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Anforderungen und Aufgaben einer ganzheitlichen Jahresabschlussanalyse

Studienarbeit 2008 18 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit

2 Grundlagen der Jahresabschlussanalyse
2.1 Definition und Ziele
2.2 Datenbasis für die Jahresabschlussanalyse
2.3 Interessenten und Adressaten
2.4 Konzeption und Ablauf der Jahresabschlussanalyse

3 Instrumente der Jahresabschlussanalyse
3.1 Kennzahlen der Bilanzanalyse
3.1.1 Analyse der Vermögenslage
3.1.2 Analyse der Finanzlage
3.1.3 Analyse der Ertragslage
3.1.4 Strategische Analyse
3.2 Weitere Instrumente der Bilanzanalyse
3.3 Qualitative Jahresabschlussanalyse

4 Grenzen der Jahresabschlussanalyse

5 Fazit

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Informationsbasis der externen Jahresabschlussanalyse

Abb. 2: Übersicht interne und externe Bilanzanalytiker

Abb. 3: Phasen der Bilanzanalyse

1 Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit

Nach dem Willen des Gesetzgebers ist jeder Kaufmann (gemäß § 242 HGB) dazu verpflich­tet, am Ende seines Geschäftsjahres sein Vermögen und seine Schulden in der Bilanz ge­genüberzustellen sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen.

Darüber hinaus sind Kapitalgesellschaften nach § 264 HGB zusätzlich dazu verpflichtet, den Jahresabschluss um einen Anhang sowie ggf. um einen Lagebericht zu ergänzen.[1]

Der Jahresabschluss ist die wichtigste Informationsquelle, welche zum Schutz der Interessen der Adressaten Auskunft über die finanzielle und wirtschaftliche Lage von Unternehmen gibt und sogar Rechenschaft über das vergangene Geschäftsjahr ablegt.

Um den Jahresabschluss analysieren und die Ergebnisse deuten zu können, werden ver­schiedenen Verfahren zu Rate gezogen die in den Bereich Jahresabschluss- bzw. Bilanz­analyse (beide Begriffe werden synonym verwendet) fallen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Anforderungen die von den Adressaten an eine ganzheitliche Jahresabschlussanalyse gestellt werden zu ermitteln und daraus die Aufgaben für Unter­nehmen abzuleiten.

Im einleitenden Teil werden zunächst die Grundlagen der Jahresabschlussanalyse erörtert sowie der Adressatenkreis bestimmt.

Wenn nicht anders angegeben, richtet sich diese Arbeit an die Vorgaben des HGB.

Rechnungslegungsvorschriften nach IAS und US-GAAP und der entsprechenden Jahres-abschlüsse sowie der Analyse werden nur am Rande betrachtet.

Im Hauptteil dieser Arbeit werden die unterschiedlichen Instrumente der Jahresabschluss­analyse dargestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Kennzahlen zur Analyse von Ver­mögens-, Ertrags- und Finanzlage gelegt. Auf qualitative Analysen wird nur bedingt einge­gangen, da es hierfür keine einheitlichen Ansätze oder Bestimmungen gibt.

Neben einigen Informationen zur internationalen Jahresabschlussanalyse werden die Gren­zen im Schlussteil dieser Arbeit erläutert und die Ergebnisse in einem Fazit kurz zusammen­gefasst.

2 Grundlagen der Jahresabschlussanalyse

2.1 Definition und Ziele

Möchte man den Begriff der Jahresabschlussanalyse betrachten, gilt es zunächst den eigentlichen Jahresabschluss verständlich zu machen.

Der Jahresabschluss ist der Abschluss des kaufmännischen Geschäftsjahres in der Rech­nungslegung gegenüber Kapitalgebern, Gläubigern aber auch Geschäftspartnern und sons­tigen Personen mit berechtigtem Interesse. Er beinhaltet unter anderem den Abschluss der Buchhaltung und stellt die finanzielle Lage sowie deren Erfolg des vergangenen Geschäfts­jahres dar. Bei einer Personengesellschaft setzt sich der Jahresabschluss aus der Bilanz (§ 266 HGB) sowie der Gewinn- und Verlustrechnung (§ 242 Abs. 3 HGB) zusammen. Nach § 264 Abs. 1 HGB sind Kapitalgesellschaften zusätzlich dazu verpflichtet, einen so genannten Anhang dem Jahresabschluss anzufügen. Dieser beinhaltet die Erläuterung von Bilanz- sowie GuV- Positionen. Größere Kapitalgesellschaften (Aufteilung erfolgt nach § 267 HGB) stellen zusätzlich einen Lagebericht auf. Dieser muss ein den „tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild“ (vgl. § 289 HGB) über die derzeitige und zukünftige Situation des Unternehmens hinsichtlich der Chancen und Risiken vermitteln.[2]

Neben dem Jahresabschluss nach HGB existieren weiterhin internationale Rechnungs­legungsnormen wie das International Accounting Standards (IAS) bzw. International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die General Accepted Accounting Principles (US-GAAP). IAS und IFRS werden vom britischen Rechnungslegungsinstitut herausgegeben und haben größere Bedeutung in Deutschland als die US-amerikanischen Rechnungs­legungsvorschriften des US-GAAP.[3]

Nach den internationalen Vorschriften sind für den Jahresabschluss weitere Dokumente notwendig, nämlich die Kapitalflussrechnung, die Gesamtleistungsrechnung, die Eigen-kapitalveränderungsrechnung, die Segmentberichterstattung sowie zusätzliche Infor­mationen über in der Vergangenheit liegende Finanzdaten sowie Kurse von Wertpapieren.

