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Das Zinsänderungsrisiko

Hausarbeit 2009 25 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Risikopolitik eines Kreditinstituts

3. Definition des Zinsänderungsrisikos

4. Einordnung des Zinsänderungsrisikos

5. Zinsschwankungen

6. Die Bestimmungsfaktoren des Zinsänderungsrisikos
6.1. Die endogenen Bestimmungsfaktoren
6.1.1. Die Struktur der Zahlungsreihe
6.1.2. Die Dauer der Zinsbindung
6.2. Die exogenen Bestimmungsfaktoren
6.2.1. Die Struktur der Marktzinsen
6.2.2. Die Entwicklung der Marktzinsen

7. Die Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos
7.1. Zinsertragsbilanzen
7.1.1. Die Zinsänderungsbilanz
7.1.2. Die Interest Rate Sensivity- Analyse (IRSA)
7.1.3. Die Zinserfolgselastizitäten
7.2. Reinvermögenskonzept
7.2.1. Die Duration – Analyse
7.3. Der Value at Risk
7.3.1. VaR mithilfe der Volatilitätenbetrachtung
7.3.2. VaR mithilfe der historischen Simulation

8. Schlusswort

9. Bibliographie

Internetquellen:

1. Einleitung

Der deutsche Unternehmer und Gründer der Bertelsmann – Stiftung hat einmal gemeint, „Die Ablehnung eines Risikos ist für ein Unternehmen das größte Risiko.“[1]

Dennoch müssen sich Verantwortliche eines Unternehmens, im Besonderen die eines Kreditinstituts, sich des Ausmaßes bewusst sein, bzw. sich im Vorhinein dazu entscheiden, wie viel Risiko sie tragen wollen.

In Kreditinstitute wird der Ertrag aus Zinserträgen erwirtschaftet. Die Verleihung von Geld muss ertragsbringend gestaltet sein. Der Zins dient als quantifizierbare Risikoabschätzung für die Verleihung. Nur durch das Eingehen von Risiken lassen sich Erträge gewinnen. Dennoch muss sich die Verantwortlichen in einem Kreditinstitut im Klaren sein, wie viel Risiko sie tragen können und wollen.

Die Marktzinsentwicklung für Finanztitel ist in den letzten Jahrzehnten um ein vielfaches volatiler geworden. Für die Führungsebene eines Kreditinstituts ist es daher von immenser Bedeutung, wie die zukünftige Zinsentwicklung aussieht. Da die möglichen Szenarien aber oftmals von der Realität als falsch prognostiziert eingestuft werden, lässt sich ein Zinsänderungsrisiko feststellen. Das Zinsänderungsrisiko muss von daher quantifizierbar sein, damit Geschäftspositionen darauf hinaus überprüft werden können. Zudem kann mit dem erfassten Zinsänderungsrisiko auch überprüft werden, ob bei eintretenden Risikoverlusten der Fortbestand des Kreditinstituts gesichert ist.

Die Hausarbeit zum Thema „Das Zinsänderungsrisiko“ wird sich mit der Risikopolitik eines Kreditinstituts, der Definition und der Einordnung des Zinsänderungsrisikos, den Zinsschwankungen, den Bestimmungsfaktoren und der Quantifizierung befassen.

Was das Zinsänderungsrisiko ist und welche Größe es in einer jeweiligen Geschäftsposition, bzw. in der Gesamtbilanzbetrachtung, aufweist, soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden.

In der Arbeit werden zur Veranschaulichung eigene Modellrechnungen und Grafiken aufgeführt, bzw. es werden Werte und Abbildungen aus aufgeführten Quellen hinzugezogen.

2. Risikopolitik eines Kreditinstituts

Die Risikopolitik eines Kreditinstituts kann essentiell für ein Kreditinstitut sein und soll daher kurz erläutert werden.

Ein Kreditinstitut arbeitet mit Geld unter risikobehafteten Annahmen über zukünftige Entwicklungen. Von daher muss sich ein Institut damit auseinandersetzen, wie viel Risiko sie maximal tragen will. Dieses Ergebnis wird als Risikotragfähigkeits-Limite bezeichnet. Um das Risiko zu bepreisen muss es Standard-Risikokosten erheben (Risikovolumen x Risikoprämie). Diese Standard-Risikokosten müssen langfristig im Durchschnitt ein positives Strukturergebnis mit den tatsächlichen Risikokosten aufweisen. Zudem muss der Saldo immer unter den Risikoertrags-Limite liegen.[2]

Da ein Kreditinstitut mit Geld unter Risikobedingungen arbeitet und langfristig bestehen will, muss es eine für das Unternehmen tragfähige Risikopolitik verfolgen. Eine individuelle Tragfähigkeitslinie und deckende Risikoprämien können die Institutsexistenz sichern, ebenso aber auch gefährden.

3. Definition des Zinsänderungsrisikos

Das Zinsänderungsrisiko wird in der Literatur im Allgemeinen ähnlich definiert. Pfeifer definiert folgendermaßen: Man kann „das Zinsänderungsrisiko als die Gefahr definieren, daß eine vom jeweiligen Kreditinstitut geplante und angestrebte Erfolgsgröße infolge von Zinsänderungen nicht realisiert wird.“[3]

Herzog definiert ähnlich und erweitert dazu noch: „Für die Zielgrösse einer Bank besteht das Zinsänderungsrisiko darin, dass der bei unveränderten Zinsen zu erzielende Wert der Zielgrösse aufgrund eintretender Zinsänderungen nicht erreicht wird. Ergibt sich dagegen bedingt durch die Zinsänderungen ein besserer Wert der Zielgrösse, dann wird von einer Zinsänderungschance für die betrachtete Zielgrösse gesprochen.“[4]

Das Zinsänderungsrisiko ist demnach die Gefahr, dass eine erwartete Zielgröße durch Marktzinsänderungen nicht erreicht wird. Herzog führt in seiner Definition weiter aus, dass Zinsänderungen nicht nur ein Risiko darstellen, sondern auch eine Chance zur Übertreffung, einer vom Kreditinstitut ausgegebenen Zielgrösse, beinhaltet.

