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Gewaltprävention in Kindertagesstätten

©2012 Hausarbeit 20 Seiten

Zusammenfassung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gewaltprävention in Kindertagesstätten.

Woher kommen Aggressionen und Gewalt bei Kindern? Wie bilden sich diese Verhaltensweisen und wodurch werden sie ausgelöst? Vielen wäre es lieb, wenn es auf diese Fragen eine klare und eindeutige Antwort gäbe. Doch so einfach ist dies nicht. Es gibt zahlreiche Theorien und Studien über die Entstehung von Aggressionen und Gewalt. Die Ergründung dieses Verhaltens ist spannend, jedoch sind sich die Pädagogen und Forscher auch nicht immer einig.

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Kinder gewalttätig und aggressiv werden lassen. Unmöglich ist es, Faktoren zu finden, die auf jedes aggressive Kind zutreffen. Meist sind die Auslöser und die Faktoren situationsbedingt und die Lebensumstände des Kindes müssen genau betrachtet und analysiert werden, um die auslösenden Faktoren herauszufiltern.

Der Begriff Gewalt kommt aus dem Lateinischen und hat zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen bedeutet es Macht, zum anderen physische Kraft und Stärke, von der auch physische Kraft gegen andere Lebewesen abgeleitet werden kann. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Gewalt. Die physische Gewalt zielt darauf ab, dass das Opfer körperliche Schäden erleidet. Dadurch demonstriert der Täter, der die Gewalt ausübt, seine Macht über das Opfer. Er zeigt eindeutig, dass sein Wille geschieht und der Wille des Opfers egal ist und keinen Stellenwert hat.

Bei der verbalen Gewalt hingegen wird das Opfer mit Worten beleidigt, erniedrigt, bedroht, beschimpft und niedergemacht. Die verbale Gewalt ist die häufigere Form von Gewalt. Der Unterschied zwischen Aggressionen und Gewalt liegt darin, dass Aggressionen oft aus emotionalen Affekten heraus auftreten und hervorgerufen werden. Sie kommen häufig durch situationsbedingte Konflikte zum Vorschein, die auf den Aggressionsauswirkenden sehr emotional sind. Gewalttaten dagegen sind oft berechnet und wirken kalt. Sie können geplant sein und haben oft nichts mit der emotionalen Empfindung des Gewaltauswirkenden zu tun.

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition von Aggression und Gewalt

3. Entstehung und auslösende Faktoren von Gewalt und Aggression
3.1. Familiäre Bedingungen als Auslöser
3.2. Misshandlung als Auslöser
3.3. Die Frustrations-Aggressionstheorie
3.4. Gewalt als gelerntes Verhalten

4. Prävention von Gewalt und Aggression
4.1. Definition und Ziele von Prävention
4.2. Alltag mit gewaltbereiten Kindern
4.3. Das Rollenspiel als eine Methode zur Gewaltprävention
4.4. Projekt „Sozialverhalten“ als eine Methode zur Gewaltprävention.
4.5. Kooperation der Tageseinrichtung mit dem Elternhaus

5.Schlusswort

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Wer die Hand als Erster zum Schlagen erhebt, gibt zu, dass ihm die Ideen ausgegangen sind.“ Franklin D. Roosevelt 1

Dieses Zitat drückt deutlich aus, dass zur Problemlösung Ideen nötig sind. Nur, woher nehmen wir unsere Ideen? Wenn wir genauer darüber nachdenken, haben wir sie erlernt von Klein auf. Wir haben gelernt, nicht zu schlagen, zu treten, anderen Dinge nicht einfach wegzunehmen. Wir haben, gelernt Schwächere zu unterstützen und nicht Macht über sieauszuüben.

Doch wie ist das bei Kindern, die das nicht gelernt haben? Diese haben selten viele Ideen, da ihnen keine Alternative aufgezeigt wurde. Wenn Kinder sauer werden, verspüren sie einen großen Druck in sich und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Wenn wir nicht schon mal als Kind lernen mit Gefühlen wie Wut angemessen umzugehen, sind sie in uns, wie Lava in einem Vulkan. Vulkane brodeln vor allem innerlich. Nicht immer spucken sie Lava. Doch wenn es wieder und wieder zu brodeln beginnt, entsteht irgendwann solch ein Druck, dass sie ausbrechen. Dann sprüht der Vulkan jegliche Lava heraus, die er in der letzten Zeit angesammelt hat.

