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Gesundheitsförderung - eine Aufgabe für Pflegekräfte im Krankenhaus

Hausarbeit 2003 15 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Gesundheit
2.2 Gesundheitsförderung

3 Die Verankerung der Gesundheitsförderung in der Pflege

4 Gesundheitsförderung durch Pflegekräfte im Krankenhaus
4.1 Die Förderung der Gesundheit des Patienten
4.1.1 Voraussetzungen
4.1.2 Der Gesundheitsförderungsprozeß
4.1.3 Ziele und Folgen
4.2 Gesundheitsförderung in der eigenen Berufsgruppe

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Gesundheitsförderung wird in Deutschland als Teil des Gesundheitswesens immer noch stark vernachlässigt. Vor allem Therapie und Rehabilitation, aber auch Forschung und Lehre sind die bisher vorrangig beachteten Bereiche der Gesundheitspolitik, welche somit die meisten Ressourcen für sich beanspruchen. Hier hat auch die Pflege ihren Platz eingenommen, in der Heilung von Krankheiten und der Hilfe zur Wiederherstellung von Gesundheit, in der Wiedereingliederung in das soziale Umfeld und der Pflege zuhause. In den letzten Jahren jedoch führten vor allem ökonomische Zwänge zu Reformierungsanstrengungen und Neustrukturierungsbemühungen im Gesundheitswesen, die Veränderungen hin zur Gesundheitsförderung und Prävention erkennen lassen. Schon 1988 (Gesundheits-Reform-Gesetz) und 1992 (Gesetz zur Strukturreform) wurden Gesetze erlassen, die zunächst nur die Krankenkassen zur Gesundheitsförderung verpflichteten. Fast zur selben Zeit startete der Bundesgesundheitsrat mit der Umsetzung der WHO-Strategie "Gesundheit für alle", welche 1986 in der Ottawa-Charta verankert wurde (vgl. GÖBEL et al. 1997, 96ff). Auch in der ersten europäischen Pflegekonferenz 1988 wurde diese Leitidee aufgegriffen und die Integration der Gesundheitsförderung in das Pflegeleitbild der Zukunft beschlossen (BRIESKORN-ZINKE 1995, 361).

Es ist folglich anzunehmen, dass der Bedarf an gesundheitsbezogenen Dienstleistungen steigen wird. Hier wird vor allem die Pflege als das Berufsfeld betrachtet, dessen Angehörige das Wissen, die Möglichkeiten und die Legitimation besitzen, gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen und durchzuführen. Die Pflege als Profession ist also gefordert, patienten- und handlungsorientierte Konzepte zu entwickeln, um der Aufgabe zur Gesundheitsförderung gerecht zu werden.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Begriff der „Gesundheitsförderung“ für die Pflege zu definieren und handhabbar zu machen und die Verbindung der Pflege im Krankenhaus mit Gesundheitsförderung aufzuzeigen. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und welches sind die Ziele der Pflege innerhalb der Gesundheitsförderung? Welchen Beitrag kann und muß die Pflege im Krankenhaus leisten, wo setzt sie an und wo steht der Patient dabei?

2 Definitionen

2.1 Gesundheit

Die WHO sieht Gesundheit als menschliches Grundrecht und als Voraussetzung für Frieden und Sicherheit:

"Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen." (WHO zit. n. WEIDNER 1995, 130)

Im Gesundheits-Brockhaus (1999) ist folgende Ergänzung zu finden: Gesundheit ist das ungestörte funktionieren eines Organismus mit subjektiv empfundener Lebensqualität (Wohlbefinden) und objektiv feststellbarem körperlichem, geistigem und seelischem Gleichgewicht.

