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Projektantrag für eine Diplom-, Examensarbeit

Mit dem Thema: Unternehmenskultur in einem sozialen Unternehmen als Beitrag zur Qualitätssicherung und- entwicklung am Beispiel eines Berufskollegs

Wissenschaftlicher Aufsatz 2007 17 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Gliederung des Projektantrages

1. Problemstellung

2. Begriff der Unternehmenskultur

3. Ansätze der Unternehmenskulturforschung

4. Zusammenwirkung der Unternehmenskultur und des Total Quality Management

5. Zielsetzung der Arbeit

6. Vorgehensweise

7. Gliederungsvorschlag

Literaturverzeichnis

1. Problemstellung

Werden Jugendliche angemessen auf die Anforderungen von Ausbildung, Studium und Beruf vorbereitet? Wird in den Schulen das Richtige gelernt? Bekommen die jungen Menschen die notwendige Unterstützung und Förderung in den Schulen? Gelingt es den Schulen starke Persönlichkeiten zu formen? ...

Von jeher haben Eltern, Schüler, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen sich dies gefragt.[1] Aber auch die Lehrkräfte hinterfragen die Qualität ihrer schulischen Arbeit. Immer schon beschäftigt es die Teilnehmer an Schule, wie die Leistungen des Schulsystems verbessert werden könnten.

Aus der Wirtschaft und den Hochschulen werden in den letzten Jahren immer mehr kritische Anfragen an die Leistungen der SchulabgängerInnen gestellt. Spätestens die OECD-Studie PISA (Programme for International Student Assessment) zeigte, dass im internationalen Vergleich die deutschen Schulen versagen. Die Jugendlichen können schlecht lesen, unzureichend rechnen und Probleme lösen schon gar nicht. In keinem anderen Teilnehmerland ist der Abstand zwischen sehr guten und sehr schlechten Schülern so groß wie in Deutschland.[2] [3]

Um die Schulqualität zu verbessern, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass auf der Ebene der einzelnen Schule die Qualitätsstandards gestaltet und verbessert werden müssen.[4] Diesbezüglich hat in den letzten Jahren in der Schulpolitik ein Umdenken stattgefunden. In NRW ist dies unter dem Begriff „Selbstständige Schule“[5] wieder zu finden. In diesem Zusammenhang wird die These vertreten: Es besteht die Chance, dass öffentliche Dienstleistungen, so auch Schulen, sich von bisher fast ausschließlich staatlich geprägten Einrichtungen und „Schulanstalten“ zu „sozialen Unternehmen“ entwickeln sollten.[6] Mit dem Begriff „Unternehmen“ soll vor allem die wirtschaftliche Seite angesprochen werden, in erster Linie das unternehmerische und selbstständige Handeln von öffentlichen Dienstleistungseinrichtungen wie einer Schule und deren Leitung. Dies findet sich insbesondere in der Bereitstellung eines finanziellen Budgets für die schuleigene Leitung wieder. Dadurch wird es Schulen ermöglicht, nach ihren Erfordernissen geeignetes Lehrpersonal einzustellen, Werkstätten, PC-Räume, Labore, usw. einzurichten. Durch die neuen Anforderungen, die an Schulen herangetragen werden, ist es für die Schulleitung unerlässlich geworden, ein Qualitätsmanagement genauso wie in einem Wirtschaftsunternehmen zum festen Bestandteil werden zu lassen. Dabei bedienen sich Schulleitungen zum Teil standardisierter Verfahren wie dem Total Quality Management (TQM).[7] [8] Aber um eine ständige Qualitätsentwicklung und -verbesserung bei den angebotenen Dienstleistungen einer Schule zu erreichen, muss das Qualitätsmanagement in die „Philosophie“ der Schule eingebettet werden.[9]

2. Begriff der Unternehmenskultur

Der Begriff „Kultur“ ist von dem lateinischen Wort „Cultura“ abgeleitet. Er bezeichnet „die Pflege des Bodens“ oder „die Veredelung des Lebewesens“.