Gemäß § 292a HGB ist es Mutterunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, an Stelle des Jahresabschlusses nach HGB einen Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungs­legungsgrundsätzen nach § 292a Abs. 2 HGB aufstellen.[4]

Neben den oben genannten Regelwerken wird der Jahresabschluss durch spezielle Gesetze und Verordnungen bestimmt, wie dem Publizitätsgesetz welches die Veröffentlichung von Abschlüssen einiger Unternehmen definiert oder steuerlichen Bestimmungen wie dem Einkommenssteuergesetz. Weitere Besonderheiten ergeben sich aus der Wahl der Rechtsform. Beispiele hierzu sind §§ 150 ff. AktG oder § 42 GmbHG.

Mit der Auswertung von Jahresabschlüssen beschäftigt sich die Jahresabschlussanalyse.

Unter der Jahresabschlussanalyse (auch Bilanzanalyse genannt) werden verschiedene Verfahren verstanden, mit deren Hilfe Informationen zur Vermögens-, Finanz- und Ertrags­lage eines Unternehmens gewonnen werden. Als Grundlage dienen hierbei die Angaben des Jahresabschlusses bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang und ggf. zusätzlicher Quellen wie z.B. Lagebericht, Presseveröffentlichungen oder anderen Zwischenberichten.[5] Im Rahmen der Jahresabschlussanalyse werden verschiedene Kennzahlen ermittelt. Diese werden in die Finanzwirtschaftliche Analyse und in die Er­folgswirtschaftliche und Strategische Analyse eingeteilt. Die Finanzwirtschaftliche Analyse

soll Auskunft über die Vermögens- und Finanzlage liefern indem sie die Bereiche der Liqui­dität, Investition und Finanzierung eines Unternehmens begutachtet.

Die Erfolgwirtschaftliche Bilanzanalyse dient der Informationsgewinnung über die Ertragslage und Aufwandsstruktur des Unternehmens. Bei der Strategischen Bilanzanalyse steht das Erfolgspotential des zu analysierenden Unternehmens im Vordergrund. Diese Form der Bilanzanalyse ist zukunftsorientiert und weist daher einige Schnittstellen zur Unternehmens­bewertung auf. Wesentliche Faktoren die bei der Aussagekraft der Jahresabschlussanalyse entscheidend sind, hängen mit der Art und Quantität des Ausgangsmaterials, der Qualität des Ausgangs­materials und der benutzen Analysemethoden zusammen.[6]

Folglich dient die Jahresabschlussanalyse dem grundsätzlichen Zweck, das Informations­potential des Jahresabschlusses systematisch aufzubereiten und auszuschöpfen. Zusätzlich sollen nicht sofort erkennbare Zusammenhänge transparent gemacht werden um somit „Er­kenntnisse über die erfolgs- und finanzwirtschaftliche Situation und Entwicklung des Unter­nehmens gewinnen zu können“.[7]

2.2 Datenbasis für die Jahresabschlussanalyse

In Abhängigkeit von Art und Umfang der verfügbaren Datenbasis wird in die externe und interne Jahresabschlussanalyse unterschieden.[8]

Bei der externen Analyse wird neben der bereits erwähnten gesetzlichen Informationsbasis (Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht) und „für bestimmte Unternehmen vorgeschriebene Zwischenberichterstattung (§ 97 Abs. 1 BörsG) auch Informationen aus der freiwilligen Publi­zität des Unternehmens, wie z.B. aus Aktionärsbriefen, Hauptversammlungsreden oder Pressekonferenzen, oder aus der volkswirtschaftlichen Berichterstattung, z.B. über die Ent­wicklung von Branche, Volkswirtschaft und Weltwirtschaft, herangezogen“.[9]

[...]


[1] Vgl. Wehrheim, M. & Schmitz, T.: Jahresabschlussanalyse (2001), S.15.

[2] Vgl. NWB Redaktion (Hrsg.): Wichtige Steuergesetze (HGB), (2008).

[3] Vgl. Coenenberg, A.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (2003), S. 20-23.

[4] Vgl. Haunerdinger, M. / Probst, H.-J.: Der Weg in die internationale Rechnungslegung (2004), S4ff..

[5] Vgl. Bieg, H. & Kußmaul, H.: Externes Rechnungswesen (2006), S. 287.

[6] Vgl. Lachnit L.: Bilanzanalyse (2004), S. 2.

[7] Fries H.-P., Zimmermann W., Hoch G.: Betriebliches Rechnungswesen (2003), S. 85.

[8] Vgl. Fries H.-P., Zimmermann W., Hoch G.: Betriebliches Rechnungswesen (2003), S. 86.

[9] Lachnit L.: Bilanzanalyse (2004), S. 1.

Details

Seiten
18
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640467815
ISBN (Buch)
9783640467440
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v138211
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,3
Schlagworte
Jahresabschlussanalyse Bilanzanalyse Anfoderungen Aufgaben Konzeption Ablauf Qualitative Vermögenslage Ertragslage Finanzlage

Autor

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