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Kritische Betrachtung und Wertung der Veränderungen im Serbischen seit 1990

Studienarbeit 2000 28 Seiten

Russistik / Slavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Zerfall der sprachlichen Einheit des Serbokroatischen und Bestimmung des Forschungsgegenstandes

B. Betrachtung und Wertung der heutigen Lage der serbischen Sprache und der serbischen Philologie
I. Zur Literatur- und Quellenlage
II. Definition des serbischen Sprachraumes
1. Gesamtraum
2. Verfassungsrechtliche Verankerung des Serbischen
B.R.Jugoslawien, Republika Srpska, Republika Srpska Krajina, Kosovo
III. Voraussetzungen, die eine Standardisierung des Serbischen notwendig
machen
1. Sprachliche Beziehungen zwischen dem Serbischen, dem Kroatischen,
dem Bosnischen und dem Montenegrinischen
2. Zögerliche Neudefinierung der serbischen Standardsprache
3. Projekte zur Standardisierung und Definition des Serbischen
Одбор за стандардизацију српског језика; Слово о српском језику
IV. Probleme der Standardisierung
1. Orthographie 12 2. Lexik
2.1. Fremde Einflüsse 14 2.2. Wortschatz der Innenpolitik
2.3. Wortschatz der Außenpolitik
2.4. Militärische Terminologie
2.5. Handel, Technik und Tourismus
3. Veränderungen in Phraseologie und Stilistik
4. Veränderungen in der Struktur der Dialekte
5. Toponyme
V. Die soziolinguistische und –kulturelle Situation der modernen serbischen Standardsprache
VI. Zum Stand der Serbistik
1. Notwendigkeit der Neudefinierung der Serbistik
2. Institutionen, die sich mit der Serbistik beschäftigen
3. Forderungen an die Serbistik

C. Zusammenfassung

D. Bibliographie

A. Zerfall der sprachlichen Einheit des Serbokroatischen und Bestimmung des Forschungsgegenstandes

Das Scheitern des zweiten jugoslawischen Staates, das gleichzeitig das Ende der sprachlichen Einheit der serbokroatischen oder kroatoserbischen Standardsprache darstellte, musste zwangsläufig zu einer Neuorientierung in der Sprachenpolitik führen.

Das Serbokroatische stellte bis 1991 die verbindliche, allgemeingültige Staatssprache Jugoslawiens dar und bezog sich vor allem auf die Bewohner der Teilrepubliken Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kroatien. In den Bereichen Militär- und Flugwesen dominierte es auch über Slowenien und Makedonien, die im Übrigen über eine eigene Standardsprache verfügen.

Der erste Schritt zur Auflösung der gemeinsamen Sprache ging von Kroatien aus, als im Dezember 1990 in einem kroatischen Dorf an der Grenze zu Serbien, in Tovarnik, die Deklaracija o hrvatskome jeziku (Deklaration über die kroatische Sprache) verlesen und durch Veröffentlichung in der Zagreber Tageszeitung Večernji list bekannt gegeben wurde[1]. Damit blieb das Serbokroatische ohne seine kroatische Hälfte. Dieser Umstand musste zu einer Zweiteilung der Sprache führen. Die Bewohner Bosnien-Herzegowinas und Montenegros behielten vorläufig weiterhin die serbokroatische Sprache bei, obwohl sie in der Sprachbezeichnung unberücksichtigt blieben. Noch in der ersten Verfassung des unabhängigen bosnischen Staates des Jahres 1992 wurde als Staatssprache das Serbokroatische angenommen, bis sie mit der Neufassung von 1994 die Bezeichnung „bosnisch“ erhielt.

Das Serbokroatische ist somit in (vorläufig) drei Sprachen zerfallen: in das Serbische, das Kroatische und das Bosnische. Inwiefern die Tendenzen zur Schaffung einer vierten, montenegrinischen Sprache ernst genommen werden können, ist derzeit noch nicht absehbar[2].

Vorliegender Aufsatz soll auf die Problematik der modernen serbischen Standardsprache eingehen[3], wie auch auf die Frage, in welchen Staaten das Serbische als offizielle Sprache definiert ist, bis hin zu der Frage nach den Voraussetzungen für die Schaffung einer neuen (alten) Standardsprache. Ferner wird auf einige Projekte, die sich mit der Standardisierung des Serbischen beschäftigen, Bezug genommen, wie auch auf den Stand der serbischen Philologie. Hauptaugenmerk soll auf die sprachlichen Veränderungen im Serbischen seit dem Zerfall Jugoslawiens gerichtet werden.

