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Möglichkeiten der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen

©2020 Hausarbeit 21 Seiten

Zusammenfassung

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Thema „Sprachförderung“, insbesondere mit den Möglichkeiten der Sprachförderung bei Kindern in Kindertageseinrichtungen, auseinander. Da jeder von uns sprechen lernt und das ganz automatisch passiert, kann man den Prozess der Sprachförderung der Kinder trotzdem unterstützen und begleiten. Kinder sollten individuell, wie ihr Entwicklungszustand es zu lässt, gefördert werden. Denn nur so hat das Kind Spaß am Sprechen bzw. am Sprechen lernen. Im Verlauf der schriftlichen Studienarbeit werden vorerst verschiedene Begriffe zum Thema Sprache und Sprachförderung erläutert. Unter anderem geht es bei diesen Begriffen um verschiedene Arten der Sprachen. Es wird außerdem kurz erklärt, wieso die Sprachförderung wichtig ist. Anschließend wird dann allgemein auf die Sprachförderung mit ihren fünf Strategien, Prinzipien und Sprachförderprogrammen eingegangen. Darüber hinaus werden die Ziele und die Zielsetzung der Sprachförderung erklärt. Außerdem wird wiedergegeben, was der Sprachförderprozess ist. Im Weiteren folgt die praktische Umsetzung in der Kindertageseinrichtung. Hier werden die Möglichkeiten der Förderung. Bei den Möglichkeiten geht es unter anderem um die kommunikativen und grammatikalischen Kompetenzen, die Sprechfertigkeiten, die Begriffsbildung mit ihrer Wortschatzerweiterung und die Literacyarbeit. Als nächstes folgen die Förderansätze in den Altersgruppen null bis drei, drei bis sechs und sechs bis neun Jahre. Am Ende der Arbeit werden die Aufgaben und Kompetenzen der pädagogischen Fachkraft dargelegt.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Sprache
2.1.1 Die Muttersprache
2.1.2 Die Erstsprache
2.1.3 Die Zweitsprache
2.1.4 Der Bilingualismus
2.2 Wieso muss die Sprache gefördert werden
2.3 Definition Spracherwerb

3. Sprachförderung
3.1 Ziele und Zielsetzung
3.2 Strategien der Sprachförderung
3.2.1 Erste Strategie
3.2.2 Zweite Strategie
3.2.3 Dritte Strategie
3.2.4 Vierte und fünfte Strategie
3.3 Prinzipien der Sprachförderung
3.4 Die Sprachförderprogramme

4. Die praktische Umsetzung in der Kindertageseinrichtung
4.1 Der Sprachförderprozess
4.2 Möglichkeiten der Förderung
4.2.1 Kommunikative Kompetenzen
4.2.2 Sprechfertigkeiten
4.2.3 Begriffsbildung & Wortschatzerweiterung
4.2.4 Grammatikalische Kompetenzen
4.2.5 Bücher & Medien (Literacy)
4.3 Förderansätze und Spielideen
4.3.1 Null bis drei Jahre
4.3.2 Drei bis sechs Jahre
4.3.3 Sechs bis neun Jahre
4.4 Aufgaben der pädagogischen Fachkraft

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorausgehende Modellierungstechniken

Abbildung 2: Hopse-Schwerpunkt Verbzweitstellung

Abbildung 3: Hopse-Schwerpunkt Subjekt-Verb-Kongruenz

1. Einleitung

„Die Grenzen meiner Sprache(n) sind die Grenzen meiner Welt“ (Ludwig Wittgenstein).

