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Horizontale und vertikale Herangehensweise in der Arbeit mit den Prinzipien der F.M. Alexander-Technik

Erörterung zum Abschluss der Ausbildung zum Lehrer der F.M. Alexander-Technik von Johannes Weber im Januar 2009

Essay 2009 7 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

1. Einleitung und Begriffsklärung

Der Umgang mit und die Suche nach neuen Erfahrungen in der Arbeit mit den Prinzipien der F.M. Alexander-Technik kann sehr unterschiedlich gestaltet werden. Es gibt dafür keinen Königsweg, die Praktizierenden sind zu einem großen Teil selbst verantwortlich dafür, in welche Richtung „es“ weitergeht. So lässt sich zum Einen sagen, dass es „die Alexander-Technik“ nicht gibt, dass eher bestimmte Grundsätze wie „Innehalten“ oder „Anweisungen geben“ dazu genutzt werden können, sich in eine bestimmte, das heißt auch selbst bestimmte Richtung zu entwickeln, in selbst bestimmten Anwendungsbereichen. Zum Anderen trifft es aber auch zu, dass Alexander konkrete Vorschläge gemacht hat, was Form und Begriffe angeht, zum Beispiel mit der Arbeit beim Verhältnis von Hals und Kopf zu beginnen, die Tischarbeit oder den Einsatz der Hände.

Für mich ist die Alexander-Technik an diesem Punkt wie ein Kunstwerk. Das heißt, der Erschaffer genauso wie die Rezipienten haben gleichberechtigtes Deutungsrecht. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass es zum Verständnis eines Kunstwerks beitragen kann, sich damit zu beschäftigen, was der Erschaffer dazu mit welchen Argumenten gesagt hat, zumal wenn es sich dabei um einen seriösen Künstler mit jahrzehntelanger Erfahrung handelt.

Ich denke, man sollte beide Richtungen in sich entwickeln: „horizontal“ zu arbeiten, das heißt anwendungsbezogen, pragmatisch, nach persönlichem Interesse und eigener Einschätzung, und „vertikal“, also prinzipienbezogen und in die Tiefe gehend.

2. Überlegungen zu Möglichkeiten und Grenzen der beiden Tendenzen

Beide Tendenzen haben ihre Stärken und bei einer Überbetonung ihre Schwächen.

Bei vornehmlich horizontaler Arbeitsweise ist für den Schüler von Anfang an vorteilhaft, dass die Anwendung der Erfahrungen aus den Unterrichtsstunden im Alltag direkter möglich ist als bei konsequent vertikalem Unterricht. Hier kann in Bezug auf den „Übertrag“ in den Alltag eine gewisse Ratlosigkeit bei den Schüler/innen herrschen. Man fühlt sich zwar nach den Stunden immer irgendwie besser, vielleicht hat man sogar Sensationelles erfahren, aber es kann leicht passieren, dass „die Alexander-Technik“ und „der Alltag“ zunächst zwei ziemlich getrennte Welten darstellen. Ein ähnliches Phänomen kann bei Praktizierenden der Meditation auftreten – diese findet dann hauptsächlich „auf dem Kissen“ statt, wo Tiefgründiges erfahren werden kann, zum Beispiel bezüglich Öffnung zur oder Verschmelzung mit der Welt. Im Alltag zehrt der/die Praktizierende von diesen Erfahrungen, er ist allerdings noch lange nicht in der Lage, allen Lebewesen mit seinen/ihren Idealen Weisheit, Liebe und Mitgefühl zu begegnen. Deren lebendige Ausformung findet im je eigenen Fall, in der konkreten Situation statt. Das wird im Unterschied zur Meditation „Achtsamkeitspraxis“ genannt und ist etwa analog zu dem, worauf die horizontale Arbeitsweise zielt: ein gewähltes Verhalten in Bezug auf eine konkrete Situation, orientiert an gewissen Grundsätzen, zu leben.

Details

Seiten
7
Jahr
2009
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131914
Schlagworte
Alexander-Technik Alexandertechnik Körperarbeit Psychosomatik Meditation Stressbewältigung Gesundheit

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Titel: Horizontale und vertikale Herangehensweise in der Arbeit mit den Prinzipien der F.M. Alexander-Technik