4. Einordnung des Zinsänderungsrisikos

Risiken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Marktrisiken

- Währungsrisiko
- Aktienrisiko
- Zinsänderungsrisiko

Zu den bankbetrieblichen Risiken von Kreditinstituten gehören unter anderem das in den Marktrisiken unterteilte Zinsänderungsrisiko. [5] Die Marktrisiken unterliegen Risiken durch Preis- und Zinsänderungen auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten.

5. Zinsschwankungen

Pfeifer und Herzog sprachen in Ihren Definitionen von Marktzinsänderungen und damit von Zinsschwankungen als Ursache von Zinsänderungsrisiken. Demzufolge sollen diese Schwankungen nun verdeutlicht werden.

Zinsschwankungen sind das Ergebnis von Anpassungsmechanismen, die Finanzprodukte unter Risikobetrachtung in Abhängigkeit von Zeithorizonten bewerten. Wenn man den Verlauf des Diskontsatzes der Deutschen Bundesbank im Zeitraum von 1948 bis 1998 betrachtet, sind immense Unterschiede in der Höhe des Geldangebotszinssatzes zu verzeichnen. Auch der Zinssatz der EZB für Hauptrefinanzierungsgeschäfte zwischen 1999 und 2008 ist großen Zinsschwankungen unterworfen.[6]

Um ein Risiko durch Zinsschwankungen darstellen zu können, wird folgendes Beispiel gewählt:

Die Banken geben den Unternehmen langfristige Kredite zwischen 100.000 € bis 500.000 € zu einem festen Zinssatz und refinanzieren ihn selbst mit Geldern aus dem Interbankengeschäft, welche variabel verzinst sind. Nun werden beispielhaft Zinssätze eingeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Ausgabe von Krediten mit festem Zinssatz kann bei einer Refinanzierung mit variablen Zinssatz dazu führen, dass die bei Vertragsabschluss geltene Zinsmarge, bei ansteigendem variablen Zinssatz, kleiner wird. Die Bank erhält langfrisitig aus dem im Juni 1999 abgeschlossenen Kredit einen festen Zinssatz von 5,64%. Die Zinsmarge betrug am 15. Juni 1999 3,015%. Die Bank kann den Kredit variabel verzinslich refinanzieren. Doch schon innerhalb eines Jahres ist der variable Zinssatz von 2,625% auf 4,506% gestiegen. Die Zinsmarge wäre demzufolge innerhalb eines Jahres auf 1,134% gesunken, falls die Refinanzierung noch immer angedauert haben sollte.

Eine selbsterstellte Grafik, für den Zeitraum von Januar 2007 bis Januar 2009, zeigt die Zinsentwicklung des 1-Jahres-Zins für börsennotierte Wertpapiere am Rentenmarkt. Auch hier können die Zinsschwankungen für Finanztitel abgebildet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Falls eine Bank aber ihren langfristigen Kredit ebenfalls mit einem langfristigen Kredit refinanziert haben sollte, wäre demnach keine Schwankung vorhanden und daher auch kein Risiko zu verzeichnen. Die Zinsmarge könnte aber geringer sein, weil in der festverzinslichen Refinanzierung ebenfalls die Restlaufzeit und Risikofaktoren eingepreist werden.

Wie Pfeifer und Herzog beschrieben haben, bergen Zinsschwankungen ein Zinsänderungsrisiko, da die Aktiv- und Passivzinssätze bei Zinsänderungen nicht innerhalb einer Frist angepasst werden können. ´

6. Die Bestimmungsfaktoren des Zinsänderungsrisikos

Das Zinsänderungsrisiko wird durch endogene und exogene Faktoren bestimmt. Nachfolgend sollen die Faktoren genauer erläutert werden.

6.1. Die endogenen Bestimmungsfaktoren

Um die endogenen Bestimmungsfaktoren zu analysieren, kann die Barwertberechnung für Anleihen zur Veranschaulichung herangezogen werden.

Den Barwert einer Anleihe wird folgendermaßen ermittelt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] http://zitate.de/ergebnisse.php?kategorie=&x=0&y=0&stichwort=Risiko&autor=.

[2] Mathis, Walter W. (1995): Zinsänderungsrisiko-Messung innerhalb des integrierten Risikomanagements am Beispiel der Durationskennziffer und der Elastizitätsbilanz. – Bern; Stuttgart; Wien: Verlag Paul Haupt, S. 10-11.

[3] Wilkens, Marco (1994): Risiko-Management mit Zins-Futures in Banken. – Göttingen: Verlag Otto Schwartz, S. 291.

[4] Mathis (1995): Zinsänderungsrisiko-Messung, S. 16.

[5] Meier, Christan (1996): Lehren aus Verlusten im Kreditgeschäft Schweiz. – Bern; Stuttgart; Wien: Verlag Paul Haupt, S. 8.

[6] http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=zinsen&open_node_ =61426.

[7] http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=zinsen&func=row&tr =SU0506

[8] http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=&func=row&tr=ST0316

Details

Seiten
25
Jahr
2009
ISBN (Buch)
9783640306923
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v125304
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Schlagworte
Zinsänderungsrisiko Gesamtbanksteuerung

Autor

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Titel: Das Zinsänderungsrisiko