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Thema „Sprachförderung“, insbesondere mit den Möglichkeiten der Sprachförderung bei Kindern in Kindertageseinrichtungen, auseinander. Da jeder von uns sprechen lernt und das ganz automatisch passiert, kann man den Prozess der Sprachförderung der Kinder trotzdem unterstützen und begleiten. Kinder sollten individuell, wie ihr Entwicklungszustand es zu lässt, gefördert werden. Denn nur so hat das Kind Spaß am Sprechen bzw. am Sprechen lernen. Im Verlauf der schriftlichen Studienarbeit werden vorerst verschiedene Begriffe zum Thema Sprache und Sprachförderung erläutert. Unter anderem geht es bei diesen Begriffen um verschiedene Arten der Sprachen. Es wird außerdem kurz erklärt, wieso die Sprachförderung wichtig ist. Anschließend wird dann allgemein auf die Sprachförderung mit ihren fünf Strategien, Prinzipien und Sprachförderprogrammen eingegangen. Darüber hinaus werden die Ziele und die Zielsetzung der Sprachförderung erklärt. Außerdem wird wiedergegeben, was der Sprachförderprozess ist. Im Weiteren folgt die praktische Umsetzung in der Kindertageseinrichtung. Hier werden die Möglichkeiten der Förderung. Bei den Möglichkeiten geht es unter anderem um die kommunikativen und grammatikalischen Kompetenzen, die Sprechfertigkeiten, die Begriffsbildung mit ihrer Wortschatzerweiterung und die Literacyarbeit. Als nächstes folgen die Förderansätze in den Altersgruppen null bis drei, drei bis sechs und sechs bis neun Jahre. Am Ende der Arbeit werden die Aufgaben und Kompetenzen der pädagogischen Fachkraft dargelegt.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition Sprache

„Sprache ist ein Teil von Kommunikation. Sie ist ein Hilfsmittel, um unsere Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken auszudrücken, und zwar verbal oder nonverbal […], wobei die nonverbale Kommunikation meist nicht ausreicht“ (Böcher 2010, S. 438).

Die Sprache und das Sprechen ist nicht dasselbe. Denn die Sprache können wir nicht sehen. Was wir aber sehen können ist das Sprechen, also das, was wir tun. Sprache dient zur Verständigung und zur Kommunikation zwischen Individuen (vgl. Hellrung 2019, S. 11). Mit der Sprache kann man vor allem seine Gedanken und Gefühle wiedergeben (vgl. Lengyel 2009, S. 17). Man unterscheidet in der Sprache zwischen vier verschiedenen Typen, welche im weiteren Verlauf kurz erläutert werden.

2.1.1 Die Muttersprache

Die Muttersprache lernt das Kind als erstes, da seine/ihre Mutter diese Sprache spricht. Man kann die Muttersprache auch als Synonym zur Erstsprache sehen. Die Muttersprache setzt voraus, dass sie das Wichtigste für den kompletten Spracherwerb des Kindes ist (vgl. Adler 2011, S. 111).

2.1.2 Die Erstsprache

Wie oben bereits erwähnt kann man die Erstsprache als Synonym zur Muttersprache sehen bzw. andersherum. Die Erstsprache ist die Sprache, die von der Hauptbezugsperson gesprochen wird und welche das Kind zuerst lernt (vgl. Adler 2011, S. 111). Die Erstsprache kann man in zwei Gruppen unterteilen. Die starke Sprache überwiegt über der schwachen Sprache. Allerdings kann sich dies im Laufe der Sprachentwicklung ändern. Es könnte die schwache Sprache zur starken Sprache werden oder es werden weitere Sprachen erlernt (vgl. Adler 2011, S. 112).

2.1.3 Die Zweitsprache

Bei der Zweitsprache gibt es mehrere Definitionen. Einige sagen, die Zweitsprache ist die Sprache, die neben oder nach der Erstsprache gelernt wird. Manche sagen aber auch, dass die Zweitsprache die Sprache ist, die nur nach der Erstsprache erlernt wird. Dann gibt es wiederum Aussagen, bei denen von Zwei- bzw. Fremdsprachen gesprochen wird. Allerdings zählt zu einer Fremdsprache die Sprache, die nicht in dem Land gesprochen wird, in dem sich das Kind befindet (vgl. Adler 2011, S. 112).

2.1.4 Der Bilingualismus

Der Bilingualismus ist die Zweisprachigkeit bzw. das Benutzen von zwei verschiedenen Sprachen (vgl. Adler 2011, S. 112). Ein Synonym für den primären Bilingualismus ist entweder die primäre Zweisprachigkeit oder die Mehrsprachigkeit. Bilingualismus bedeutet, dass man zwei Sprachen sprechen und verstehen kann (vgl. Adler 2011, S. 112).