B. Betrachtung und Wertung der heutigen Lage der serbischen Sprache und der serbischen Philologie

I. Zur Literatur- und Quellenlage

Im Wesentlichen wird hier auf Material zurückgegriffen, das sich ab 1993 mit dem Serbischen auseinandergesetzt hat. Literatur aus den Jahren 1990 bis 1992 kann in der Regel nicht herangezogen werden, da in ihr weiterhin an dem Terminus „serbokroatisch“ festgehalten wird.

Hauptsächlich stützt sich der Verfasser auf Publikationen, die aus der Republik Serbien stammen, während aus der Republika Srpska und aus Montenegro nur sehr wenige Aufsätze bekannt sind, obwohl die sprachliche Situation gerade dort als besonders interessant einzustufen ist. Zur Gegenüberstellung werden auch Publikationen aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina herangezogen.

Die Standpunkte der verschiedenen Autoren sind in der Regel ideologisch gefärbt. Sie zielen entweder auf eine kompromisslose Abgrenzung vom benachbarten Volk ab, oder aber, völlig entgegengesetzt, propagieren sie dessen Vereinnahmung. Oft verdrängt in in diesen Aufsätzen das nationale Anliegen die eigentliche wissenschaftliche Aufgabenstellung, so dass es schwierig ist, nationale Mythen von nachweisbaren Tatsachen zu unterscheiden.

Quellenmaterial, wie serbische Tageszeitungen aus den Kriegsjahren 1991 bis 1995 sowie 1999, die auf anschauliche Weise sprachliche und stilistische Veränderungen in den serbischen Medien verdeutlichen, liegt mir nicht mehr vor. Aus der Sekundärliteratur lassen sich keine Beispiele hierfür ableiten. Offensichtlich sind die Linguisten bisher noch nicht auf die Sprache der Medien eingegangen, obwohl gerade hier sehr große Veränderungen eingetreten sind.

II. Definition des serbischen Sprachraumes

1. Gesamtraum

Das Serbische wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien (Савезна Република Југославија), in Bosnien-Herzegowina (vor allem in der Republika Srpska), in Teilen Kroatiens, im rumänischen Banat um die kulturellen Zentren Timişoara und Arad, auf einigen Sprachinseln in Ungarn zwischen Mohács und Győr, sowie in Komárno im Süden der Slowakischen Republik[4], gesprochen. Auf die Diaspora außerhalb dieser traditionell serbisch besiedelten Gebiete, also in Westeuropa, Australien und Nordamerika, soll nicht näher eingegangen werden.

2. Verfassungsrechtliche Verankerung des Serbischen

Nach der Gründung des „dritten“ Jugoslawien im Jahre 1992, nunmehr bestehend aus den Teilrepubliken Serbien und Montenegro, wurde das Serbische zur offiziellen Amtssprache erhoben: „In der Bundesrepublik Jugoslawien ist im amtlichen Gebrauch die serbische Sprache ekavischer und ijekavischer Aussprache sowohl die kyrillische Schrift, sowie die lateinische Schrift in Einklang mit Verfassung und Gesetz[5]. Damit ist es zu einer bewussten Ausgrenzung der damals etwa 150.000 Kroaten in der Provinz Vojvodina gekommen.

Die Verfassungen Serbiens und Montenegros sind der jugoslawischen Bundesverfassung untergeordnet, so dass die jeweiligen Bestimmungen außer Kraft gesetzt sind. Montenegro verabschiedete seine neue Verfassung, in welcher der Gebrauch der „serbischen Sprache und der ijekavischen Aussprache“ festgelegt ist, erst Ende des Jahres 1992, d.h. sechs Monate nach der Annahme der Verfassung der Bundesrepublik Jugoslawien.

Auch die Verfassung der Republika Srpska[6] aus dem Jahre 1992 sieht in Art. 7 das Serbische als alleinige Staatssprache vor. Hier kam es jedoch zu Streitigkeiten hinsichtlich der Aussprachevariante. In der Erstfassung von 1992 ist noch die „serbische Sprache ijekavischer und ekavischer Aussprache“[7] vorgesehen. Bosnien-Herzegowina, und folglich auch die Republika Srpska, ist ein traditionell ijekavisches Gebiet, so dass die Aufnahme der ekavischen Aussprache in die Verfassung einen Fremdkörper darstellt, und die bereits einen Hinweis auf spätere Bemühungen gibt, die bosnischen Serben zu ekavisieren. Mit der Verfassungsänderung im Jahre 1994 wurde dieses Ziel vorübergehend verwirklicht: In der Republika Srpska war nun die „serbische Sprache ekavischer und ijekavischer Aussprachevariante, und die kyrillische Schrift“ in Gebrauch. Damit war die der Bevölkerung angeborene Aussprache durch eine ihr fremde ersetzt worden. Die Ijekavica war im öffentlichen Gebrauch marginalisiert worden.

