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Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule

Hausarbeit 2009 11 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff der Sozialisation – Seine Entstehung und Bedeutung
2.1 Definition und historische Entwicklung der Sozialisation
2.2 Überblick über ausgewählte Sozialisationstheorien
2.2.1. Emile Durkheim
2.2.2. Talcott Parsons

3 Die Schule als wichtige Institution in der heutigen Zeit
3.1 Definition von Institution
3.2 Die Schule als Institution und ihre Bedeutung

4 Sozialisation in der Schule
4.1 Interaktionen in der Schule
4.2 Schulbelastungen und ihre Auswirkungen

5 Zusammenfassung Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Ebenen der Soziologie Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule

1 Einleitung

Die Schulzeit der meisten Schüler1 korreliert in erster Linie mit der Zeit eines heranwachsenden Kindes zu einem erwachsenen Menschen. In dieser Zeit treten grundlegende Prozesse ein, wel-che die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen maßgeblich beeinflussen. Im Umkehrschluss kommt dabei natürlich der Schule eine nicht unerhebliche Bedeutung zu, da die Schüler in der Phase des Heranwachsen hier die meiste Zeit verbringen und damit eine Viel-zahl an Faktoren auf den parallel stattfinden Sozialisationsprozess Einfluss haben.

Die vorliegende Arbeit behandelt diese Problematik und geht dabei der Frage nach, welche Auswirkungen die Institution Schule auf die Sozialisierung eines heranwachsenden Menschen haben kann. Dazu wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit zunächst der Begriff der Sozialisation definiert und abgegrenzt, um anschließend zwei klassische Theorien der Sozialisation darstellen zu können. Im dann nachfolgenden Kapitel wird die Sozialisation auf eine institutionelle Ebene herunter gebrochen. Dazu wird in einem ersten Schritt erklärt, was unter einer Institution zu ver-stehen ist, um abschließend die Schule inklusive ihrer Merkmale und Bedeutung in diesen insti-tutionellen Rahmen einbetten zu können. Das vierte Kapitel fügt anschließend die Ideen und Konzepte der ersten beiden Kapitel zusammen, und stellt dar, wie Sozialisation und Schule ver-bunden sind. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zuvor herausgearbeiteten As-pekte, so dass die Frage der Sozialisation und ihrer Bedeutung im Rahmen der Schule im Um-fang dieser Arbeit beantwortet werden kann.

2 Der Begriff der Sozialisation – Seine Entstehung und Bedeutung

Gegenstand dieses Kapitels ist die allgemeine Darstellung der Begrifflichkeit 'Sozialisation'. Da-zu wird der Begriff in einem ersten Schritt auf Basis seiner historischen Entwicklung definiert und gesellschaftstheoretisch abgegrenzt. Darauf aufbauend werden zwei klassische Sozialisati-onstheorien beschrieben und direkt in den Bezug der Schule gesetzt.

2.1 Definition und historische Entwicklung der Sozialisation

Der Begriff der Sozialisation wird auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgeführt und ist mit damaligem Verständnis definierbar als „to render social, to make fit for living in society“2. Mit dem Blick der heutigen Wissenschaft auf den Begriff der Sozialisation kann diese verstan- Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule den werden, als ein Prozess der Entstehung und Entwicklung einer menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit und Auseinandersetzung mit dem vorliegenden sozialen und dinglich-materiellen Umfeld.3 Dies bedeutet, dass sich ein Mensch durch die Sozialisation und das ihn umgebende Umfeld mit der Zeit zu einer eigenständig handelnden Persönlichkeit entwickelt. Dabei ist die Sozialisation abhängig von der zu diesem bestimmten Zeitpunkt entwickelten Ge-sellschaft, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Sozialisation ausübt. Demnach spielt sich die Sozialisation einer menschlichen Persönlichkeit auf unterschiedlichen, aber nicht trenn-scharfen Ebenen ab (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Ebenen der Soziologie4