2.2 Wieso muss die Sprache gefördert werden

Die Sprache sollte so früh wie möglich gefördert werden, da sie bei Kindern ausschlaggebend für die schulischen Leistungen und die weitere Laufbahn in der Schule ist (vgl. Albers 2009, S. 87). Mit Sprache kann man sich verständigen und seine Gedanken und Gefühle ausdrücken (vgl. Lengyel 2009, S. 17). Außerdem ermöglicht die Sprache eine Teilnahme an der Gesellschaft (vgl. Albers 2009, S. 87).

2.3 Definition Spracherwerb

Der Spracherwerb ist die „Eigenaktivität des Kindes im Zusammenspiel mit seiner Umwelt beim Spracherwerb“ (Albers 2011, S. 16). Kinder lernen nicht gezielt sprechen, sondern dieser Lernprozess passiert einfach automatisch (vgl. Adler 2011, S. 27). Beim Spracherwerb gibt es verschiedene Ebenen, die im Folgenden genauer erklärt werden:

Bei der phonetisch-phonologische Ebene geht es um die Laute und die Aussprache der Wörter. Die nächste Ebene ist die semantisch-lexikalische Sprachebene. Diese befasst sich mit der Bedeutung der Wörter, insbesondere mit der Speicherung neuer Wörter. Die dritte Ebene ist die syntaktisch-morphologische Ebene. Bei dieser Ebene geht es um die Grammatik und den Satzbau. Die letzte Ebene ist die pragmatisch-kommunikative Ebene. Hier wird darauf geachtet, dass das Kind sich gut verständigen kann, aber auch gut zuhören kann (vgl. Adler 2011, S. 39-41).

3. Sprachförderung

Sprachförderung ist all das, was pädagogische Fachkräfte tun, um Kinder in ihrem Sprechen und in ihrer Sprache zu fördern (vgl. Hellrung 2019, S. 86). Die vorschulischen Sprachfördermaßnahmen kann man in zwei Gruppen einteilen. Zum einen die alltagsintegrierte Sprachförderung, bei der die Sprachförderung dem Alltag, den Interessen und den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden. Zum anderen die additive Sprachförderung, welche etwas strukturierter ist. Hier werden einzelne Teile, wie zum Beispiel der Wortschatz oder die Grammatik, bewusst gefördert (vgl. Hellrung 2019, S. 87).

3.1 Ziele und Zielsetzung

Das allgemeine Ziel der Sprachförderung ist es, Kinder in ihrer Sprache und in ihrem Sprechen zu begleiten und zu fördern. Hierbei unterscheidet man nicht zwischen Kindern mit einer geringen Sprachentwicklung und Kindern mit einer hohen Sprachentwicklung. Es sollen alle gefördert werden (vgl. Adler 2011, S. 21). Im Folgenden werden drei wesentliche Ziele aufgezeigt:

- „sprachliche Anregung und ein Sprach- und Kommunikationsangebot der Erwachsenen, um den Spracherwerb zu unterstützen und für alle Kinder günstige Ausgangsbedingungen zu schaffen,
- beginnende Verzögerungen zu erkennen, aufzuhalten oder abzuschwächen und
- schulvorbereitend zu wirken“

(Adler 2011, S. 21).

Bei der Sprachförderung geht es darum, Kinder in ihrem Spracherwerb zu unterstützen und allen Kindern die gleichen Grundvoraussetzungen zu bieten, damit Kinder in der Schule alle die gleichen Chancen haben. Außerdem kann man so Defizite und/oder Sprachprobleme erkennen und frühzeitig behandeln. Ein weiteres Ziel ist die Schulvorbereitung. Obwohl die Kinder in der Schule Lesen und Schreiben lernen ist es wichtig, dass sie schon früh das Sprechen lernen, um so bessere schulische Leistungen zu erzielen (vgl. Adler 2011, S. 21f.).

3.2 Strategien der Sprachförderung

Damit Kinder früh in ihrem Sprechen gefördert werden, gibt es bestimmte Strategien, die zur Sprachförderung beitragen können (vgl. Schönfelder / Zumwald 2015, S. 12).