Von einem Tag auf den anderen wurden Radio- und Fernsehemissionen auf dem gesamten serbischen Territorium in Bosnien-Herzegowina in ekavischer Aussprache ausgestrahlt, ohne dass jemals Linguisten, Schriftsteller oder das Volk dazu befragt worden wären. Politisches Ziel war ganz eindeutig, die sprachlichen Unterschiede zwischen den Serben auf beiden Seiten der Drina aufzuheben. Milorad Telebak beurteilt diese Situation folgendermaßen: „Међутим, разлике у изговору (екавски и ијекавски), иако дуго постоје, никада нас нису дијелиле. Дијелиле су нас, нажалост и данас нас дијеле, државне границе, царине!“ (Telebak 1996, 32). Nach seiner Meinung liegt die Beibehaltung der Ijekavica im nationalen Interesse, um nicht anderen Völkern wie den Kroaten und den bosnischen Muslimen in die Hände zu spielen.

Aufgrund des allgemeinen Widerstandes von Seiten der Bevölkerung sowie nach einem Regierungswechsel in der Republika Srpska wurde 1998 die verfassungsrechtliche Ekavisierung aufgehoben und die Gleichberechtigung zwischen ijekavischer und ekavischer Aussprache garantiert, mit der Begründung, dass beide Varietäten „das tief verwurzelte Erbe der serbischen Kultur und des serbischen nationalen Wesens“ seien[8].

Zu erwähnen sei noch die inzwischen ungültige Verfassung der ehemaligen Republik Serbische Krajina (Република Српска Крајина). Dieser Staat entstand 1991 innerhalb der Grenzen Kroatiens, wobei er seine (international nicht anerkannte) Unabhängigkeit durch die Annahme einer eigenen Verfassung zu legitimieren versuchte. Diese blieb bis zur Eroberung der Krajina durch die kroatische Armee im August 1995 in Kraft, und galt im Übrigen noch bis zum Jahre 1998 in dem letzten serbisch kontrollierten Teil Kroatiens, d.h. in Ostslawonien, Srijem und Baranja.

Die Verfassung der Krajina sah in Art. 7 den Gebrauch der serbischen Sprache sowie der kyrillischen Schrift vor[9]. Auch hier wurde die lateinische Schrift marginalisiert.

Ein Hinweis auf die Aussprachevariante findet sich in dieser Verfassung nicht, die Krajina deckte aber hauptsächlich ijekavisches Sprachgebiet ab, was generell für einen großen Teil Kroatiens gilt. Auch wenn sich der serbische Bevölkerungsanteil Kroatiens sehr stark verringert hat, gibt es noch vereinzelte serbische Mehrheitsgemeinden, überwiegend im Osten in Grenznähe zu Serbien. Von einer serbischen Standardsprache in Kroatien kann aber keineswegs mehr gesprochen werden. Die Staatssprache Kroatiens ist eindeutig als kroatisch festgelegt, unabhängig von der Erwähnung einer serbischen Minderheit in der kroatischen Verfassung und der dort geregelten Genehmigung, in „einzelnen lokalen Einheiten“ die kyrillische Schrift zu verwenden[10].

Bei den Serben Kroatiens ist inzwischen, möglicherweise aufgrund der „Entstandardisierung“ ihrer Sprache, die Tendenz zu beobachten, sich – zumindest schriftsprachlich – an die Belgrader Variante des Serbischen anzulehnen[11].

Auch in den anderen Staaten, die an Serbien grenzen, stellt das Serbische eine Minderheitensprache dar, deren Gebrauch durch die jeweiligen Verfassungen abgesichert ist. In verschiedenen Projekten wird auch auf die sprachliche Situation der Serben außerhalb Serbiens eingegangen[12].

