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Das Schm'a: Zweiter Teil des Deuteronomium

Hausarbeit 2007 13 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Gliederung

1. Deuteronomium, das fünfte Buch Moses

2. Bedeutung des Schm’as

3. Übersetzungsprobleme

4. Aufbau des Schm’as
4.1 Dtn 6,4-9
4.2 Dtn 11, 13-21
4.3 Num 15,37-41

5. ‚Die Liebe zu Gott’ im Schm’a

6. Das jüdische Gebet
6.1 Tefillin
6.2 Mesusot

7. Matisyahu

8. Literaturverzeichnis

Internetseiten:

Anhang
9.1 Bibelstellen
9.2 Songtext ‘Got no water’

1. Deuteronomium, das fünfte Buch Moses

Das Buch Deuteronomium ist das fünfte Buch Moses. Es enthält drei Ausführungen, die Moses an die Israeliten richtet. In dem ersten Teil (Dtn 1-4) beschreibt Moses die bedeutendsten Ereignisse der letzen 40 Jahre der Wüstenwanderung. In Dtn 5-26, dem zweiten Teil, welcher den Hauptteil des Buches darstellt, werden zunächst die zehn Gebote wiederholt, bevor weitere Regeln und Gesetze aufgestellt werden, die nötig sind um im Land Kanaan zu leben. Im letzte Teil (Dtn 27-30) werden die positiven und negativen Konsequenzen besprochen, mit denen man zu rechnen hat, wenn man sich nicht an die Gebote hält.[1]

Das Schm’a, welches im Folgenden besprochen wird, ist dem zweiten Teil zuzuordnen.

2. Bedeutung des Schm’as

Wenn man einen Juden nach einer Zusammenfassung des jüdischen Glaubens fragt, erhält man garantiert die Antwort: ‚Das Schm’a Israel’.[2] Das Schm’a ist das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums. Es beinhaltet das Bekenntnis zur Einheit und Einzigartigkeit Gottes sowie mehrere zentrale Gebote des Judentums. Der Inhalt des Schm’as geht aber weit über die Vorschrift der Gebote hinaus. Israel soll sich immer der Pflicht bewusst sein, Gott zu lieben und ihn als den einzigen Gott sehen.[3] So ist es zugleich der grösste Beitrag des Judentums zum religiösen Denken der Menschheit. Die Juden unterstreichen mit dem Schm’a den Monotheismus. Der eine Gott wird als Gott der ganzen Menschheit bezeichnet, sodass alle Menschen miteinander verwandt sind.[4]

Der erste Satz des Schm’as („Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.“ Dtn 6,4)

hat eine besondere Stellung, obwohl eigentlich alle Verse des Schm’as gleich bedeutend sind. Er beschreibt die monotheistische Religion am präzisesten.[5] Das Schm’a unterstreicht die jüdische Ablehnung des Polytheismus und der heidnischen Ethik, des persischen Dualismus, des griechischen Pantheismus und der christlichen Trinitätslehre.[6] Petuchowski versteht das Schm’a daher keinesfalls als ein Gebet, sondern vielmehr als eine Proklamation, in der die Juden Zeugnis über den ethischen Monotheismus ablegen.[7]

3. Übersetzungsprobleme

Trotz einer sehr zentralen Stellung in der jüdischen Tradition ist die genaue Bedeutung des ersten Satzes des Schm’as nicht sicher. Dies liegt an den verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten. Auf hebräisch lautet er: „Sch’ma Jisrael Adonai Eloheinu, Adonai Echad[8] Übersetzt würden diese sechs Wörter „Höre Israel mein Herr unser Gott mein Herr eins/einer[9].

Die ersten zwei Wörter haben meistens die gleiche Übersetzung, sie heißen „Höre Israel“ in englisch: „Hear Israel“[10]. Jedoch kann man bereits bei den ersten beiden Wörtern schon sehr unterschiedliche Wirkungen durch die Setzung eines Kommas oder eines Ausrufezeichens erreichen. Im Hebräischen fehlen die Satzzeichen, durch welche man auch eine Beziehung hätte interpretieren könnte. Die anschliessenden vier Wörter dagegen haben ganz unterschiedliche Übersetzungen. Das Wort ‚echad’ zum Beispiel kann ‚eins’, ‚allein’, ‚einer’, ‚einzig’ oder ‚einzigartig’ bedeuten.[11]

