Lade Inhalt...

E-books - Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft

Seminararbeit 2003 26 Seiten

Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Einführung in die Geschichte des E-books
2.1. Memex
2.2. Dynabook
2.3. Sony Data Discman
2.4. Kurze Zusammenfassung der Geschichte

3. Technische Voraussetzungen von E-books

4. Benutzung des E-book

5. Das Verhältnis zwischen E-Books und papierenen Büchern

6. Mensch und Maschine – User Centered Design (UCD)
6.1. Vorgehensweise
6.2. Resultate
6.3. Was Anwender wollen

7. Wie soll ein E-book aussehen?

8. E-Publishing und die Digital-Rights-Management Technologie (DRM)

9. Zukünftige Vertriebsmethoden von E-books
9.1. Das Prevention Model
9.2. Das Advertisement Model
9.3. Das Marketplace Model
9.4. Das Subscription Model

10. Die digitale Bibliothek – ein Blick in die Zukunft

11. Schlusswort

12. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grafische Darstellung der DRM Technologie (vgl. Henke 2001: 87)

Abb. 2: Vorlieben der E-book Nutzer (vgl. Seyboldreports 2000: o.S)

1. Einleitung

Das E-book hat Potenzial, das E-book ist von Beginn weg ein Verlierer, die Zeit ist für das E-book noch nicht reif, das Design der E-books ist nicht benutzerfreundlich und die Technologie hinkt den Anforderungen hinterher. Alles Schlagwörter die man hört, greift man das Kontroverse Thema E-book auf. Die Meinungen über dieses technische Gerät divergieren weiter auseinander wie bei keinem zweiten. Garber (2000) definiert den Versuch in einem zu lesen als „trying to wade through an 800-page Tom Clancy opus printed on a mammoth roll of toilet paper“ (Garber 2000: o.S.), während Italie (2000) ihm eine Bruchlandung schon vor dem eigentlichen Start vorhersagt (vgl. Italie 2000: o.S.). Aber auch positive Stimmen zum Thema haben sich schon geäussert. So meint McLuhan (1995), dass das Zusammentreffen (oder die Kollision) von papierenen und elektronischen Büchern in „a moment of truth and revelation from which a new form is born“ (McLuhan 1995: o.S.) resultieren wird. Kontroverse Meinungen die es zu untersuchen gilt.

Eine kurze Einführung in die Ursprünge des E-books wird der Beginn meiner Arbeit zeichnen, nachdem ich mich den technischen Voraussetzungen widmen werde, die ein elektronisches Buch mitbringen muss. Sind diese Elemente klar, so sollte man es benutzen und stösst somit in ein weiteres Kapitel vor, welches sich der Nutzung von E-books zuwendet. Daraus ergibt sich die interessante Frage, welche Unterschiede es bezüglich Bücher auf Papier und deren elektronischen Pendants gibt.

Um den Erfolg oder Misserfolg von E-books weiter verfolgen zu können, werde ich eine kurze Beschreibung der Anforderungen an dieses liefern. Das UCD (User-Centered-Design) wird im Mittelpunkt stehen. Es handelt sich hierbei um sogenannte Benutzerstudien, die eruieren sollen, wie ein attraktives und ergonomisch brauchbares E-book aussehen sollte. Mit Hilfe des vorzüglichen Textes und der empirischen Erhebung von Henke (2001), werde ich Vorschläge zur Verbesserung von bestehenden Geräten geben. Die letzten Kapitel werden sich der Digital-Rights-Management Technologie (DRM), der elektronischen Urheberrechtstechnologie und dem damit verbundenen E-Publishing zuwenden. Datenschutz, Piracy, Benutzergebühren werden erläutert und mögliche Distributionswege der Zukunft aufgezeigt.

Die Seminararbeit wird mit einem Kapitel über die mögliche Zukunft von digitalen Bibliotheken abgeschlossen werden.

2. Kurze Einführung in die Geschichte des E-books

Die bewegte Geschichte der elektronischen Bücher beginnt 1945 als man die Idee hatte, Bücher nicht mehr in papierener Form zu lagern, sondern diese auf digitalem Weg zu archivieren. Memex hiess die Vision, welche seiner Zeit natürlich weit voraus war und somit nie realisiert wurde. Erst viele Jahre später und auch dank den früheren Visionen, näherten sich verschiedene Projekte der heutigen Realität. Nach Votsch (1999) sind so unzählige Pionierleistungen erbracht worden. Das Projekt Gutenberg, welches die Codierung in ASCII Files von sämtlichen öffentlichen Lesebeständen zum Inhalt hatte, wurde gestartet. Man wollte Bücher auf CD-ROMS vertreiben, Wörterbücher online zur Verfügung stellen und Bücher mit Bildern und Geräuschen bereichern. Aus all diesen, vielleicht sogar mutigen Initiativen ist nichts oder nur wenig geworden. Der IT-Hype ist spätestens seit dem Platzen der New Economy Blase vorbei und man ist auf den Boden der Realität zurückgekehrt. Trotzdem, das E-book, oder zumindest die Vision eines funktionierenden E-books, scheint immer noch unzählige Anhänger zu haben und man versucht immer noch die grundlegende Idee in die Praxis umzuwandeln, in einer Form die der Markt aufnimmt und gebrauchen kann.

