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Das Burnout-Syndrom bei Lehrern

Hausarbeit 2006 15 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition „Burnout-Syndrom“

3. Die Burnout-Konzepte
Freudenberger
Lauderdale

4. Der Prozess des Burnout
4.1. Die Anfangsphase
4.2. Die Einbruchphase
4.3. Die Abbauphase

5. Die Symptome des Burnout
5.1. Die geistige Erschöpfung
5.2. Die emotionale Erschöpfung
5.3. Die körperliche Erschöpfung

6. Das Burnout-Syndrom speziell bei Lehrern
6.1. Der heutige Lehrerberuf
6.2. Die Aufgaben eines Lehrers
6.3. Die Ängste von Lehrern

7. Die Vorbeugung und Behandlung von Burnout
7.1. Individuenzentrierte Intervention
7.1.1. Körperorientierte Techniken
7.1.2. Pädagogische Techniken
7.1.3. Gruppenbezogene Techniken
7.2. Organisationsbezogene Intervention
7.2.1. Supervision
7.2.2. Ausbildung
7.2.3. Weiterbildung

8. Schluss

9. Literatur

1. Einleitung

Gehören Sie auch zu den Menschen die sich leer, kaputt, gestresst oder seelisch und körperlich verausgabt fühlen?

Dann leiden Sie wie viele Menschen an dem so genannten Burnout-Syndrom.

Gerade in Berufen, die die Pflege und Fürsorge anderer Menschen beinhalten, kommt es häufig vor, dass viele Helfer mit den Anforderungen, die sie an sich selbst stellen und die die Gesellschaft ihnen auferlegt, überlastet oder überarbeitet sind. Ein anfängliches Überengagement bringt gerade in diesen speziellen Berufsgruppen die Gefahr des Ausbrennens- des so genannten Burnouts mit sich. Oft wird dies von den Betroffenenen nicht erkannt oder sogar behandelt, wobei man dann aus dem Teufelskreis der eigenen hohen Ansprüche und des gleichzeitigen Erschöpfseins nicht mehr so einfach heraus kommt.

In dieser Arbeit möchte ich versuchen, die Ursachen und den Verlauf dieser Krankheit näher zu beleuchten. Des Weiteren möchte ich zwei verschiedene Konzepte gegenüberzustellen. Als angehende Lehrerin habe ich durch die Arbeit an diesem Thema die Möglichkeit, mich gezielt mit einer berufsgruppenspezifischen Erkrankung auseinanderzusetzen, diese in ihren Ursprüngen näher kennen zu lernen und daraus eigene Erkenntnisse für meinen späteren beruflichen Werdegang zu ziehen, um der Gefahr dieser Krankheit aus dem Weg zu gehen.

Schließlich möchte ich einige Möglichkeiten, der Prävention und Intervention verdeutlichen, die helfen könnten ein innerliches Ausbrennen oder Burnout zu vermeiden bzw. zu behandeln. Immerhin handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine sehr weit verbreitete psychische Krankheit, die immer mehr in das Blickfeld der Forschung gerät und die man in keiner Berufsgruppe unterschätzen sollte.

2. Definition

Der Begriff „Burnout“ (engl. to burn out – „ausbrennen“) tauchte 1974 erstmalig in einem Aufsatz von Herbert Freudenberger auf. Es gab jedoch schon ein ähnliches Krankheitsbild, wie es beim Burnout- Syndrom beschrieben wird, viel früher, nur wurde es nicht so konkret wie bei Freudenberger beschrieben. Ein Artikel von Siegbert Schneider aus dem Jahr 1911 weist darauf hin, indem Symptome einer „modernen Lehrerkrankheit“ beschrieben wurden, die den Symptomen des Burnout- Syndroms sehr ähnlich sind. Diese Erscheinungsform wurde ,,Neurasthenie" genannt und war gezielt auf die Berufsgruppe der Lehrer bezogen. Im Laufe der Jahre trat jedoch dieses Phänomen des Ausbrennens durch gesellschaftliche Veränderungen immer häufiger und bei verschiedensten Berufsgruppen auf, somit wurde es als Burnout in den 70er Jahren wieder aufgenommen und ist zunehmend in den Blickpunkt wissenschaftlicher Forschung gerückt.[1] Jedoch ist das Burnout- Syndrom als Krankheit nicht eindeutig wissenschaftlich definiert, was die Erforschung der Krankheit als problematisch darstellt.[2]

