Lade Inhalt...

Grundformen der Freundschaft

Seminararbeit 2008 15 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Definitionen von Freundschaften
1.1. SOZIOLOGISCHE DEFINITION
1.2. PHILOSOPHISCHE DEFINITION
1.3. UMGANGSSPRACHLICHE BESTIMMUNG ÜBER DIE FREUNDSCHAFT

2. Geschichte der Freundschaft
2.1. GRIECHISCHE-RÖMISCHE ANTIKE UND IHRE FREUNDSCHAFTS ORDNUNG
2.2. ARISTOTELES
2.3. MITTELALTER ÜBER DIE FREUNDSCHAFT
2.4. ROMANTIK

3. Funktion von Freundschaft

4. Freundschaftskonzepte
4.1. FREUNDSCHAFT ALS „BEZIEHUNGSMANAGEMENT“
4.2. SELBSTENTHÜLLUNG UND VERTRAUEN

5. Freundschaft im Hinblick auf Alter und soziale Schicht

6. Schluss

LITERATURVERZEICHNIS

0. Einleitung

„Was hättest Du an mir, wenn ich nicht lernte, Dir meine Seele zu geben, nackt

und bloß. Freundschaft! Das ist der Umgang der Geister, nackt und bloß.“

(Bettina von Armin)

Ich wählte dieses Zitat, weil ich der Meinung bin, dass es genau das schildert, wor-über ich in meiner Arbeit schreibe.

Als ich die Themenliste durch las, sprach mich sofort „die Grundformen der Freund-schaft“ an.

Am Anfang wusste ich nicht so genau, wie ich am besten an dieses Thema ran gehen soll.

Nach einigen Überlegungen kam ich zu dieser Gliederung.

Als erstes versuchte einige Definitionen zu finden, weil der Begriff so vielschichtig ist und man mit ihm nur arbeiten kann, wenn er genau definiert ist. Des weiteren sol-len noch einige allgemeine Aussagen über Freundschaft gemacht werden.

Danach interessierte mich persönlich die Geschichte der Freundschaft und was unter anderem Platon und Aristles darüber geschrieben und gedacht haben.

Weiters schildere ich in dieser Arbeit die Funktion der Freundschaft, stelle ein Freundschaftskonzept dar und wie Freundschaft mit Einbezug in Hinblick auf des Alters und der sozialen Schichten in der heutigen Zeit gesehen wird.

1. Definitionen von Freundschaften

Der Begriff „Freundschaft“ führt dazu, dass verschiedene Definitionen von Freund-schaft entwickelt wurden. Freundschaft ist zwar sehr komplex, es sind doch einige Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen, bei diesen verschiedenen Definitionen, zu finden.

1.1. Soziologische Definition

Im Wörterbuch der „Soziologie“ wird Freundschaft von Hillmann beschrieben als :

...soziologisch schillernder Begriff für eine besonders persönlich gefärbte Form direkter sozialer Beziehungen, die – ohne spezifische Rollenverpflichtung – freiwillig und auf längere, nicht fixierte Dauer eingegangen wird.[1]

In Abgrenzung zu anderen sozialen Beziehungen erläutern ARGYLE & HENDER-SON Freundschaft als eine Form der menschlichen Beziehung. Freundschaft um-schließe Menschen, die einander mögen und gern gemeinsam bestimmte Dinge un-ternehmen. Des weiteren sei Freundschaft freiwillig und ohne klare Regeln.[2]

Für HAYS ist Freundschaft ein dynamischer, flexibler und multidimensionaler Pro-zess. Die Struktur und Funktion variiert je nach den beteiligten Individuen, dem Um-feld und dem Entwicklungsprozess der Freundschaft.[3]

Eine Definition von AUHAGEN lautet:

...eine dyadische, persönliche und informelle Sozialbeziehung (...) die Existenz der Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Freundschaft besitzt für jeden der Freundinnen/Freunde einen Wert, welcher unterschiedliche starkes Gewicht haben und aus verschiedenen inhaltlichen Elementen zusammengesetzt sein kann.[4]

Georg Simmels Überlegungen zum Thema „Freundschaft“ im Bezug bei einer idea-len Freundschaft bedeutet eine absolute seelische Vertrautheit. Diese Vertrautheit setzt jedoch voraus, dass man ein Wissen von der anderen Person hat. Keine Ge-heimnisse sind möglich, hier ist alles offen für den anderen.[5]

Der völlig Wissende braucht nicht zu vertauen, der völlig Nichtwissende kann vernünftigerweise nicht einmal vertauen.[6]

1.2. Philosophische Definition

Im Philosophischen Wörterbuch wird Freundschaft so erklärt, dass es schon seit Sok-rates eine der Grundtugend ist, die sich in dem bewussten gegenseitigen Wohlwollen zweier Menschen ausdrückt. Dabei nur jene Freundschaft einen sittlichen Charakter trägt, die auf wechselseitiger Liebe, Achtung, Aufgeschlossenheit und bedingungslo-sem Vertrauen zur Selbstverwirklichung des Selbst durch das Du. Wirkliche Freund-schaft setzt innere und äußere Freiheit voraus und ist selbst Träger einer Steigerung der inneren Freiheit.[7]

1.3. Umgangssprachliche Bestimmung über die Freundschaft

Hier werden freundschaftliche Beziehungen nach dem Grad ihrer Stärke abgestuft. Die schwächste Form ist die Bekanntschaft und die stärkste ist „der Freund fürs Le-ben“. Dieser Freundschaft kann einen lange Trennung nichts anhaben. Diese stärkste Form zeigt sich in der Selbstopferung zu Gunsten des anderen.

