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Auf der Suche nach sich selbst

Betrachtungen zur Identitätsfindung Jugendlicher

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Die Adoleszenz

4 Definition: Identität

5 Erikson

6 Die Entwicklung der Identität nach Marcia

7 Die Ebenen der Identitätsfindung
7.1 Die reflexive Ebene
7.2 Die optative Ebene
7.3 Die akzeptative Ebene
7.4 Die soziale Ebene

8 Das Selbst

9 Faktoren, die die Entwicklung der Identität beeinflussen
9.1 Einfluss der Familie
9.2 Peer Groups

10 Risikofaktoren
10.1 Jugendagressivität

11 Fazit

12 Literaturverzeichnis

2 Einleitung

Für Eltern und Erwachsene ist es oft schwer mit Jugendlichen umzugehen und diese zu verstehen. Es liegt oft eine zu große Kluft zwischen ihren Lebenswelten, aber auch die Denkweisen unterscheiden sich. Wie schwierig ist es doch, erwachsen zu werden. Welche Frage den Jugendlichen zentral beschäftigt wird allzu oft vergessen. Dabei werden in der Jugend so viele Weichen für die Zukunft gestellt. Was es ist, dass diese Differenzen zu Stande kommen lässt will ich hier genauer beleuchten – der Jugendliche ist auf der Suche nach sich selbst. Wie geht diese Identitätsfindung von Statten und wie können Eltern ihre Kinder besser verstehen und ihnen in dieser Zeit besser zur Seite stehen, darum soll es in meiner Arbeit gehen. Zunächst einmal befasse ich mit dem Begriff der Adoleszenz um verständlich zu machen in welcher Situation sich ein Jugendlicher während dieser Phase befindet. Dann wird der Begriff der Identität genauer beschrieben um bewusst zu machen, was es für den Jugendlichen bedeutet, sich auf die Suche nach eben dieser zu machen. Hierbei begegnen wir im weiteren Verlauf meiner Arbeit Theorien von Erikson und Marcia. Desweiteren werden die vier Ebenen der Identitätsfindung geklärt und Faktoren beleuchtet, die Einfluss nehmen auf die Entwicklung der Identität. Insbesondere wird hier eingegangen auf die Familie und die Peer Group. Es werden Risikofaktoren zusammengefasst und Jugendagressivität wird untersucht. Abschließend wird festgestellt, was eine positive Auswirkung auf die Identitätsentwicklung Jugendlicher haben kann und wie Eltern positiv zu dieser beitragen können.

3 Die Adoleszenz

Erwachsenwerden ist nicht leicht. Dies weiß, wer sich selbst an seine Jugend zurückerinnert. Aber auch wer mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet wird damit immer wieder konfrontiert. Die Adoleszenz ist für Jugendliche eine Zeit der Veränderung, eine Zeit des Umbruchs. Neue Erwartungen werden an sie herangetragen, neue Aufgaben stellen sich ihnen, neue Horizonte tun sich auf. Gleichzeitig ist dies ein wehmütiger Abschied von der wohlbehüteten Kindheit. Mehr Selbstverantwortung wird von ihnen abverlangt und über Allem schwebt die Frage: Wer bin ich? Es ist die Suche nach sich selbst, die Suche nach der eigenen Identität, ein Balanceakt zwischen individuellen Bedürfnissen und den Anforderungen der Gesellschaft. Die Identitätsfindung kann als zentrale Aufgabe des Jugendalters betrachtet werden, auch für Hornstein ist sie die das grundlegende Problem der Sozialisation im Jugendalter (vgl. Hornstein, 1976, S. 240 ff.), wie sie für Erikson Entwicklungsaufgabe und die Herausforderung in dieser Zeit ist. Sie bringt einige Probleme und Verwirrungen mit sich, deshalb ist sie ein besonders wichtiges Thema im Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

