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Cash Flow. Bedeutung, Methodik, Ermittlung

Seminararbeit 2009 21 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abstract

2 Hintergrund

3 Definition

4 Methoden
4.1 Originäre Ermittlungsmethode
4.2 Derivative Ermittlungsmethode
4.3 Direkte Darstellungsmethode
4.4 Indirekte Darstellungsmethode
4.5 Zusammenhang der Methoden

5 Ermittlung
5.1 Einfach
5.2 Ausführlich
5.2.1 Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
5.2.2 Cash Flow aus Investitionstätigkeit
5.2.3 Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

6 Interpretation und Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zusammenhang von Cash Flow, Bilanz und Erfolgsrechnung

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen den Cash Flow Ermittlungsmethoden

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Originäre Ermittlung des Cash Flow

Tabelle 2: Direkte Ermittlung des Cash Flow

Tabelle 3: Indirekte Ermittlung des Cash Flow

Tabelle 4: Einfaches Berechnungsschema zur Ermittlung des Cash Flow

Tabelle 5: Berechnungsschema Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit

Tabelle 6: Berechnungsschema Cash Flow aus Investitionstätigkeit

Tabelle 7: Berechnungsschema Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

1 Abstract

Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise gewinnt der Cash Flow als Messgröße für die Eigenfinanzierungskraft eines Unternehmens aus seiner operativen Tätigkeit immer größere Bedeutung. Seine Aufstellung vor allem nach der indirekten Methode stellt oftmals eine Herausforderung dar. Die vorliegende Arbeit begegnet dieser Problematik, indem sie zuerst grundlegende Fragen und Kennzeichen des Cash Flow klärt und im Weiteren eine allgemeine Erklärung und einen Leitfaden für die Aufstellung eines Cash Flow Statements bietet.

2 Hintergrund

Die Kritik an Ergebniskennzahlen wie EBIT und EBITDA als Steuerungsgrößen zur Unternehmensführung hat sich in den letzten Jahren verschärft.[1] Ursprünglich wurden diese Kennzahlen entwickelt, um Unternehmensvergleiche über Landes- und Branchengrenzen hinweg zu ermöglichen, da sich gerade steuerliche Vorschriften, Finanzierungsstrukturen, Bilanzierungs- und Bewertungsregularien teilweise sehr stark unterscheiden. Auch zur Unternehmensbewertung sind diese Kennzahlen kritisch zu sehen, weil wichtige Aspekte wie die Investitionstätigkeit keine Beachtung finden. Hier bietet sich der Cash Flow als Betrachtungsgröße an, da er einen erweiterten und wesentlich detaillierteren Blick auf das Unternehmen erlaubt.

Der Cash Flow wurde als Discounted Cash Flow (DCF) erstmals 1938 von John Burr Williams in seiner Dissertation „The Theory of Investment Value“ unter dem Eindruck der überstandenen Weltwirtschaftskrise formal genannt. Er beschreibt ihn „as the present worth of all dividends to be paid upon it“[2]. Da der Cash Flow in wesentlich geringerem Maße von Bilanzpolitik abhängig ist als gängige andere Kennzahlen, setzte er sich vor allem seit den 1980er Jahren in der Wirtschaftspraxis immer mehr durch. Über diesen Umweg fand er dann Eingang in die Betriebswirtschaftslehre.[3]

Seine heutige Bedeutung erlangte der Cash Flow als zahlungsorientierte Kapitalflussrechnung im Jahr 1987, als er mit dem Statement of Financial Accounting Standards No. 95 (FAS 95) „Statement of Cash Flows“ des amerikanischen Financial Accounting Standards Board (FASB) für Unternehmen, die nach den United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) berichten müssen, verbindlich als Bestandteil des Jahresabschlusses eingeführt wurde. Das International Accounting Standards Committee (IASC)[4] veröffentlichte 1992 den International Accounting Standard No. 7 (IAS 7) „Cash Flow Statements”, der sich stark am FAS 95 orientierte. In Deutschland wurde die Kapitalflussrechnung mit der Einführung des „Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich“ (KonTraG) im Jahr 1998 und des „Transparenz- und Publizitätsgesetzes“ (TransPuG) im Jahr 2002 im Jahresabschluss gleichberechtigt neben Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) für Konzerne verpflichtend festgelegt. Hier wurde der Begriff Kapitalflussrechnung verankert, die inhaltliche Gestaltung wurde im Jahr 1999 durch den „Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 2“ (DRS 2) „Kapitalflussrechnung“ in Anlehnung an IAS 7 und FAS 95 vom Deutschen Standardisierungsrat (DSR) vorgenommen. Da diese Vorschriften im Zeitablauf nacheinander entstanden sind und sich an den jeweils vorangehenden orientieren, kann von einer weitgehenden internationalen Normierung und Harmonisierung gesprochen werden.[5]