Die angeführten Definitionen von Freundschaft sind sich in gewissen Punkten weit-gehend einig. Die Freundschaft ist eine persönliche Beziehung, die auf Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit beruht und für eine bestimmte Zeit eingegangen wird.[8]

2. Geschichte der Freundschaft

Die FreundsChaftsauffassung beginnt siCh Ca. von 750 – 500 v.Chr. zu entfalten.

2.1. Griechische-römische Antike und ihre Freundschafts Ordnung

Bei Homer lässt siCh der Ursprung der antiken FreundsChaft im Bedeutungsfeld von 3 Begriffen aufweisen: philos, hetairos und xeinos. Philos kann siCh auf Personen so wie auf Dinge, ja sogar auf Körperteile beziehen. Bei Homer tauCht dieses Wort auCh oft auf in Verbindung mit der BlutsverwandtsChaft. Im Gegensatz zu hetairos, dies bezieht siCh eindeutig auf niCht verwandtsChaftliChe Bindungen. Es kann im allge-meinen mit Gefährt oder Kamerad Übersetzt werden.[9]

Bei Euripides (485 – 406 v. Chr.) setzt siCh FreundsChaft deutliCh von der Ordnung der VerwandtsChaft ab. Es stehen die Momente des gegenseitigen Helfens und des Teiles eines gemeinsames SChiCksals im Vordergrund. Es tauChen auCh die Fragen naCh dem UntersChied „gut oder sChleChter Freund“ auf und ob der Freund jetzt ReCht oder UnreCht hat. Euripides greift bei der FreundsChaft den FreundsChaftsbund auf und auCh die GastfreundsChaft sChildert er.[10]

Weiters sChildert Xenophn, ein Zeitgenosse und Anhänger Sokrates, in seine die SChriften was Sokrates unter FreundsChaft versteht. Es ist niCht von Belangem ob in diesen SChriften der „eChte“ oder ein „xenophontisCher Sokrates“ spriCht. Xenophn ist der AnsiCht, dass ein guter Freund sowohl privaten als auCh bei öffentliChen An-gelegenheiten hilft. Er ist auCh der AnsiCht, dass ein Freund erworben werden muss, im Gegensatz zu Verwandten.[11]

AuCh Platon gestaltet die antike FreundsChaft weiter aus und verbindet sie mit seiner Ideenlehre. Er fragt naCh dem Grund der FreundsChaft naCh.[12]

Das 4. Jahrhundert v. Chr. ist fÜr die antike, grieChisChe Welt eine Zeit des Um-bruChs.

[...]


[1] Zit. aus: HILLMANN, Karl Heinz, Wörterbuch der Soziologie, Stuttgart 31972, 224f.

[2] ARGYLE, Michael/ Henderson, Monika, Die Anatomie menschlicher Beziehungen. Spielre-geln des Zusammenlebens, Paderborn 1986, 80f.

[3] HAYS, Robert, Friendship, in: Duck Steve, Handbook of Personal Relationships, New York/Brisbane/Toronto 1988, 391f.

[4] AUHAGEN; Anna Elisabeth, Freundschaft unter Erwachsenen, Göttingen 1993, 207f.

[5] Vgl.: SCHINKEL, Andreas, Freundschaft. Von der gemeinsamen Selbstverwirklichung zum Beziehungsmanagement, Freiburg/München, 2003, 32-41f.

[6] Zit. aus: SCHINKEL, A., Freundschaft, 35f.

[7] Vgl.: SCHISCHKOFF, Georgi, Philosophisches Wörterbuch, Stuttgart 221991, 220f.

[8] Vgl.: SCHINKEL, A., Freundschaft, 16-22f.

[9] Vgl.: SCHINKEL, A., FreundsChaft, 158 –164f.

[10] Vgl.: SCHINKEL, A., FreundsChaft,173 – 175f.

[11] Vgl.: SCHINKEL, A., FreundsChaft,176 – 178ff.

[12] Vgl.: SCHINKEL, A., FreundsChaft,179 – 181ff.

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640426102
ISBN (Buch)
9783640423187
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v134395
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Schlagworte
Grundformen Freundschaft

Autor

Zurück

Titel: Grundformen der Freundschaft