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King Kong, das Geheimschwein - Ein Unterrichtsentwurf

Entwurf einer Unterrichtsreihe mit anschließender Feinplanung einer Unterrichtssequenz zu dem Erstlesebuch „King Kong, das Geheimschwein“ von Kirsten Boie

Hausarbeit 2009 18 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse

4. Unterrichtsreihe

5. Unterrichtsentwurf

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1 Unterrichtsreihe

1. Einleitung

„Die wichtigste Erkenntnis lautet, dass die Zukunftsaussichten einer Person auf dem Arbeitsmarkt über den Bildungsabschluss hinaus auch durch das Niveau der Lesekompetenz bestimmt werden“ (Kirsch, 2002, S. 178).

Dieses herangezogene Zitat verdeutlicht, welche Bedeutung die Lesekompetenz als Grundkompetenz für die Partizipation an der heutigen dynamischen Gesellschafft hat. Die PISA Studie aus dem Jahr 2000 konstatiert, dass deutsche Schüler, im Vergleich zu Schülern anderer OECD Mitgliedsstaaten, hinsichtlich ihrer Lesekompetenz unter dem Mittelwert liegen (vgl. Kirsch, 2002, S. 188). Diese Ergebnisse werden von der IGLU Studie 2006 bestätigt (vgl. Bos, 2007, S. 117). Ziel dieser Hausarbeit ist es nicht, die Hintergründe dieser Ergebnisse zu beleuchten, sondern den Stellenwert eines Erstlesebuches mit Hilfe einer Analyse und einer Unterrichtsgestaltung herauszuarbeiten.

Im Fokus dieser Hausarbeit steht das Erstlesebuch „King Kong, das Geheimschwein“ von Kirsten Boie. Es erscheint in der Reihe „Sonne, Mond und Sterne“ und wird in Hamburg vom Friedrich Oetinger Verlag herausgegeben.

In den ersten Schuljahren können grundlegende Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit Literatur vermittelt werden, die über die unmittelbare literarische Lernerfahrung hinaus eine Ressource für den späteren Literaturunterricht darstellen (vgl. Waldt, 2003, S. 103). Aufgrund dessen ist das Genre der Erstlesebücher eine Verbindungseinheit zwischen Bilderbüchern und Kinderbüchern. Dieses Genre zielt darauf ab, den Leser auf das Lesen ohne Lesehilfen, wie beispielsweise einfacher Wortschatz, Illustrationen oder großer Druck vorzubereiten. Erstlesebücher streben allerdings ebenfalls an, die Aufmerksamkeit des Lesers zu fordern (vgl. Borromäus, 2008, S. 4). Schließlich geht es darum, einen Balanceakt zwischen Unterund Überforderung des Lesers herzustellen, um seine Lesemotivation auf möglichst hohem Niveau zu stabilisieren.

Erstlesebücher müssen in diesem Kontext diverse Differenzierungsmöglichkeiten bieten. Sowohl handlungsorientierte, als auch produktionsorientierte Methoden müssen anhand des Genres durchführbar sein. Des Weiteren muss es den einzelnen Lernbiographien der Schüler in der Grundschule entsprechen, auch aufgrund der heterogenen Zusammenstellung der Klassen hinsichtlich sozialer und ethnischer Herkunft sowie Leistungsniveau. Es muss folglich die Möglichkeit zur natürlichen Differenzierung gegeben sein.

2. Sachanalyse

Das Erstlesewerk „King Kong, das Geheimschwein“ handelt von dem achtjährigen Jan- Arne, der von seinem Freund Frieder ein Meerschweinchen geschenkt bekommt. Obwohl das Meerschweinchen ein Weibchen ist, nennt er es King Kong. Jan-Arne wünscht sich, dass es so groß, stark und wild wird wie King Kong und ihn vor Angreifern beschützt. Nur zu ihm soll King Kong lieb und zahm sein. Jan-Arne weiß, dass er keine Haustiere haben darf. Dennoch bringt er King Kong heimlich in einem Schuhkarton mit nach Hause und versteckt sie in seinem Zimmer. Doch die Spuren, die King Kong hinterlässt, kann er nicht lange vor seinen Eltern verstecken, sodass seine Mutter eines Tages das Meerschweinchen entdeckt. Sie schließt es jedoch gleich in ihr Herz und Jan- Arne darf King Kong behalten.

Thematisch orientiert sich das Buch an der Gedankenund Gefühlswelt eines kleinen Jungen, dessen Erlebnissen, Freuden und Problemen. Die Geschichte ist an Alltagserfahrungen der Leser angeknüpft. Das Buch gehört damit zum Genre der Alltagsgeschichten. Jan-Arne stellt eine Identifikationsfigur für den gleichaltrigen Leser dar. Auch die Lebenswelt Jan-Arnes ist an der des Lesers orientiert. Schulhofsituationen, Streit mit Mitschülern, die Beziehung zu den Eltern und der Wunsch nach einem Haustier sind oft in den Lebenswelten der Leser wiederzufinden. Conrady stellt in diesem Zusammenhang heraus, dass Inhalte besser verstanden werden, wenn sie vom Leser mit bisherigen Erfahrungen angereichert und assoziiert werden können (vgl. Conrady, 1998, S. 6).

