2009). In der vierten Phase wird die Theorie bzw. der Erklärungsansatz in der Praxis auf seine Tauglichkeit hin getestet und erprobt (vgl. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernstile Kolb.shtml - 13.02.2009).

Im Rahmen seiner Theorie des Erfahrungslernens unterscheidet Kolb insgesamt vier Lernstile, von denen zwei angeben, wie Erfahrungen gesammelt werden und sich die beiden anderen darauf beziehen, wie die Erfahrungen anschließend verarbeitet werden. Die Lernstile ordnet Kolb im Koordinatensystem wie folgt an: Auf der Y-Achse befinden sich die entgegengesetzten Pole Konkretes Erfahren (KE) und Analytisches Begreifen (AB). Sie geben an, wie Erfahrungen gesammelt werden. Dabei spielen die Sinne eine besondere Rolle. Es findet Wahrnehmung über das Begreifen, Fühlen oder Verstehen statt. Auf der X-Achse stehen sich die Pole Reflektierendes Beobachten (RB) und Aktives Experimentieren (AE) gegenüber. Sie geben Auskunft darüber, wie die Erfahrungen verarbeitet werden. Das kann durch nach innen gerichtetes Beobachten und Nachdenken oder durch nach außen gerichtetes Handeln geschehen. Die gemachten Aussagen, sollen durch die unten stehende Abbildung 3-2 noch einmal unterstrichen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3-2 Vier Lernstile Kolbs

Im Folgenden möchte ich die vier Lerntypen nach David Kolb kurz charakterisieren.

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Details

Seiten
22
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640300228
ISBN (Buch)
9783640305056
Dateigröße
975 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v125064
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Erziehungswissenschaften Abteilung Erwachsenenbildung und Weiterbildung
Note
1,7
Schlagworte
Lernstile Lerntypen Hintergrund interkulturell Kultur Kolb Divergierer Assimilierer Konvergierer Akkomodierer aktive und reflektive Lerner sensorische und intuitive Lerner visuelle und verbale Lerner sequentielle und globale Lerner Machtdistanz Individualismus/Kollektivismus Maskulinität Femininität Erwachsenenbildung

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