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Internationaler Handel und Forstwirtschaft - Environmental Labelling

Nachhaltiges Forstwirtschaftsmanagement

Hausarbeit 2005 15 Seiten

Forstwirtschaft / Forstwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Definition: Nachhaltiges Forstwirtschaftmanagement
1.2 Die Entwicklung der Gesamt-Waldfläche der Erde

2 Der Weltmarkt für Holzprodukte
2.1 Handel mit Holzprodukten
2.2 Handelsschranken für Holzprodukte
2.3 Wettbewerb auf dem Holzmarkt
2.4 Illegale Abholzung und Handel mit Holzprodukten

3 Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft
3.1 Multilaterale Umweltabkommen
3.1.1 Basler Konvention
3.1.2 Montrealabkommen
3.1.3 CITES (Convention on International Trade in Endangered Species)
3.2 Zertifizierung und Umweltzeichen / Environmental Labelling
3.2.1 Anforderungen an ein Zertifizierungssystem
3.2.2 FSC-Zertifizierung
3.2.3 Schwierigkeiten bei der Implementierung
3.2.4 Finanzierung

4 Vereinbarkeit von Zertifizierung und Handelsabkommen
4.1 GATT
4.2 Zertifizierung und Handelsabkommen

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einführung

1.1 Definition: Nachhaltiges Forstwirtschaftmanagement

Unter dem Begriff nachhaltiges Forstwirtschaftmanagement versteht man den Prozess Waldflächen dauerhaft so zu bewirtschaften, dass ein oder mehrere genau festgelegte Managementziele erreicht werden. Dabei werden die Produktion und kontinuierliche Bereitstellung von Holzprodukten, sowie Dienstleistungen ohne Wertverlust, Schmälerung der zukünftigen Produktivität, und unerwünschte Auswirkungen auf das physikalische oder soziale Umfeld berücksichtigt.[1]

1.2 Die Entwicklung der Gesamt-Waldfläche der Erde

Nach § 2 BwaldG ist Wald jede mit Forstpflanzen (Waldbäumen und Waldsträuchern) bestockte Grundfläche. Unter Berücksichtigung dieser Definition erstreckte sich gemäß FAO 1997 die Gesamt-Waldfläche der Erde 1995 auf 3,454 Milliarden ha. Im Jahre 1990 waren es noch 3,511 Milliarden ha, also 56 Millionen ha mehr. Vor 4000 Jahren gab es angeblich rund 6 Milliarden ha Wald. Die Hälfte des verlorengegangenen Waldes, also 1,3 von 2,6 Milliarden ha, wurde zwischen 1950 und 1990 eingeschlagen![2] Durch Raubbau am tropischen Regenwald, aber auch durch emissionsbedingtes Waldsterben und Ausdehnung von Siedlungsflächen, nimmt die Waldfläche jährlich ca. 13,5 Millionen ha ab.

2 Der Weltmarkt für Holzprodukte

2.1 Handel mit Holzprodukten

25.000 bis 30.000 Holzarten existieren weltweit, wovon rund 5.000 Holzarten für gewerbliche Zwecke geeignet sind. Gehandelt werden aber nur etwa 1.000.[3] Der Handel mit Holzprodukten macht folglich nur einen geringen Anteil der weltweiten Holzproduktion aus. Zum Welteinkommen trägt die Forstwirtschaft rund 2 % bei und macht 3% des internationalen Warenhandels aus.[4]

Der Handel in Holzprodukten lässt sich in drei Handelsblöcke aufteilen: den Pazifikring, Nordamerika und Europa (schwerpunktmäßig Westeuropa), wobei in jedem Handelsblock die Industrieländer Hauptimporteur und die Entwicklungsländer Hauptexporteur sind.

2.2 Handelsschranken für Holzprodukte

Seit dem GATT-Abkommen 1947 wurden Handelsschranken im Welthandel sukzessive abgebaut. Von diesem Abbau hat auch der Handel in Holzprodukten profitiert. Trotz des Fortschrittes Zölle für Holzprodukte zu verringern zeichnet sich in jüngster Zeit ein Trend von neuen Handelsschranken ab, der die Adaption nachhaltiger Forstwirtschaft beeinflusst. Dabei handelt es sich um nicht zollgebundene Handelsschranken, die zu einer neuen Form von Protektionismus der jeweiligen Länder führen können. Neben den schon früher verbreiteten Exportrestriktionen bevorzugt eingesetzt seitens der Entwicklungsländer um die Weiterverarbeitung von Tropenholz im Inland für einen späteren Export zu fördern, sind nun vor allem zwei neue Maßnahmen hinzugekommen. Quantitative Einfuhrbeschränkungen von nicht nachhaltig hergestellten Holzprodukten und die Anwendung von Umweltzeichen und sogenannten „Grünen Zertifikaten“ vor allem seitens der Industrieländer. All diese Praktiken können Auswirkungen für den Handel von Holzprodukten haben und zu Handelsverzerrungen und Diskriminierung führen.

