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Virtuelle Unternehmen – die Organisationsform des 21. Jahrhunderts?

Hausarbeit 2007 15 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Warum entstehen neue Unternehmensformen?

3. Das virtuelle Unternehmen
3.1 Definitionsversuche in der Literatur
3.2 Zwei Typen eines virtuellen Unternehmens

4. Vergleich zwischen virtuellen und klassischen Unternehmen
4.1 Was ist eine SWOT-Analyse?
4.2 Interne Stärken und Schwächen virtueller Unternehmen
4.3 Externe Chancen und Risiken virtueller Unternehmen
4.4 Betrachtung der Web Site: Bild.t-online.de

5. Schlusswort: Wie sieht die Zukunft aus?

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1. Einführung

„Und das virtuelle Unternehmen, einst ein Pünktchen am Horizont,

stürmt mit Riesenschritten auf uns zu“

(Davidow/Malone 1992, Seite 15)

Angesichts des starken Wandels in den heute immer wettbewerbsintensiver werdenden Märkten bedarf es nach neuen, flexibleren und effizienteren Formen der Kooperation und Organisation, um sich auf dem Markt gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. Die Kunden verlangen Produkte, die speziell ihren individuellen Anforderungen entsprechen und fast überall und kostengünstig produziert werden können – virtuelle Produkte. Oftmals sind es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eher traditionellen Organisationsformen, die sich dem immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck auf dem Markt beugen müssen. Während große Unternehmen mit gezielten Kostensenkungsmaßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren können, kommt es bei KMU immer häufiger zu engen Kooperationen zwischen einzelnen rechtlich oder organisatorisch unabhängigen Unternehmen. Eine dieser Kooperation ist die Bildung von virtuellen Unternehmen (im Folgenden VU genannt). Die Vision dabei ist, die Wertschöpfungskette durch kooperative Zusammenarbeit von Partnern mit spezifischen Kernkompetenzen unter intensivem Rückgriff auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zu optimieren und eine besonders kundenorientierte und wettbewerbsfähige Leistungserstellung zu erreichen.

In der vorliegenden Arbeit, soll ein Verständnis für VU geschaffen werden. Wie definieren sich VU, welche Arten gibt es und warum ist es überhaupt notwendig, dass neue Unternehmensformen entstehen? Im zweiten Teil dieser Arbeit setze ich mich mit der Frage auseinander, welche Vor- und Nachteile eine VU aufweist und welche Stärken und Schwächen bzw. Chancen und Risiken sich manifestieren lassen? Zudem ist es hilfreich, einen Vergleich mit den klassischen Organisationsformen vorzunehmen, um die Besonderheiten einer VU zu betonen. In diesem Zusammenhang soll die Web Site Bild.t-online.de näher betrachtet und an Hand dieser die Chancen und Risiken von Zeitungen im Internet analysiert werden. Das Schlusswort dieser Arbeit bezieht sich auf die Zukunftsaussichten für VU und klassisch organisierte Unternehmen.

2. Warum entstehen neue Unternehmensformen?

Wie anfangs angedeutet ist der neue Organisationstypus des VU durch die notwendige Anpassung an veränderte Wettbewerbsbedingungen entstanden.

Günter Müller-Stewens führt mehrere Gründe für die organisatorischen Umwälzungen auf. Zum einen nennt er den immer intensiver werdenden Wettbewerb. Die Forderungen des Marktes werden kurzlebiger, bedingt durch eine starke Innovationsdynamik in Technik, Gesellschaft und Politik. Die Kundenbedürfnisse entstehen rasant und überraschend und verschwinden wieder. In diesem Zusammenhang fällt der Begriff des „engen Zeitfensters“. (Müller-Stewens 1997, Seite 24 ff.) Daraus folgt, dass zusätzliche Geschäftschancen, wie zum Beispiel spezielles Wissen, besondere Fähigkeiten, Kooperationen oder Partnerschaften, ausgenutzt werden müssen. Begünstigende Faktoren sind in diesem Zusammenhang die Telekommunikation und die Informationstechnologie. Grob gesagt sind die neuen Attribute, die ein Unternehmen heute auszeichnen sollten, Flexibilität und schnelles Handeln, jedoch ohne Service- und Qualitätsverlust. Um diesen Ansprüchen gewachsen zu sein konzentrieren sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen.

3. Das virtuelle Unternehmen

Um sich mit der Kooperationsform „virtuelle Unternehmen“ auseinandersetzen zu können, muss diese zunächst definiert werden.