Im Gesundheitswesen als ICD-10 bezeichnet, kennzeichnet es einen Zustand seelischer Verausgabung, chronischer Erschöpfung und innerer Leere, der mit physischen und psychischen Belastungen und Störfaktoren gekennzeichnet ist. Christina Maslach beschreibt Burnout als „Syndrom, zusammengesetzt aus emotionaler Erschöpfung, Dehumanisierung und dem Gefühl reduzierter Leistungsfähigkeit bei der Arbeit“.[3] Die betroffenen Personen entwickeln sich oft von pflichtbewussten, engagierten Menschen zu reizbaren, ausgebrannten Menschen mit zynischen Verhaltensweisen gegenüber ihren Mitmenschen oder Schutzbefohlenen. Es handelt sich dabei um einen unbewussten Prozess, der dazu führt, dass die Betroffenen keine Kraftreserven mehr für ihren Beruf aufbringen können und resignieren.

Das Burnout- Syndrom tritt oft in den „helfenden Berufsgruppen“ auf. Dabei sind Arzt- und Pflegeberufe, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher und Therapeuten besonders häufig betroffen. Es sind Berufsgruppen, in denen Menschen mit anderen Menschen arbeiten, wo jedoch ein asymmetrisches Verhältnis besteht. Dabei sind die Betroffenen die Gebenden und deren Schutzbefohlene die Nehmenden.[4] Aber auch in Berufen mit hohem Leistungsdruck, ist das Burnout- Syndrom durchaus nicht selten, wie zum Beispiel bei Managern, Schülern oder Studenten, ebenso wie bei Menschen, die hohe Anforderungen an sich selbst stellen und diese oft nicht erfüllen können. Setzt man hohe Erwartungen an seine Leistungen, erreicht man die Leistungsgrenze sehr schnell oder erreicht man seine gesetzten Ziele nicht, kann es ebenfalls zum Burnout kommen.

3. Die Burnout-Konzepte

Freudenberger

Auslöser des Burnout nach Freudenberger (Freudenberger & Richelson 1980/83, S. 34):

Burnout „wird hervorgerufen, wenn sich der Betroffene auf einen Fall, eine Lebensweise oder eine Beziehung einlässt, die den erwarteten Lohn nicht bringt.“[5]

Somit entsteht seiner Meinung nach das Burnout, indem engagierte Personen sich selbst überschätzen, ihre Ziele demnach zu hoch setzen und diese aufgrund ihrer Selbstüberschätzung nicht verwirklichen können.

Nach Freudenberger entstehen somit Probleme auf drei unterschiedliche Arten:

- „Ziele werden so unrealistisch hoch gesteckt, daß sie entweder nicht erreicht oder nur durch ganz unverhältnismäßigen Energieeinsatz. Im ersteren Falle bleibt eine Belohnung aus, im letzteren kann sie die angesichts der Anstrengungen weiter gestiegenen Ansprüche nicht erfüllen.
- Die Ziele entsprechen nicht „wirklichen“ eigenen Bedürfnissen, sondern waren fremdbestimmt, gleichsam „implantiert“ worden. Die zugehörigen Belohnungen, wenn sie denn erreicht werden, sind dann ebenfalls nicht bedürfnisgerecht und verschaffen keine Befriedigung.
- Mit einem an sich realistischen Ziel werden unrealistische Belohnungserwartungen verknüpft, die nicht einzulösen sind.“[6]

[...]


[1] vgl. Barth, Anne- Rose. Burnout bei Lehrern. 1992, S. 13 ff

[2] vgl. Koch,A., Kühn, S. . Ausgepowert. 2000 , S.11

[3] Barth, Anne- Rose. Burnout bei Lehrern. 1992, S.17

[4] vgl. Barth, Anne- Rose. Burnout bei Lehrern. 1992, S.16

[5] Burish, Matthias. Das Burnout-Syndrom, Theorie der inneren Erschöpfung. 1994, S. 38

[6] Burish, Matthias. Das Burnout-Syndrom, Theorie der inneren Erschöpfung. 1994, S. 38/39

Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640614240
ISBN (Buch)
9783640614356
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135584
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Institut für Psychologie
Note
2,3
Schlagworte
Psychologie Beratung und Prävention Burnout Lehrerberuf

Autor

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Titel: Das Burnout-Syndrom bei Lehrern