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Factoring als Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung

Studienarbeit 2008 12 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Entwicklung des modernen Factoring

3. Was ist Factoring
3.1 Grundsätzlicher Ablauf
3.2 Formen und Funktionen des Factorings
3.2.1 Delkrederefunktion
3.2.2 Finanzierungsfunktion
3.2.3 Offenlegung

4. Vor und Nachteile des Factorings
4.1 Perspektive Factoringnehmer
4.2 Perspektive Factor

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Absicherung der Liquidität ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen sehr wichtig, auch wenn die Realisierung dieses Ziels gerade hier äußerst schwierig ist. Daher ist es vor allem für diese Unternehmen von enormem Interesse, Alternativen zu den althergebrachten Finanzierungsformen zu finden.

Eine Möglichkeit, die auch immer mehr in den Blickwinkel der Unternehmen rückt, ist das Factoring. Dabei geht es darum, dass die Unternehmen ihre Forderungen gegenüber Kunden, die aus Lieferung und Leistung entstanden sind, an sogenannte Factoringgesellschaften verkaufen.

Hier unterscheidet man verschiedene Formen und Funktionen, auf die im Verlauf dieser Arbeit näher eingegangen werden soll. Außerdem werden die Vor- und Nachteile für beide beteiligten Seiten beleuchtet.

Zuvor soll allerdings die Historie des Factoring betrachtet werden.

2. Geschichtliche Entwicklung des modernen Factoring

Im 19. Jahrhundert begann die moderne Finanzierung durch das Factoring in Nordamerika. Die immer mehr an Bedeutung gewinnende Textilindustrie entdeckte diese neue Form der Liquiditätsbeschaffung und verkaufte ihre Forderungen teilweise an sogenannte „Factoring Houses“.[1] Dadurch konnte das Ausfallrisiko minimiert werden.

In Deutschland war die Mittelrheinische Kreditbank Dr. Horbach & Co. KG das erste Kreditinstitut, welches 1958 Factoringleistungen anbot. Innerhalb von 42 Jahren, nämlich in der Zeit von 1962 bis 2004, wuchs der durch Factoring finanzierte Betrag auf das Dreihundertfache. Anfangs betrugen die Factoringumsätze umgerechnete 150 Mio. Euro; im Jahre 2004 waren es beachtliche 45 Mrd. Euro.[2] Damit ist Deutschland neben Italien, den USA, Frankreich und Japan eines der führenden Länder weltweit, was das Factoring betrifft.[3]

Dabei wurde diese Entwicklung in Deutschland vor allem durch die Aufhebung des Abtretungsverbotes im Jahre 1994 begünstigt. Seitdem können Vollkaufleute auch bei einem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ihrer Schuldner festgehaltenen Verbot ihre Forderungen verkaufen.[4]

3. Was ist Factoring

3.1 Grundsätzlicher Ablauf

Die grundsätzliche Funktionsweise des Factoring lässt sich gut an der folgenden Abbildung (Abb. 1) erklären.

Zuerst entsteht zwischen dem jeweiligen Unternehmen, in der Darstellung als Factoringnehmer bezeichnet, und dem Kunden (Debitor) ein Kaufvertrag. Daraufhin wird die Ware geliefert und eine Rechnung an den Kunden gestellt. Somit entsteht eine Forderung aus Lieferung und Leistung an den Kunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Factoring

Quelle: abgerufen am 15.01.2008; http://www.el-factoring.de/images/3/96.jpg

Für den Fall, dass das Unternehmen einen Factor einschalten möchte (mögliche Gründe werden in 4.1 erläutert), prüft dieser die Bonität des Kunden des Factoringnehmers. Wenn die Bonität ausreichend ist, wird die bestehende Forderung, die z.B. durch eine Rechnungskopie bestätigt wird, vom Factoringnehmer an das Factoringunternehmen verkauft. Daraufhin erhält der Factoringnehmer sofort den Hauptteil der Forderung durch den Factor, im Falle der Darstellung in Abbildung 1 80%. Der noch ausstehende Restbetrag ist ein sogenannter Sicherungseinbehalt. „Der Factor hält nämlich einen Teil des auszuzahlenden Kaufpreises für zu erwartende Mängelrügen, Minderungen, Aufrechnungsmöglichkeiten von Debitoren und sonstige Abzüge zurück.“[5]

Der im Normalfall eintretende letzte Fall ist die Bezahlung der Forderung vom Debitor an den Factor. Daraufhin erhält auch der Factoringnehmer den noch ausstehenden Betrag.

Sollte der Debitor nicht bezahlen, z.B. weil er zahlungsunfähig ist, tritt der Delkrederefall ein. Unter Delkredere versteht man die „Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungunfähigkeit eines Debitors. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Kunde nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hat.“[6] Diese Frist beträgt meistens etwa 100 Tage[7] – spätestens dann bekommt der Factoringnehmer also Sicherungseinbehalt ausgezahlt.

[...]


[1] Vgl Hermann, Jürgen (2006), S. 16

[2] Vgl Hermann, Jürgen (2006), S. 16

[3] Vgl. Hibler, Theo / Müllner, Marlene (2007), S. 25 ff.

[4] Vgl Hermann, Jürgen (2006), S. 16

[5] Bette, Klaus (2001); S. 61

[6] Bette, Klaus (2001); S. 154

[7] Vgl. Bette, Klaus (2001); S. 62

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640371129
ISBN (Buch)
9783640370900
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131343
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Factoring Möglichkeit Unternehmensfinanzierung

Autor

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Titel: Factoring als Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung