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Fußball in England mit besonderer Betrachtung von Manchester United

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 20 Seiten

Anglistik - Kultur und Landeskunde

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Fußballs
Die Entdeckung in Europa
Die Entwicklung im Mittelalter
Der Weg des Fußballs vom 16.-18. Jahrhundert
Der Fußball an den Public Schools im 19. Jahrhundert

3. Das Regelwerk im Fußball
Die Entstehung des Regelwerks
Die Veränderung des Regelwerks

4. Manchester United

5. Zusammenfassung

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Fußball ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern auf einer Spielfläche gegeneinander antreten. Ziel ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen, um möglichst viele Punkte zu erlangen. Fußball ist heute eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Sportarten weltweit und wird von allen Generationen gespielt und gesehen. Vor allem die einfachen Grundregeln sowie die geringe Ausrüstung, die zur Ausübung dieses Sports notwendig ist, machten das Spiel, das weltweit die gleichen Regeln hat, so populär und förderten seine Ausbreitung. Die Fußballweltmeisterschaft, die im Jahr 2006 in Deutschland stattgefunden hat, hat gezeigt, dass alle Menschen für diese Sportart zu begeistern sind und dass sie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit auf der ganzen Welt vermittelt. Obwohl jeder seinem Team das Beste wünschte und unbedingt den Weltmeisterschaftstitel erlangen wollte, verschmelzten die Länder dieser Welt zu eins und blickten gespannt nach Deutschland. Egal ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich, ob Deutscher oder Gast, jeder kannte in diesen vier Wochen im Juni/Juli 2006 nur ein Thema. Doch warum hat diese Sportart weltweit solchen Kultstatus erlangt? Warum sind so viele Menschen für diese Sportart so zu begeistern? Den Anfang dafür machten die Engländer!

Das Ziel der folgenden Hausarbeit ist es, die Entwicklungsgeschichte des Fußballsports in England darzustellen. Zum einen befasst sich diese Hausarbeit mit der Entstehung des Fußballsports in England und dessen Werdegang im Laufe der Jahrhunderte, und zum anderen mit den gesellschaftlichen Bedingungen, die zur Herausbildung der Sportart geführt haben. Ein konkretes Beispiel für den Fußballsport soll der Verein Manchester United sein, der in der Welt als Vorzeigeverein Englands gilt.

Diese Hausarbeit entstand zum einem aus persönlichen Interesse an dieser Sportart, da man als zukünftige Sportwissenschaftlerin über die Entwicklungsgeschichte der populärsten Sportart der Welt Bescheid wissen sollte. Zum anderen entstand diese Hausarbeit aus Interesse daran, warum sich diese Sportart in der heutigen Gesellschaft so etabliert hat und nicht mehr wegzudenken ist. Jedoch habe ich im Laufe der Arbeit bemerkt, dass man einer zwanzigseitigen Hausarbeit nicht alle Aspekte des Fußballsports betrachten kann und habe mich somit nur auf die oben genannten Aspekte beschränkt.

2. Die Entwicklung des Fußballs

Die Entdeckung in Europa

Einige Quellen belegen, dass etwa seit dem 12. Jahrhundert in einigen europäischen Ländern Fußball, oder genauer gesagt eine Urform des Fußballs, gespielt wurde. Die genauen Regeln dieser Urform sind jedoch im Laufe der Geschichte größtenteils verloren gegangen, bzw. nicht genau dokumentiert worden. Erwähnenswert ist, dass der Ursprung des europäischen Fußballs sowohl in Frankreich als auch in England entstanden ist. In Frankreich vor allem in der Bretagne, in der Normandie und in der Picardie Fußball gespielt, während es keine geschichtlichen Hinweise darauf gibt, dass im restlichen Europa Fußball gespielt wurde. Wer von den beiden Ländern die Urform des Fußballs nun als erster gespielt hat bleibt unklar. Einige Quellen deuten darauf hin, dass es wahrscheinlicher ist, dass der Fußball einen französischen Ursprung hat, jedoch ist eindeutig, dass die moderne Form des Fußballs von den Engländern entwickelt wurde.1

„Das Spiel begann damit, dass von einem Unbeteiligtem der Ball an irgendeiner Stelle in die Höhe geworfen wurde. Sobald er zu Boden fiel, stürzten sich die beiden feindlichen Parteien darüber her und suchten sich seiner zu bemächtigen ... Das war aber nicht eher möglich, ehe nicht die Gegner größtenteils entweder kampfunfähig gemacht oder vom Kampfplatz fortgescheucht waren“ (T. Stemmler, 1998, S. 30; zitiert nach K. Koch).

Der erste schriftliche Beleg über das Fußballspiel in Frankreich aus dem Jahr 1137 ist mit einem tragischen Ereignis verbunden. Ein Junge kam durch Fußtritte zu Tode. Der erste schriftliche Beleg über das Fußballspiel in England hingegen stammt aus dem Jahr 1174 und wurde von dem Chronisten W. Fitzstephen erwähnt.2

Die Entwicklung im Mittelalter

In Großbritannien hat der Fußball seit dem 12. Jahrhundert seine Tradition. Dort wurde er als Teil der Shrovetide-Feierlichkeiten am Vorabend der Fastenzeit von Heranwachsenden und jungen Männern gespielt. Die Regeln waren nicht so festgelegt wie heute. So war zum Beispiel die Anzahl der Mitspieler sehr hoch und teilweise auch sehr unterschiedlich, außerdem gab es keine genaue Festlegung des Spielfeldes. Im Gegensatz zu heute war das Spiel sehr häufig mit Brutalität und Gewalt unter den Mitspielern verbunden.3

