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Sozialisationstheorie des Symbolischen Interaktionismus

Hausarbeit 1999 12 Seiten

Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 George Herbert Mead

2 Entwicklung der Persönlichkeit
2.1 Ausgangspunkt
2.2 Identität als Produkt zweier Größen
2.3 Identitätsbildung in der Kindheit
2.3.1 Die Bedeutung der Sprache
2.3.2 Die Bedeutung von ‚Play‘ und ‚Game‘
2.4 Identitätsbildung im Jugend- und Erwachsenenalter

3 Weiterentwicklung und Kritik

4 Schlusswort

5 Literaturverzeichnis

0 Einleitung

“Der Ausdruck “Sozialisation” bezeichnet in sehr allgemeiner Weise das Hineinwachsen des Menschen in seine Gesellschaft, die Aneignung all der Kenntnisse und Fertigkeiten, der Wertmaßstäbe und Verhaltensregeln, die er braucht, um sich in der gesellschaftlichen Umwelt zurechtzufinden.” (Stromberger/Teichert 1992, S. 157)

Dabei soll der Mensch nicht nur soziokulturelle Werte und Erwartungen internalisieren, sondern auch seine Besonderheit, seine Individualität gegenüber seiner Umwelt erreichen und erhalten, kurz formuliert: er soll zu einer in der Gesellschaft handlungsfähigen, eigenständigen Persönlichkeit herangebildet werden (Hillmann 1994, S. 805).

In der Sozialisationsforschung werden verschiedene Theorien angewandt, so zum Beispiel die Rollentheorie, die Lerntheorie oder die Psychoanalyse. Sinn dieser Forschung ist es nicht nur, den Ablauf des Sozialisationsprozesses zu erschließen, sondern auch die Bedeutung der Einflüsse in den verschiedenen Phasen zu erörtern, um beispielsweise irreversible “Schäden” erklären zu können und gegebenenfalls diese zu verhindern (Hillmann 1994, S. 805).

Einen allgemeinen Überblick über alle Sozialisationstheorien zu geben, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, deshalb werde ich nur eine Theorie aufgreifen, um die Thematik der Sozialisation vorzustellen. Dabei habe ich mich für den Symbolischen Interaktionismus entschieden, weil sich diese Theorie auf den Mikrobereich bezieht und somit einen für mich leicht zugänglichen Charakter erhält. Außerdem berücksichtigt sie neben den gesellschaftlichen Aspekten der Sozialisation auch die individuelle Entwicklung, d.h. sie reduziert den Menschen nicht nur auf ein durch die Gesellschaft geformtes Wesen, sondern zieht psychologische Aspekte hinzu.

Diese Arbeit konzentriert sich vor allem auf die Theorie von George Herbert Mead, der wichtige Begriffe und die Gedanken für den Symbolischen Interaktionismus prägte. Diese sollen im Folgenden genannt und durch den Kontext erläutert werden.

1 George Herbert Mead

George Herbert Mead (1863-1931) gilt als einer der Hauptbegründer des Symbolischen Interaktionismus‘. Er war Sozialpsychologe, Pädagoge und Sozialphilosoph. Seine Ideen äußerte er in seinen Vorlesungen über “Sozialpsychologie”, die die Grundlage für sein komplexes Gedankengebäude bildeten. Da er seine Forschungsergebnisse nie in schriftlicher, systematischer Form wiedergegeben hat, verfassten nach seinem Tod Studenten, die seine Vorlesungen aufgezeichnet hatten, mit Hilfe seiner unveröffentlichten Manuskripte unter anderem das Werk “Mind, Self and Society”, das einen guten Überblick über seine Gedankenwelt bietet (Mead 1934, S. 9).

Beeinflusst wurde Meads Sozialtheorie von vier Strömungen, und zwar von Darwins Evolutionstheorie, vom amerikanischen Pragmatismus, vom deutschen Idealismus und außerdem von der behavioristischen Schule, der er allerdings pessimistisch gegenüberstand (Preglau 1995, S. 52f.).

Auf der Grundlage der Theorie Meads‘ sollen nun die Hauptgedanken des Sozialisationsprozesses herausgearbeitet werden.

2 Entwicklung der Persönlichkeit

2.1 Ausgangspunkt

Der Mensch zeichnet sich durch zwei Besonderheiten gegenüber dem Tier aus: zum einen durch Instinktarmut und zum anderen durch Weltoffenheit. Während das Tier durch seine Triebe und Instinkte in seinem Verhalten festgelegt ist, wird der Mensch nur durch wenige physiologische und biologische Impulse determiniert. Die meisten Handlungen sind durch seine geistigen Fähigkeiten gekennzeichnet, und zwar in dem Maße, dass er ‚signifikante Symbole‘ und sprachliche Kommunikation seinem Handeln zugrunde legt. Mead weist dabei auf die Entwicklung des Gehirns und der “kommunikationstauglichen” Ausformung der Stimm- und Hörorgane (Preglau 1995, S. 54).

Durch seine Reduzierung der Instinkte und Erweiterung seiner geistigen Fähigkeiten ist der Mensch nicht an eine “ökologische Nische” gebunden, sondern kann sich an seine Umwelt anpassen. Diese Anpassung ist zwar gesellschaftlich bedingt, weil die Symbole, die er dabei verwendet, Allgemeingut der Gesellschaft sind, aber er kann die Symbole auch verändern und neue hinzufügen. Er kann sich also in gewisser Weise seine Umwelt selbst gestalten und ist somit “weltoffen” (Preglau 1995, S. 54f.).

Des Weiteren besitzt der Mensch die Möglichkeit, die Bedeutung seiner Handlung zu hinterfragen, diese zweckbestimmt zu gestalten und anderen zu vermitteln. “Dieser spezifische Charakter rechtfertigt den Begriff interaktives “Handeln”, verstanden als sinnhaft aufeinander bezogene Aktionen von mindestens zwei Menschen.” (Hurrelmann 1998, S. 49) Das Handeln ist dabei mit normativen Regeln versehen.

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Details

Seiten
12
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638192880
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13715
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
Sozialisationstheorie Symbolischen Interaktionismus Grundbegriffe Theorie

Autor

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Titel: Sozialisationstheorie des Symbolischen Interaktionismus