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Spiel- und Übungsformen mit dem Alltagsmaterial Zeitungen

Unterrichtsentwurf 2008 17 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Thema der Unterrichtseinheit/ Unterrichtsstunde

2 Didaktische Entscheidungen und Begründungen
2.1 Zielsetzungen für die Unterrichtsstunde
2.2 Begründungen für die Auswahl des Inhaltes
2.3 Sachanalyse
2.4 Voraussetzungen für den Unterricht
2.4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler
2.4.2 Äußere Voraussetzungen

3 Methodische Entscheidungen und Begründungen
3.1 Einstieg/Erwärmung
3.2 Artikulation
3.3 Sozial-, Ordnungs- und Organisationsformen
3.4 Medien, Geräte und Materialien
3.5 Unterrichtsgrundsätze

4 Verknüpfung der Wissens- und Kompetenzentwicklung mit geplanten Handlungssituationen

5 Geplanter Unterrichtsverlauf

6 Anhang

Literaturverzeichnis

1 Thema der Unterrichtseinheit/ Unterrichtsstunde

Thema der Unterrichtseinheit: Schulung der koordinativen Fähigkeiten

Thema der Unterrichtsstunde: Spiel- und Übungsformen mit dem Alltagsmaterial Zeitungen

Stellung des Unterrichtsinhaltes innerhalb der Unterrichtseinheit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Didaktische Entscheidungen und Begründungen

2.1 Zielsetzungen für die Unterrichtsstunde

Ziel der vorliegenden Stunde ist es, dass die Kinder durch das Arbeiten und den Umgang mit den Zeitungen spezifische Eigenschaften des Alltagsmaterials „Zeitung“ erproben und sich diesen anpassen. Die Schülerinnen und Schüler schulen ihre koordinativen Fähigkeiten und lernen einfache Fertigkeiten mit Geräten und Materialien sicher auszuführen.

2.2 Begründungen für die Auswahl des Inhaltes

Kosel (2005, 10) stellt fest, dass Kinder in der Zeit vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr besonders lernfähig sind, was die Verbesserung der koordinativen Leistungen betrifft. Koordinative Fähigkeiten, die im Grundschulalter erworben werden, sind von großer Bedeutung für Bewegungshandlungen im gesamten späteren Leben. Kosel (2005, 10) sieht die koordinativen Fähigkeiten als Voraussetzung für Bewegungssicherheit an, die wiederum elementar wichtig ist, um unfallträchtige Lebenssituationen bewältigen zu können. Außerdem erscheint es nach Martin et al. (1999, 87) sinnvoll, die koordinativen Fähigkeiten bereits im jungen Grundschulalter zu schulen, da diese Voraussetzung sind, später Bewegungen relativ schnell zu erlernen und zu beherrschen. So ermöglicht eine hohe Ausprägung ein schnelles und qualitativ hochwertiges Sportartenlernen.

Der Teilrahmenplan Sport (2008, 7) beschreibt in seinem Leistungsprofil, dass der Sportunterricht in der Grundschule vielfältige Aufgaben übernimmt. Er soll geeignete Bewegungsarrangements schaffen, die einerseits die Kinder bei der Entwicklung besonderer sportlicher Begabungen und Fähigkeiten fördern, andererseits Organ-, Haltungs- und Koordinationsschwächen entgegenwirken.

Das Spielbedürfnis der Kinder soll nach dem Teilrahmenplan Sport (2008, 11) durch das Bewegen mit Geräten und Materialien zum Erwerb konditioneller Grundeigenschaften und koordinativer Fähigkeiten genutzt werden. Die Schüler sollen vielfältige Materialerfahrungen sammeln. Bei den Qualitätsindikatoren des Sportunterrichts fordert der Teilrahmenplan Sport (2008, 30), dass Schülerinnen und Schüler individuelle Bewegungserfahrungen erwerben und erweitern. Außerdem werden der Erwerb und die Erweiterung allgemeiner und sportartspezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten gefordert.