Der Namens Fußball fand im Jahre 1314 seine erste geschichtliche Erwähnung, wobei eines der ältesten Verbote dieses Spiels in London von König Edward II. erlassen wurde. Er befahl „seinen Frieden strengstens zu wahren ... und alldiweil in der Stadt großer Aufruhr ist, durch gewisse Zusammenrottungen, die von großen Fußball-Spielen auf den öffentlichen Plätzen herrühren, wodurch viel Übles – was Gott verhüten möge – entstehen könnte“ (Elias & Dunning, 1981, S. 85). Dies bedeutete auch, dass sich das Volk im Gebrauch mit Waffen üben sollte, jedoch war es unmöglich dem Volk das Fußball-Spiel zu verbieten, es ließ sich nicht davon abbringen.

Nachdem der König das Fußballspielen auf den öffentlichen Plätzen von London vergebens verboten hatte, kam es immer wieder zu erneuten Spielverboten. Edward III. Sandte im Jahr 1365 eine Bekanntmachung an die Sheriffs von London und forderte die Männer des Landes auf sich an nützlichen Spielen körperlich zu ertüchtigen. Er schrieb:

„... dass jeder körperlich taugliche Mann besagter Stadt an Festtagen, wenn er Muße hat, sich im Gebrauch von Pfeil und Bogen, Wurfkugel und Bolzen üben soll ... Es ist ihnen bei Strafe der Einkerkerung verboten, sich am Steinschleudern, Holzscheit- und Wurfringspiel, Handball, Fußball, ... oder anderen unnützen, wertlosen Spielen zu beteiligen ...“ (Elias & Dunning, 1981, S. 86).

Es wurden im Laufe der Jahre immer wieder Verbote erlassen, das Volk jedoch blieb standhaft, denn es liebte diese Art der Körperertüchtigung. Den Königen gelang es nicht das Verhalten des Volkes unter Kontrolle zu bringen und somit zogen sich die Verbote über Jahrhunderte hinaus. Über die Jahre wurden von den Königen sogar Geldbußen und Gefängnisstrafen verhängt, trotzdem blieben diese Maßnahmen erfolglos gegen die Fußballspieler und -anhänger des Landes.4

Es gab kaum Hinweise darauf, ob sich auch die höheren Klassen der damaligen Gesellschaft für das Fußballspiel begeistert hatten. Jakob IV. zum Beispiel verhängte 1491 ein Fußballverbot, hat sich jedoch sechs Jahre später Fußbälle kaufen lassen. Wie der Schatzmeister registriert hatte, sendete er einen Angestellten mit 2 Schilling fort um Fußbälle kaufen.

Trotz ständiger Verbote überlebte der Fußball in seiner damaligen Spielform und in mehr und weniger aktiven Phasen, Jahrhunderte. Jedoch muss aus heutiger Sicht berücksichtigt werden, dass das Fußballspiel im Mittelalter lediglich zur Festtagsgestaltung der Menschen gehörte und nicht als zufällige Schlacht gesehen werden kann. Für die Bevölkerung der damaligen Zeit war es ein höchst erfreuliches Erlebnis sich an Feiertagen mit brutalen Wettkampfspielen zu belustigen und zu beschäftigen. Aus heutiger Sicht kann man diese Wettspiele als wilde Schlägereien bezeichnen, jedoch im Mittelalter bezeichnete man dies schon fast als eine religiöse Tradition. Als eine Art Tradition wurde der Fußball bezeichnet, weil er ein fester Bestandteil der Fastnachtsbräuche war, und somit mit der kirchlichen Festtagsgestaltung verbunden war. Den Unterschied zwischen religiösen und weltlichen Feiertagen gab es im Mittelalter noch nicht. Somit wurden gesellschaftliche Spannungen und Probleme in einer Art Wettkampfspiel, in diesem Falle Fußball, auf dem nächstanstehenden Festtag ausgetragen.5

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Fußballspiel im Mittelalter keineswegs nur mit dem Fuß gespielt wurde und somit auch der Name der Sportart unpassend war. Die Menschen haben mithilfe dieser Körperertüchtigung ihren Aggressionen freien Lauf gelassen und wurden zudem noch zu einer sehr spontanen Angriffslust motiviert, da die Bevölkerung ein sehr hohes Gewaltniveau tolerierte und sogar die wenigen übermittelten Regeln im Eifer des Gefechts missachtet wurden. Die Gewaltbereitschaft der Menschen kann aber nicht unmittelbar mit einer Sportart in Verbindung gebracht werden, da es sicherlich auch andere brutale Körperertüchtigungen in dieser Zeit gab. Somit können wir das 12.Jahrhundert als Beginn des Ur-Fußballs festmachen und sehen im Verlauf, wie sich der Fußball von einer aggressionsbegleitenden Sportart zum Massenphänomen entwickelt hat.

[...]


1 vgl. T. Stemmler, 1998, S. 31

2 vgl. T. Stemmler, 1998, S. 31

3 vgl. T. Mason in C. Eisenberg, 1997, S. 22

4 vgl. Elias & Dunning, 1981, S. 91

5 vgl. Elias & Dunning, 1981, S. 91

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640611461
ISBN (Buch)
9783640611720
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135578
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Institut für Anglistik
Note
2,5
Schlagworte
Sport Fußball Fußballgeschichte Manchester United

Autor

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