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Körperbehinderung. Querschnittslähmung bei Kindern und Jugendlichen

Hausarbeit 2003 18 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Körperbehinderung
2.1 Definition
2.2. Arten und Ursachen von Körperbehinderungen
2.2.1 Zerebrale Bewegungsstörungen
2.2.2 angeborene Gliedmaßen-Fehlbildungen
2.2.3 Querschnittslähmungen
2.2.4 progressive Muskeldystrophie
2.2.5 andere Schädigungsformen
2.3. Was zählt nicht zu Körperbehinderungen?

3. Querschnittslähmung
3.1. Definition
3.2. Ursachen
3.3. Folgen
3.4. Hilfen

4. Förderung
4.1. Frühförderung
4.2. in Kindergärten
4.3. in Schulen
4.4. Eingliederung in die Berufswelt

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit den Problematiken der Körper­behin­derten, ins­­­besondere der Querschnittgelähmten Kinder und Jugendlichen, aus­ein­an­der­set­zen. Es soll keine medizinische Abhandlung darstellen, sondern sich in er­ster Linie um die päd­agogischen Probleme und Sichtweisen handeln. Aber um diese besser darstellen zu­kön­nen werde ich auch kurz und im allgemeinen auf die me­dizinischen Aspekte eingehen. “In der Erziehung körperbehinderter Kin­der ist die Unterscheidung Schädigung und Behinderung wichtig. Die Schädigung des Kör­pers, seiner Organe ist ein Ereignis, eine bleibende Tatsache, die nicht mehr rück­­­­gängig zu machen ist. Dagegen ist das Ausmaß der Entwicklungsbehinderung be­­ein­­­fluss­bar.“(Schmeich­ler/Schm­eichler, 1978, S.9 in Wellmitz/von Pa­we­l (Hrsg.), ­1993, S.82) Die Rehabili­tation von Körperbehinderten ermöglicht im besten Fall eine Wie­der­eingliederung in die Gesellschaft. In den meisten Fällen handelt es sich aber um „... eine zwec­k­­gerich­tete Tätigkeit in medizinischer, pädagogischer, sozia­ler und ökonomischer Sicht zur Erhal­tung, Herstellung, Wiederherstellung und Pfl­ege der Fähigkeit des Men­sch­en, (um) in allen Altersstufen aktiv am gesell­schaft­lichen Geschehen teilzu­neh­men­.“ (Wellmitz/von Pawel(Hrsg.), 1993, S.49)

Im ersten Teil werde ich mich hauptsächlich mit dem Phänomen Körpe­r­behin­derung be­schäf­­­tigen. Dort werde ich erklären was der Begriff Körperbehinderung be­­­­­­­­­zeich­net und welche Erscheinungen nicht zu den Körperbehinderten zählen. Des wei­t­­er­­en wird dort auf die häufigsten Formen und deren Ursachen ein­­gehen.

Der zweite Abschnitt handelt im speziellen von der Behinderung Quer­schnit­ts­lähm­ung. Bei dieser Behinderung werde ich besonders auf die Definition, deren Ur­sache, ihre Folgen und auch den Hilfen eingehen.

Der dritte Teil bezieht sich auf die Förderung von querschnittsgelähmten Kindern und Jugendlichen. Hier werde ich mich mit Punkten wie der Frühförderung, Förd­erungen in Kindergärten und Schulen und die Eingliederung in Berufswelt bzw. der beruf­­lichen Integration Körperbehinderter auseinandersetzen.

2. Körperbehinderung

2.1. Definition

„Körperbehinderung ist eine überwindbare oder dauernde Beeinträchtigung der Beweg­ung­­sfähigkeit mit anhaltenden erheblichen Auswirkungen auf die kognitive, emot­iona­len und sozialen Vollzüge infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates oder einer anderen organischen Schädigung.“

In diesem Satz aus dem Buch Sonderpädagogik im Grundriss (Heinz Bach(Hrsg.), 1980, S.98), stecken alle Attribute die einen Körperbehinderten auszeichnen.

Der Betroffenen wird nicht nur auf seine körperlichen Eigenschaften beschränkt, was im allgemeinen angenommen wird. Denn ein Körperbehinderter hat meistens, neben seiner eigentlichen Behinderung, mit daraus resultierenden weiteren Er­kran­kungen bzw. Behinderungen, sowie auch viele soziale, pädagogische Aspekte zu bewältigen. Diese werde oft außer Acht gelassen, obwohl diese den Behin­der­ten oft erst zu einen Behinderten machen. Ferner muss man Behinderung von Krank­heit unterscheiden. Denn eine Behinderung ist wie bereits erwähnt eine dauer­haftes Phänomen, das in nicht wenigen Fällen lebenslang anhält. Eine Krank­heit hingegen lässt sich in bereits sehr vielen Fällen medizinisch behandeln und überwinden.