- „Im Dialog mit Kindern […]
- Schritt für Schritt den Wortschatz fördern […]
- Sprache modellieren […]
- Den Spracherwerb mit Fragen fördern und begleiten […]
- Redirect“

(Schönfelder / Zumwald 2015, S. 13).

3.2.1 Erste Strategie

Bei der ersten Strategie geht es darum, mit den Kindern einen Dialog zu führen, bei dem die pädagogische Fachkraft auf das Kind und das Thema, welches das Kind gewählt hat, eingeht. Dabei bringt die Fachkraft eigene Gedanken mit ein, aber lässt das Kind auch selbst den Dialog führen (vgl. Schönfelder / Zumwald 2015, S. 13). Es ist wichtig, dass nicht nur die pädagogische Fachkraft oder das Kind redet, sondern gemeinsam, vielleicht auch mit anderen Kindern, ein Gespräch führen. Einen guten Dialog erkennt man daran, dass er eine gewisse Länge hat und man ein gemeinsames Thema findet. Außerdem, wie oben bereits erwähnt, sollen die Kinder eigene Gedanken einbringen, aber auch die pädagogische Fachkraft bringt ihre Erfahrungen mit ein (vgl. Vogt / Zumwald 2015, S. 43f.). Das Ko-Konstruktive Lernen ist beim Dialog mit Kindern ein wichtiger Punkt, der gefördert werden soll.

„Ko-Konstruktion bedeutet, dass Menschen ihr Wissen in einem aktiven Denkprozess im Austausch mit andern Menschen aufbauen“ (Vogt / Zumwald 2015, S. 45).

Der Dialog sollte also kein einseitiges Gespräch sein, sondern eine wechselseitige Kommunikation zwischen Fachkraft und Kind bzw. mehreren Kindern (vgl. Vogt / Zumwald 2015, S. 45).

3.2.2 Zweite Strategie

Den Wortschatz sollte man möglichst früh und oft fördern. Das heißt, er kann täglich im Alltag gefördert werden. Sowohl zuhause als auch in der Kindertageseinrichtung. Die pädagogische Fachkraft sollte immer wieder neue Wörter in den Dialog einbringen, um so den Wortschatz regelmäßig zu erweitern (vgl. Schönfelder / Zumwald 2015, S. 13). Es hat sich gezeigt, dass Kinder, die einen geringeren Wortschatz haben, in der Schule schlechtere Leistungen erzielen, als Kinder mit einem größeren (vgl. Itel / Haid 2015, S. 50). Deshalb ist es so wichtig, den Wortschatz der Kinder so früh wie möglich zu fördern. Vor allem bei benachteiligten Kindern oder bei Kindern mit zwei Sprachen sollte er gefördert werden, damit diese in der Schule die gleichen Chancen haben wie alle anderen Kinder (vgl. Itel / Haid 2015, S. 50). Zwei sehr wichtige Hilfsmittel beim Fördern des Wortschatzes sind einmal Bücher bzw. Bilderbücher und zum anderen die Dialoge während des Spielens. Bücher oder Bilderbücher, die die Kinder noch nicht kennen, sind sehr gut geeignet, da in diesen meist sehr viele Wörter stehen, die den Kindern neu oder fremd sind. So lernen sie neue Wörter kennen, insbesondere solche Wörter, die im Alltag der Kinder nicht so häufig verwendet werden (vgl. Itel / Haid 2015, S. 50). Das zweite Hilfsmittel ist der Dialog während dem Spielen. Hier kann auf das Thema des Gespräches eingegangen werden oder aber auch auf das Spielen des Kindes (vgl. Itel / Haid 2015, S. 50). Wie Kinder neue Wörter lernen, und zwar in drei verschiedenen Phasen, wird im Folgenden erklärt.

Die erste Phase ist die Phase des Anbietens. Hier lernt das Kind das neue Wort kennen und hört es zum ersten Mal. In der zweiten Phase, Phase des Erarbeitens, findet das Kind die Bedeutung des Wortes heraus. Die dritte Phase, Phase des Festigens, ist dazu da, um das Wort für die Zukunft festzuhalten (vgl. Itel / Hais 2015, S. 52).