2.3 Sachanalyse

Die koordinativen Fähigkeiten sind von den koordinativen Fertigkeiten abzugrenzen. Bei den Fertigkeiten handelt es sich um konkrete Bewegungshandlungen, die teilweise auch automatisiert sein können. Die koordinativen Fähigkeiten hingegen sind verfestigte, grundlegende Leistungsvoraussetzungen für eine Vielzahl von Bewegungshandlungen.

Die Definitionen der koordinativen Fähigkeiten der verschiedenen Autoren unterscheiden sich. Martin et al. definieren die koordinativen Fähigkeiten wie folgt:

„Koordinative Fähigkeiten sind relativ verfestigte und generalisierte Verlaufsqualitäten spezifischer Bewegungssteuerungsprozesse und Leistungsvoraussetzungen zur Bewältigung dominant koordinativer Leistungsanforderungen.“ (Martin et al., 1999, S. 83)

Weineck zitiert Hirtz und Frey bei seiner Definition der koordinativen Fähigkeiten:

„Die koordinativen Fähigkeiten – Synonym: Gewandtheit – sind Fähigkeiten, die primär koordinativ, d.h. durch die Prozesse der Bewegungssteuerung und -regelung bestimmt werden. Sie befähigen den Sportler, motorische Aktionen in vorhersehbaren (Anpassung) Situationen sicher und ökonomisch zu beherrschen und sportliche Bewegungen relativ schnell zu erlernen.“ (Weineck, 2004, S. 537)

Wesentlich an allen Definitionen ist jedoch die Tatsache, dass die koordinativen Fähigkeiten in enger Wechselbeziehung mit der Bewegungssteuerung und -regelung stehen. Allgemein benötigt man die koordinativen Fähigkeiten, um Situationen zu bewältigen, die ein zielgerichtetes und schnelles Handeln erfordern. Die koordinativen Fähigkeiten können als Grundlage einer guten sensomotorischen Lernfähigkeit gesehen werden. Je besser die koordinativen Fähigkeiten ausgeprägt sind, umso besser, schneller und effektiver können neue und schwierige Bewegungen erlernt werden. Gut ausgeprägte koordinative Fähigkeiten bedingen auch eine ökonomische Bewegungssteuerung, die wiederum Auswirkungen auf die anderen motorischen Grundeigenschaften hat. Für das Neulernen oder auch das Umlernen in späteren Jahren spielt die koordinative Leistungsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Sie dient als Grundlage und ist Voraussetzung, dass solche Lernprozesse in späteren Lebensjahren überhaupt noch realisiert werden können. Auch für die sportartübergreifende Ausbildung spielen die koordinativen Fähigkeiten eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich sporttechnische Fertigkeiten aus anderen Sportarten anzueignen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn eine allgemeine Konditionierung durchgeführt oder ein Ausgleichstraining eingesetzt werden soll.

Für den Schulsport wesentlich sind nach Kosel (2005, 10) fünf koordinative Fähigkeiten:

- Die Orientierungsfähigkeit ist die Fähigkeit, bei gewollten und ungewollten Bewegungen die Orientierung im Raum nicht zu verlieren.
- Die Reaktionsfähigkeit ist die Fähigkeit, auf verschiedene Reize schnell zu reagieren.
- Die Gleichgewichtsfähigkeit ist die Fähigkeit, den Körper im Gleichgewicht zu halten bzw. das Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Die Rhythmusfähigkeit ist die Fähigkeit, einen Bewegungsablauf jeweils in dem ihm eigenen Rhythmus auszuführen.
- Die Differenzierungsfähigkeit ist die Fähigkeit, einen Bewegungsablauf sicher, ökonomisch und genau durchzuführen, wobei die Dosierung des Krafteinsatzes eine wichtige Rolle spielt.

Diese fünf koordinativen Fähigkeiten finden sich auch im Teilrahmenplan Sport für die Grundschule (2008, 11) wieder. In der Literatur werden bis zu 18 koordinative Fähigkeiten genannt. Hier sollen nur noch die Kopplungsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit der Vollständigkeit halber genannt werden.