Noch nicht eindeutig ist die sprachliche Situation in der serbischen Provinz Kosovo-Metohija, die zwar offiziell noch Teil sowohl Serbiens als auch Jugoslawiens ist (also innerhalb des durch die Verfassung abgedeckten Territoriums der serbischen Standardsprache), aber seit Juni 1999 politisch und militärisch der staatlichen Kontrolle Jugoslawiens entzogen ist. Der Bestand der serbischen Bevölkerung, der bereits vor Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Serben und Albanern kaum noch zehn Prozent aufwies, ist noch mehr gesunken, so dass die serbische Sprache durch das Albanische vollkommen verdrängt worden ist, oder noch verdrängt wird[13].

III. Voraussetzungen, die eine Standardisierung des Serbischen notwendig machen

1. Sprachliche Beziehungen zwischen dem Serbischen, dem Kroatischen, dem Bosnischen und dem Montenegrinischen

War die Sprachenpolitik des gemeinsamen jugoslawischen Staates auf eine Annäherung zwischen dem Serbischen und dem Kroatischen bzw. auf eine Vereinheitlichung beider Sprachen ausgerichtet, kann heute von einer umgekehrten Strömung ausgegangen werden. Dies bedeutet eine Rückbesinnung auf alte Wurzeln, die zwangsläufig zu Veränderungen in einer modernen Sprache führen muss. Vor allem in Kroatien ist die Tendenz sehr stark, sich vom Serbischen abzugrenzen und eine veränderte kroatische Standardsprache in Anlehnung an einen längst in Vergessenheit geratenen, altertümlichen Wortschatz bis hin zu Neologismen[14] oder gar einer veränderten syntaktischen Struktur[15] zu schaffen. Auch in das Bosnische, das bisher eher eine Symbiose aus dem Serbischen und dem Kroatischen darstellte (serbische Syntax, teilweise auch Wortschatz, aber ijekavische, d.h. „kroatische“ Aussprachevariante[16] ), werden wieder verstärkt türkische oder gar arabische Lehnwörter eingebracht, um sich sowohl vom Serbischen als auch vom Kroatischen abzugrenzen. Die Folge ist, wie bereits erwähnt, die Dreiteilung des Serbokroatischen: in die kroatische Sprache für die Kroaten, die Sprache der Muslime Bosniens (die ihre Sprache „bosanski jezik“ nennen, aber auch „muslimanski“ und „bošnjački“) und die serbische Sprache, die für die Serben, Montenegriner und auch die Muslime des Sandžak um Novi Pazar und Bijelo Polje gilt (Ćupić, Fekete, Terzić 1996, 15-16).

Dass das Serbische für die Muslime im jugoslawischen Sandžak als verbindlich gilt, ist durch die Verfassungen Jugoslawiens, Serbiens und Montenegros abgedeckt, wird von den Muslimen selbst jedoch bestritten. Durch die direkte Nachbarschaft zu Bosnien-Herzegowina und ihr eigenes Empfinden ihrer ethnischen Identität bezeichnen sie sich nunmehr als Bosnier, und betrachten folglich ihre Sprache als bosnisch. Alija Isaković kommentiert diese Tatsache wie folgt: „Bosanski jezik i danas imenuju svojim jezikome znatne skupine Bošnjaka izvan Bosne i Hercegovine (Sandžak, Crna Gora, Kosovo, Makedonija), [...] Tako je bosanski jezik konstitutivna komponenta bosanskomuslimanskog nacionalnog bića, a našu jezičku politiku odeđujemo našom novom društvenom zbiljom.“ (Isaković 1997, 69). Tatsächlich stellten die Muslime noch zu Zeiten der Volkszählung im Jahre 1971 eine relative Mehrheit im Raum Novi Pazar, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt durch verstärkte Auswanderung in die Türkei schon stark dezimiert waren (Mušović 1979, 115-116). Zu Beginn der 1990er Jahre soll der muslimische Bevölkerungsanteil noch immer bei 66,67 % gelegen haben.

Im Sandžak bestehen von Seiten der Muslime Tendenzen zu einer Abspaltung oder zumindest zum Wunsch nach Autonomie. Der Muslimische Nationalrat des Sandžak (Muslimansko nacionalno Vijeće Sandžaka) verbreitete 1993 ein Memorandum über den Status des Gebietes. Die Sprache der Bevölkerung wird hier als bosnisch bezeichnet, das Volk als Bošnjaci-Muslimani, als „autochtones Volk, das im Sandžak lebt und Teil des bosnischen Volkes ist“ (Sandžak na putu autonomije 1995, 41). Sprachlich ist dieses Memorandum an vielen Schriften, die in Bosnien erscheinen, orientiert: „Poštovani prijatelji Es-selamu alejkum!“ (Sandžak na putu autonomije 1995, 7).

