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Der selbständige und der betreute Mensch nach Helmut Schelsky

Wissenschaftlicher Aufsatz 2008 9 Seiten

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zur Person

2 Der selbständige und der betreute Mensch
2.1 Hintergrund und Beweggründe für seine Gedanken
2.2 Der selbständige und der betreute Mensch
2.3 Kennzeichen moderner Selbständigkeit
2.4 Die Kritik Albert Osswalds an Schelskys Unterteilung (Frankfurter Rundschau vom 05.11.1973)
2.5 "Freiheit und Verantwortung - Mehr Mut zur Selbständigkeit"

3 Quellen:

1 Zur Person

Helmut Schelsky wurde am 14. Oktober 1912 in Chemnitz geboren und verstarb am 24. Februar 1984 in Münster.

Er war einer der führenden deutschen theoretischen und empirischen Soziologen. Er absolvierte ein Studium der Philosophie, der Soziologie, der Geschichte und der Germanistik.

Er war Mitglied der Sturmabteilung (SA) und Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und versuchte sich an der Entwicklung von Lehrplänen für die „Hohe Schule“ der NSDAP zu beteiligen.

1938 bis 1940 lebte er in Königsberg (Kaliningrad), wo er 1939 habilitierte (Thomas Hobbes, eine politische Lehre) und zum Universitätsdozenten wurde. 1943 wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor der Soziologie und Staatsphilosophie an der Universität Straßburg in Frankreich berufen. Diese Stelle trat er jedoch nicht an. In der Zeit von 1945 bis 1960 lebte er in Hamburg und war in der Zeit von 1945 bis 1948 Leiter des Suchdienstes des „Deutschen Roten Kreuzes“, den er auch selbst gegründet hat. 1953-1960 war er Ordinarius (Professor der Soziologie) an der Universität Hamburg.

In seiner Anfangszeit in Münster, wo er von 1960 bis 1984 lebte, war er ebenfalls Ordinarius (Universität in Münster) und Direktor der Sozialforschungsstelle in Dortmund (1960-1965). Dort holte er Niklas Luhmann zu sich. Ab 1965 war er Planungsbeauftragter des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen für die Universitäten in Ostwestfalen. Er gründete in Bielefeld die einzige Fakultät für Soziologie der Bundesrepublik Deutschland und war von 1970 bis 1973 Ordinarius. Ab 1973 war er Professor für Rechtssoziologie an der Juristischen Fakultät der Universität Münster und von 1978 bis 1984 Honorarprofessor für Rechtssoziologie an der Universität Graz.

Er veröffentlichte folgende Werke:

- Wandlungen der deutschen Familie (1955)
- Soziologie der Sexualität (1955)
- Die skeptische Generation (1957)
- Auf der Suche nach Wirklichkeit (1965)
- Einsamkeit und Freiheit – Idee und Gestalt der deutschen Universität und ihrer Reformen (1971)
- Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung. Grundsatzkonflikte der Bundesrepublik (1973)
- Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen (1975)

2 Der selbständige und der betreute Mensch

2.1 Hintergrund und Beweggründe für seine Gedanken

Seine Schriften zur Thematik „Der selbständige und der betreute Mensch“ entstanden in der Zeit von September 1973 bis Ende des Jahres 1975. Grund für seine Gedanken und Ausarbeitungen war die aktuelle Situation in der Bundesrepublik. In der Zeit von 1969 bis 1974 war Willy Brandt (SPD) Bundeskanzler der Bundesrepublik. 1974 trat Brandt zurück, nachdem Günter Guillaume als Agent der DDR im Bundeskanzleramt entlarvt wurde. Helmut Schmidt (SPD) setzte als Nachfolger die sozial-liberale Koalition fort. Merkmale der politischen Entwicklung jener Zeit waren Reformen mit dem Ziel der Erhöhung der sozialen Sicherung durch den Staat. Beispiele dafür sind:

- das Kindergeldgesetz,
- staatlich geförderte Vermögensbildung,
- neues Jugendarbeitsschutzgesetz
- Anhebung von Kleinrenten und das
- neue Betriebsverfassungsgesetz.

Soziale Gerechtigkeit und der Ausbau des Sozialstaates sind Kennzeichen dieser Zeit.

Zur Zeit der Veröffentlichung der Ausführungen Schelsky wurden diese als ein Votum für die CSU/CDU und gegen die SPD und FDP gewertet. Daher wurde er auch als reaktionär, konservativ oder rechtsextremistisch bezeichnet. Er selbst gehörte jedoch keiner Partei an. Sein Vortrag über den selbständigen und den betreuten Menschen wurde zum ersten Mal im September 1973 auf dem Landesparteitag der CSU (nach Einladung von Franz Josef Strauß) gehalten. Später wurde er in der Frankfurter Allgemeinen abgedruckt und ist danach in der Frankfurter Rundschau erschienen.

Grundlegend beschäftigte er sich in diesem Werk mit politisch-sozialen Grundsatz-überlegungen. Positiv geht es ihm um die Behauptung der Selbständigkeit der Person in ihren verschiedenen sozialen Rängen gegenüber den entpersonalisierten Zwängen der modernen Gesellschaft. Negativ-kritisch geht es ihm darum, nachzuweisen, wie vielfältig die politischen, sozialen und kulturellen Tendenzen diese Personenwerdung gefährden oder gar vernichten und welche neuen sozialen Formen diese Bevormundungen des einzelnen angenommen haben.[1]

[...]


[1] vgl. Schelsky, Seite 7

Details

Seiten
9
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640455072
ISBN (Buch)
9783640454846
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v136962
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH) – Medien
Note
1
Schlagworte
Mensch Helmut Schelsky

Autor

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Titel: Der selbständige und der betreute Mensch nach Helmut Schelsky