3.1 Definitionsversuche in der Literatur

Der Begriff „virtuell“ bedeutet allgemein laut Duden „scheinbar“, „nicht wirklich“ oder „der Anlage nach als Möglichkeit vorhanden.“ Auf Basis dieser und anderer Begriffsinterpretation ergaben sich viele diverse Definitionen für Virtualität. „Jede Definition setzt einen anderen Schwerpunkt und manchmal macht es den Anschein, als existiere keine einheitlich gültige Beschreibung.“ (Brütsch 1999, Seite 45 ff.) In der Literatur fehlt es an einer endgültigen Definition des virtuellen Unternehmens, da es sich bei allen existierenden Definitionen lediglich um verschiedenartige Betrachtungsweisen handelt, die sich in zum Teil nicht mehr nachvollziehbaren Kleinigkeiten voneinander unterscheiden. Einige ausgewählte Definitionen werden im Folgenden genannt.

Laut Mertens werden VU als überbetriebliche Kooperationen zur Durchführung von Missionen definiert, „wobei man auf die zeitraubende Gründung neuer Einrichtungen [...] verzichtet.“ (Mertens 1994, Seite 169). Stattdessen soll vor allem der rasche und flexible Aufbau im Vordergrund stehen. Die Grundlage hierfür bildet der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK).

Mit der Veröffentlichung des Buches „Das virtuelle Unternehmen – Der Kunde als Co – Produzent“ von William H. Davidow und Michael S. Malone 1992 begann sich die Denkweise einzelner Unternehmer über die neue Kooperationsform zu ändern. Zwar waren bereits in der Vergangenheit erste Merkmale von VU zu erkennen, jedoch konnten diese sich nie richtig durchsetzen. Davidow und Malone beschreiben ein VU als ein „konturloses Gebilde mit durchlässigen und ständig wechselnden Trennlinien zwischen Unternehmung, Lieferanten und Kunden.“ (Davidow/Malone 1992, Seite 15) Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Betriebsabläufe komplett neu überdenken, sich neu organisieren muss, sowohl intern als auch extern. Bedingt durch die hohen und vor allem spezifischen Anforderungen des Kunden, muss die Zusammenarbeit zwischen Kunden, Lieferanten und das Unternehmen durch ein „hocheffizientes System zur Nutzung von Markt- und Kundendaten“ (Davidow/Malone 1992, Seite 16) verstärkt werden.

Olbrich fasst die Merkmale eines virtuellen Unternehmens wie folgt zusammen: Er nennt den „unternehmensübergreifenden Charakter“ der Organisation, sowie seine „zeitliche Restriktion“. Eine weitere, für wirtschaftlichen Erfolg wichtige Eigenschaft, ist die „Flexibilität“ seiner Strukturen. Zuletzt nennt er die Zielsetzung einer virtuellen Organisation irreversible Kosten zu vermeiden, durch die Errichtung von „Pseudo- oder Quasi-Unternehmen“. (Olbrich 1994, Seite 29)

Der Artikel von Byrne ist zu diesem Thema der wohl am meisten Rezipierte. Er definiert virtuelle Unternehmen als „ein temporäres Netzwerk von Unternehmungen, das schnell zusammenkommt, um schnell wechselnde Marktchancen zu nutzen. In einer virtuellen Unternehmung können Unternehmen Kosten, Fähigkeiten und globalen Marktzugang teilen, wobei jeder gibt, was er am besten kann.“ (Byrne 1993, Seite 36) In dieser kurzen und prägnanten Definition sind fast alle Aspekte enthalten, die ein VU ausmachen. Es wird deutlich, dass die Dauer der Partnerschaft begrenzt ist (vgl. Faisst 1998, Seite 3: „Das Virtuelle Unternehmen ist mit einer Mission verbunden und endet mit dieser.“), dass sich die Unternehmen durch Kooperationen dem schnelllebigen Markt besser anpassen können, dass der Know-how-Transfer neue Innovationen ermöglicht und dass sich die Kosten minimieren. Auf weitere Vorteile durch VU wird später eingegangen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640439201
ISBN (Buch)
9783640439119
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v135878
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Ökonomie udn Organisation der Medien
Note
1,7
Schlagworte
Virtuelle Unternehmen Organisationsform SWOT-Analyse Website

Autor

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Titel: Virtuelle Unternehmen  – die Organisationsform des 21. Jahrhunderts?