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Literarkritik – alttestamentliche Exegese

Die Errettung Israels am Schilfmeer Ex 13,17 – 14,31

Seminararbeit 2008 13 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Hauptteil

Literarkritik von Ex 13,17 – 14,31

1 Definition „Literarkritik“
1.1 Äußere Literarkritik
1.2 Innere Literarkritik

2 Literarische Analyse des Meerwunders
2.1 Äußere Literarkritik
2.2 Innere Literarkritik

C Schluss

Literaturverzeichnis

A Einleitung

Wir Christen werden oft kritisiert, dass wir einem Buch glauben, welches ein von Gott geschriebenes oder zumindest von ihm persönlich „diktiertes“ Buch sein soll. Die Frage ist, ob man das, mit dem heutigen Stand der Wissenschaft noch glauben kann und möchte.

Die Wahrheit ist, dass die Bibel aus einer Sammlung von unterschiedlichen Büchern, Texten und Briefen besteht, wie z.B.: die fünf Bücher Mose, die 4 Evangelien und die Paulus Briefe. Zwischen diesen Büchern und Texten liegen manchmal 1000 Jahre. Die Geschichten in der Bibel sind teilweise schon vor 4000 Jahren entstanden. Ist es da nicht offensichtlich, dass die Texte, so wie sie heute in der Bibel stehen, schon oft immer wieder ergänzt, verändert und umgeschrieben werden mussten, weil sie entweder zerstört wurden oder sie an die gesellschaftliche Stimmung angepasst wurden?

Wenn man die Bibel genauer liest und dabei seinen christlichen Glauben ausblendet, entdeckt man in einigen Geschichten Ungereimtheiten. Auch im Buch Exodus in der Erzählung von der Rettung am Schilfmeer kommen diese Ungereimtheiten vor. Wie kam es zu dem Auszug? Wie kann man sich das historisch vorstellen? Und welche Rolle spielt Mose?[1] Man merkt das in dieser Geschichte Spannungen sind, die man sich jedoch auf dem ersten Blick nicht erklären kann. Auch ich habe mir schon oft die Frage gestellt, ob man die Bibel so nehmen kann wie sie ist, oder ob in diesem Buch noch viel mehr steckt. Für mich ist es deshalb eine interessante Aufgabe den Text in Ex 13,17 – 14,31 zu analysieren und mich eingehend mit dem Thema in der Bibel zu befassen.

Für mich, als eine zukünftige Lehrerin, ist es unabdingbar die wichtigsten Erzählungen aus dem Alten Testament zu kennen und vor allem auch interpretieren zu können. Ich möchte meinen Schülern in meinem späteren Berufsleben auf Fragen und Kritik plausible und vor allem ehrliche Antworten geben können.

Mit Hilfe der Literarkritik, der äußeren sowohl der inneren, werde ich versuchen, Ex 13,17 – 14,31 in seinen Entstehungsstadien, d.h. diachron zu interpretieren.

B Hauptteil

Literarkritik von Ex 13,17 – 14,31

1 Definition „Literarkritik“

1.1 Äußere Literarkritik

Die Aufgabe der äußeren Literarkritik ist es, Beginn und Ende eines Textes zu bestimmen.[2] D.h. man grenzt eine größere Text – oder Erzähleinheit von ihrem Kontext ab, sodass man erkennen kann ob ein Text einheitlich und stimmig in sich abgeschlossen ist. Zuerst wird der Textanschluss, nach vorne, sowohl nach hinten untersucht und danach wird überprüft ob eine sinnvolle Erzählabfolge vorhanden ist.[3] Die Kriterien der äußeren Literarkritik sind die Einleitungs – und Schlussformeln zu überprüfen, und z.B. den Beginn einer neuen Thematik zu untersuchen.

1.2 Innere Literarkritik

Die Aufgabe der inneren Literarkritik ist es, die Einheitlichkeit oder die Uneinheitlichkeit eines Textes festzustellen. Finden sich im Text unvereinbare Spannungen , Doppelungen und Widersprüche, so ist anzunehmen, dass der Urtext später von einem anderen verändert wurde oder Erzähleinheiten von Geschichten mehrerer Autoren zu diversen Zeiten zu einem Text zusammengesetzt worden sind.[4] Solche Geschichten, welche ursprünglich nicht zusammen gehören, lassen sich häufig im Alten Testament finden. Wenn der Text uneinheitlich erscheint, dann soll man versuchen ihn in kleinere Einheiten zu zerlegen, um später möglicherweise eine chronologische Reihenfolge der Einheiten festzulegen.

Es gibt verschiedene Kriterien wie z.B. Dublette, Doppelungen, Spannungen usw. Um die Inkohärenz eines Textes festzustellen sind diese notwendig. Dublette ist die identische Wiedergabe eines Satzes. Eine Doppelung ist eine inhaltliche Wiederholung und eine Spannung ist z.B. ein plötzlicher Wechsel des Ortes oder des Datums.[5] Die Literarkritik hat also zwei Aufgaben. Zuerst muss der Beginn und das Ende eines Textes untersucht werden. Danach wird die Einheitlichkeit oder die Uneinheitlichkeit der Geschichte festgestellt.

2 Literarische Analyse des Meerwunders

2.1 Äußere Literarkritik

Das Meerwunder in Ex 13,17-14,31 stellt die Rettung der Israeliten am Schilfmeer dar. Die Verse 13,17-13,22 gehören eigentlich noch zu dem Kapitel 13, welches die Geschichte des „Passah-Mahls“ und die „Heiligung der Erstgeburt“ erzählt.

Ab Ex 13,17 beginnt eine relativ neue Geschichte. Der Ort, Ägypten, und auch die Menschen, wie z.B. der Pharao, die Ägypter und die Israeliten sind zwar dieselben, jedoch kann man ganz klar erkennen, dass hier eine neue Thematik beginnt.

Schon ab Ex 7,14 versucht Gott sein Volk, indem er Plagen schickt, aus Ägypten zu befreien und in Ex 13,1-13,16 erzwingt Gott die Freilassung der Israeliten von den Ägyptern und ihrem Pharao. Von Ex 13,17-14,31 reicht dann der eigentliche Bericht des Auszugs der Israeliten durch Gott. Daran erkennt man dass mit Ex 13,17 eine neue Handlung geschildert wird.

Außerdem lässt sich der zu untersuchende Textabschnitt durch den Anschluss zweier Konjunktionen in Ex 13,17: „ Und es geschah, als der Pharao das Volk ziehen ließ […]“, von seiner Umgebung, also Ex 13,1-13,22, klar abgrenzen.[6] Wie man erkennen kann, hängen die Berichte zwar voneinander ab, jedoch kann man Ex 13,17 eindeutig von Ex 13,1-13,22 abgrenzen, da eine neue Geschichte erzählt wird.

Nach Ex 13,17-13,22 kommt Ex 14,1-14,31 welches den Rest des Israel Zuges durch das Schilfmeer erzählt. Hier würde laut Kapiteleinteilung eine neue Geschichte beginnen, jedoch gehört Ex 13,17-13,22 eindeutig schon zu Kapitel 14. Jedoch fängt das Kapitel auch hier mit einer Konjunktion an: „Und der Herr redete zu Mose und sprach […]“ in Ex 14,1.[7] Auch hier kann man ganz deutlich erkennen, dass ein neues Kapitel anfängt.

Durch den Schlusssatz in Vers 14,31: „[…] und sie glaubten an den Herrn und an seinen Knecht Mose“, lässt sich der Bericht wiederum von seiner Umgebung abgrenzen.[8]

[...]


[1] GUNNEWEG (1972) 19.

[2] HUBER (1976) 44.

[3] ERNST (2008) 6.

[4] HUBER (1976) 44f.

[5] ERNST (2008) 7.

[6] C.I. SCOFIELD, D.D. (2003) 90.

[7] C.I. SCOFIELD, D.D. (2003) 91.

[8] C.I. SCOFIELD, D.D. (2003) 92.

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640465873
ISBN (Buch)
9783640466061
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138087
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1
Schlagworte
Literarkritik Exegese Errettung Israels Schilfmeer

Autor

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