4 Definition: Identität

Um sich intensiv mit der Frage der Identitätsentwicklung Jugendlicher während der Adoleszenz zu beschäftigen, muss vorausgehend geklärt werden, was in diesem Zusammenhang unter Identität zu verstehen ist. Im engeren entwicklungspsychologischen Sinne, bezeichnet die Identität eines Menschen „die einzigartige Persönlichkeitsstruktur, verbunden mit dem Bild, das andere von dieser Persönlichkeitsstruktur haben“ (Oerter, Montada, 1995, S. 346). Man spricht von der Identität eines Menschen und meint damit, die Gesamtheit seines Wesens. Spallek stellt fest: „Bereits ein Säugling besitzt eine Persönlichkeit, die durch ganz bestimmte Fähigkeiten und Charaktereigenschaften definiert werden kann. Im Laufe der Jahre lernt das Kind unendlich viele Dinge dazu, die seine Persönlichkeit prägen“ (Spallek, 2008). Nach Erikson ist Identität die „unmittelbare Wahrnehmung der eigenen Gleichheit und Kontinuität in der Zeit, und die damit verbundene Wahrnehmung, dass auch andere diese Gleichheit und Kontinuität erkennen“ (Erikson, 1980, S. 18). Es handelt sich demnach um ein lebenslanges Gefühl des Gleichgewichts (vgl. Erikson, 1975, S. 113). Auch für Schenk – Danzinger ist die Identitätsfindung ein lebenslanger Prozess der Veränderung, der nicht mit der Pubertät endet (vgl. Schenk – Danzinger, 1994, S. 196). „Man baut sich selbst als eine einmalige, unverwechselbare individuelle Person auf, die sich in einer persönlichen Kontur darstellt bzw. präsentiert.“ (Schenk - Danzinger, 1994, S. 196). Es geht hierbei darum, dass eine Person durch sich selbst und durch die soziale Umgebung als einmalig und unverwechselbar definiert wird. Der Begriff der Identität bezieht sich auf das Wesentliche einer Person. Zusammenfassend existiert also demnach ein Bewusstsein über die personale Einheitlichkeit und die Kontinuität des Individuums. Laut Marcinczak ist Identität „ein ständig durch individuelle Leistungen zu erbringendes Produkt, in dem die vielen Beteiligungen am sozialen Leben – mit verschiedenen Interaktionspartnern und in unterschiedlichsten Handlungsfeldern – als Aktivitäten einer einheitlich strukturierten Persönlichkeit gedeutet und leicht sichtbar gemacht werden müssen.“ (Marcinczak, 1985, S. 83 f.). Auch laut Waterman bezieht sich Identität „auf klar beschriebene Selbstdefinitionen, die jene Ziele, Werte und Überzeugungen enthält, die eine Person für sich als persönlich wichtig erachtet und denen sie sich verpflichtet fühlt.“ (Waterman, 1985, S.6).

5 Erikson

Laut Erikson ist die Persönlichkeitsentwicklung eines Jugendlichen entscheidend abhängig von seiner seelischen Entwicklung im Verlaufe der Kindheit. Für ihn ist das menschliche Wachstum ein lebenslanger Prozess, die Identität entsteht in einer Stufenfolge aufeinander aufbauender Krisenbewältigungen. Eine Krise ist in diesem Konzept als ein konstitutiver Bestandteil der normalen Entwicklung zu betrachten. Mit dem Ende der Pubertät und dem Beginn der Jugendzeit tritt für ihn die Phase der Identität/Identitätsdiffusion ein. Es ist an dem Jugendlichen, seine Rolle zu verfestigen und ein Gesamtbild zu erschaffen, das seine gesammelten Werte repräsentiert. Erikson spricht hier erstmals von der „Ich – Identität“, die er als die gesammelten Erfahrungen über die Fähigkeiten des Ichs bezeichnet (vgl. Erikson, 1975, S.265). „Die Ich – Identität bildet sich in der Auseinandersetzung mit den Normen und Werten, die in der Umgebung gelten, heraus.“ (Spallek, 2008). Das Problem der Identitätsfindung steht im Vordergrund der Phase der Identität/Identitäts-diffusion in Erikson‘ s Acht–Stufenmodel, es erfolgt eine starke Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Die Identitätsfindung wird durch den gelungenen Verlauf der vorangegangenen Phasen positiv beeinflusst. Ebenso ist sie desweiteren davon abhängig, ob es dem Jugendlichen gelingt den zum Teil widersprüchlichen Erwartungen, die an ihn als Träger unterschiedlicher sozialer Rollen gestellt werden, gerecht zu werden. Gelingt dies dem Jugendlichen nicht, so kann es zur Identitätsdiffusion kommen, auch erfolgt diese, wenn es dem Jugendlichen nicht gelingt, sich ein klares Bild von sich selbst zu machen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640324361
ISBN (Buch)
9783640326136
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126538
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
2,7
Schlagworte
Suche Betrachtungen Identitätsfindung Jugendlicher

Autor

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Titel: Auf der Suche nach sich selbst