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Bewegungslernen, Motorisches Lernen, Mentales Training

von Janine Berger (Autor) Dustin Hellekes (Autor) Christian Oelkuch (Autor) Dustin Hellekes (Autor)

Hausarbeit 2009 17 Seiten

Gesundheit - Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bewegungslernen/Motorisches Lernen
2.1 Phasen motorischen Lernens
2.2 Motorisches Lernen anhand des Beispiels Badminton
2.3 Motorische Ontogenese

3 Mentales Training

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Bei der Frage, was Bewegungslernen ist, orientiert man sich von Anfang an an der Praxis. Dort kann man die Begebenheit beobachten, dass jemand eine Bewegung zunächst nicht oder nicht aufgabengerecht ausführen kann, wohl aber zu einem späteren Zeitpunkt. „Lernen ist also der Prozess, der vom Zustand Nicht-Können in den Zustand Können führt.“ (KASSAT 1998, 65) Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich um eine Zustandsänderung einer bewegenden Person und nicht der Bewegung handelt.

Bewegungslernen wird heutzutage moderner auch als Motorisches Lernen bezeichnet. Die Unterscheidung verschiedener Bereiche Motorik und Bewegung wird jedoch nicht eindeutig vorgenommen. (vgl. BÖS/MECHLING 1992; 319) Im Sport werden die Begriffe Bewegungslernen und Motorisches Lernen durchaus nebeneinander gebracht.

Im Folgenden wird also näher auf die einzelnen Schritte des motorischen Lernen / Bewegungslernen eingegangen. Außerdem wird das Teilgebiet Mentales Training genauer erläutert.

2 Bewegungslernen/Motorisches Lernen

„Grundvorgang (…) in allen Bereichen der körperlichen Tätigkeit ist das motorische Lernen. Es besteht im Erwerben, Verfeinern und Stabilisieren motorischer Handlungen beziehungsweise Fertigkeiten und Verhaltensweisen und ist immanenter Bestandteil der Gesamtentwicklung der Persönlichkeit“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 161).

2.1 Phasen motorischen Lernens

„Der Entwicklungsverlauf neuer, geordneter Bewegungsvollzüge (…) lässt eine Gliederung in charakteristische Phasen erkennen“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 163). Nach dem morphologischen Erklärungsansatz von MEINEL (1960) unterscheiden wir folgende drei Lernphasen:

erste Lernphase à Entwicklung der Grobkoordination

zweite Lernphase à Entwicklung der Feinkoordination

dritte Lernphase à Stabilisierung der Feinkoordination und Ausprägung der varia-

blen Verfügbarkeit.

Die Reihenfolge der Phasen kennzeichnet eine Entwicklung, die nicht umkehrbar ist. Allerdings bedeuten sie auch kein starres Schema, es gibt keine scharfen Trennungslinien ohne Übergänge.

Erste Lernphase: Entwicklung der Grobkoordination

In der ersten Lernphase findet der „…Lernverlauf vom ersten näheren Bekanntwerden mit dem neu zu erlernenden Bewegungsablauf bis zu einem Stadium, in dem der Lernende die Bewegung bei günstigen Bedingungen bereits ausführen kann…“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 165), statt. Als erstes muss eine gedankliche Vorbeschäftigung mit der Bewegung z.B. anhand Lehrbildreihen, Videos oder auch Vormachen stattfinden. Dadurch entsteht eine erste grobe Vorstellung, die ein vorwiegend optisches Bild des Bewegungsablaufs darstellt. Die anschließenden ersten Versuche führen häufig noch nicht sofort zum Gelingen und zur Lösung der Bewegungsaufgabe. Nach einigem Üben wird das Stadium der Grobkoordination erreicht.

Die notwendige Übungsdauer ist von der Schwierigkeit der zu erlernenden Bewegung, vom motorischen Ausgangsniveau und von der Einstellung des Lernenden sowie von der verwendeten Lernmethode abhängig.

