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Die Entwicklung der Zahlvorstellung bei Kindern unter 6 Jahren

©2021 Hausarbeit 20 Seiten

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Frage, wie sich die Zahlvorstellung bei Kindern unter 6 Jahren entwickelt, beschäftigen. Zunächst wird ein Überblick gegeben, welche Bildungsziele es bei der mathematischen Frühbildung gibt. Darauf folgt die Beschreibung der Entwicklung des mathematischen Denkens bei Kindern. Anschließend wird die Entwicklung des Zahlenverständnisses unter Berücksichtigung der Aspekte des Zahlenbegriffs und der Zählentwicklung erläutert. Die Zahlen-Größen-Verknüpfung wird anhand des Entwicklungsmodells nach Krajewski in Kapitel 4 verdeutlicht. Damit mathematische Frühbildung gelingen kann, wird im Kapitel 5 die Ko-Konstuktion der Bildungsprozesse hervorgehoben. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Eingangsfrage wird beantwortet.

Mathematische Frühbildung gewinnt, aufgrund des Bildungsauftrages, in den Kindertageseinrichtungen immer mehr an Bedeutung. Kinder beschäftigen sich schon sehr lange vor der Einschulung mit Mengen und Zahlen, somit kommt der vorschulischen Zeit eine große Bedeutung für den Aufbau mathematischer Kompetenzen zu. In ihrem Alltag sind Kinder ständig mit Zahlen konfrontiert. Wie viele Kinder sind heute da? Wer fehlt? Wie viel Teller und Tassen brauchen wir für die ganze Gruppe? Wie müssen wir den Apfel schneiden, damit jeder ein Stück bekommt? Kinder machen schon früh ihre ersten Erfahrungen mit Mengen und Zahlen, sowie erstem Rechnen. Mathematik im Elementarbereich bedeutet nicht, den Kindern die Zahlen oder das Rechnen wie in der Schule beizubringen. Es geht hier vielmehr um mathematische Basiskompetenzen, das Beschäftigen mit Zahlen, das Zählen und Rechnen von Aufgaben.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildungsziele im Bereich der mathematischen Frühbildung

3 Entwicklung des mathematischen Denkens im Kita- Alter
3.1 Entwicklung des Zahlenverständnisses
3.2 Zählentwicklung

4 Das Entwicklungsmodell der Zahl-Größen-Verknüpfung nach Krajewski

5 Bildungsprozesse ko-konstruktiv gestalten
5.1 Umsetzung von Bildungsprozessen

6 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Die Mathematik ist das Tor zur Naturwissenschaft, und dieses Tor ist so niedrig und klein, dass man nur als kleines Kind hinein gelangen kann.“

(William K. Clifford 1845-1879)

Mathematische Frühbildung gewinnt, aufgrund des Bildungsauftrages1, in den Kinder­tageseinrichtungen immer mehr an Bedeutung.

Kinder beschäftigen sich schon sehr lange vor der Einschulung mit Mengen und Zahlen, somit kommt der vorschulischen Zeit eine große Bedeutung für den Aufbau mathemati­scher Kompetenzen zu (vgl. Schneider et al., 2013, S. 14).

In ihrem Alltag sind Kinder ständig mit Zahlen konfrontiert. Wie viele Kinder sind heu­te da? Wer fehlt? Wie viel Teller und Tassen brauchen wir für die ganze Gruppe? Wie müssen wir den Apfel schneiden, damit jeder ein Stück bekommt? Kinder machen schon früh ihre ersten Erfahrungen mit Mengen und Zahlen, sowie erstem Rechnen (vgl. Lohmann et al., 2016, S. 7).

Mathematik im Elementarbereich bedeutet nicht, den Kindern die Zahlen oder das Rechnen wie in der Schule beizubringen. Es geht hier vielmehr um mathematische Ba­siskompetenzen, das Beschäftigen mit Zahlen, das Zählen und Rechnen von Aufgaben.

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Frage wie sich die Zahlvorstellung bei Kindern unter 6 Jahren entwickelt, beschäftigen. Zunächst wird ein Überblick gegeben, welche Bildungsziele es bei der mathematischen Frühbildung gibt. Darauf folgt die Beschrei­bung der Entwicklung des mathematischen Denkens bei Kindern. Anschließend wird die Entwicklung des Zahlenverständnisses unter Berücksichtigung der Aspekte des Zah lenbegriffs und der Zählentwicklung erläutert. Die Zahlen- Gößen Verknüpfung wird anhand des Entwicklungsmodells nach Krajewski in Kapitel 4 verdeutlicht. Damit ma­thematische Frühbildung gelingen kann, wird im Kapitel 5 die Ko-Konstuktion der Bil­dungsprozesse hervorgehoben. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammenge­fasst und die Eingangsfrage wird beantwortet.

2 Bildungsziele im Bereich der mathematischen Frühbildung

In den Bildungsplänen der Bundesländer sind die Ziele der mathematischen Frühbil­dung sehr unterschiedlich aufgeführt.2 Einige erwähnen nur einige Kompetenzen, ande­re sind umfassender und geben der Fachkraft genauere Hinweise, welche Kompetenzbe­reiche zur mathematischen Frühbildung gehören.

