Lade Inhalt...

Unterrichtsstunde: Verfassen eines Analog-Gedichts zur Förderung des kreativen Umgangs mit Sprache (Deutsch, 4. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2007 7 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

1. Aufbau der Reihe

1.1. Thema

Kennenlernen verschiedener Gedichte und Verfassen eigener Gedichte zur Förderung des poetischen Schreibens und des kreativen Umgangs mit Sprache sowie zur Förderung der Reflexion über Sprache und Sprachstrukturen.

1.2. Themen der Unterrichtseinheiten

1.2.1. Einführung in die Thematik und Förderung des handelnden Umgangs mit Texten durch Kennenlernen verschiedener Gedichte und betontes Lesen, gestaltendes Abschreiben und Zusammensetzen von Zeilen eines zerlegten Gedichts.

1.2.2. Verfassen eines Analog-Gedichts zur Förderung des kreativen Umgangs mit Sprache.

1.2.3. Rechtschriftliche Überarbeitung der Gedichte durch Verbesserung in Schreibkonferenzen zur Förderung der Reflexion über Rechtschreibung und Abschreiben und Ausgestalten der Gedichte in Hinblick auf die Veröffentlichung zur Würdigung der Produkte.

2. Darstellung des didaktisch-methodischen Schwerpunktes

2.1. Inhalt und Lernvoraussetzungen

Durch den kreativen Umgang mit dem Gedicht „Faulenzen“ von Josef Reding erweitern die Kinder ihren kreativen und reflektierten Umgang mit Sprache, indem sie ein ähnliches Gedicht mit derselben Struktur schreiben. Damit werden elementare Fähigkeiten und Fertigkeiten des Faches Deutsch gemäß Lehrplan erfüllt.[1] Die Unterrichtsstunde lässt sich dem Aufgabenschwerpunkt „poetisches Schreiben“ des Fachbereiches „schriftliches Sprachhandeln“ mit dem Unterrichtsgegenstand „Strukturen poetischer Texte für eigene Texte nutzen“[2] zuordnen, da die Kinder nach dem Lesen und Reflektieren des Gedichts und seiner Struktur analoge Gedichte schreiben sollen, indem sie die Struktur des Gedichts mit seinen verschiedenen Vergleichen nutzen und ähnliche Vergleiche zum Verb ‚faulenzen’ oder anderen Verben zu finden.

Zugleich wird durch den Umgang mit dem Gedicht der Erfahrungshorizont der in Bezug auf die Rezeption poetischer Texte erweitert, was mir insbesondere deshalb wichtig erscheint, da angenommen werden kann, dass poetische Texte in der Lesesozialisation, die stark durch außerschulische Erfahrungen geprägt wird, im Vergleich zu anderen Literaturgattungen eine untergeordnete Rolle spielen.[3]

Insgesamt haben die Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit zwar selbstverständlich Gedichte kennen gelernt, jedoch diese Gattung nicht durchgehend vertiefend behandelt, so dass poetische Texte zum Ende des 4. Schuljahres noch einmal Unterrichtsgegenstand sein sollen. Durch Lesen und Kennenlernen verschiedener Gedichte sowie erste kreative Umgangsformen mit Gedichten[4] sollen die Kinder dazu gebracht werden, sich auch auf die für sie vielleicht ungewohnte Textform einzulassen, um dann in der geplanten Stunde selber kreativ poetische Texte zu schreiben. Das Schreiben nach vorgegebenen Strukturen soll dabei stützend wirken.