Typisch für die Phase der Grobkoordination ist ein übermäßiger und teilweise falscher Krafteinsatz, woraus zu schließen ist, dass die Bewegungsstärke noch fehlerhaft ist. Das Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung der Muskulatur fehlt noch. Der so genannte „…zweckmäßige Bewegungs-Rhythmus…“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 166) ist noch nicht vorhanden. Gut zu erkennen ist dies in Abb.1, in der elektromyografische Aufzeichnungen beim Erlernen des Kippaufschwungs am Reck zu sehen sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 - Elektromyografische Aufzeichnungen beim Erlernen des Kippaufschwungs am Reck, unterteilt in sechs Stadien

(MEINEL/SCHNABEL 2007; 167 nach OKAMOTO, TAKAGI & KUMAMOTO, 1966)

Im unteren Teil der Abb.1 sind Veränderungen der Muskelaktivität während des Lernprozesses dargestellt. Im oberen Teil ist zu sehen, dass die Grobkoordination erst im vierten Stadium bewältigt wird, in den ersten drei Stadien wird der Stütz noch nicht erreicht. Ebenfalls ist in den ersten Phasen zu erkennen, dass noch keine richtige Bewegungskopplung vorhanden ist. Der Schwungbeineinsatz ist in der zeitlichen Wirkung und in seiner Richtung zunächst oft fehlerhaft oder zu schwach ausgeprägt.

Charakteristisch für die Phase der Grobkoordination ist außerdem ein mangelnder Bewegungsfluss. Im zeitlichen Verlauf treten deutlich Stockungen und teilweise auch Unterbrechungen auf. Der Bewegungsumfang entspricht ebenfalls noch nicht dem angestrebten Leitbild, er ist am Anfang oft noch zu gering oder er tritt unzweckmäßig groß auf. Auch das Bewegungstempo, sowie die Bewegungspräzision und Bewegungskonstanz sind noch nicht richtig ausgeprägt.

Allgemein ist zu sagen, dass im Stadium der Grobkoordination alle Bewegungsparameter noch stark abweichend auftreten, sodass auch die messbare Leistung schwankt.

„Wesentliche Ursache für das Misslingen der Steuerung bei den ersten Übungsversuchen sind: die unzureichende Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, vor allem über die kinästhetischen Analysator“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 172)

Als Rückinformation gilt: Keine Fehlerkorrektur, sondern Aufmerksamkeitspunkte für einzelne Technikelemente festlegen und darauf positive oder negative Rückmeldung geben. Je ein Aufmerksamkeitspunkt mit einer Rückmeldung. Negativ wirken sich vor allem bestimmte Risikofaktoren, die zu Angstreaktionen führen, auf die Informationsverarbeitung aus. Die noch mangelhafte Informationsaufnahme und –Verarbeitung liegt im Koordinationsprozess auch am Anteil der Analysatoren. Dominierend in der ersten Phase ist der optische Analysator. Die weiteren Analysatoren sind zwar auch beteiligt, spielen aber zunächst für die Bewegungsregulation eine untergeordnete Rolle.

Zweite Lernphase: Entwicklung der Feinkoordination

Im der zweiten Lernphase findet der „…Lernverlauf vom Erreichen des Stadiums der Grobkoordination bis zu einem Stadium, in dem der Lernende die Bewegung annähernd fehlerfrei ausführen kann“ (MEINEL/SCHNABEL 2007; 174) statt.

Die Entwicklung von der Grob- zur Feinkoordination geht kontinuierlich vor sich und durchläuft verschiedene Zwischenstadien einer bereits weiterentwickelten und verbesserten Grob Form des Bewegungsablaufs. Es kann aber auch eine Stagnation auftreten, sodass trotz ständigen Übens keine sichtbaren Fortschritte zu sehen sind. Ebenfalls können Rückschläge auftreten. Andererseits stellt sich aber häufig ein größerer Fortschritt nach einer zeitweiligen Stagnation ein. Dies geschieht oft nach einer Unterbrechung des Übens für mehrere Tage. Wird der Lernverlauf anhand einer Kurve dargestellt, so lassen sich sowohl Abschnitte des Lernfortschritts als auch Abschnitte der Stagnationen erkennen. (Abb.2)

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640437221
ISBN (Buch)
9783640437368
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135644
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln – Institut für Rehabilitation und Behindertensport
Note
1,0
Schlagworte
Bewegungslernen Motorisches Lernen Mentales Training

Autoren

  • Autor: Janine Berger

    Janine Berger (Autor)

    5 Titel veröffentlicht

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