Ergänzend zu den sechs Säulen zur Entwicklung des mathematischen Denkens, die im nachfolgenden Kapitel aufgeführt werden, lassen sich fünf mathematische Bereiche ab­grenzen:

- Sortieren und Klassifizieren
- Muster und Reihenfolgen
- Zeit
- Raum und Form
- Mengen, Zahlen, Ziffern

In jedem dieser Bereiche werden Ziele auf unterschiedlichen Ebenen aufgeführt. Die Kinder sammeln zunächst konkrete mathematische Grunderfahrungen. An diesen Er­fahrungen knüpft die sprachliche Ausdrucksfähigkeit an, wenn Kinder ermuntert wer­den, ihre Erfahrungen und Ideen sprachlich zu formulieren. Durch das beantworten ma­thematischer Fragen, das sprachliche ausdrücken mathematischer Phänomene und den Austausch über allgemeine Prinzipien und Regelmäßigkeit entsteht ein vertieftes ma­thematisches Verständnis (vgl. Fthenakis et al., 2009, S. 15).

Diese Ziele bieten der Fachkraft einen Rahmen, unterschiedliche Lernaktivitäten zu planen und zu reflektieren. Dabei sind diese Ziele nicht als Standard zu verstehen, da Kinder unterschiedlich und in ihrem Tempo individuell lernen. Aufgabe der Fachkraft ist es jedes Kind entsprechend seinem Lern- und Entwicklungsstand individuell zu un­terstützen (vgl. Fthenakis et al., 2009, S. 15).

3 Entwicklung des mathematischen Denkens im Kita- Alter

Mathematik im Elementarbereich bedeutet nicht, Kindern schon vor der Schule die Zah­len oder das Rechnen beizubringen. Früher gab es entsprechende Versuche, Kindergar­tenkindern Zahlenreihen abhören zu lassen. Heute weiß man, dass das Auswendiglernen von Zahlenreihen nicht zum mathematischen Denken führt (vgl. Bostelmann, 2009, S. 14). In der frühen mathematischen Bildung geht es vor allem darum, dass Kinder Vor­gänge in ihrem Alltag mit ihren bisherigen mathematischen Erfahrungen verknüpfen können. Durch das professionelle begleiten und erweitern des mathematischen Denkens werden mathematische Basiskompetenzen erworben, die es den Kindern ermöglichen, Mathematik in ihrer Welt zu entdecken (vgl. Fuchs, 2015, S. 22).

Im folgenden Kapitel wird in Kurzform auf die sechs wesentlichen Säulen für die Ent­wicklung mathematischen Denkens eingegangen (vgl. Bostelmann, 2009, S.14).

Zu Beginn steht die Mengenauffassung, schon kleine Kinder, lange vor Einsetzen der Sprache, besitzen ein basales Verständnis für Mengeneigenschaften. Auch wenn das Kind die Zahlen noch nicht richtig benennen kann, kann es die Anzahlen einer Menge erfassen und diese richtig zuordnen.

Grundlegend für die Entwicklung mathematischen Denkens ist zudem das Verstehen von Symbolen, um Zahlen als Menge von Dingen und später das Plus und Minus als Zeichen für das Wegnehmen oder Hinzufügen von Dingen zu begreifen. Kinder müssen verstehen können, was man mit Buchstaben, Zahlen , Schildern oder Pfeilen beschreibt (vgl. Bostelmann, 2009, S. 15).

Die dritte Säule beinhaltet das Erkennen logischer Zusammenhänge. Verdeutlicht wird dies anhand von Mustern. In Mustern herrscht eine strenge Logik, hier sei beispielhaft eine Wimpelkette genannt, bei der immer nach dem blauen Wimpel ein roter und dann ein gelber folgt. Wer dies verstanden hat, weiß später auch, dass der Einundzwanzig eine Zweiundzwanzig folgt, da auf die Eins die Zwei gefolgt ist.

Als nächstes ist die Räumliche Orientierung genannt. Um uns später im abstrakten ma­thematischen Raum zurechtzufinden, müssen wir uns im realen Raum sehr gut ausken­nen. Dieses Denken beginnt mit einfachen Erkenntnissen: Dinge können sich vorne, hinten, zwischen, über und unter befinden. Sobald diese Übersicht gewonnen wurde, äußern sich diese Erkenntnisse mit der räumlichen Vorstellung, wie beispielsweise Wegbeschreibungen.

Laut Bostelmann folgt in der fünften Säule der Zahlenbegriff. Das Kind erwirbt die Fä­higkeit vom Mengenverständnis hin zum Zahlenverständnis und ist in der Lage Mengen mit der passenden Zahl zu benennen. Dabei bleibt die Zahl zwei, egal ob man einen Ap­fel und eine Birne oder einen Apfel und eine Melone zusammen rechnet.

Abschließend sind Vorschulkinder in der Lage einfache Rechenoperationen zu meistern. Sie können im Kopf nun abstrakt Zahlen Addieren oder Subtrahieren, je öfter man dies trainiert, desto eher wird sich die Rechenoperation automatisieren, ohne noch im Kopf rechnen zu müssen (vgl. Bostelmann, 2009, S. 16).

Auf die konkrete Entwicklung des Zahlenverständnisses wird in den folgenden Ab­schnitten eingegangen.

[...]


1 vgl. Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII, § 22) - die Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes. Dabei soll sich die Förderung am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des ein­zelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.

2 Die Bildungspläne sind online über den Deutschen Bildungsserver verfügbar: https://www.bil- dungsserver.de/bildungsplaene-fuer-kitas-2027-de.html

Details

Seiten
20
Jahr
2021
ISBN (PDF)
9783346762207
ISBN (Paperback)
9783346762214
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Erscheinungsdatum
2022 (November)
Note
1,3
Schlagworte
mathematische Frühbildung Kindheitspädagogik
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Titel: Die Entwicklung der Zahlvorstellung bei Kindern unter 6 Jahren