Alltagsmaterialien bieten nach Mertens (2005, 7) zahlreiche Vorteile, die ihren Einsatz in der Grundschule rechtfertigen:

- Alltagsmaterialien sind leicht und kostengünstig zu beschaffen.
- Jedes Alltagsmaterial ermöglicht entsprechend seiner spezifischen Eigenschaften die Umsetzung differenzierter Förderschwerpunkte.
- Die „alternativen Sportgeräte“ wecken Phantasie und Kreativität.
- Die unkonventionelle Nutzung der Alltagsmaterialien und die nicht alltäglichen Spielaufgaben sind spannend und regen zum Mitmachen an.
- Beim Spielen und Bewegen mit den Alltagsmaterialien ist das Verletzungsrisiko gering.
- Alltagsmaterialien lassen sich vielfältig kombinieren und einsetzen.

So eröffnen nach Mertens (2005, 8) die Alltagsmaterialien neben Kreativität vielfältige Bewegungsherausforderungen und gewährleisten so eine vielseitige sportmotorische Entwicklungsförderung. Den Einsatz von Alltagsmaterialien rechtfertigt Mertens, indem er den Trend abnehmender sportmotorischer Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen feststellt und zugleich den feinmotorischen Bewegungsaufgaben mit Alltagsmaterialien einen besonderen Stellenwert zur Weiterentwicklung der koordinativen Fähigkeiten zuschreibt.

Gerade Zeitungsblätter eignen sich nach Mertens (2005, 285) sehr gut, da sie in großen Mengen zu beschaffen sind und den Vorteil haben, dass sie immer wieder als Altpapier in kurzer Zeit gesammelt werden können, so dass benutzte Zeitungen nach dem Spielen entsorgt werden können. Die dünnen Zeitungsblätter reagieren auf jede kleine Bewegung und ermöglichen somit das Üben kontrollierter und behutsamer Bewegungsmuster.

2.4 Voraussetzungen für den Unterricht

2.4.1 Lernvoraussetzungen der Schüler

Die Klasse 2a der Grundschule P in Z wird von 26 Schülern, darunter 17 Mädchen und 9 Jungen, besucht. Bei S1, die bereits die erste Klasse wiederholt hat, besteht der Verdacht auf ADHS, was allerdings immer noch nicht abschließend diagnostiziert werden konnte. Dies führt im Unterricht immer wieder zu ständiger Ablenkung und Konzentrationsschwäche, was sich häufig auf Mitschüler überträgt. Ebenfalls auf ADHS wird momentan C1 getestet, die Ergebnisse sind allerdings auch noch nicht bekannt. Das Leistungsniveau der Klasse kann, auch im Vergleich zur Parallelklasse, als durchschnittlich bezeichnet werden. Die Klasse ist sowohl im konditionellen als auch im koordinativen Bereich sehr homogen. Lediglich A1 und J1 haben im konditionellen Bereich Defizite, was auf ihr Übergewicht zurückzuführen ist. Diese beiden Schüler müssen bei konditionell etwas anspruchsvolleren Übungen häufig eine Pause einlegen, da sie relativ schnell an ihre konditionellen Grenzen stoßen. J1 ist auch der einzige Schüler, der im koordinativen Bereich stärkere Probleme hat. Seine Bewegungen erscheinen oft unkontrolliert und seinen Krafteinsatz kann er nur sehr schwer richtig dosieren. Auch beim schnelleren Laufen hat J1 oft Koordinationsprobleme. Er ist allerdings sehr gut in die Klassengemeinschaft integriert, obwohl er erst seit Beginn des Schuljahres die Klasse zwei wiederholt und gelegentlich durch seine raue Art, die er anderen Kindern gegenüber zeigt, auffällt. Disziplinprobleme treten bei J1 hauptsächlich bei Kolleginnen auf. Er bekommt oft Hilfe durch die anderen Schüler und traut sich so auch an schwierigere Übungen heran, die er alleine nicht bewältigen könnte. Leistungsstarke Schüler in der Klasse sind B1, P1, K1 und N1. Diese Schüler sind sowohl im konditionellen als auch im koordinativen Bereich sehr gut.

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Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640556885
ISBN (Buch)
9783640557844
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132640
Institution / Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen in Kusel
Note
2,3
Schlagworte
Koordination Alltagsmaterialien Bewegung Spiel Fähigkeiten

Autor

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