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Die Entwicklung der sowjetischen Besatzungszone bis zur Gründung der DDR

Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Veränderungen von 1946 - 1949

Hausarbeit 2006 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung - Vorraussetzungen

2. Von der sowjetischen Besatzungszone zur Gründung der DDR
2.1. Die Teilung der Welt
2.2. Stationen auf dem Weg zur Zweistaatlichkeit
2.3. Die Transformation des politischen Systems in der SBZ
2.4. Das Primat der Planwirtschaft
2.5. Die Volkskongressbewegung
2.6. Die Verfassung
2.7. Vom Volksrat zur Volkskammer
2.8. Die Staatsgründung

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung - Vorraussetzungen

Nach der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation des Oberkommandos der Wehrmacht, in Anwesenheit der alliierten Generale, in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 in Berlin- Karlshorst, endete in Europa der Zweite Weltkrieg und die Sowjetunion regierte somit etwa zweidrittel des deutschen Gebietes.[1]

Ab dem 11. Mai begann dann der Alliierte Kontrollrat in Berlin mit seiner Arbeit.[2]

Hitlers Dritte Reich war somit Geschichte. Doch was sollte jetzt mit dem deutschen Gebiet geschehen? Sollte man Deutschland unter den vier alliierten Besatzungs-mächten Frankreich, USA, Großbritannien und der Sowjetunion aufteilen oder das Ziel eines gemeinsam regierten Deutschlands verfolgen?

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in die sowjetische Besatzungszone wurde die SMAD (sowjetische Militäradministration in Deutschland) gegründet, die dann in der SBZ die politische Gewalt übernahm. Zunächst sah Josef Stalin (Diktator der Sowjetunion von 1927 bis 1953) aber von einer Zerstückelung Deutschlands ab, obwohl Winston Leonard Spencer Churchill (britischer Premierminister vom 1940 bis 1945) und Franklin Delano Roosevelt (32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1933 bis 1945) konkrete Teilungspläne in Jalta vorgelegt hatten.

Auf der Potsdamer Konferenz der “Großen Drei” vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 ( Teilnehmer waren Stalin (SU), Churchill, ab 28. Juli Clement Richard Attlee (Premierminister von GB von 1945 bis 1951) und Harry S. Truman (33. Präsident der USA von 1945 bis 1953)) beschloss man Deutschland zu entmilitarisieren, zu entnazifizieren, zu demokratisieren, zu dekartellisieren und nach dem Prinzip der Selbstverwaltung von unten nach oben zu dezentralisieren. Man wollte Deutschland als wirtschaftliche Einheit betrachten.[3] Die Reparationsbestimmungen aber sagten, dass die Sowjetunion Industrieanlagen aus ihrer Besatzungszone und weitere 25 Prozent der Ausrüstungen der Westzonen entnehmen darf. Durch diese Einigung war das Ziel, Wirtschaftseinheit und somit politische Einheit zu erreichen, nicht mehr möglich.[4]

War es also vorauszusehen, dass Deutschland ein geteiltes Land werden wird? Auf diese Frage und andere Aspekte werde ich im folgenden Text genauer eingehen und die Entwicklungen, vor allem die politischen, aber auch die wirtschaftlichen Veränderungen genauer darlegen.

2. Von der sowjetischen Besatzungszone zur Gründung der DDR

2.1. Die Teilung der Welt

Die Vorraussetzung für ein geteiltes Deutschland war also die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Parallel zur Spaltung Deutschlands vollzog sich außerdem die Spaltung Berlins. Das Schicksal Deutschlands wurde also auf internationalem Parkett entschieden. Bereits im Juli 1945 wurden alle Sparkassen und Banken enteignet und die örtlichen Verwaltungen zu Neugründungen ermächtigt. Am 3. September folgte dann zunächst in Sachsen, darauffolgend in der gesamten Zone, eine umfassende Bodenreform, die unter dem Primat “Junkerland in Bauerhand“ stand, wobei etwa 3,3 Millionen Hektar Bodenbesitz an eine halbe Million Kleinbauern, Landarbeiter und Umsiedler verteilt wurden. Da diese Reform entschädigungslos durchgeführt wurde, war der Gutsbesitz in der SBZ praktisch verschwunden. Und auch die wenigen verbleibenden Großbetriebe wurden sozialisiert oder in staatliche Musterwirtschaften umgewandelt. Am 30. September 1945 erfolgte dann die entschädigungslose Enteignung des Industrie- und Handelspotentials, wobei etwa 25 Prozent des Industriebesitzes in sowjetische Aktiengesellschaften umgewandelt wurden. Aus den übrigen Unternehmen entstanden dann 1947 “Volkseigene Betriebe“.[5] Eine wichtige Vorraussetzung für die spätere Planwirtschaft war somit geschaffen. Schon am 1. Januar 1947 zerbricht die Allianz der einstigen Verbündeten mit dem Zusammenschluss der amerikanischen und englischen Besatzungszone zur Bizone. Die einen wollten die Sowjetisierung Osteuropas, die anderen die “Versklavung Europas durch den US-Imperialismus”.[6]