Und nach dem Oxford’s Dictionary bezeichnet der Bergriff „Culture“ im Englischen „the way people live“, also die Art und Weise, wie Menschen leben.

Seit den Siebzigern und Achtzigern Jahren des letzten Jahrhunderts fand der Begriff „Kultur“ Einzug in die betriebswirtschaftliche Literatur und Forschung. Dort wurde mit dem Begriff „Unternehmenskultur“ die gelebte, spezifische Kultur japanischer Betriebe als Erfolgsfaktor für die Stärke der Wirtschaftsmacht Japans bezeichnet.[10]

In der Anthropologie versteht man unter dem Begriff Kultur z.B. bestimmte Bräuche und Riten. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet „Kultur“ eine gewisse Eleganz oder den verfeinerten Geschmack, z.B. die Vorliebe für die gehobene französische Küche. In der Betriebswirtschaft benutzen Manager den Begriff in der Regel, um auf das Klima im Unternehmen Bezug zu nehmen.[11]

In der Literatur finden sich mehr Definitionen von Unternehmenskultur als Sand am Meer. Doch ist es nicht einfach, eine klare Definition zu finden.[12] Aus Sicht der Unternehmensführung zählt in erster Linie die Eignung der Kultur für die Verfolgung einer Unternehmensstrategie für den Erfolg des Unternehmens.[13] Aus folgenden Definitionen werden unter anderem Aspekte als Grundlage der Examensarbeit berücksichtigt:

„Die Unternehmenskultur ist die Gesamtheit der in der Unternehmung vorherrschenden Wertvorstellungen, Traditionen, Überlieferungen, Mythen, Normen und Denkhaltungen, die den Mitarbeitern auf allen Verantwortungsebenen Sinn und Richtlinien für ihr Verhalten vermitteln. Die Unternehmenskultur ist etwas in der Zeit Gewachsenes, das in einem langen Zeitraum aufgebaut, in kurzer Zeit jedoch zerstört werden kann; sie ist ganz wesentlich durch die Vision und das Vorbild der Unternehmensleitung geprägt.“[14]

„Unternehmenskultur ist die Gesamtheit von im Laufe der Zeit in einer Unternehmung entstandenen, gewachsenen und akzeptierten Werten und Normen, die über bestimmte Denk- und Verhaltensmuster das Entscheiden und Handeln der Mitglieder der Unternehmung prägen.“[15]

„ Wenngleich wir akzeptieren, dass Unternehmenskultur ein unsichtbares und ungreifbares Phänomen ist, so kennen wir doch eine Reihe von Indikatoren, anhand derer ihre Beschreibung und Beurteilung möglich erscheint. Diese Indikatoren oder Artefakte bezeichnen wir als Symbolsystem einer Unternehmenskultur. Elemente eines derartigen Symbolsystems der Unternehmenskultur können sein:

- Riten und Rituale (Feiern, Jubiläen, Beförderungen, Verabschiedungen, Entlassungen)
- Mythen und Geschichten (Pioniere, Gründer, Erfolge und Krisen der Vergangenheit)
- Corporate Identity ( Architektur, Fuhrpark, Druckererzeugnisse, Messestand, Kleidung)
- Wahrgenommene Atmosphäre und Leistungen (Sprache, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Besucherempfang)“[16]

„Unternehmenskultur ist die Menge der Gewohnheiten, in der sich ein Unternehmen von seiner Umgebung unterscheidet. Umgebung kann dabei die eigene Branche, aber auch die Industrie insgesamt oder die umgebene Gesellschaft sein.“[17]

Diese Definitionen sollen helfen, ein besseres Verständnis für Unternehmenskultur zu vermitteln, mit der sich im nächsten Punkt näher auseinandergesetzt wird.