In der Stunde werden verschiedene Sozialformen eingesetzt. Zunächst wird das Gedicht im frontal gelenkten Klassengespräch erarbeitet. Dann arbeiten die Kinder in Einzelarbeit an eigenen Gedichten, die sie dann in Partnerarbeit anderen Kinder vorlesen und in Partner- oder Gruppenarbeit rechtschriftlich überprüfen. Letztlich lesen die Kinder die Gedichte ihrer Mitschüler in einem ‚Museumsgang’, bevor die Arbeit (wieder im Klassengespräch) reflektiert wird. Von den Kindern wird somit ein häufiger Wechsel der Sozialformen verlangt, der ihnen jedoch zugemutet werden kann, da sie in allen Sozialformen Erfahrungen haben und der ‚Gang durch die Stunde’ im Sinne der Prozesstransparenz zu Beginn der Stunde verdeutlicht wird. Lediglich die Methode des ‚Museumsgangs’ ist noch nicht so eingeübt und wird daher etwas ausführlicher erklärt. Durch die verschiedenen Sozialformen, Handlungsmuster und Verlaufsformen wird zugleich die Forderung nach Methodenvielfalt berücksichtigt.[5]

Das Sozialverhalten aller Kinder ist überwiegend soweit ausgeprägt, dass bzgl. des selbstständigen Erarbeitens, des Zusammenarbeitens mit Partner sowie der Reflexion im Unterrichtsgespräch keine Probleme zu erwarten sind.

2.2. Struktur der Stunde und Begründung der Methoden

Zu Beginn der Stunde wird den Kinder Ziel-, Prozess- und Methodentransparenz gegeben. Sie erfahren, dass sie ein neues Gedicht kennenlernen werden und selber ein ähnliches Gedicht schreiben sollen. Die Prozess- und Methodentransparenz soll den Kindern trotz des recht häufigen Wechsels der Arbeitsphasen Sicherheit und Struktur geben.

Im Anschluss wird den Kindern das Gedicht (durch Folie auf dem OHP) vorgestellt. Die Kinder sollen es zunächst jeweils für sich leise lesen. Anschließend werde ich das Gedicht einmal laut vorlesen. Durch dieses erste Kennenlernen soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, die Besonderheiten poetischer Texte zu erfahren und sich darauf einzulassen.

Anschließend möchte ich die Aufmerksamkeit der Kinder auf die drei Vergleiche im Gedicht lenken und sie fragen, warum die Vergleiche passend (zum Verb ‚faulenzen‚, das ja zugleich der Titel des Gedichts ist) sind und darauf hinweisen, dass alle Vergleiche jeweils einen Gegenstand in einer bestimmten Situation zum Inhalt haben. Diese Reflexion der Struktur erscheint mir erforderlich, damit die Kinder dann eigene Vergleiche finden können und entsprechend ein analoges Gedicht schreiben können.

Beim Verfassen eines eigenen Gedichts möchte ich dabei die Wahl des Verbs und die damit zusammenhängenden Vergleiche freigeben. Zwar könnte das Thema ‚Faulenzen’ durch die zeitliche Nähe der Sommerferien durchaus dem Erfahrungs- und Empfindungshorizont der Kinder entsprechen, doch letztlich sollen sie erfahren, dass sie kreative und insbesondere poetische Texte und Textstrukturen nutzen können, um eigene, vielleicht aktuell ganz andere, Empfindungen ausdrücken zu können.[6]

[...]


[1] Vgl. Lehrplan Deutsch o. J., S. 3.

[2] A. a. O., S. 10.

[3] Vgl. zur Lesesozialisationsforschung Hurrelmann 2006a und Hurrelmann 2006b, zur entscheidenden Rolle der Familie in der Lesesozialisation Hurrelmann 2006a, 15.

[4] Passend zum Aufgabenschwerpunkt „Interpretieren“ des Bereiches „Umgang mit Texten und Medien“ des Lehrplans (a. a. O., 14).

[5] Vgl. Meyer 2005, 74ff.

[6] Vgl. Bartnitzky 2003, 66ff und 73f.

Details

Seiten
7
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640372881
ISBN (Buch)
9783656874041
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v128146
Note
1,7
Schlagworte
Unterrichtsstunde Verfassen Analog-Gedichts Förderung Umgangs Sprache Klasse)

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Unterrichtsstunde: Verfassen eines Analog-Gedichts zur Förderung des kreativen Umgangs mit Sprache (Deutsch, 4. Klasse)