2.1. Memex

Experten glauben, dass dies die erste Beschreibung eines E-books ist. Vannevar Bush beschrieb 1945 ein elektronisches Gerät zur Darstellung von Texten und Bildern. Es war allerdings nicht die Schilderung eines klassischen Computers mit Bildschirm auf dem die Texte dargestellt worden wären, sondern eine Kombination aus Mikrofilm und Bildschirm mit dem man an seinem Schreibtisch arbeiten konnte. Er beschrieb, wie der Benutzer seine Bücher, Fotos und Notizen darin speichern könnte. Obwohl das Memex das erste elektronische Buch hätte werden können, so erinnert es doch eher an eine Art Archivsystem, wie man sie seit den 60er Jahren kennt (vgl. Henke 2001: 11).

2.2. Dynabook

Der erste Hardware Prototyp der auf den Markt gekommen ist, auf dem man einfache Texte darstellen konnte, war das 1968 von Alan Kay entwickelte Dynabook. Es war dazu gedacht, dass Studenten das Dynabook mit in die Vorlesung nehmen und sich die nötigen Texte und Dokumente dazu online von einem Server herunterladen können. Kay’s Prototyp kann man sich als einen grossen Vorgänger eines heutigen Laptops vorstellen. Das Dynabook blieb ab dem Jahre 1984 kein Prototyp mehr. Xerox in den Vereinigten Staaten und Toshiba in Japan haben das Gerät als erstes „portable device“ auf den Markt gebracht und somit den Grundstein für die heutige Form von PDA’s, Laptops und portablen Computern gelegt.

2.3. Sony Data Discman

Auch Sony erkannte das Potenzial der tragbaren digitalen Geräte und lancierte im Jahr 1993 den Data Discman. Leider waren auch ihm keine Lorbeeren vergönnt, denn auf dem Markt scheiterte er kläglich (vgl. Feldmann 1995: o.S.). Trotzdem darf man dem Sony Data Discman einen Platz unter den Pionieren einräumen. Er war tragbar, besass einen Display, CD-ROM Laufwerk, Tastatur und ist somit ein weiterer Vorläufer der heutigen PDA’s. Zum scheitern gebracht wurde der Versuch von Sony nicht durch die eher schlechten technischen Voraussetzungen, sondern eher durch die schlechte Verfügbarkeit von Inhalten. Nur rund 20 Titel waren auf dem Gerät verfügbar und die Anzahl nahm im Laufe der Jahre auch nicht zu, da Sony ein proprietäres Dateiformat benutzte. Anderen Herstellern war es somit nicht möglich, ihren Content auf den Discman zu übertragen, es sei denn, sie hätten sich den Vorgaben von Sony angepasst. Verständlicherweise war dies nicht der Fall und somit ist schon ein eigentlicher Kernpunkt der Zukunft des E-books angeschnitten – die Standardisierung. Ich komme später darauf zurück.

2.4. Kurze Zusammenfassung der Geschichte

Die Geschichte des E-Books ist, bis heute, gesäumt vom Scheitern verschiedener Firmen und deren Produkten. Heutige Geräte und Software versprechen schon einiges an Funktionalität mehr als die damaligen Produkte. Ein Pluspunkt welcher heute zu einem Erfolg eines E-books beitragen könnte, ist nach Meinung von Henke (2001), dass Firmen „who are marketing these products are well funded and have already gained acceptance in the market place“ (Henke 2001: 17). Wenden wir uns somit den technischen Voraussetzungen zu, die heutige E-books und tragbare Geräte mitbringen müssen, um im anspruchsvollen Markt zu bestehen.

3. Technische Voraussetzungen von E-books

Wenn das papierene Buch eine „killer application“ ist, warum sollte man es durch etwas ersetzen, was nicht die Einfachheit, die Effizienz und die Emotionen beinhaltet die ein einfaches, seit Jahrhunderten bestens bekanntes Buch hat? Welche Vorteile bringt also ein Buch in elektronischer Form? Um überhaupt einen Vorteil gegenüber der bestechenden Einfachheit eines herkömmlichen Buches haben zu können, müssen als erster Schritt die technischen Voraussetzungen erfüllt sein, mit welchen sich das selbe Leseverhältnis aufbaut wie mit einem Buch.

Henke (2001) nennt vier Schlüsselfaktoren, welche als absolut minimale Voraussetzungen erfüllt werden müssen (vgl. Henke 2001: 7).

