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Der Einsatz von Gesundheitszirkeln im betrieblichen Gesundheitsmanagement

Seminararbeit 2009 27 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.1 Definition
2.2 Ziele des Gesundheitsmanagements
2.3 Rahmenbedingungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.4 Gründe für betriebliches Gesundheitsmanagement

3 Gesundheitszirkel im betrieblichen Gesundheitsmanagement
3.1 Definition
3.2 Ziele der Gesundheitszirkel
3.3 Modelle der Gesundheitszirkel
3.3.1 Historischer Hintergrund
3.3.2 Das Berliner Modell
3.3.3 Das Düsseldorfer Modell
3.4 Umsetzungen der Gesundheitszirkel
3.4.1 Aufgaben des Gesundheitszirkels
3.4.2 Hinweise zum Ablauf der Zirkelarbeit

4 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Abbildung 2: Altersstruktur der Belegschaften in den Jahren 2006 und 2020

Abbildung 3: Teilnehmer Gesundheitszirkel (Düsseldorfer Modell)

Abbildung 4: Der Einfluss des BGM auf den Unternehmenserfolg

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Abbildung 2: Altersstruktur der Belegschaften in den Jahren 2006 und 2020

Abbildung 3: Teilnehmer Gesundheitszirkel (Düsseldorfer Modell)

Abbildung 4: Der Einfluss des BGM auf den Unternehmenserfolg

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„Die größte Behinderung des Lebens liegt darin, ständig auf seine Gesundheit zu achten“ (Plato, ca. 400 v. Chr.).

Dieses Zitat von Plato ist fast 2.500 Jahre alt, aber allmählich realisieren die Un-ternehmen, nicht zuletzt aus eigenem Interesse, dass sie ihren Mitarbeitern1 bei dieser größten Behinderung unterstützend zur Hilfe kommen müssen. Demzufol-ge lässt sich in den letzten Jahren ein unternehmenskultureller Wandel beobach-ten. Die Unternehmen lernen mehr und mehr den Wert ihrer Mitarbeiter und den wirtschaftlichen Vorteil einer gesunden Belegschaft zu schätzen. Einige der gro-ßen deutschen Unternehmen erweitern deshalb ihren traditionellen Arbeitsschutz hin zu einem systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Ein diesbezüglich besonders an Bedeutung gewinnendes Instrument des Ge-sundheitsmanagements ist der Gesundheitszirkel. Durch die Beteiligung der Mi-tarbeiter in den Gesundheitszirkeln wird ein breiteres Spektrum als nur der Ge-sundheitsschutz, welcher sich mit sicherheitstechnischen und arbeitsmedizini-schen Schwerpunkten befasst, abgedeckt. Mit diesem Instrument ist es möglich, wie durchgeführte und anschließend evaluierte Gesundheitszirkel in Unterneh-men zeigen, die dringendsten Arbeitsbelastungen zu erfassen und zu identifizie-ren. Durch die Zirkel werden sehr häufig arbeitsorganisatorische Mängel aufge-deckt. Demzufolge bilden sie auch eine Schwachstellenanalyse, nicht nur bezüg-lich der betrieblichen Gesundheitsförderung, sondern auch aus betriebswirt-schaftlicher Sicht (vgl. Internetquelle 1, 2009).

Auf Basis dieser Schwachstellenanalyse werden Verbesserungsvorschläge ers-tellt. Durch Umsetzung der erkannten Verbesserungsmöglichkeiten kann eine Verringerung ergonomischer und psychischer Belastungen herbeigeführt werden.

Dies kann wiederum zu einer Steigerung der Arbeitszufriedenheit und schluss-endlich auch zu einem wettbewerbsfähigeren Unternehmen führen (vgl. Internet-quelle 1, 2009).

1.2 Gang der Untersuchung

Diese Arbeit thematisiert den Einsatz von Gesundheitszirkeln im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Sie ist neben der Einleitung und der Schlussbemer-kung in zwei Hauptpunkte gegliedert. Im zweiten Kapitel wird auf das Gesund-heitsmanagement näher eingegangen. In diesem Kapitel werden die Grundlagen, Rahmenbedingungen, Aufgaben, Gründe und Ziele erläutert, damit der Leser einen Einblick davon erhält, worum es sich bei betrieblichem Gesundheitsmana-gement handelt, welche Aufgaben es beinhaltet und welchen Herausforderungen es sich stellen muss.