3. Ansätze der Unternehmenskulturforschung

Die Unternehmenskultur ist wie jede andere Kultur ein unsichtbares, interpersonales Phänomen. Dadurch ist eine Beobachtung bzw. Analyse anhand harter Fakten sehr schwierig.[18] Bei der Beschreibung der in einer Unternehmung herrschenden Kultur ist man auf die von außen sichtbaren Zeugnisse der Kultur angewiesen.[19] Zum Teil sind diese Zeugnisse offen ersichtlich, zum anderen sind sie mehr oder weniger tief im Bewusstsein der Kulturträger verankert. Dabei ist festzuhalten, dass nicht jedes beobachtete Merkmal unbedingt ein Ausdruck der Unternehmenskultur darstellt.

Einleitend soll das „Konstrukt Schule“ in die Organisationstheorie eingeordnet werden. Hier wird die zellulare, fragmentierte Sozialstruktur von Schulen mit dem Modell der „Professional Organisation“ verglichen. Dieser Bergriff stammt aus der Organisationslehre von Mintzberg.[20] Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Expertenorganisation“ synonym mit dem oben genannten Begriff verwendet. Einige Beispiele für die „Expertenorganisation“ sind Anwaltkanzleien, Krankenhäuser, Universitäten und Schulen. Diese Organisationsform tritt überall dort auf, wo Arbeit in besonderer Weise vom Sachverstand, der Expertise und Motivation der Mitarbeiter abhängt. Bei dem Vergleich einer Expertenorganisation und einem Berufskolleg gibt es viele Übereinstimmungen:

[...]


[1] Vgl. Kempfert/ Rolff, S. 10

[2] Vgl. OECD

[3] Vgl. Prenzel et al.

[4] Vgl. Steiner/ Landwehr, S. 7

[5] Selbstständig sein heißt Verantwortung für Qualität übernehmen Das im Schuljahr 2002/03 gestartete und auf sechs Jahre angelegte Modellvorhaben "Selbstständige Schule" zielt auf die Verbesserung der Qualität schulischer Arbeit und insbesondere des Unterrichts durch qualitätsorientierte Selbststeuerung an Schulen und durch Entwicklung regionaler Bildungslandschaften. Die am Projekt beteiligten 278 Schulen in 19 Regionen in Nordrhein-Westfalen werden bei ihrer regionalen Schulentwicklung durch umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen unterstützt. Das Projekt wird gemeinsam vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung getragen und durch eine wissenschaftliche Begleitforschung evaluiert.

[6] Evers, S. 54

[7] Vgl. Kaminske/ Brauer, S 143

[8] Grundlagen von Qualitätsmanagement-Prozesse sind auf Walter Edward Deming zurückzuführen, so z.B. Auch das TQM. Im Vordergrund dieses umfassenden Konzepts steht die Erfühlung der Kundenbedürfnisse, wobei das Augenmerk nicht auf dem Endprodukt liegt, sondern auf allen Prozessen, die zum Produkt führen.

[9] Vgl. Steiner/ Landwehr, S. 7f

[10] Vgl. Bleicher (1982), S. 444ff

[11] Vgl. Simon, S. 45

[12] Vgl. Westbrook, S. 1

[13] Vgl. Dauphinais et al.; S. 199

[14] Hinterhuber, S. 248

[15] Bea/ Haas, S. 466

[16] Bea/ Haas, S. 467

[17] Berner, W., S. 30

[18] Vgl. Westbrook, S. 3

[19] Bea/ Haas, S. 467

[20] Vgl. Mintzberg (1983), S. 198; Vgl. Mintzberg/Quinn (1996), S. 658

Details

Seiten
17
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640327973
ISBN (Buch)
9783640328000
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127708
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Seminar für betriebswirtschaftliche Unternehmensführung und Logistik
Note
Schlagworte
Projektantrag Diplom- Examensarbeit Thema Unternehmenskultur Unternehmen Beitrag Qualitätssicherung Beispiel Berufskollegs

Autor

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