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Verbriefung von Versicherungsrisiken

Hausarbeit 2008 31 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik
1.1 Banken als Vorbild
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

2 Theoretische Grundlagen von Verbriefungen
2.1 Erläuterung von Grundbegriffen als Basis
2.2 Primäre vs. sekundäre Securitization

3 Klassifizierung und Charakteristika von Versicherungsverbriefungen
3.1 Überblick über die einzelnen Verbriefungsinstrumente
3.2 Typische Funktionsweisen von Versicherungsverbriefungen am Beispiel von Cat-Bonds
3.3 Beurteilung der verschiedenen Triggermechanismen
3.4 Versicherungsverbriefung mittels Versicherungsderivate
3.5 Bewertung der Verbriefung von Versicherungsrisiken aus Sicht der Beteiligten

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Einordnung des Risikobegriffs

Abb. 2: Primäre Securitization

Abb. 3: Sekundäre Securitization

Abb. 4: Überblick zu den Instrumenten der alternativen Risikofinanzierung

Abb. 5: Grundstruktur des indirekten Verbriefungsvorgangs

Abb. 6: Transparenz und Basisrisiko der verschiedenen Trigger

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Gestaltungsalternativen bei versicherungstechnischen Zinstiteln

Tab. 2: Gestaltungsalternativen bei Versicherungsderivaten

Tab. 3: Beispiel für eine gestaffelte Verlustbeteiligung

Tab. 4: Beispiel für eine gestaffelte Verzinsung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung in die Thematik

1.1 Banken als Vorbild

Für die Verbriefung von Bankrisiken hat sich in den vergangenen Jahren bereits ein bedeutender Markt entwickelt. Mit dem Bankensektor als Vorbild entdecken zunehmend auch immer mehr Versicherungsunternehmen das Potenzial des Kapitalmarktes als Form des Risiko- und Kapitalmanagements.[1]

Der Markt für Verbriefungen wächst in Deutschland seit Jahren kontinuierlich.[2] Insbesondere im Zeitraum von 2004 bis 2007 wurden die Vorjahreswerte sowohl bei der Anzahl der Transaktionen als auch beim umgesetzten Volumen regelmäßig übertroffen.[3] Der Grund für diesen ansteigenden Trend ist die zunehmende Nutzung von Forderungsverbriefungen (in Form von Asset-Backed-Securities, kurz ABS) durch Banken infolge von steigendem Wettbewerb auf der einen Seite und Gesetzesänderungen (Basel I und Basel II) auf der anderen Seite.[4] Allerdings hat die weltweite Finanzkrise zuletzt dazu geführt, dass das Vertrauen in die Kreditverbriefungen stark gesunken ist, sodass ein Großteil des Verbriefungsmarktes regelrecht eingebrochen ist.[5] Dies überrascht nicht, schließlich sind Anlagen in verbrieften Immobilienkrediten der Ausgangspunkt der aktuellen Krise.[6]

Im Vergleich zu den Bankrisiken werden Versicherungsrisiken in Deutschland bisher eher selten verbrieft. Ihr Anteil am Gesamtvolumen ist bislang relativ gering.[7] Allerdings gewinnen sie seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. So hat sich im Zeitraum von 2000 bis 2007 der Bestand an ausstehenden Insurance-Linked-Securities (eine Form der Verbriefung von Versicherungsrisiken, kurz ILS) mehr als verfünffacht.[8] Insbesondere seit 2005 erfährt der ILS-Markt einen regelrechten Boom.[9] Anscheinend ist dieser Markt zurzeit sehr interessant, aber was steckt hinter den hohen Wachstumsraten? Wie verhält sich dieser Markt seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007? Wie sehen die Zukunftserwartungen aus?

1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die Verbriefung von Versicherungsrisiken mit ihren Ausprägungsformen und wesentlichen Eigenschaften zu geben. Neben der Erläuterung der konkreten Funktionsweisen wird die Motivation für die Nutzung von Versicherungsverbriefungen aus Sicht der Beteiligten dargestellt.

Zum genaueren Verständnis des Themas „Verbriefung von Versicherungsrisiken“ werden im zweiten Kapitel zunächst einmal einige Grundlagen und Begriffe in Bezug auf Verbriefungen näher gebracht. Im dritten Kapitel werden die einzelnen Verbriefungsinstrumente zu weiteren Formen der alternativen Risikofinanzierung abgegrenzt. Des Weiteren geht der Autor ausführlich auf die Charakteristika und typischen Transaktionsabläufe von Versicherungsverbriefungen am Beispiel von Katastrophenanleihen (englisch: Cat-Bonds) ein. Darüber hinaus werden die jeweiligen Nutzen der Versicherungsverbriefung sowohl für die Versicherungsunternehmen als auch für die Investoren dargestellt. Zum Abschluss erfolgen eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie ein Ausblick.