Die jeweiligen Ansprüche auf Vereinnahmung der Muslime im Sandžak von serbischer wie auch von bosnischer Seite zeigen deutlich die Überschneidung nationaler Interessen auf einem bestimmten Territorium auf.

Auf staatlicher Ebene gilt nach wie vor die serbische Sprache als verbindlich. Gebrauch und Bezeichnung der bosnischen Sprache im Sandžak spielen nur inoffiziell eine Rolle.

Die vierte Volksgruppe innerhalb der ehemaligen kroatischen Volksgemeinschaft, die Montenegriner, bezeichnen ihr Idiom weiterhin als serbische Sprache, es sind jedoch Bestrebungen im Gange, auch das Montenegrinische vom Serbischen zu lösen und zu einer Standardsprache zu erheben. Ob sich diese Idee durchsetzen kann, wird von den weiteren Beziehungen zwischen Serbien und Montenegro abhängen, aber auch davon, ob sich Montenegro eines Tages entschließen wird, den Staatenbund mit Serbien zu verlassen.

[...]


[1] Die „Deklaration über die kroatische Sprache“ wurde bereits 1967 begonnen, konnte aber aufgrund politischer Spannungen in den darauf folgenden Jahren nicht vollendet werden.

[2] Der montenegrinische Linguist Vojislav Nikčević verwendet in seinem Buch „Piši kao što zboriš“ bereits den Begriff „crnogorski standardni (književni) jezik“.

[3] Die Sprache der (Noch-) Teilrepublik Montenegro wird hier weiterhin als dem Serbischen zugehörig berücksichtigt.

[4] Nach Auskunft der Verwalterin der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde von Komárno (serb.: Коморан) im Frühjahr 1998 wird das Serbische hier nur noch von den letzten vier serbischen Familien in der Stadt gesprochen.

[5] Устав Савезне Републике Југославије. 1992. чл. 15

[6] Bezeichung bis zum Frühjahr 1993: Српска Република Босна и Херцеговина

[7] Устав Републике Српске. 1992. чл. 7

[8] Genauer Wortlaut bei: Уставни суд Републике Српске. Одлука бр. У-13/97, 26. фебруара 1998 г.

[9] Устав Републике Српске Крајине. 1991. чл. 7

[10] Ustav Republike Hrvatske. 1991. čl. 12

[11] Der Vergleich von Publikationen der serbisch-orthodoxen Kirche in Kroatien zeigt, dass bis 1990 die ijekavische Variante gewählt wurde. Neueste Zeitschriften (wie die Ausgaben von „Пут, истина и живот“ des Klosters Lepavina bei Koprivnica aus den Jahren 1999 und 2000) belegen, dass mittlerweile zum Gebrauch der in Kroatien überwiegend unüblichen Ekavica übergegangen wurde.

[12] Auf dem 24. međunarodni naučni sastanak slavista u Vukove dane (Beograd-Novi Sad-Tržić 1994) ging Mile Tomić in einem Referat unter dem Titel „Проблематика нормирања српског језика код Срба ван Србије“ auf die heutige Sprache der Serben in Rumänien ein.

[13] Derzeit beschränkt sich das Gebiet, in dem noch von einem Gebrauch der serbischen Sprache gesprochen werden kann, vor allem auf den Norden des Kosovo. Darüber hinaus besteht noch eine Reihe von serbischen Enklaven in allen Landesteilen des Kosovo. Bis 1999 galt das Serbische als verbindliche Amtssprache, diente in der Realität jedoch eher zur Verständigung unter den Serben, oder aber als lingua franca zwischen Serben, Albanern, Türken und anderen ethnischen Gruppen.

[14] Als Neologismen können Lexeme wie brzoglas (für telefon), putovnica (anstatt pasoš), zemljovid (anstelle von mapa), dalekovidnica (anstatt televizija) u.a. angeführt werden.

[15] z.B. die Konstruktion Ja moram učiti čitati anstelle serbisch Ja moram da učim da čitam.

[16] Bis heute ist irrtümlicherweise die Meinung weit verbreitet, das Ijekavische sei ein wesentliches Merkmal des Kroatischen. Wie bereits oben behandelt, ist die Aussprachevariante auch Teil des Serbischen.

Details

Seiten
28
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783640434848
ISBN (Buch)
9783640434626
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v136265
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Slawische Philologie
Note
1,3
Schlagworte
Kritische Betrachtung Wertung Veränderungen Serbischen

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