3.2.3 Dritte Strategie

Damit das Kind die Wörter, die es neu lernt, auch richtig aussprechen kann, muss die pädagogische Fachkraft die Wörter immer wieder wiederholen, um das Kind so indirekt zu verbessern. Hier sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass Kind nicht speziell auf die Fehler hinzuweisen (vgl. Schönfelder / Zumwald 2015, S. 13). „Diese Modellierungstechniken sind spracherwerbsförderliche Verhaltensweisen der Erwachsenen“ (Löffler / Itel 2015, S. 59).

Wichtig bei dieser Strategie ist es, dass die Kinder indirekt und nicht direkt. verbessert werden. Direktes Verbessern hat zur Folge, dass Kinder keine Freude am Wörter oder Sprechen lernen haben (vgl. Löffler / Itel 2015, S. 60). Es gibt zwei Modellierungstechniken, die sehr erfolgreich sind. Zum einen die, „die einer kindlichen Äußerung vorausgehen und solche, die einer kindlichen Äußerung nachfolgen“ (Löffler / Itel 2015, S. 60). Die nachfolgende Tabelle soll die vorausgehende Modellierungstechnik beschreiben.

Abbildung 1: Vorausgehende Modellierungstechniken (Löffler / Itel 2015, S. 61)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der nachfolgenden Modellierungstechnik geht es darum, den Kindern direkt nach dem Dialog bzw. Gespräch eine Rückmeldung zu geben. Bei dieser Modellierungstechnik gibt es wiederum drei Techniken. Die Expansion, Extension und die Umformung. Bei der Expansion wird der Satz des Kindes vervollständigt, bei der Extension wird der Inhalt bzw. das Thema des Dialogs erweitert und bei der Umformung geht es um die Satzstellung, die verbessert wird (vgl. Löffler / Itel 2015, S. 62).

Neben den zwei beschrieben Modellierungstechniken gibt es noch eine zusätzliche. Das korrektive Feedback kann auf drei verschiedenen Weisen benutzt werden. Auf der Lautebene, auch genannt als phonetisch-phonologische Ebene, wird die Aussprache des Kindes verbessert. Auf der Wortschatz- bzw. Bedeutungsebene werden die Wörter bzw. die Bedeutung der Wörter verbessert. Diese Ebene nennt man auch semantisch-lexikalische Ebene. Die dritte und letzte Ebene ist die grammatikalische Ebene (morpho-syntaktische Ebene). Hier geht es, wie bei der Umformung, um die Satzstellung (vgl. Löffler / Itel 2015, S. 63).

3.2.4 Vierte und fünfte Strategie

Bei der vierten Strategie geht es darum, die Sprache der Kinder mit Fragen zu fördern. Damit der Dialog nicht einseitig wird und nicht schnell beendet ist, sollten die pädagogische Fachkräfte den Dialog mit Gegenfragen fördern (vgl. Schönfelder / Zumwald 2015, S. 13). In der Sprachförderung spricht man von einer offenen oder einer geschlossenen Frage. Bei der geschlossenen Frage besteht die Antwort immer nur aus einem Wort. Bei der offenen Frage wiederum kann das Kind mehr als nur ein Wort antworten. Die offene Frage wird in der Sprachförderung natürlich bevorzugt, allerdings muss man darauf achten die Sprachförderung an den Entwicklungs- und Spracherwerbsstand des Kindes anzupassen (vgl. Schönfelder 2015, S. 70). Auch hier gibt es mehrere Fragetypen, die verwendet werden können, um den Spracherwerb zu fördern. Die Entscheidungsfrage, auf die man nur mit Ja oder Nein antworten kann. Die Ergänzungsfrage oder auch genannt W-Frage, bei der ein W-Wort am Anfang des Satzes steht. Der letzte Fragetype ist die Wahl- bzw. Alternativfrage. Bei diesem Fragetypen werden dem Kind mehrere Antwortmöglichkeiten zur Verfügung gestellt (vgl. Schönfelder 2015, S. 71).

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2020
ISBN (PDF)
9783346745491
ISBN (Paperback)
9783346745507
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Erscheinungsdatum
2022 (Oktober)
Note
1,3
Schlagworte
möglichkeiten sprachförderung kindertageseinrichtungen
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Titel: Möglichkeiten der Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen