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Zur Epidemiologie von Krebserkrankungen und zur Versorgungssituation von schwerstkranken und sterbenden Krebspatienten auf einer Palliativstation

Seminararbeit 2009 37 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abgrenzung der Themenstellung

1 Epidemiologie
1.1 Aufgaben der Epidemiologie in der Onkologie
1.2 Entstehung von Krebserkrankungen
1.3 Risikofaktoren für die Krebsentstehung
1.3.1 Unbeeinflussbare Risikofaktoren
1.3.2 Beeinflussbare/ vermeidbare Risikofaktoren
1.4 Inzidenz
1.5 Überlebensraten
1.6 Mortalität
1.7 Krankheitsfolgen
1.8 Situation der Betroffenen
1.9 Prävention in der Onkologie

2 Die Palliativstation
2.1 Definitionen und Begriffserklärungen
2.1.1 Palliative Care
2.1.2 Palliativmedizin
2.1.3 Palliativpflege
2.1.4 Palliative Therapie
2.2 Statistische Kennzahlen von Palliativstationen
2.3 Was unterscheidet Palliativstationen von anderen Stationen im Krankenhaus?
2.3.1 Räumliche und personelle Voraussetzungen
2.3.2 Multiprofessionelles und interdisziplinäres Team
2.3.3 Aufnahmekriterien

3 Zusammenfassung und Ausblick für die Pflege

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lungenkrebs und Zigarettenkonsum

Abbildung 2: Geschätzte Zahl der Neuerkrankungen der häufigsten Krebsarten 2004 in der BRD

Abbildung 3: Anzahl der Neuerkrankungen ausgewählter Krebs-erkrankungen bei Frauen 2004 und 1980 in Deutschland

Abbildung 4: Anzahl der Neuerkrankungen ausgewählter Krebs- erkrankungen bei Männern 2004 und 1980 in Deutschland

Abbildung 5: Altersstandardisierte jährliche Neuerkrankungs- rate (Inzidenz) für Krebserkrankungen pro 100 Einwohner in Deutschland

Abbildung 6: Prozentuale Entwicklung der relativen 5-Jahres- Überlebensraten bei Frauen bei ausgewählten Krebserkrankungen seit 1970 in der BRD

Abbildung 7: Prozentuale Entwicklung der relativen 5-Jahres- Überlebensraten bei Männern bei ausgewählten Krebserkrankungen seit 1970 in der BRD

Abbildung 8: Therapieplanung bei unheilbaren Erkrankungen: Soll- Zustand

Abbildung 9: Vorkommen der Krebsarten vom 15.01.- 11.09 auf der Palliativstation des St. Vincentius Krankenhauses

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Beispiele für familiär erbliche Tumore und Tumorsyndrome

Tabelle 2: Beispiele für ernährungsbedingte Risikofaktoren für bestimmte Krebsarten

Tabelle 3: Beispiele für krebserzeugende Substanzen am Arbeitsplatz

Tabelle 4: Beispiele für Infektionskrankheiten als Risikofaktoren für maligne Tumore

Tabelle 5: Gründe für eine stationäre Aufnahme

Abgrenzung der Themenstellung

Die Diagnose Krebs erhalten jährlich rund 436.000 Menschen in Deutschland (vgl. RKI, GEKID 2008:12). Bislang können nur etwa 45% dieser Menschen durch operative, strahlen- und/ oder chemotherapeutische Behandlungen geheilt werden. Folglich gelten 55% aller an Krebs erkrankten Menschen als nicht heilbar (vgl. KLASCHIK, NAUCK 1996: 17). Diese Erkrankten bilden die größte

Patientengruppe in der Palliativmedizin.

Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich mit einem Einblick in das

Themengebiet der Epidemiologie von Krebserkrankungen und beschreibt Risikofaktoren für deren Entstehung. Nach einem Überblick über die Inzidenz, Über-lebensraten und Mortalität der häufigsten Krebserkrankungen in der BRD werden die individuellen Krankheitsfolgen für die Betroffenen, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft beschrieben.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Palliativstation als eine Möglichkeit zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Krebspatienten[1] vorgestellt. Auf einer Palliativstation werden neben Patienten mit onkologischen Erkrankungen auch Patienten mit AIDS, chronisch progredienten neurologischen und inter-nistischen oder geriatrischen Krankheitsbildern betreut. Die vorliegende Arbeit bezieht sich allerdings nur die onkologischen Patienten. Das Palliative Care- Konzept zeigt, dass in einer Lebens- und Krankheitsphase, in der medizinisch keine Heilung mehr erreicht werden kann, doch eine Möglichkeit besteht, die verbleibende Lebenszeit des Erkrankten auf die bestmöglicher Lebensqualität auszurichten.

