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Tertullian und seine Stellung zum Soldatenstand

von Tim Mey (Autor)

Hausarbeit 2007 13 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommentar zum 19. Kapitel Tertullians „De Idololatria“

3. Einordnung des 19. Kapitels Tertullians „De idololatria“ in den zeitgenössischen Kontext

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars mit dem Thema Die frühen Christen in der antiken Gesellschaft: Abgrenzung oder Integration? wurde neben weiteren zeitgenössischen Quellen Tertullians Traktat mit dem Titel De Idololatria besonders betrachtet, um einerseits der Frage nach Abgrenzung oder Integration nachzugehen und um andererseits einen detaillierten Einblick in die Situation der damaligen Christen in der antiken Gesellschaft um das 3. Jahrhundert zu bekommen. Dazu wurden zunächst Tertullians Ansichten etwa zur Stellung der Christen zur Astrologie, zum Handel, zu heidnischen Opfern oder zum Soldatenstand betrachtet und in Kombination mit weiteren Quellen begutachtet.

In dieser Arbeit rückt besonders die Frage nach der Stellungnahme der Christen zum Heeres- und Kriegsdienst in den Fokus der Diskussion. Diese Frage wird anhand verschiedener tertullianischer Quellen, neben Kapitel 19 aus De Idololatria auch Kapitel 42 seines Apologeticums und Kapitel 11 aus der Schrift De Corona Militum, sowie weiterer zeitgenössischer Literatur diskutiert. Im zweiten Kapitel wird ein Kommentar zum 19. Kapitel Tertullians De Idololatria gegeben und dessen Aussageabsicht herausgestellt. Um die Kernaussagen deutlicher herauszustellen, wird zusätzlich Kapitel 11 aus Tertullians Schrift De Corona herangezogen und dessen Aussageabsicht erläutert. Anschließend werden beide Schriften, die sich explizit mit der Frage nach dem Soldatenstand beschäftigen, miteinander verglichen.

Im dritten Kapitel werden die tertullianischen Schriften in den zeitgenössischen Kontext eingegliedert und dessen Kernaussagen mit zeitgenössischem Gedankengut verglichen. Das Hauptaugenmerk wird auf die Doppelfrage gelegt, ob ein Christ Soldat werden und ob ein Soldat zum christlichen Glauben übertreten darf.

Im vierten Kapitel wird ein abschließendes Fazit zu dieser Thematik gegeben. Dabei werden zusammenfassend die unterschiedlichen Sichtweisen einzelner Parteien zu dieser Doppelfrage und deren Antwortmöglichkeiten dargestellt.

2. Kommentar zum 19. Kapitel Tertullians „De Idololatria“

Das 19. Kapitel der De Idololatria ist im Kontext der Kapitel 17 und 18 zu sehen, die von der Frage geprägt waren, ob ein Christ irgendeine Ehrenstelle oder ein Amt bekleiden dürfe, ohne mit seinem Christendasein in Konflikt zu geraten. Nach anfänglich eingeräumten Möglichkeiten der Amtsinhabe unter Berücksichtigung der Fernhaltung von götzendienerischen Akten in Kapitel 17, nimmt Tertullian diese in Kapitel 18 wieder zurück und appelliert an die von Christus geforderte Demut.1 Zu Beginn des 19. Kapitels weist er auf die enge Verwandtschaft dieser drei Kapitel hin, geht dennoch auf den speziellen Fall des Heeresdienstes ein, da dieser eine „gegenwärtige“2 Diskussion darstellt.3 In dieser geht es um die beiden Fragen, ob ein getaufter Christ Soldat und ob ein Soldat, der sich zum christlichen Glauben bekehrt, zur Taufe zugelassen werden dürfe. Dabei geht es scheinbar um diejenigen Positionen und Ämter, in denen man „nicht zu opfern“4 brauchte und die „mit Urteilen über Leben und Tod nichts zu tun haben“5, dem sogenannten „Dienst der Gemeinen“6. Soldaten befanden sich aufgrund ihres Soldateneides hingegen in einer Situation, in der sie alles, was ihnen von Offizieren befohlen wurde, ausführen mussten. Dieser Soldateneid stand in direkter Konkurrenz zur unbedingten Verpflichtung Gott gegenüber; Krieg und Blutvergießen wurde vom Christentum prinzipiell verworfen.7 Die Diskussion über derartiges Soldatendasein wurde von Tertullian nicht aufgegriffen. Auffallend ist, dass im Zusammenhang mit den Militärberufen vom Blutvergießen nur im Zusammenhang mit dem Verhängen und Vollstrecken von Todesstrafen die Rede ist und nicht vom Krieg. Anzunehmen ist zum einen, dass diese Soldatenfrage bislang wenig diskutiert wurde, da Christen in den ersten zwei Jahrhunderten nur teilweise Kriegsdienste leisteten.8 Zum anderen ist anzunehmen, dass die römische Staatsverwaltung seit dem 3. Jahrhundert zunehmend militarisiert wurde. Das bedeutet, Militärpersonen hatten verstärkt Verwaltungs- und Regierungsstellen inne und gemeine Soldaten bekleideten

[...]


1 Vgl. Q. S. FL. TERTULLIANUS/ J. H. WASZINK, De idololatria 168f.

2 Ebd., 169.

3 Vgl. ebd., 168f.

4 Ebd., 169.

5 Ebd.

6 Ebd.

7 Vgl. A. HARNACK, Militia Christi, 46f, 51.

8 Vgl. hierzu und zum Folgenden ebd., 46f., 66-70.

Details

Seiten
13
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640443987
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138163
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Schlagworte
Tertullian Stellung Soldatenstand

Autor

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    Tim Mey (Autor)

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