Im dritten und letzten Kapitel wird der Schwerpunkt, der Einsatz von Gesund-heitszirkeln, grundlegend erläutert. Auch hier werden zunächst die Begrifflichkei-ten der Gesundheitszirkel betrachtet. Anschließend werden dann die Ziele und Vorteile eines Gesundheitszirkels herausgearbeitet. Nach einer Darstellung ver-schiedener Modelle eines Zirkels wird auf die Arbeit und den Aufbau an sich ein-gegangen. Anschließend wird die betriebliche Umsetzung aus Sicht des Unter-nehmens und der Mitarbeiter beleuchtet.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, all denjenigen, die sich als Unternehmen, Mitar-beiter oder Interessierte noch nicht mit dem betrieblichen Gesundheitsmana-gement auseinandergesetzt haben, die Vorteile einer Implementierung eines Gesundheitsmanagements näherzubringen sowie einen kurzen Überblick über den Einsatz von Gesundheitszirkeln zu geben. Diese Arbeit hat den Anspruch, ein leicht verständlicher Leitfaden für die oben beschriebenen Themengebiete und eine Anregung zur Förderung betrieblicher Gesundheit zu sein.

2 Betriebliches Gesundheitsmanagement

2.1 Definition

Betriebliches Gesundheitsmanagement hat das Ziel den Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz vorzubeugen, das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter wäh-rend der Arbeit zu verbessern sowie die Gesundheitspotenziale zu fördern und zu stärken. Es ist mehr als die schon lange in Unternehmen bekannte Gesund-heitsförderung. Betriebliches Gesundheitsmanagement beschränkt sich dabei nicht auf Einzelmaßnahmen wie z. B. Ergonomieschulungen oder Stressbewäl-tigungskurse (vgl. Salvaggio, N. 2002, S. 14). Folglich ist es die Integration und Steuerung betrieblicher Prozesse, mit dem Ziel der Förderung und Erhaltung der Gesundheit aller Mitarbeiter. Es bedeutet auch, die Gesundheit der Mitar-beiter in die Entwicklung einer Unternehmenskultur mit einzubeziehen (vgl. Mol-lenkopf, C., o. J., S. 6 ff.). Geschuldet ist diese Entwicklung vor allem den sich ständig ändernden steigenden Belastungen und Anforderungen an die Arbeit-nehmer in der heutigen modernen Arbeitswelt sowie die Einsicht der Unterneh-mer ihr Humankapital möglichst einsatzfähig erhalten zu müssen.

2.2 Ziele des Gesundheitsmanagements

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement soll als eine nachhaltige Investition in das Sozial- und Humankapital eines Unternehmens, von der sowohl die Ar-beitgeber- als auch die Arbeitnehmerseite profitiert, gesehen werden (vgl. Ba-dura, B., 2004, S. 3). Das Hauptziel eines systematischen Gesundheitsmana-gements ist es daher das gesunde Unternehmen zu schaffen, das sich durch gesunde Mitarbeiter, sichere Arbeit und eine gesunde Umwelt auszeichnet (vgl. Rudow, B., 2004, S. 24, zitiert in: Salvaggio, N., 2007, S. 14). Es gliedert sich nach Badura, B. in vier Hauptziele, die im Gesundheitsmanagement als Einheit verfolgt werden:

1. Steigerung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens

Durch Motivationsverluste, innere Kündigung, Hilflosigkeit, Mobbing und Bur­nout entgehen Unternehmen bedeutsame Wettbewerbsvorteile und Erträge. Mittels Gesundheitsmanagement sollen bisher unerschlossene Leistungspoten-ziale zum beiderseitigen Nutzen mobilisiert werden (vgl. Badura, B., 2004, S. 3).

2. Kostensenkung

Ein hoher Krankenstand und erhebliche Fehlzeiten sind ein enormer Kostenfak-tor für die Unternehmen. Untersuchungen zeigen, dass die Einsparungen durch Reduzierung von Fehlzeiten weit über den Investitionen, die die Einführung ei-nes betrieblichen Gesundheitsmanagements mit sich bringt, liegen. Im Jahr 2001 kostete den Unternehmen die durch Krankheit bedingten Produktionsaus-fälle 40 Mrd. Euro. Das betriebliche “Gesundheitsmanagement zielt auf Kosten-senkung durch erhöhte Flexibilität und Leistungsbereitschaft, sinkende Fehlzei-ten und Fluktuation der Beschäftigten sowie gesteigerte Produktivität und Quali-tät“. (Badura, B., 2004, S. 3).

3. Neuausrichtung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Wachsende Globalisierung und steigender Wettbewerbsdruck erhöht die Dis-tanz zwischen den von Unternehmen erwarteten Leistungen ihrer Mitarbeiter und der Fähigkeit der Unternehmen auf diese neuen Anforderungen mitarbei-terorientiert zu reagieren. Dies erfordert eine Neuausrichtung der Möglichkeiten des Gesundheits- und Arbeitsschutzes und eine permanente Weiterbildung der Experten und Führungskräfte (vgl. Badura, B., 2004, S. 3).

4. Organisation des Gesundheitsmanagements als Lernprozess

Die Vision der unternehmensinternen Gesundheitspolitik ist das gesunde Un-ternehmen. Der Weg zu einem gesunden Unternehmen führt über das betriebli-che Gesundheitsmanagement. Es organisiert das systematische Bemühen um gesundheitsförderliche Gestaltungen von Unternehmensprozessen und Unter- nehmensstrukturen zur Förderung der Gesundheitspotenziale aller Beschäftig-ten (vgl. Badura, B., 2004, S. 3).

2.3 Rahmenbedingungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Den Rahmen für das Gesundheitsmanagement gibt sicherlich die am 21. No­vember 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte sog. Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung vor. Das Hauptziel der Teilnehmer der Ersten Internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung war es, die Ge-sellschaften zum aktiven Handeln sowie zur Förderung und Erhaltung der Ge­sundheit aufzurufen (vgl., o. V., Ottawa Charter, 1986, o. S.). Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit beziehungsweise die Arbeitsbedingungen or-ganisiert, soll eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein (vgl., o. V., Ottawa Charter, 1986, S. 3). Dieser Richtlinie, die keinen bindenden Charak-ter hatte, folgten weitere Richtlinien, vor allem die Luxemburger Deklaration im Jahre 1997. Diese formulierte erstmals die Grundsätze betrieblicher Gesund-heitsförderung für die Mitgliedsländer der Europäischen Union, für die Schweiz und die Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums. Das Ziel dieser Deklarati-on war es ein europäisches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung auf Basis eines kontinuierlichen Erfahrungsaustausches aufzubauen sowie na-chahmenswerte Beispiele aus der Praxis zu identifizieren und innerhalb des Netzwerkes zu verbreiten. Mitglieder des Netzwerkes sind Unternehmen und Organisationen aus allen 15 Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschafts-raums.

Den gesetzlichen Rahmen2 für das betriebliche Gesundheitsmanagement ge-ben die europäischen und nationalen Gesetze vor. Als wichtigste Verordnungen und Gesetze sind hier in erster Linie das Arbeitsschutzgesetz sowie das Ar-beitsschutzrecht zu nennen. Eine Übersicht der den Gesundheitsschutz betref-fenden relevanten Gesetze und Verordnungen findet sich im Anhang (Anhang 3: Gesetzliche Rahmenbedingung des BGM).

2.4 Gründe für betriebliches Gesundheitsmanagement

Warum sollte ein Unternehmen die hohen Kosten für die Entwicklung und Im-plementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements aufbringen? Lohnt es sich aus ökonomischer Sicht derart hohe Zusatzinvestitionen zu täti-gen?

Dies sind sicherlich exemplarisch zwei der Fragen, die sich Unternehmen stel-len, die vor der Entscheidung stehen ein betriebliches Gesundheitsmanage-ment einzuführen. Die Gründe, warum es für Arbeitgeber sinnvoll sein kann, ein derartiges System aufzubauen, sind die neuen Anforderungen, denen sich die Mitarbeiter stellen müssen sowie der demografische Wandel. Eine nähere Er-läuterung zu den Gründen findet sich auf den kommenden Seiten. Weitere Gründe werden aus Platzgründen in dieser Arbeit nicht vorgestellt. Die prinzi-piellen Vorteile für das Unternehmen und den Mitarbeiter sind folgend grafisch dargestellt.

Abbildung 1: Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an o. V., Auf dem Weg zum gesunden Unternehmen, 2004, S. 20)

[...]


1 In dieser Arbeit wird Mitarbeiter als geschlechtsneutrale Bezeichnung verwendet, es sind stets beide Geschlechter gemeint.

2 Für deutsche Unternehmen, internationale Unternehmen werden in dieser Arbeit nicht behan-delt.

Details

Seiten
27
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640449620
ISBN (Buch)
9783640449866
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v136512
Institution / Hochschule
Fachhochschule Westküste Heide
Note
1,3
Schlagworte
Einsatz Gesundheitszirkeln Gesundheitsmanagement

Autor

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Titel: Der Einsatz von Gesundheitszirkeln im betrieblichen Gesundheitsmanagement