Abschließend folgt nach einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte der Arbeit ein Ausblick über Herausforderungen an die Pflege, die aufgrund der Zunahme der Zahl von Krebskranken entstehen werden.

1 Epidemiologie

Die Epidemiologie ist „die quantitative Erforschung der Verteilung und der Determinanten (Risikofaktoren) von Krankheiten (oder allgemeiner gefaßt [!] von Gesundheitszuständen) in Bevölkerungen und die Anwendung der Erkenntnisse auf die Kontrolle (Prävention und Behandlung) von Krankheiten.“ (SCHWARTZ et al. 1998: 285)

1.1 Aufgaben der Epidemiologie in der Onkologie

Die Erfassung der Krebshäufigkeit, der Krebssterblichkeit und den Risikofaktoren für die Krebsentstehung sind die Aufgabengebiete der Epidemiologie in der Onkologie. Als Datenquelle dient die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes, in der die Todesursachen nach Diagnosen aufgeschlüsselt anonym dokumentiert werden. Sie ist die Hauptdatenquelle für die Erfassung der Krebssterblichkeit. Weitere wichtige Daten liefern die nationalen Krebsregister. Sie liefern neben Informationen zur Mortalität auch Informationen zur Inzidenz von Krebserkrankungen (vgl. MARGULIES et al. 2006: 32f.).

1.2 Entstehung von Krebserkrankungen

Die Entstehung von Krebs beruht meist nicht auf einer einzigen Ursache, sondern ist ein multifaktorielles Geschehen. Unterschiedliche Belastungen wirken im Laufe eines Lebens in vielfältiger Weise zusammen, so dass die Festlegung auf eine vermutete Ursache nur selten möglich ist (vgl. RKI, GEKID 2008: 17f.).

Krebs entsteht, wenn Zellen ihr Wachstum nicht mehr kontrollieren können. Störungen der Wachstumskontrolle können auf einer gestörten Zellteilung oder Zellvermehrung (Proliferation), einer gestörten Spezialisierung oder Ausreifung der Zelle (Differenzierung) oder auf einem gestörten Zelltod (Apoptose) beruhen (vgl. MARGULIES et al. 2006:4).

1.3 Risikofaktoren für die Krebsentstehung

Faktoren, die die Entstehung bestimmter Erkrankungen beeinflussen, werden als Risikofaktoren bezeichnet. Die Entstehung eines bösartigen Tumors ist durch ein komplexes Zusammenspiel diverser Faktoren bedingt. Diese Faktoren können sowohl exogen (z.B. Umweltfaktoren) als auch endogen (z.B. genetisch, hormonell, immunologisch, etc.) sein (vgl. SCHWARTZ et al. 1998: 453).

MARGULIES et al. (2006: 36) unterscheiden die Risikofaktoren zwischen unbeeinflussbaren und beeinflussbaren (und oft auch vermeidbaren) Risiken. Allerdings können Risikofaktoren nicht immer eindeutig der einen oder anderen Gruppe zugeordnet werden: eine übermäßige Sonnenexposition als Risikofaktor für die Entstehung bösartiger Hautveränderungen kann entweder umwelt- oder verhaltensbedingt sein.

1.3.1 Unbeeinflussbare Risikofaktoren

Alter

Krebserkrankungen können in jedem Alter auftreten; allerdings haben alte Menschen das größte Risiko, an einem malignen Tumor zu erkranken. Zwischen der Exposition gegenüber einem Karzinogen und dem Ausbruch der Erkrankung liegen meist mehrere Jahre; daher sind ältere Menschen zwangsläufig häufiger von Krebserkrankungen betroffen als jüngere. Eine Ausnahme bilden hier nur die Kleinkinder: in den ersten fünf Lebensjahren ist für sie das Krebsrisiko relativ hoch, was durch die häufig im Kleinkindalter auftretenden Leukämien bedingt ist (vgl. MARGULIES et al. 2006: 37f.).