Das Buch von Kirsten Boie „King Kong, das Geheimschwein“ wird vom Friedrich Oetinger Verlag in Hamburg herausgegeben und ist mit Bildern von Silke Brix illustriert (vgl. Boie, 2005, S. 3). Es erscheint in der Reihe „Sonne, Mond und Sterne“. Das Buch besteht aus 18 Kapiteln, die jeweils mindestens eine und maximal fünf Seiten der insgesamt 57 Seiten umfassen. Die Kapitel sind mit Nummern auf den jeweiligen Seiten oben links differenziert. Überschriften zu den einzelnen Kapiteln sind nicht vorhanden. Dennoch lassen sich die Kapitel zusammenfassen. Die Kapitel eins bis sieben bilden die Einleitung des Buches, die Kapitel acht bis elf die Steigerung und die Kapitel zwölf bis 17 den Höhepunkt. Kapitel 18 definiert schließlich den Schluss der Geschichte. Die Handlung des Erstlesewerkes ist damit linear aufgebaut.

Auf jeder Doppelseite ist mindestens ein Bild vorhanden. Insgesamt enthält das Buch 31 Bilder. Auf den Bildern sind die Personen und deren momentane Handlungen dargestellt. Es sind comicähnliche Zeichnungen, bei denen die Hintergründe affirmativ illustriert sind und das Geschehen im Vordergrund im Fokus steht.

Die Autorin verwendet größtenteils einfache Satzstrukturen. Aber auch komplexe Satzstrukturen finden in dem Buch Verwendung, wie bspw. „Aber Susanna war wirklich ein Weibchen und darum hat sie jetzt Junge gekriegt, vier Stück“ (Boie, 2005, S. 9). Das Erstlesewerk ist in klarer Sprache und Alltagssprache formuliert. Die wörtliche Rede ist dabei durch Redezeichen kenntlich gemacht. Aber auch Wörter, die sowohl schwierig in ihrer Aussprache, als auch nicht unbedingt in der Lebenswelt der Leser angesiedelt sind, wie z. B. „Hollywoodschaukel“, „Kanninchendraht“ oder „Stachelbeersträucher“ werden verwendet.

Der Text ist in der Schriftgröße 16pt mit linksbündigem Flattersatz und Druckbuchstaben abgedruckt. Diese Schriftgröße gilt als optimal. Eine zu kleine Schrift kann bei Leseanfängern zu Problemen der Wahrnehmung, der Unterscheidung zu anderen Buchstaben und der Differenzierung führen. Ist die Schrift zu groß, können Leseanfänger von sieben Jahren maximal zwei Buchstaben erkennen. Dadurch würde der Leseprozess verlangsamt und erschwert (vgl. Conrady, 1998, S. 9). Die Zeilen sind nicht länger als zehn Zentimeter und Trennungen von Wörtern werden gänzlich vermieden. Zusätzlich ist der Text durch viele Absätze gegliedert.

3. Didaktische Analyse

Dieses Buch wird vom Oetinger Verlag für Leser ab sieben bzw. acht Jahren empfohlen. Damit orientieren sich diese Erstlesegeschichten an den Lesefähigkeiten der Erstund Zweitklässler. Aufgrund der beschriebenen Thematik in der Sachanalyse ist ebenfalls zu konstatieren, dass sich diese Geschichten auch an den kindlichen Interessen orientieren. Dieses Erstlesewerk bietet differenzierte Anknüpfungspunkte für Unterrichtsziele, Methodenvielfalt und didaktische Richtungen.

„Der Literaturunterricht in der Grundschule umfasst (…) Leseförderung und literarisches Lernen. Literarisches Lernen ist eine Ergänzung zur Leseförderung, und Leseförderung ergänzt literarisches Lernen“ (Waldt, 2003, S. 100). Es ist möglich diese sich bedingenden Strukturmomente des Unterrichts mit diesem Erstlesewerk sinnvoll zu verknüpfen. Leseförderung ist dabei als wichtigste elementare Arbeit anzusehen, die die Basis für jede weitere Literaturarbeit bildet (vgl. ebd., S. 105). Dieses Buch bietet Gelegenheit handlungsorientiert als auch produktionsorientiert zu arbeiten. Gerhard Haas vertritt die Ansicht, dass die Grundschule die Entwicklung der Lesebereitschaft und desLesebedürfnisses zur Aufgabe hat. Für ihn gilt es zunächst, einen emotionalen Zugang zu den literarischen Texten zu schaffen (vgl. ebd., S. 37). Aufgrund des engen Bezuges di eses Erstlesewerkes zu der Lebenswelt des Lesers ist es praktikabel einen solchen Zugang zu kreieren. Damit ist es möglich, die Entwicklung der literarischen Kompetenz zu fördern. Entscheidend bei diesem Ansatz ist, dass die Schüler mit ihren Interessen im Vordergrund stehen, um gleichzeitig die Lesemotivation zu stärken.

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Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640334766
ISBN (Buch)
9783640334407
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127093
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Deutschdidaktik
Note
1,0
Schlagworte
King Kong Geheimschwein Unterrichtsentwurf Entwurf Unterrichtsreihe Feinplanung Unterrichtssequenz Erstlesebuch Geheimschwein“ Kirsten Boie

Autor

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Titel: King Kong, das Geheimschwein - Ein Unterrichtsentwurf