1. Bildschirme mit höherer Auflösung: Ein Beispiel vorneweg. Das heute vertriebene E-book der Firma Rocket eBook, hat eine Display Auflösung von 105 dpi. Die Standardauflösung von Computern, PDA’s und sonstigen Monitoren ist mit 72 dpi sehr gering. Das Fernsehen bietet gar eine noch geringere Anzahl Punkten pro Zoll. Fortschritte in der Herstellung sind also notwendig, um das Lesen am Bildschirm für das menschliche Auge angenehmer zu gestalten. Gleichzeitig müssen die Kosten für diese Geräte empfindlich gesenkt werden.
2. Batterielebensdauer: Die Batterieleistung ist in zweierlei Richtung wichtig. Erstens muss ein E-book eine gewisse Anzahl Stunden netzunabhängig den Betrieb gewährleisten können und zweitens sollte die Grösse sowie das Gewicht von Batterien abnehmen, damit beim Design (ich komme später auf das User-Centered-Design Konzept, UCD, zurück) neuer Geräte keine Abstriche gemacht werden müssen.
3. Software muss jede Form von E-book lesen können. Es dürfen in Zukunft keine proprietären Dateiformate mehr entwickelt werden. Erste Schritte in die richtige Richtung sind hier schon zu nennen: alle kennen wir den Adobe Acrobat Reader und das damit verbundene PDF File. Es ist eine Software, die zwar auf ihre Art proprietär ist, doch schon seit über einem Jahrzehnt eine so grosse Verbreitung gefunden hat, dass man sie mittlerweile als quasi-Standard definieren kann. Wichtig dabei ist jedoch zu sagen, dass die Software zulässt aus jedem denkbaren Dokument mit einem entsprechenden Plug-in ein PDF File zu kreieren. Word, Corel, QuarkXpress, aus allen kann man PDF Files erstellen und somit für nahezu alle Computer der Welt lesefähig machen.
4. Auch wenn das Internet die Vertriebswege, auch von anderen Produkten, grundlegend revolutioniert hat, so ist hier Handlungsbedarf angesagt. Verschiedene neue Kanäle müssen eröffnet werden, die zueinander im Wettbewerb stehen. Somit werden auch die Kosten gesenkt, was vor allem Verlagshäusern entgegenkommen dürfte.

Sollten diese Voraussetzungen einmal erfüllt sein, so dürfte einem Erfolg des E-books nicht mehr viel im Weg stehen. Die High Tech Industrie entwickelt schon heute die Geräte von morgen. Man will in diese Richtung vorstossen, um die unzähligen Möglichkeiten die diese elektronischen Geräte und Bücher mitbringen, nutzen zu können. Unzählige Möglichkeiten bieten unzählige Formen und Farben wie die gewünschten Informationen „an den Mann“ gebracht werden können. Somit wären wir bei einem Problem, welches sich in den Anfängen des world wide webs zeigte: „cognitve overload“ und „lost in space“ (vgl. Henke 2001: 10) sind Probleme in Verbindung mit dem benutzerunfreundlichen Design, das die präsentierten Inhalte haben können. Auch hier, komme ich später darauf zurück.

4. Benutzung des E-book

Das Benutzerverhalten von E-book Usern wurde erstmals im Jahr 2000 von der Firma seyboldreports – einem Marktforschungunternehmen in den USA – unterucht. Es wurden 30'377 Mitarbeiter der selben Firma online befragt. Als Motivation zur Beantwortung des Fragebogens dienten fünf Geschenkgutscheine des Warenhauses Barnes & Noble, die unter den Befragten verlost wurden. Wichtige Resultate zur Akzeptanz und dem Benutzerverhalten konnten somit ermittelt werden.

Was bei den Resultaten zur Untersuchung besonders auffällt, ist dass sich nicht alle Arten von Büchern oder Publikationen derselben Akzeptanz bei den Benutzern erfreuen. So würden zwar 66% der Befragten Betriebsanleitungen, Reiseführer, Zeitungen, Lernbücher oder ähnliches auf einem E-book lesen, doch nur 22% dieses auch benutzen, müssten sie unterhaltsame Texte darauf lesen. Noch weiter abgeschlagen befinden sich mit 12% der positiven Antworten andere Anwendungen wie zum Beispiel integrierte Kalenderfunktionen oder Adressbücher (vgl. Seyboldreports 2000: o.S.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vorlieben der E-book Nutzer (vgl. Seyboldreports 2000: o.S)

Der hohe Prozentsatz jener Nutzer die einem E-book zwar offen gegenüberstehen, aber doch keine unterhaltende Literatur darauf konsumieren möchten, wiederspiegelt nach der Meinung von Seyboldreports den grossen Anteil der Befragten die ein E-book nur zu Arbeitszwecken verwenden würden. Rund 50% glauben daran, dass sich E-books nur in der Arbeitsumgebung durchsetzen werden und bekräftigen ihre Aussage damit, dass sie zu Hause kein E-book verwenden werden um in ihrer Freizeit zu lesen. Ferner ist das Suchen von Informationen in digitalen Texten wichtig. 40% wollen eine eingebaute Suchfunktion und würden diese auch benutzen.

[...]

Details

Seiten
26
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638183802
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12518
Institution / Hochschule
Universität Zürich
Note
sehr gut
Schlagworte
E-books Chancen Möglichkeiten Zukunft Seminar Buch- Leserforschung

Autor

Zurück

Titel: E-books - Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft