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Johann Georg Sulzer - Allgemeine Theorie der schönen Künste

Bildung des Gemüts und der Sittlichkeit durch Malerei

Seminararbeit 2006 10 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Theorie der schönen Künste – Landschaft (Zeichnende Künste)

3 Was ist Landschaft?

4 Gemütsbildung durch Landschaft
4.1 Sulzers Vorstellung der bildenden Landschaft
4.2 Vorbild: Gottfried Wilhelm Leibniz’ Monadentheorie
4.3 Modifizierungen der Landschaft zur sittlichen Bildung des Menschen

5 Abschlussbemerkungen

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Landschaft, was ist Landschaft? Was sagt uns dieses Wort, was verknüpfen die Menschen mit diesem Begriff, den sie beinahe täglich benutzen? Wir sprechen von der Ackerlandschaft, von der Gebirgslandschaft, von der Stadtlandschaft, von vielen -landschaften. Der Begriff Landschaft findet sich in dem Wortschatz nahezu eines jeden Menschen und ein jeder hat ihn gebraucht oder wird ihn noch gebrauchen. Und zur gleichen Zeit steht der Landschaftsbegriff im Diskurs der Wissenschaft, was denn nun Landschaft sei, und was damit gemeint und beabsichtigt wird. „Der moderne Landschaftsbegriff muß als ein Begriff gesehen und genommen werden, der zwei Inhaltskomponenten aufweist: einmal den integrierenden Kerngedanken, der ihn zwangsläufig zu einem zentralen Stichwort werden lässt, und zum anderen die den Kern erweiternden, themenbereichspezifizierenden Gedanken, die ihn zu einem Fachbegriff werden lassen“.[1] Damit wäre eine Unterscheidung gegeben zwischen alltäglichem Gebrauch und „wissenschaftlichem“ Gebrauch des Landschaftsbegriffes. Um nun den alltäglichen, wenig reflektierten Gebrauch zu beschreiben, könnte man davon sprechen, dass Landschaft für etwas Schönes, Erhabenes, Ansprechendes in der Natur, einen Naturausschnitt steht. Diese Verknüpfung des Landschaftsbegriffes mit einem schönen, ansehnlichen, erhabenen Naturausschnitt musste jedoch zu irgendeiner Zeit geschaffen worden sein, damit in unserer Zeit unreflektiert genau diese Verknüpfung wiederhergestellt werden kann. Durch die Suche nach einer zurückliegenden Grundlegung jener Verknüpfung befindet man sich im „wissenschaftlichen“ Bereich der Nutzung des Landschaftsbegriffes. Johann Georg Sulzer verfasste für seine 1771/1774 erschienene „Allgemeine Theorie der schönen Künste“ einen Artikel mit dem Titel: Landschaft (Zeichnende Künste). In jenem geht er darauf ein, weshalb, insbesondere die Landschaftsmalerei dienlich sei, eben jene Verknüpfung zwischen Landschaft und ansprechend, gut, erhaben, schön herzustellen. Im Folgenden soll nun genauer betrachtet werden, welche Vorstellungen und Ideen Sulzer mit dieser Verknüpfung und mit der Landschaftsmalerei verband.

2 Allgemeine Theorie der schönen Künste – Landschaft (Zeichnende Künste)

Wie bereits erwähnt erschien dieses enzyklopädische Werk Sulzers 1771/74, er handelt darin die bedeutendsten Grundbegriffe der diversen Kunstrichtungen in Lexikonartikeln ab. Der Artikel: Landschaft (Zeichnende Künste), enthält einige Thesen, welche näher bestimmen, was Landschaft ist, und welche Wirkung die Landschaftsmalerei erzeugen kann, wodurch diese Wirkung erzeugt wird, weshalb der Begriff der Landschaft mit den Attributen schön, gut, erhaben, ansprechend, ansehnlich, beeindruckend und vielen mehr versehen ist.[2]

3 Was ist Landschaft?

„Unter den zeichnenden Künsten behauptet der Zweig, der uns so mancherlei angenehme Aussichten auf die leblose Natur vorstellt, einen ansehnlichen Rang.“[3] So leitet Sulzer seine Abhandlung über die Landschaft und ihre Abbildung ein. Landschaft gelangt zu Existenz durch die Abbildung der leblosen Natur, durch die Abbildung wird jedoch nur ein Ausschnitt wiedergegeben, was ebenso Voraussetzung ist wie die Abbildung an sich. Demzufolge ist Landschaft die Wiedergabe eines Ausschnittes der den Menschen umgebenden Natur.[4] Diese Idee gibt der zitierte einleitende Satz Sulzers wieder. Ein weiterer Bestandteil des Landschaftsbegriffes ist die Reflexion des Menschen über das Gesehene, „Landschaft ist so eine aus unserer Einbildung (Einbildungskraft) gespeiste, das vorstellende Subjekt selbst und die ihm gegebene Welt in ihrem Verhältnis zueinander schätzende Vorstellung.“[5] Landschaft besteht somit nur dann, wenn der Mensch sie geschaffen und reflektiert hat. Auf diese Bedingung geht Sulzer genauer ein, und macht sie zu einer Aufgabe.

[...]


[1] Flach, Werner: Landschaft. – Fundamente der Landschaftsvorstellung; in: Smuda, Manfred: Landschaft; Frankfurt am Main; 1986; Seite 12;

[2] Nach Sulzer, Johann Georg: Landschaft (Zeichnende Künste) in: Küster, Hansjörg und Ulf: Garten und Wildnis – Landschaften im 18. Jahrhundert; München; 1997; Seite 216/17;

[3] Sulzer, Johann Georg: Landschaft (Zeichnende Künste) in: Küster, Hansjörg und Ulf: Garten und Wildnis – Landschaften im 18. Jahrhundert; München; 1997; Seite 216;

[4] Nach Sulzer, Johann Georg: Landschaft (Zeichnende Künste) in: Küster, Hansjörg und Ulf: Garten und Wildnis – Landschaften im 18. Jahrhundert; München; 1997; Seite 216/17;

[5] Flach, Werner: Landschaft. – Fundamente der Landschaftsvorstellung; in: Smuda, Manfred: Landschaft; Frankfurt am Main; 1986; Seite 15;

Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640353927
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v129018
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,3
Schlagworte
Johann Georg Sulzer Allgemeine Theorie Künste Bildung Gemüts Sittlichkeit Malerei

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Titel: Johann Georg Sulzer - Allgemeine Theorie der schönen Künste