Auch Kinder spüren, wie sauer sie werden, sie spüren die Wut in ihrem Bauch. Doch nicht immer lassen sie allen ihren Gefühlen freien Lauf. Kinder zeigen ihre Gefühle vor allem in vertrauten Umgebungen. Wut äußern sie abernicht immer sofort durch einen Wutausbruch. Wut kann sich zu Beginn auch nur in Weinen äußern. Je nach Situation schluckt das Kind seine Gefühle ofterstmalhinunter.

Doch wenn sich dann die Situationen häufen, in denen es in dem Kind zu brodeln beginnt spürt es, wie sich die Wut in seinem Bauch ausbreitet. Irgendwann ist die Situation gekommen, in der das Kind ausbricht, regelrecht explodiert und all seinen angestauten Gefühlen freien Lauf lässt. Das Kind fängt an zu schreien, wirft Gegenstände durch die Gegend, benutz Schimpfwörter und schlägt auf Dinge oder Personen ein. Es weiß sich nicht anders zu helfen, weiß nicht, wie es mit seinen Gefühlen umgehen soll und empfindet seine Reaktion als richtig. Es merkt jedoch, wie der innere Druck, ein bisschen weniger wird. Solch ein Kind hat seinen Gefühlen Ausdruck verliehen, doch weiß es nicht, dass es die falsche Art und Weise war.

Nun ist es wichtig, als Erzieherin, als Eltern oder als andere Bezugsperson, richtig darauf zu reagieren. Es ist wichtig, das Kind zu verstehen und hinter die Fassade zu schauen, um zu begreifen was in ihm vorgegangen ist, was gerade geschehen ist.

Kinder benötigen Liebe, Vertrauen und Geborgenheit. Sie benötigen einen sicheren Platz, an den sie sich immer zurückziehen können, an dem sie sich sicher und verstanden fühlen. Nur dort kann Kindern vermittelt werden, wie sie richtig mit ihrer Wut im Bauch umgehen, wie sie durch Worte ihrer Wut Ausdruck verleihen und sich äußern können.

Im Folgenden werde ich auf mögliche Ursachen von Aggressionen und Gewalt eingehen und daraus geeignete Methoden zum Umgang und zur Vorbeugung ableiten.

2. Definition von Aggression und Gewalt

Das Wort Aggression kommt von dem Lateinischen aggressio und bedeutete ursprünglich sich nähern oder herranschreiten im Sinne von angreifen.2

Unter Aggression wird verstanden, dass jemand angriffen wird. Dies kann auf körperlicher oder verbaler Ebene geschehen oder es kann durch Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht werden.

Aggressives Verhalten bedeutet nicht, dass nur andere angegriffen werden, es können auch Aggressionen gegen die betroffene Person selbst auftreten. Dieser Fall wird Autoaggression genannt.

Aggressionen können sich bei Kindern durch Rückzug und Schmollen äußern.3 Laut Wissenschaft müssen aggressive Handlungen nicht ausgeführt werden, um die betroffene Person als aggressiv zu bezeichnen. Allein schon die gedankliche Vorstellung oder Absicht jemanden zu verletzen, fällt, wenn dies häufiger vorkommt, unter den Begriff Aggression.4

Aggressivität bedeutet die Bereitschaft in sich zu tragen, aggressiv zu handeln und somit sich oder andere zu verletzen. Wenn es einem Menschen möglich ist, jederzeit aggressiv zu werden, spricht man von Aggressionspotential, das der Betroffene in sich trägt.