Geschlecht

Die Krebshäufigkeit vieler Tumorerkrankungen weist auch abhängig vom Geschlecht ein ungleiches Verteilungsmuster auf. Jungen unter 10 Jahren erkranken häufiger an Krebs als Mädchen gleichen Alters. Im Alter zwischen 20 und 60 Jahren erkranken mehr Frauen als Männer an Krebs und ab dem 60. Lebensjahr überschreitet die Erkrankungswahrscheinlichkeit der Männer die der Frauen.

Bei Männern und Frauen ist die Verteilung der Krebshäufigkeit auf die verschiedenen Organe unterschiedlich. In Deutschland führt der Lungenkrebs bei Männern die Liste der Krebsneuerkrankungen an, bei der Frau ist es der Brustkrebs. Andere Krebserkrankungen wie beispielsweise der Darmkrebs treten ungefähr gleich häufig auf (vgl. MARGULIES et al. 2006; 38).

Genetische Veranlagung

Eine genetische Veranlagung (Prädisposition) für Krebserkrankungen kann ebenso vererbt werden wie die Prädisposition für andere Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus. Der Anteil erblicher Faktoren für die Krebsentstehung wird mit 5- 10% angegeben (vgl. MARGULIES et al. 2006: 38).

Tabelle 1: Beispiele für familiär erbliche Tumore und Tumorsyndrome

(Quelle: SCHMOLL et al. 2006: 243)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3.2 Beeinflussbare/ vermeidbare Risikofaktoren

Rauchen

Ca. 30% aller Krebstodesfälle sind

auf den Konsum von Tabak

zurückzuführen- und daher

prinzipiell vermeidbar (vgl.

MARGULIES et al. 2006: 38f.).

Das Inhalieren von Tabakrauch

ist Hauptursache von Lungen-

krebs. Etwa 85% aller Menschen,

die an Lungenkrebs sterben,

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lungenkrebs und Zigarettenkonsum

Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken

steigt mit der Anzahl der täglich gerauchten

Zigaretten. (Quelle: MARGULIES et al. 2006:

39)

sind Raucher. Zigarettenrauch ist

auch an der Entstehung von

Karzinomen des Rachens und Kehlkopfes,

der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der

Harnblase, des Magens, der Nieren sowie an

der Entstehung von Leukämien beteiligt (vgl. DT. KREBSHILFE 2008: 8ff.). Die karzinogene Wirkung des Tabaks wird durch Alkoholkonsum verstärkt, d.h. ein besonders hohes Krebsrisiko haben starke Raucher mit hohem Alkoholkonsum.

Ernährung

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Art der Ernährung das Krebsrisiko sowohl erhöhen als auch erniedrigen kann. Schätzungen zufolge könnten ca. 30% der Krebserkrankungen durch Änderungen der Ernährungsgewohnheiten vermieden werden (vgl. MARGULIES et al. 2006: 39).

Tabelle 2: Beispiele für ernährungsbedingte Risikofaktoren für bestimmte Krebsarten

(Quelle: DEUTSCHE KREBSHILFE 2008: 26ff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Übergewicht und Bewegungsmangel

Der Anteil der Risikofaktoren Übergewicht und Mangel an körperlicher Bewegung an der Gesamtkrebssterblichkeit wird mit bis zu 5% angegeben. Übergewicht und Bewegungsmangel sind eng mit dem Ernährungsfaktor Gesamtkalorienzufuhr verbunden; sie spielen jedoch möglicherweise eine eigenständige Rolle bei der Krebsentstehung (vgl. MARGULIES et al. 2006: 41).

Berufsbedingte Belastung mit krebsauslösenden Substanzen

In den Industrieländern sind weniger als 5% der Krebstodesfälle auf die berufsbedingte Einwirkung von karzinogenen Substanzen zurückzuführen (vgl. MARGULIES et al. 2006:42).

Tabelle 3: Beispiele für krebserzeugende Substanzen am Arbeitsplatz

(Quelle: MARGULIES et al. 2006: 42)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Alkohol

Alkohol erhöht das Krebsrisiko dosisabhängig. Das Krebsrisiko durch Alkoholkonsum betrifft v.a. Mundhöhle und Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre und Leber sowie die Brustdrüse. In Kombination mit Tabakkonsum steigt das Krebsrisiko stark an. Es wird angenommen, dass Alkohol als Lösungsmittel für karzinogene Substanzen in Nahrungsmitteln oder Tabakrauch wirkt. Der Anteil der durch Alkohol bedingten Krebssterblichkeit wird mit 3% angegeben (vgl. MARGULIES et al. 2006: 40f.).