2.2. Arten und Ursachen von Körperbehinderungen

2.2.1. Zerebrale Bewegungsstörungen

Die zerebralen Bewegungsstörungen werden auch infantile Zerebralparese, zere­brale Kinderlähmung oder infantile cerebal palsy genannt. Bei dieser Behinderung handelt es sich um ein abnormes Haltungs- und Bewegungsmuster das aufgrund einer Schädi­gungen im noch unreifen Gehirn hervorgerufen wird. Dies geschieht prän­atal (vor der Geburt), peri­natal (während der Geburt) oder postnatal (nach der Ge­burt). Pränatale Gründe wären zum Beispiel eine Infektionskrankheit der Mutter, zu einer perinatalen Schädi­gung führen unter anderem Frühgeburten oder Sauer­stoffmangel. Zu einer post­natalen Schädigung kommt es beispielsweise bei schweren Ernährungs­störungen im Säug­ling­salter oder einer Gehirnentzündungen bzw. Hirnverletzungen im frühen Kindesalter. Bei Kinder mit dieser Behinderung kann man ein verändertes Verhalten der Muskeln diagnostizieren. Sie haben ent­weder einen erhöhten (Spastik), einen erniedrigten (muskuläre Hypotonie, auch bei Ataxie) oder einen abnorm schwankenden (bei Athetose und Mischformen) Muskel­tonus. Der Schweregrad dieser Behinderung reicht von sehr leicht (minimal cerebal palsy) bis sehr schwer (Unfähig zu freiwilligen Bewegungen). Die am häufigsten auftretenden Formen sind die Tetraplegie (alle vier Ex­tremi­täten sind in etwa gleichermaßen betroffen), die Diplegie, auch Littlesche Krank­heit genannt (hierbei sind überwiegend die unteren Gliedmaßen betroffen), die He­mi­­plegie (dies betrifft die Extremitäten einer Körperhälfte), die Paralegie (be­troffen sind nur die unteren Gliedmaßen) und eher selten die Monoplegie (nur eine Extremität ist betroffen).

2.2.2 angeborene Gliedmaßen-Fehlbildungen

Diese Art der Behinderung wird auch Dysmelien genannt. Sie hat sehr viele ver­schied­ene Erscheinungsformen. Einige Formen wären die Amelie, welches das Feh­len von Gliedmaßen kennzeichnet, die Peromelie, amputationsähnlicher Stumpf, isolierte Fingermissbildungen oder auch die bekannte Klumphand oder Klum­pfuß. Diese Behinderung tritt in alle Schwerengraden auf. Auch die, durch die sogenannte Contergan-Katastrophe (1959-1962) bekannt gewordene Thalid­omid­-­Embryopathie zählt zu dieser Behinderungsart. Bei ihr treten Fehlbildungen der Gliedmaßen sowie auch häufig der Seh-. Hör- und inneren Organe auf, des weit­eren alle schweregrade motorisch-statischer Behinderungen, Intelligenz-Ent­wick­­lungshemmungen, oft nur als perzeptorisch-kognitive Teilleistungsstörung, und milieureaktive Störungen im Leist­ungs- und Sozialverhalten.

2.2.3 Querschnittslähmungen

Zu dem Begriff Querschnittslähmung zählen die Lähmungen und die Sen­sibi­li­täts­­­­­störungen, die beide in verschiedenen Schweregraden auftreten können. Die Schädi­g­­ungs­­­formen treten häufig in Verbindung mit Störungen der Blasen-, Mast­darm- und Genitalfunktion auf. Diese Art der Behinderung ist eine Folge von Miss­bildung oder Verletzung des Rückenmarks. Es kann sich um eine angeborene Spalt­bildung der Wirbelsäule oder Verletzung der Wirbelsäule (z.B. durch Ver­kehr­­s­unfälle) handeln. Auf diese Erscheinungsform der Körperbehinderungen werde im Punkt 3 noch genauer eingehen.

2.2.4. progressive Muskeldystrophie

Hierbei kommt es zu einer fortschreitenden Kraftlosigkeit der Mus­kulatur. Diese wird wahrscheinlich durch eine genetische Störung im Enzym­stoff­wech­se­l aus­ge­löst. Die beiden wichtigsten Formen sind die infantile Becken­gürtel­­form und die ju­venile Schultergürtelform. Die infantile Beckengürtelform heißt auch Duch­enne. Diese Behinderung wird geschlechtsgebunden nur an Söhne vererbt. Bei ihnen tritt die Behinderung in den ersten fünf Lebensjahren auf, im Alter zwischen 10-20 tritt eine Geh- und allgemeine Bewegungsunfähigkeit ein, häufig kom­mt es auch eine Störung des Herzens und der innersekretorischen Drüsen. Des weiteren kommt es zu einem biopsychischen wie psychischen Leistungsabbau. All­gemein haben die Betroffenen eine eingeschränkte Lebens­erwartung. Die juv­enile Schulter­gür­t­el­form wird gleichermaßen an Töchter und Söhne vererbt. Sie tritt im Alter zwis­chen 7-25 auf. Kennzeichen sind als erstes die zunehm­enden Be­einträchtigungen der oberen Extremitäten. Später, aber eher selten, kommt es auch zu einer Beeinträchtig­ung der unteren Extremitäten. Die Betrof­fenen haben unter Umständen eine normale Lebens­­er­wart­ung. Häufig auf­tretende Probleme bei diesen beiden Behinderungen sind unter anderem die Auf­recht­erhaltung des Willens zur sinnvollen Gestaltung des Lebens. Erschwert wird dieses Vor­haben, wenn es gleich mehrere Geschwister betrifft.

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Details

Seiten
18
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638189026
ISBN (Buch)
9783638787604
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13187
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Pädagogik
Note
2,0
Schlagworte
Körperbehinderung Querschnittslähmung Kindern Jugendlichen

Autor

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Titel: Körperbehinderung. Querschnittslähmung bei Kindern und Jugendlichen