Bei Kindern äußert sich Aggressivität:

- in einer niedrigen Toleranzschwelle. Das Kind fährt schnell aus der Haut und wird schnell wütend.
- in Missverständnissen. Je nach Situation versteht ein Kind mit Absicht oder auch unabsichtlich etwas falsch. Daraus entsteht ein großer Konflikt zwischen ihm und der beteiligten Person.
- in häufigen Streitereien und Konflikten. Das Kind sucht aktiv Streit und die Auseinandersetzung. Dabei wird es schnell laut. Es schreit, flucht, beleidigt oder wirft sich auf den Boden. An welchen Orten die Konflikte ausgetragen werden, ob zu Hause oder in der Öffentlichkeit, ist dem Kind meist egal. Die Schuld an den Konflikten sucht das Kind bei anderen.

Dies waren lediglich einige Beispiele auf welche Art und Weise sich Aggressionen äußern können.

Der Begriff Gewalt kommt aus dem Lateinischen und hat zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen bedeutet es Macht, zum anderen physische Kraft und Stärke von der auch physische Kraft gegen andere Lebewesen abgeleitet werden kann.5 Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Gewalt. Die physische Gewalt zielt darauf ab, dass das Opfer körperliche Schäden erleidet. Dadurch demonstriert der Täter, der die Gewalt ausübt, seine Macht über das Opfer. Er zeigt eindeutig, dass sein Wille geschieht und der Wille des Opfers egal ist und keinen Stellenwert hat. Bei der verbalen Gewalt hingegen wird das Opfer mit Worten beleidigt, erniedrigt, bedroht, beschimpft und niedergemacht. Die verbale Gewalt ist die häufigere Form von Gewalt.

Der Unterschied zwischen Aggressionen und Gewalt liegt darin, dass Aggressionen oft aus emotionalen Affekten heraus auftreten und hervorgerufen werden. Sie kommen häufig durch situationsbedingte Konflikte zum Vorschein, die auf den Aggressionsauswirkenden sehr emotional sind. Gewalttaten dagegen sind oft berechnet und wirken kalt. Sie können geplant sein und haben oft nichts mit der emotionalen Empfindung des Gewaltauswirkenden zu tun.

3. Entstehung und auslösende Faktoren von Gewalt und Aggression

Woher kommen Aggressionen und Gewalt bei Kindern? Wie bilden sich diese Verhaltensweisen und wodurch werden sie ausgelöst?

Vielen wäre es lieb, wenn es auf diese Fragen eine klare und eindeutige Antwort gäbe. Doch so einfach ist dies nicht. Es gibt zahlreiche Theorien und Studien über die Entstehung von Aggressionen und Gewalt. Die Ergründung dieses Verhaltens ist spannend, jedoch sind sich die Pädagogen und Forscher auch nicht immer einig. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die Kinder gewalttätig und aggressiv werden lassen. Unmöglich ist es, Faktoren zu finden, die auf jedes aggressive Kind zutreffen. Meist sind die Auslöser und die Faktoren Situationsbedingt und die Lebensumstände des Kindes müssen genau betrachtet und analysiert werden um die auslösenden Faktoren herauszufiltern. Ich führe unten nur einige der möglichen Faktoren aus, die eine Rolle in der Entwicklung von Aggressionen spielen können.

3.1. Familiäre Bedingungen als Auslöser

Wenn die Umwelt und die Lebenshintergründe eines aggressiven Kindes betrachtet werden, sind oft familiäre Bedingungen der auslösende Faktor. Nach Petermann und Petermann handelt es sich oft um Familien, die finanzielle Probleme haben, in kleinen Wohnungen mit wenig Platz wohnen und oft auch nicht arbeiten. Durch diese Lebensumstände sind die Eltern auf Dauer nicht ausgeglichen und haben nicht die Geduld, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. Diese fühlen sich dadurch vernachlässigt, im Stich gelassen oder nicht gewollt. Diese Gefühle werden oft durch Situationen verstärkt, in denen die Eltern sich nicht korrekt verhalten.

Hier drei Beispiele:6

- „Die Eltern zeigen eine ablehnende Haltung ihrem Kind gegenüber.“[7]

Das Kind hat zum Beispiel ein Bild gemalt und zeigt es seinen Eltern, doch diese zeigen kaum Interesse und haben keine Zeit, da sie gerade anderweitig beschäftigt sind. Sie bemängeln auch noch Dinge an dem Bild, bei denen sich das Kind extra Mühe gegeben hat. Das Kind fühlt sich dadurch abgelehnt und meint, es wird als störend empfunden. Es spürt die ablehnende Haltung ihm gegenüber.

- „[Die Eltern] weisen unrealistische Vorstellungen und Erwartungen ihrem Kind gegenüber auf, die aus einer verzerrten (Selbst-) Wahrnehmung resultieren.“[8] Zum Beispiel geht die Mutter gemeinsam mit ihrem Kind in die Turnstunde. Dort erwartet die Mutter, dass ihr Kind es heute schafft, 30 Sekunden auf einem Bein zu hüpfen. Dieser Anforderung verleiht sie mit ihren Worten Ausdruck „Deine Freundin schafft es schon seit 3 Monaten über 30 Sekunden auf einem Bein zu hüpfen, dann wirst du es nun auch endlich schaffen.“ Das Kind fühlt sich unter Druck gesetzt. Die Mutter nimmt nicht wahr, wie weit ihr Kind in der motorischen Entwicklung ist und stellt nun unrealistische Erwartungen an ihr Kind, welche das Kind höchstwahrscheinlich nicht schaffen wird.

- „Die Eltern sind in Situationen, in denen konsequentes Handeln gegenüber ihrem Kind gefordert wäre, emotional labil und schnell erregbar, was zu Inkonsequenz (...) im Umgang mit dem Kind führt.“[9]

Ein Kind soll zum Beispiel seine Spielsachen aufräumen, da sie im ganzen Zimmer verteilt herumliegen. Es fängt an und spielt mit den Sachen anstatt aufzuräumen. Die Mutter kommt und ermahnt ihr Kind, nun seine Sachen aufzuräumen. Bei der zweiten Ermahnung trotzt es und gibt der Mutter klar zu verstehen, dass es jetzt nicht aufräumen, sondern spielen will. Die Mutter ist überfordert mit dem Konflikt und lässt das Kind weiter spielen.

Durch diese drei Beispiele wird deutlich, wie sich Aggressionen aus verschiedenen Situationen heraus entwickeln können. Durch häufigeres Auftreten solcher Situationen im familiären Umfeld können Kinder Aggressionen entwickeln.

Weitere familiäre Ursachen für Aggressionen bei Kindern können sein, dass die Eltern eheliche Probleme haben und diese über gewalttätige Auseinandersetzungen vor dem Kinde austragen. Das Kind ist im Zwiespalt zu welchem Elternteil es stehen soll. Dazu kommen Verlustängste, wenn sich die Eltern womöglich trennen.

Ausschlaggebende ist dabei der Punkt, dass von den Eltern, als Vorbild des Kindes, Gewalt ausgeübt wird und somit für das Kind zu etwas Normalem wird. Das Kind denkt, wenn meine Eltern schlagen, dann darf ich es auch.

[...]


1 Stangl, Werner: Theorien zum Erwerb und den Ursachen aggressiven Verhaltens, inhttp://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Aggression.shtml 26.03.2011

2 Vgl.: Aggression, in: http://de.wikipedia.org/wiki/Aggression 10.3.2011

3 Vgl.: Jeblick, Martina: Mögliche Ursachen und Umgang mit aggressivem Verhalten, in: http://www.kinder.de/Serie-Aggression-bei-Kindern-und-Jugendliche.577.0.html 10.3.2011

4 Vgl.: Pacholek, Nadine: Diplomarbeit, in:http://www.femkom.de/raphael/Nadine Pacholek Diplomarbeit.pdf 10.3.2011

5 http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=7576 10.3.2011

6 Vgl.: Petermann, Franz; Petermann, Ulrike: Training mit aggressiven Kindern, Weinheim 2000 9. Auflage, S. 6

7 Ebenda

8 Petermann, Franz; Petermann, Ulrike: Training mit aggressiven Kindern, Weinheim 2000 9. Auflage, S. 6

9 Ebenda

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (PDF)
9783346736192
ISBN (Paperback)
9783346736208
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2022 (Oktober)
Note
1,3
Schlagworte
gewaltprävention kindertagesstätten
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