Medikamente

Neben ihrer heilenden Wirkung besitzen einige Medikamente auch karzinogene Eigenschaften. Dies ist beispielsweise bei einigen Zytostatika der Fall; sie können v.a. die Entstehung von Leukämien und Blasenkarzinomen verursachen. Die chronische Einnahme bestimmter Schmerzmittel erhöht das Risiko für die Entstehung von Nierenkrebs und anderen Krebsarten der ableitenden Harnwege. Östrogen haltige Medikamente erhöhen das Risiko für die Entwicklung eines Mamma- oder Endometriumkarzinoms (vgl. MARGULIES et al. 2006: 43).

Infektionen

In den westlichen Industrieländern sind etwa 5% der Krebstodesfälle

infektionsbedingt. Weltweit gehen ca. 15% der Krebskrankheiten auf Infektionen mit Viren, Bakterien und tropische Parasiten zurück. Allerdings müssen an der Krebsentstehung noch weitere Faktoren beteiligt sein, da nicht alle Menschen, die an einer entsprechenden Infektion erkrankt sind, auch an Krebs erkranken (vgl. MARGULIES et al. 2006: 42).

Tabelle 4: Beispiele für Infektionskrankheiten als Risikofaktoren für maligne Tumore

(Quelle: MARGULIES et al. 2006: 43)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Strahlung

Bei ionisierender und ultravioletter Strahlung ist eine krebsauslösende Wirkung nachgewiesen. Ionisierende Strahlung kann Leukämien, Brust-, und Lungenkrebs verursachen. UV- Strahlung kann alle Arten von Hautkrebs auslösen (vgl. MARGULIES et al. 2006: 41).

1.4 Inzidenz

„Die Inzidenz mißt [!] die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes neu auftretenden Krankheitsfälle in ein der definierten Gruppe von Personen, die zu Beginn des Beobachtungszeitraumes frei von der zu untersuchenden Krankheit waren. Die initial krankheitsfreie Gruppe wird auch Population unter Risiko genannt.“ (SCHWARTZ et al. 1998: 287)

Die Inzidenz beschreibt also die Neuerkrankungen in einer Population in einem bestimmten Zeitraum. Mit ihrer Hilfe soll u.a. ermittelt werden, wie groß das Risiko für eine Person ist, an dieser Krankheit zu erkranken (vgl. HURRELMANN, LAASER 2003: 241).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Geschätzte Zahl der Neuerkrankungen der häufigsten Krebsarten 2004 in der

BRD (Quelle: RKI, GEKID 2008: 12).

Die häufigsten Krebsneuerkrankungen bei Männern und Frauen

Bei Männern ist das Prostatakarzinom mit 58.570 Neuerkrankungen im Jahr 2004 die häufigste Krebsneuerkrankung. Durch Vorsorgeuntersuchungen wie den PSA- Test können Tumore der Prostata frühzeitig erkannt (und behandelt) werden. Die zweithäufigste Krebserkrankung beim Mann ist der Darmkrebs mit 37.250 Neuerkrankungen pro Jahr (2004). Auf Platz drei rangierte im Jahr 2004 der Lungenkrebs mit 32.850 Neuerkrankungen. Im Jahr 2004 erkrankten insgesamt 230.500 Männer an einer Krebserkrankung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anzahl der Neuerkrankungen ausgewählter Krebserkrankungen bei Männern 2004 und 1980 in Deutschland

(Quelle: RKI: Dachdokumentation Krebs 2004)

[...]


[1] Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit nur die männliche Form der Anrede verwendet; die weibliche Form ist ausdrücklich mit eingeschlossen.

Details

Seiten
37
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640390632
ISBN (Buch)
9783640390991
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132875
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
Epidemiologie Versorgungssituation Krebserkrankungen Palliativstation Gesundheitswissenschaft

Autor

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Titel: Zur Epidemiologie von Krebserkrankungen und zur Versorgungssituation von schwerstkranken und sterbenden Krebspatienten auf einer Palliativstation