Der Versuch der Entwicklungsländer den Export von Rohmaterial und Zwischenprodukten durch Verbote und hohe Exportsteuern auf Tropenholz zu reduzieren war, wie man am Beispiel von Südostasien sehen kann, nur bedingt erfolgreich. Obwohl in Malaysia, den Philippinen und Indonesien Kapazitäten zur Holzweiterverarbeitung aufgebaut wurden, konnte dies nur zu hohen Kosten und durch staatliche Subventionierung geschehen, sowie weiteren Kosten auf Grund uneffizienter und verschwenderischer Verarbeitungspraktiken.

In Industrieländern gibt es zusehends mehr Umweltrichtlinien für heimische Holzprodukte, die beabsichtigt oder nicht, eine Diskriminierung ausländischer Importe darstellen. Beispielhaft hierfür sind Vorschriften für die Wiederverwendung und Recycling von Holzprodukten, Verpackungen und Altpapier. Während in Industrieländern Rücknahmesysteme bestehen, stellen solche Regelungen für Anbieter aus Entwicklungsländern ein Markteintrittshindernis dar. Dasselbe gilt zum Beispiel für Restriktionen im Handel mit Holzpaletten, die mit Formaldehyd geklebt wurden, Kontrollen der für die Verarbeitung eingesetzten Materialien wie Chlor als Bleichmasse, oder Vorschriften bestimmte Holzpräservierungstechniken zu überwachen beziehungsweise gänzlich zu verbannen.

2.3 Wettbewerb auf dem Holzmarkt

Der Markt für Holzprodukte ist stark regionalisiert und es besteht auch viel Wettbewerb. Holzprodukte verschiedener Herkunftsgebiete konkurrieren nicht nur untereinander um Importmärkte, sondern auch mit Nicht-Holz-Substituten. Für Tropenholz und Holz aus den gemäßigten Zonen gibt es jedoch unterschiedliche Märkte, da Tropenholz generell härter ist. Substitutionseffekte bestehen somit lediglich zwischen Tropenhölzern verschiedener tropischer Regionen. Importeure können folglich problemlos Tropenholz von einer anderen Quelle beziehen, sollte ein Land Schutzzölle erheben. Exporteure haben dagegen die Möglichkeit Weltmarktanteile am Holzhandel durch Preiskampf zu erlangen. Anderseits können die Tropenholzproduzenten als Gruppe auftretend große Marktmacht erlangen. Hierin besteht auch eine Chance für die Umsetzung des nachhaltigen Forstwirtschaftmanagements. Wenn sich alle Tropenholzproduzenten zusammenschließen und dadurch der Marktpreis für Tropenholz steigt wird kein Land wesentlichen Marktanteil verlieren, da eine Substitution durch Nicht-Holz-Produkte, welche in der Möbelindustrie in geringem Umfang auftritt, im Großen nicht zu befürchten ist.

2.4 Illegale Abholzung und Handel mit Holzprodukten

Der illegale Handel mit Holzprodukten scheint unmittelbar an das Ausmaß der im Welthandel bestehenden Kontrollvorschriften bezüglich der Abbaupraktiken und angewandte Exportrestriktionen seitens der Holzproduzentenländer gekoppelt zu sein. Auch internationale Handelsverbote mit besonders gefährdeten Beständen haben einen illegalen Handel mit genau diesen Arten entfacht. Der illegale Handel erstreckt sich auf Praktiken der Abholzung, Mengenüberschreitungen, aber auch falsche Klassifizierung von Holzprodukten. Diese illegalen Aktivitäten stellen für die Förderung eines nachhaltigen Forstwirtschaftmanagements einen gewaltigen Rückschlag dar. Die destruktiven, kurzfristig Gewinn einbringenden Methoden zerstören nicht nur die Wälder, sondern bringen der Regierung des jeweiligen Entwicklungslandes weniger Einnahmen in Form von Exportzöllen, Lizenzgebühren und Einkommenssteuer, die dringend benötigt werden um ein nachhaltiges Forstwirtschaftmanagement zu implementieren.

[...]


[1] Übersetzt aus dem Englischen in: International Timber Council decision 6 (11), Quito, 8th Session, May 1991

[2] BDF-aktuell 1/98, S. 4)

[3] http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBnaturartenschutz/Waldflaeche.php

[4] FAO 1997

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640368921
ISBN (Buch)
9783640369317
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v130845
Institution / Hochschule
Hochschule Pforzheim – Volkswirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
Internationaler Handel Forstwirtschaft Environmental Labelling Nachhaltiges Forstwirtschaftsmanagement

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Titel: Internationaler Handel und Forstwirtschaft - Environmental Labelling