Seit im Jahr 2007 Basel II voll in Kraft getreten ist und schärfere Eigenkapitalregeln für Banken gelten, hat der Cash Flow im Zusammenhang mit dem Rating eines Unternehmens weiteres Gewicht gewonnen. Im Laufe des Jahres 2008 haben sich die Bedingungen auf den Kapitalmärkten durch die Subprime Krise und die darauf folgenden die Krise der gesamten Finanzwirtschaft weiter verschlechtert. Diese Rahmenbedingungen lassen erwarten, dass der Cash Flow immer mehr in den Mittelpunkt rücken wird, da er prädestiniert ist, über die Rückzahlungsmöglichkeiten von Fremdkapital Auskunft zu geben. Er kann aufzeigen, wie viel Bargeld am Ende einer Periode für Investitionen, und damit die zukunftsorientierte Weiterführung eines Unternehmens, für Schuldentilgung, also die Verbesserung der Finanzierungsstruktur, oder für die Ausschüttung an Anteilseigner zur Verfügung steht.[6] Mit Hilfe dieser Informationen lässt sich deutlich besser beurteilen, wie ertragsstark ein Unternehmen ist und wie gut es seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt bzw. voraussichtlich nachkommen kann.

3 Definition

Der Cash Flow stellt Einzahlungen und Auszahlungen einer Periode gegenüber und ermittelt daraus den finanzwirtschaftlichen Saldo für das Unternehmen am Ende der Periode. So kann mit Hilfe des Cash Flow eine Aussage über die Zahlungsbereitschaft des Unternehmens getroffen werden. Ein Unternehmen ist desto finanzkräftiger je positiver die Salden aus Einzahlungen und Auszahlungen über mehrere Perioden sind. Man spricht dann von einem Einzahlungsüberschuss oder einem positiven Cash Flow. Übersteigen die Auszahlungen die Einzahlungen spricht man von einem Auszahlungsüberschuss oder einem negativen Cash Flow. Im ersten Fall erhöht sich der Zahlungsmittelbestand, im zweiten Fall vermindert er sich.

Im Gegensatz zur Finanzkraft eines Unternehmens steht seine Ertragskraft. Sie wird durch den Saldo aus Aufwand und Ertrag, das Gesamtergebnis aus der Erfolgsrechnung (GuV), ermittelt und zeigt die Entwicklung des Reinvermögens. Bei einem positiven Gesamtergebnis erhöht sich das Reinvermögen, man spricht von einem erfolgreichen, im Fall eines positiven Cash Flow von einem zahlungsfähigen Unternehmen.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zusammenhang von Cash Flow, Bilanz und Erfolgsrechnung[8]

Zur Ermittlung des Cash Flow gibt es zwei Verfahren. Er kann sowohl originär aus betriebsinternen Daten als auch derivativ aus dem Jahresabschluss (Bilanz und GuV) ermittelt werden. Beide Vorgehensweisen zeigen die Veränderung der Zahlungsmittel eines Unternehmens zum Ende einer Periode. Als Zahlungsmittel werden Bargeld, Sichteinlagen und Zahlungsmitteläquivalente angesehen. Unter Zahlungsmitteläquivalenten werden kurzfristige Finanzanlagen verstanden, die jederzeit in Barmittel umgewandelt werden können und nur unwesentliche Wertschwankungsrisiken vorweisen.[9] Als kurzfristig wird in diesem Zusammenhang eine Laufzeit von weniger als drei Monaten verstanden. Umschichtungen in den Zahlungsmitteln haben keine Cashwirkung, sie verändern nur deren Struktur.

[...]


[1] Beispielhaft sei die Kolumne von Fredmund Malik vom 16.12.2003 bei manager-magazin.de erwähnt (25.12.2008: http://www.manager-magazin.de/koepfe/mzsg/0,2828,278499,00.html)

[2] Siehe Williams (1938), S. 55

[3] Vgl. Behringer (2007), S. 57

[4] Seit 2001 International Accounting Standards Board (IASB)

[5] Vgl. Meyer (2007), S. 3 ff.

[6] Vgl. Jung (2007), S. 259

[7] Vgl. Wöhe (2005), S. 820

[8] In Anlehnung an Meyer (2007), S. 41

[9] Vgl. IFRS 2008: Deutsch-Englische Textausgabe (2008), IAS 7 S. 58

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640378975
ISBN (Buch)
9783640378890
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v130108
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Cash Flow Felix Hornik Arno Elmer indirekte Methode direkte Methode Liqudität Bedeutung Methode Ermittlung

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Titel: Cash Flow. Bedeutung, Methodik, Ermittlung