Die USA und auch die UdSSR wollten eine schrittweise Umformung ihrer Einflusssphären in Europa zu zwei politischen, ökonomischen und militärischen Blöcken, wobei die SMAD die Politik in der SBZ zunehmend nach ihren Vorstellungen gestaltete. Im März 1947 kündigte die USA mit der Truman- Doktrin an, die “freien und unabhängigen Nationen zur Erhaltung ihrer Freiheit” zu unterstützen. Mit dem Marshallplan, benannt nach George Catlett Marshall - amerikanischer General, im Juni 1947, initiieren die Amerikaner ein Wiederaufbauungsprogramm für Europa, der sich an osteuropäische Staaten richtet, um diese aus dem sowjetischen Einflussbereich herauszulösen. Marshallplan und Truman- Doktrin bilden zusammen den Kern der “Eindämmungs” - Politik.[7] Die Reaktion Moskaus war die zunehmende Blockbildung, wobei die Gründung des Kommunistischen Informationsbüros (Kominform) im September 1947 den äußeren Ausdruck bildete. Schon jetzt formulierte man die Zwei- Lager- Theorie, welche besagte, dass die Welt in Lager unter der Führung der imperialistischen und antidemokratischen USA oder unter der antiimperialistischen, demokratischen Sowjetunion geteilt ist. Somit war die Aufgabe der Kommunisten nun, alle “wirklich patriotischen Elemente” zu unterstützen und den Kampf gegen die “amerikanischen Expansionspläne zur Versklavung Europas” fortzuführen.[8] Somit bildete die Lagerpolitik den Ausgangspunkt der Sowjetisierung in Osteuropa.

2.2. Stationen auf dem Weg zur Zweistaatlichkeit

Mitte des Jahres 1947 war also die Blockkonfrontation nicht mehr zu übersehen.

Als im Dezember 1947 die Londoner Außenministerkonferenz tagte, wollte Moskau noch eine Einigung in der deutschen Frage, doch diese blieb ungelöst. Die Teilung Deutschlands war vorgezeichnet. Diese Konferenz stellte somit den Schlusspunkt aller Bemühungen der Alliierten um eine gemeinsame Deutschlandpolitik dar. Denn hier wurde auch der Gegensatz zwischen der sowjetischen und der amerikanischen Besatzungsmacht am größten und Entscheidungen über Reparationen, die Ruhrkontrolle oder Kompromisse über gesamtdeutsche Verwaltungen konnten nicht mehr getroffen werden. Durch ein erneutes Treffen der Außenministerkonferenz in London am 26. Februar 1948 ohne Vertreter der SU wurde die Teilung Deutschlands, durch den Beschluss den Westen in den Marshallplan einzubeziehen und die Empfehlung, eine westdeutsche Regierung zu gründen, nur beschleunigt.[9] Zum Jahreswechsel 1947/ 1948 wies die Politik der beiden Großmächte in Richtung Zweistaatlichkeit, zumal Strukturen entstanden, die den Weg dorthin bereiteten: im Westen erweitern die Briten und Amerikaner 1948 die Kompetenzen des Zweizonenwirtschaftsrates, dessen Aufgaben nun denen eines Parlamentes glichen. Im Osten dagegen erhält die Deutsche Wirtschaftskommission im Februar 1948 die gesetzgeberische Vollmacht und wird somit zum institutionellen Gerüst des künftigen Oststaates. Die Bande zwischen den Teilen Deutschlands werden nach und nach durch die Alliierten zerschnitten, vor allem auch dadurch, dass die sowjetischen Vertreter schließlich den Alliierten Kontrollrat am 20. März 1948 verlassen. Nachdem am 20. Juni 1948 die Währungsreform in den Westzonen eintrat und die Sowjets es in ihrem Besatzungsgebiet gleichtaten, war Deutschland endgültig in 2 Wirtschaftsgebiete geteilt. Die Sowjets verhängen daraufhin eine Blockade gegen Westberlin, mit dem Ziel, die Westalliierten zur Rücknahme der Reform zu zwingen, vor allem aber, um ganz Berlin einzunehmen. Die Blockade, vom Juni 1948 bis Mai 1949, war für die Sowjetunion jedoch ein Fehlschlag, denn nicht nur, dass die Amerikaner Berlin durch eine Luftbrücke weiter versorgen konnten, sondern jetzt sank außerdem das Ansehen der UdSSR auf ein Minimum und so zweifelten viele Westpolitiker kaum noch daran, ob es ein Fehler sei, einen westdeutschen Staat zu gründen.[10]

[...]


[1] Lehmann, Hans Georg: Deutschland- Chronik 1945 - 2000, Bundeszentrale für politische Bildung, Band 366, Bonn 2002, Seite 19.

[2] Staritz, Dietrich: Die Gründung der DDR. Von der sowjetischen Besatzungsherrschaft zum sozialistischen Staat, München 1987, 2. Auflage, Seite 39.

[3] Vgl.: Lehmann, Hans Georg: Deutschland- Chronik, 2002, S. 19.

[4] Vgl.: Staritz, Dietrich: Die Gründung der DDR, 1987, Seite 41.

[5] Winkel, Harald: Die Wirtschaft im geteilten Deutschland 1945 - 1970, Wiesbaden, 1974, Seite 26.

[6] Mählert, Ulrich: Kleine Geschichte der DDR, München, 2004, 4. Auflage, Seite 30.

[7] Kleßmann, Christoph: Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945 - 1955. 4. Ergänzte Auflage, Bonn, 1986, Seite 178

[8] Vgl.: Mählert, Ulrich: Kleine Geschichte der DDR, 2004, Seite 30f.

[9] Halder, Winfrid: Deutsche Teilung. Vorgeschichte und Anfangsjahre der doppelten Staatsgründung, Zürich, 2002

[10] Vgl:. Mählert, Ulrich: Kleine Geschichte der DDR, 2004, Seite 36.

Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640357215
ISBN (Buch)
9783640357420
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v128741
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Schlagworte
Entwicklung Besatzungszone Gründung Unter Berücksichtigung Veränderungen

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