2 Theoretische Grundlagen von Verbriefungen

2.1 Erläuterung von Grundbegriffen als Basis

In der Literatur wird der Risikobegriff nicht einheitlich erfasst, sodass zunächst eine genaue Begriffsbestimmung sinnvoll ist. „Charakteristisch für eine Risikosituation ist, dass dem Entscheidungsträger objektive oder subjektive Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten der möglichen Umweltzustände bekannt sind.“[10] Die unten stehende Abbildung hilft bei der begrifflichen Einordnung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Einordnung des Risikobegriffs

Quelle: In Anlehnung an Roth (2002), S. 9.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Verbriefung von Versicherungsrisiken stellt ihre Versicherbarkeit dar.[11] Grundsätzlich sind alle Risiken versicherbar, die nach Meinung des Versicherers schätzbar, eindeutig und zufällig sind. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sie unabhängig voneinander eintreten und ihre Schadengrößen bestimmbar sind.[12]

In den versicherungsspezifischen Publikationen wird der Begriff der Versicherungsverbriefung nicht eindeutig verwendet. In dieser Arbeit bevorzugt der Autor eine Interpretation, die alle Finanztitel mit einem expliziten Bezug zum versicherungstechnischen Risiko- und Schadenverlauf umfasst. Damit lassen sich, neben den ILS und den Versicherungsderivaten, auch die Instrumente des Contingent Capital unter dem Begriff der Versicherungsverbriefung subsumieren.[13]

Unter einer Verbriefung (englisch: Securitization) ist allgemein eine Finanztransaktion zu verstehen, bei der Vermögenswerte (englisch: Assets) zu einem Vermögenspool gebündelt und in handelbare Wertpapiere transformiert werden.[14] Diese Wertpapiere werden entweder in Form von Anleihen oder Derivaten ausgegeben. Beim Kauf einer Anleihe (englisch: Bond) erwirbt der Investor (Gläubiger) gegenüber dem Verkäufer (Schuldner) in der Regel den Anspruch auf periodische Zinszahlungen sowie bei Fälligkeit auf Rückzahlung des Nennwertes (Nominalbetrages).[15] Folgende Abbildung zeigt die vielfältigen Gestaltungsalternativen von Anleihen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Gestaltungsalternativen bei versicherungstechnischen Zinstiteln
Quelle: In Anlehnung an Albrecht/Schradin (1998), S. 579.

Derivate werden definiert als „Terminkontrakte, die das Recht, nicht aber die Verpflichtung, beinhalten, einen Basiswert (underlying) zu einem bei Geschäftsabschluss vereinbarten Preis zu einem zukünftigen Zeitpunkt (europäische Option) oder innerhalb eines zukünftigen Zeitraums (amerikanische Option) zu kaufen oder zu verkaufen.“[16] Folgende Abbildung veranschaulicht die unterschiedlichen Ausprägungen der einzelnen Gestaltungsmerkmale:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Gestaltungsalternativen bei Versicherungsderivaten

Quelle: In Anlehnung an Albrecht/Schradin (1998), S. 595.

[...]


[1] Vgl. Klüwer/Krecek (2008), S. 1432; Mahler (2006), S. 1833.

[2] Vgl. Weimar (2007), S. 896.

[3] Vgl. Larabi (2008), S. 919.

[4] Vgl. Stahlmann/Teller (2007), S. 915; Hanft/Struve (1999), S. 1422.

[5] Vgl. Bardola (2008), S. 450; Dittrich/Rinne (2008), S. 163; Anner/Cerveny (2008), S. 901.

[6] Vgl. Kotz/Menkhoff/Kempa et al. (2008), S. 296; Bechthold (2008), S. 384; Cerveny/Frese (2008), S. 154.

[7] Vgl. Klüwer/Krecek (2008), S. 1432.

[8] Vgl. Nelles/Klusemann (2008), S. 574.

[9] Vgl. Mahler (2006), S. 1833.

[10] Schulenburg (2005), S. 206.

[11] Vgl. Kuck (2000), S. 23.

[12] Vgl. Berge (2005), S. 22; Dresig (2000), S. 128; Graff (2001), S. 110-111.

[13] Vgl. Albrecht/Schradin (1998), S. 574-575; Anders (2005), S. 30.

[14] Vgl. Birmili (2007), S. 3; Ricken (2008), S. 15; Büttner (1999), S. 24; Graff (2001), S. 171.

[15] Vgl. Spremann/Gantenbein (2007), S. 17.

[16] Berge (2005), S. 44.

Details

Seiten
31
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640402830
ISBN (Buch)
9783640403332
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v133390
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Institut für Versicherungsbetriebslehre
Note
2,0
Schlagworte
Verbriefung Versicherungsrisiken

Autor

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