Eines der Hauptprobleme ist die fehlende grammatikalische Struktur. Im Hebräischen wird das Hilfsverb ‚sein’ nicht ausgedrückt, sodass man bei der Übersetzung die Beziehung der Wörter zueinander nicht eindeutig erkennen kann. Man kann das Verb ‚sein’ an verschieden Stellen positionieren, erlangt dadurch aber sehr unterschiedliche Übersetzungen. Wenn man das Verb ‚sein’ zwischen ‚Herr’ und ‚unser Gott’ setzt, sagt man aus, dass dieser eine Gott, der Gott des Volkes Israels ist. Wenn man dagegen aber das Verb ‚sein’ zwischen ‚Herr’ und ‚einzig’ setzt, bedeutet dies, dass es nur den einen Gott gibt und sonst keinen. Dies würde zu dem Monotheismus passen. Man könnte aber auch ‚sein’ zweimal verwenden (vgl. Übersetzung von Max Arzt), hierdurch würde man die bereits genannten Aspekte zusammen führen.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn man die ersten beiden Wörter „Höre Israel“ hört, kommt es einem wie eine Aufforderung vor, dass man jetzt aufpassen soll, da etwas sehr wichtiges kommt. Es klingt wie eine Redeeröffnung. Eine andere Wirkung bekommen diese Worte, wenn sie von einem Beter gesprochen werden. Sie sind nicht länger nur eine Einleitung, sondern schon ein Teil seiner Hauptaussage. Es soll die tägliche Pflicht Israels ausdrücken, darauf zu hören. Sowohl der Sprecher als auch der Zuhörer sind Zeugen, wenn jemand sein Zeugnis ablegt. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine besondere Schreibweise sehr wichtig. In den Torarollen werden der letzte Buchstabe des ersten Wortes und der letzte Buchstabe des letzten Wortes des Dtn 6,4 grösser als die anderen geschrieben. Das hebräische Wort ‚ed’ ist das Ergebnis dieser Zusammensetzung. Es bedeutet ‚Zeuge’.[13]

4. Aufbau des Schm’as

Das Schm’a besteht aus drei Bibelstellen: Dtn 6, 4.9; Dtn 11, 13.21 und Num 15, 37-41.[14] Gemeinsam ergeben sie das Glaubensbekenntnis des Judentums. Wobei sich der Titel „das Schm’a Israel“ eher auf den ersten Abschnitt bezieht, übersetzt sind es die ersten beiden Wörter der Übersetzung: „ Höre Israel“. Durch diesen einseitigen Bezug des Titels auf nur einen Teil, könnte man annehmen, dass das Schm’a zunächst nur aus einem Teil bestand und die anderen Teile im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden.[15] Seinen Namen hat das Schm’a durch das erste Wort erhalten: ‚Shema’ = ‚Höre’.[16]

Die Rabbinen hatten für jeden Teil des Schm’as einen bestimmten Namen. Diese Namen haben für die jetzige Bedeutung einen hohen Stellenwert.

[...]


[1] vgl. Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Deuteronomium, Stand: 23.09.2007.

[2] vgl. Schild, Erwin, Höre Israel. Eine Untersuchung des Shema Israel, in: BiLi 77 (2004) 236.

[3] vgl. Plaut, W. Gunther: Die Tora in jüdischer Auslegung V.Dewarim. Deuteronomium, Gütersloh 2004, 112.

[4] vgl. Plaut, 2004, 112ff.

[5] vgl. Krochmalnik, Daniel, Schriftauslegung. Die Bücher Levitikus, Numeri, Deuteronomium im Judentum (NSK.AT 33/5), Stuttgart 2003, 188.

[6] vgl. Plaut, 2004, 112.

[7] Vgl. Petuchowski, Jakob J., Das „Höre Israel“, in: Henrix, Hans Hermann (Hg.), Jüdische Liturgie. Geschichte – Struktur – Wesen (QD 86), Freiburg / Basel / Wien 1979, 68.

[8] Krochmalnik, 2003, S.188.

[9] Schild, 2004, S.240.

[10] Schild, 2004, S.240.

[11] vgl. Plaut, 2004,112.

[12] vgl. Krochmalnik, 2003, S.189f.

[13] vgl. Schild, 2004, S.238.

[14] Vgl. Elbogen, Ismar, Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung (Olms Paperbacks 30), Hildesheim / Zürich / New York 41962, 16.

[15] Vgl. Petuchowski, 1979, S.68.

[16] Vgl. Schild, 2004, S.237.

Details

Seiten
13
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640351893
ISBN (Buch)
9783640351848
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127470
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2
Schlagworte
Schm Zweiter Teil Deuteronomium

Autor

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