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Unterrichtseinstiege. Funktionen, Kriterien und Möglichkeiten

Seminararbeit 2007 31 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Überlegungen zu Unterrichtseinstiegen
2.1 Begriffserklärung
2.2 Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg
2.3 Funktionen von Unterrichtseinstiegen

3. Darstellung von Unterrichtseinstiegen
3.1 Stundeneröffnungsrituale
3.2 Übungen zum stofflichen Aufwärmen
3.3 Thematische Unterrichtseinstiege
3.3.1 Thematische Einstiegsformen mit höherem Grad an Lehrerlenkung
3.3.2 Thematische Einstiegsformen mit höherem Grad an Schülerselbsttätigkeit

4. Schulpraktische Untersuchungen
4.1 Rahmenbedingungen der Schule
4.2 Methodisches Vorgehen
4.3 Erlebnisdarstellung
4.4 Ergebnisse der mündlichen Befragung
4.5 Zusammenfassung und Vergleich mit den

Literaturaussagen

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

„Aller Anfang ist schwer“ heißt es in einem bekannten deutschen Sprichwort. Dies gilt auch für den Unterrichtseinstieg, denn dieser darf nicht willkürlich, sondern sollte wohl überlegt und vorbereitet sein.

Für mich, als zukünftige Referendarin, ist der Unterrichtseinstieg ein besonders relevanter Aspekt, da er den Grundstein für den weiteren Verlauf der Stunde legt und mitunter darüber entscheidet, ob die Schüler begeistert mitarbeiten oder gelangweilt „abschalten“. Doch wie sollte ein guter Unterrichtseinstieg, der die Schüler gleich zu Beginn der Stunde motiviert und fesselt, aussehen? Welche Möglichkeiten an Unterrichtseinstiegen gibt es? Welcher Unterrichtseinstieg eignet sich für welches Thema? Und wie verhalten sich Theorie und Praxis zueinander? Das sind die Fragen, denen ich in dieser Arbeit nachgehen möchte.

Im ersten Teil der Arbeit definiere ich zunächst den Begriff „Unterrichtseinstieg“, setze mich mit den Funktionen und Kriterien von Unterrichtseinstiegen auseinander und stelle zusätzlich eine gezielte Auswahl an Unterrichtseinstiegen dar.

Im zweiten Teil soll es darum gehen, meine Erlebnisse und Beobachtungen des Praktikums vorzustellen und diese mit den Literaturaussagen zu vergleichen. Den Abschluss bildet eine kurze Schlussbetrachtung.

2. Theoretische Überlegungen zu Unterrichtseinstiegen

Die Phase des Unterrichtseinstiegs findet in der pädagogischen Fachliteratur besondere Beachtung und wird häufig diskutiert. Im Folgenden soll nun geklärt werden, was unter dem Begriff Unterrichtseinstieg zu verstehen ist, welchen Kriterien er unterliegt und welche didaktischen Funktionen sich dahinter verbergen.

2.1 Begriffserklärung

Der Begriff „Unterrichtseinstieg“ bezeichnet den ersten Schritt bzw. die Eröffnungsphase des Unterrichts. Die Einstiegsphase als eine eigenständige Phase erfordert sowohl die Aktivität des Lehrer als auch der Schüler.

In der schulpädagogischen Literatur wird zwischen dem Stundeneinstieg und dem the matischen Unterrichtseinstieg unterschieden. Während es bei dem thematischen Unterrichtseinstieg um die Hinführung zu einem neuen Thema geht, wird der Stundeneinstieg als die tägliche Stundeneröffnung definiert, bei der nicht immer ein neues Thema begonnen wird. Beispiele für die tägliche Unterrichts- bzw. Stundeneröffnung sind die Stundeneröffnungsrituale und die Übungen zum stofflichen Aufwärmen.

2.2 Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg

Theoretische Kriterien dürfen nicht mit der Wirklichkeit selbst verwechselt werden. Sie sind vielmehr Maßstab, an dem vorliegende didaktische Entwürfe bzw. beobachtete Unterrichtsstunden beurteilt werden können. Hilbert Meyer hat diesbezüglich fünf Kriterien für einen gelungenen Unterrichtseinstieg vorgeschlagen:1

1. Der Einstieg soll den Schülern einen Orientierungsrahmen vermitteln.
2. Der Einstieg soll in zentrale Aspekte des neuen Themas einführen.
3. Der Einstieg soll an das Vorverständnis der Schüler anknüpfen.
4. Der Einstieg soll die Schüler disziplinieren.
5. Der Einstieg soll den Schülern möglichst oft einen handelnden Umgang mit dem Thema erlauben.

2.3 Funktionen von Unterrichtseinstiegen

Wie der Name schon sagt, ist der Unterrichtseinstieg dazu da, den Schülern den Einstieg in ein neues Thema erfassbar und erschließbar zu machen.

Hilbert Meyer sieht in ihm „das Tor, durch das der Schüler in die neue Lern-Landschaft hinauswandert, oder die Hefe, die den angerührten Teig zum Aufgehen bringt.“2 Er soll die Schüler zunächst einmal neugierig machen und bei ihnen Interessen, Fragehaltungen und Erwartungen wecken. Dabei soll die Aufmerksamkeit auf das neue Thema oder das zu lösende Problem gelenkt werden.

Des Weiteren sollte der Unterrichtseinstieg den Schülern das Ziel und die Bearbeitungsschritte der thematischen Einheit verdeutlichen, die zentralen Aspekte des neuen Themas ansprechen und über den geplanten Unterrichtsverlauf informieren. Insgesamt soll ein Orientierungsrahmen geschaffen werden und dem Schüler soll verdeutlicht werden, was ihn im folgenden Unterrichtsverlauf erwartet. Zu betonen ist hierbei, dass die Thematik und deren Inhalte an den Leistungsstand der Schüler angepasst sein muss, damit eine Über- oder Unterforderung vermieden wird.

[...]


1 Meyer 2003, S. 129

2 ebendieser, S. 122

Details

Seiten
31
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640363506
ISBN (Buch)
9783640363483
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v129728
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
unbenotet
Schlagworte
Unterrichtseinstiege Funktionen Kriterien Möglichkeiten

Autor

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Titel: Unterrichtseinstiege. Funktionen, Kriterien und Möglichkeiten