2.2 Gesundheitsförderung

Die WHO (1993 in BRIESKORN-ZINKE 1996, 23) entwickelte in der Ottawa-Charta folgende allgemeingültige Grundzüge von Gesundheitsförderung:

- Gesundheitsförderung als Prozeß, der allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit ermöglichen soll
- Die Möglichkeit, die eigene Umwelt zu verändern, je nach Bedürfnissen, Wünschen, Hoffnungen
- Alltagsorientierung: Gesundheit als wesentlicher Bestandteil des Alltags
- Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen und körperlicher Fähigkeiten

Ein Definitionsversuch von Gesundheitsförderung für die Pflege im Krankenhaus könnte folgendermaßen lauten:

"Gesundheitsförderung in der Pflege heißt zum einen, Gesundheit wiederherzustellen, zu verbessern, und / oder zu steigern. Zum andern enthält sie Aktivitäten und Maßnahmen, die die Gesundheit und somit die Lebensqualität von Menschen positiv beeinflussen. An erster Stelle steht die persönliche Komponente, bei der es darum geht, dem einzelnen Menschen individuell notwendige Kompetenzen zur Verbesserung seiner persönlichen Gesundheit zu vermitteln und nutzbar zu machen. Dies geschieht in engem Zusammenhang mit der gesundheitsgerechten Gestaltung seiner sozialen und natürlichen Umwelt." (HAUSER,U., REUSCHER,C., WESTERMANN,K. 2003, Eigendefinition im Rahmen der Begriffsanalyse).

Alle Strategien sollen laut HURRELMANN (2000, 593) darauf ausgerichtet sein, Gesundheitsverlust zu vermeiden und Gesundheitsgewinn, darunter auch Gesundheitswiedergewinn nach einer Krankheit, zu erzielen. Gesundheitsförderung setzt nach diesem Verständnis bei den Gesundheitsressourcen und Gesundheitspotentialen der Menschen an.

3 Die Verankerung der Gesundheitsförderung in der Pflege

Gesundheitsförderung ist laut FICHTEN (1998, 18) "immer schon eine "ursprüngliche" Aufgabe der Pflege." Hierzu gehören Pflegediagnosen, das Erfassen der Situation und des Patientenverhaltens ebenso wie der Pflegeprozeß. Als weitere gesundheisfördernde Tätigkeiten der Pflege im Krankenhaus nennt er Krisenbegleitung, Schmerzbewältigung, Hilfe bei Krankheitsanpassung und -bewältigung und Vorbereitung auf Eingriffe.

Als zweiten Punkt nennt FICHTEN den Professionalisierungsprozeß der Pflege. Professionalität beinhaltet eine breite Wissensbasis, kompetentes Handeln auf der Grundlage dieses Wissens und eine größere Eigenständigkeit beim Handeln (vgl. auch WEIDNER 1995). Der Wissensvorsprung gegenüber den Patienten ermöglicht kompetentes Handeln im Bereich der Gesundheitsförderung und bei der Anleitung von Patienten zu gesundheitsbewußtem Handeln.

"Stichworte wie patientenzentrierte oder patientenorientierte Pflege signalisieren ein Pflegeverständnis, das mit den skizzierten Leitideen der Gesundheitsförderung übereinstimmt." (FICHTEN 1998, 18). In PEPLAUs (1995 in FICHTEN 1998) Pflegetheorie steht die Pfleger-Patient-Beziehung im Mittelpunkt, Pflege setzt beim Individuum an. Das Modell von KROHWINKEL (1992 in FICHTEN 1998) weist außerdem in der Bandbreite der pflegerischen Aufgaben auch auf die gesundheitsfördernden Ansätze hin.

Zusätzlich zu diesen theoretischen Grundlagen ist der Auftrag zur Gesundheitsförderung bereits seit 1985 im Krankenpflegegesetz verankert (WEIDNER 1995, 127ff). Dort heißt es unter anderem: "Die Ausbildung soll insbesondere gerichtet sein auf...die Anregung und Anleitung zu gesundheitsförderndem Verhalten,..." (BGBL 1985, 894 zit. n. WEIDNER 1995). In dem "Entwurf eines Gesetzes über die Berufe in der Krankenpflege..." (2002), das 2004 in Kraft treten soll, heißt es weiter: "Die Ausbildung...soll...Kompetenzen zur verantwortlichen Mitarbeit insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten vermitteln. Sie bezieht sich auf die heilende Pflege, die...auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der Patientinnen und Patienten auszurichten ist."

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Details

Seiten
15
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638188128
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13063
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin – Pflegemanagement
Note
1,3
Schlagworte
Gesundheitsförderung Prävention Pflege

Autor

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