„Wenn Soziologen versuchen, Situationen unseres Alltags zu verstehen und zu analysieren, dann versuchen sie, die Situationen in einen größeren, überindividuellen Zusammenhang zu stellen. Indem Soziologen das Individuum, das es – per definitionem – als isoliertes Wesen gar nicht gibt, immer als ein soziales Wesen zu begreifen, suchen sie nach überindividuellen Einflussgrö-ßen und Ausprägungen von dessen Lebensweise.“5 Der Mensch ergibt sich nicht durch Passivität dem Schicksal seiner persönlichen Entwicklung, sondern gestaltet diesen Entwicklungsprozess von Beginn an aktiv mit. Er eignet sich Kenntnisse und Fähigkeiten an, handelt nach Regeln und Vorschriften, besitzt Auffassungen und Gewohnheiten, kurz gesagt, er handelt nach und in einer bestimmten Kultur, welche von der Gesellschaft an ihn herangetragen wird. Auf diesem Wege spielt sich Sozialisation ab, in dem die bereits vorhandene Kultur von Generation zu Generation Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule und damit auch von Individuum zu Individuum weitergegeben und übertragen wird. Die mensch-liche Persönlichkeit, die eigene Identität, entwickelt sich aus der Interaktion mit anderen Men-schen und der Gesellschaft.

2.2 Überblick über ausgewählte Sozialisationstheorien

Aus den zuvor dargestellten Überlegungen zur Entstehung und Bedeutung der Sozialisation wird ersichtlich, welchen hohen Stellenwert die Sozialisation in der Entwicklung eines Menschen und seiner Persönlichkeit nimmt. Sozialisation ist Basis einer eigenen Wissenschaft, der Soziologie, welche die sozialen Beziehungen von Menschen und deren Handeln untersucht. Sie ist "die Wis-senschaft vom Sozialen, d.h. den verschiedenen Formen der Vergemeinschaftung (.) und der Vergesellschaftung (.) der Menschen; sie fragt nach den Strukturen des sozialen Handelns und der sozialen Gebilde und welchem sozialen Wandel diese unterliegen."6 Soziologie bedeutet demnach, ähnlich wie der Begriff der Sozialisation, dass Wissen über den Menschen selbst, die Gesellschaft in der er lebt und ebenfalls Gesellschaften, die diese in einer anderen räumlichen und zeitlichen Dimension umgeben, gewonnen wird. Häufig hat Soziologie mit sozialen Struktu-ren zu tun, dauerhaften sozialen Beziehungen, wie es Institutionen, Organisationen und ganze Gesellschaften sind. Diese Beziehungen untereinander sind eng verknüpft und bestehen aus in-einander verschachtelten Handlungen, die es gilt, durch die Soziologie zu analysieren. Gerade hier zeigt sich erneut, die große Bedeutung der Sozialisation eines Menschen über die verschie-denen Ebenen hinweg, die die Soziologie versuchen kann, zu erklären. Demnach sind auch eini-ge Theorien über die Sozialisation entstanden. Auf zwei klassische Theorien soll im Rahmen dieser Arbeit nachfolgend in grundlegenden Zügen eingegangen werden.

2.2.1 Emile Durkheim

Emile Durkheimkann als einer der Klassiker unter den Sozialtheoretikern bezeichnet werden. Als Basis seiner Werke und Erkenntnisse liegt der soziale Wandel der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem Anfang des 20. Jahrhunderts zu Grunde. Sein Verdienst ist die Transfor­mation von wesentlichen Erkenntnissen der Soziologie auf Aspekte der Erziehungswissenschaft, welche er in die Analyse der Gesellschaftstheorie einbringt. Dabei gelingt esDurkheimden Be-zug auf die Schule und ihre Rolle in der Gesellschaft sowie Erziehung herzustellen. Er weist dar-auf hin, dass Erziehung keine Allgemeingültigkeit besitzt sondern eine wichtige soziale Angele-genheit darstellt.7 „Der Mensch, den die Erziehung in uns verwirklichen muss, ist nicht der Mensch, den die Natur gemacht hat, sondern der Mensch, wie ihn die Gesellschaft haben will;

[...]


1 Der Einfachheit halber wird in der vorliegenden Arbeit die männliche Form benutzt. Dies schließt aber gleichzeitig die weibliche Form mit ein.

2 Vgl. Geulen (1991), S. 21.

3 Vgl. Hurrelmann (1993), S. 14.

4 Henecka (1985), S. 28.

5 ebenda, S. 27.

6 Schäfers (2006), S. 272.

7 Vgl. Baumgart (1997), S. 44ff.

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640435876
ISBN (Buch)
9783640435845
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135390
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
Schlagworte
Sozialisation Schule Erziehung

Autor

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