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Anlagenkonzeptionen bei Aktien- und Fondsanlage

Vordiplomarbeit 2001 32 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Gliederung

1. Einführungsteil
1.1. Problemaufriss
1.2. Erkentnissziel
1.3. Vorgehensweise

2. Individuelle Vermögensplanung mit Aktien- und Fondsanlage
2.1. Das Lebensphasenmodell als Ausgangspunkt
2.1.1. Einstiegsphase
2.1.2. Aufbauphase
2.1.3. Handlungsphase
2.1.4. Erntephase
2.2. Anlagekriterien des strategischen Siebenecks
2.2.1. Sicherheit
2.2.2. Liquidität
2.2.3. Rentabilität
2.2.4. Steuern
2.2.5 Inflationsschutz
2.2.6. Persönlicher Zeitaufwand
2.2.7 Laufende Nebenkosten
2.2.8 Spannugsverhältnisse der Anlagekriterien
2.3. Kaufstrategien für Einzelaktien
2.3.1. Kaufstrategie: Standartwerte oder Nebenwerte?
2.3.2. Kaufstrategie: Den DAX nachbilden
2.3.3. Kaufstrategie: Auswahl nach relativer Stärke
2.3.4. Kaufstrategie: Auswahl nach Bewertung gegenüber Index
2.3.5. Kaufstrategie: Auswahl nach Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
2.3.6. Kaufstrategie: Auswahl nach Dividendenrendite
2.4. Aktienfonds – die populärste Art der Fondsanlage
2.4.1. Welche Ziele werden verfolgt?
2.4.2. Was bedeuten diese Ziele für den Anlagehorizont?
2.4.3. Die vorhandenen Mittel und die steuerliche Situation
2.4.4. Sparplan oder Einmalanlage
2.4.5. Die Asset Allocation
2.4.6. Die Einzelfonds auswählen
2.4.7. Geeignete Kaufquellen finden
2.4.8. Überprüfung der Entscheidungen
2.4.9. Persönliche Performance/ Verkauf und Wiederanlage

3. Abschließende Empfehlungen für Aktie- und Fondsanlage

Literaturverziechnis

1. Einführungsteil

1.1. Problemaufriss

Im laufe der Zeit hat die Popularität von Aktien- und Fondsanlagen deutlich zugenommen. Die Jagd nach überdurchschnittlichen Renditen hat viele Anleger dazu gebracht, relativ hohe Beträge in diese Anlageformen zu investieren. Der Anlageboom hat sich rasch mit der bitteren Enttäuschung insbesondere am Neuen Markt abgewechselt. Im Gegensatz zu Banken und ähnlichen Finanzdienstleistern, die von überhöhten Aktien- und Fondsanteilspreisen profitieren, stehen die meisten Anleger momentan als Verlierer da. Außer der ungünstigen Situation am Aktienmarkt ist die Kompetenz der Anlegergeneration deutlich gesunken und gleichzeitig hat die Vielfalt von Aktien und Aktienfonds zugenommen. Wenn man den Blick noch tiefer wirft, stehen im Hintergrund eine Menge Fondskategorien mit unterschiedlichen Konzepten und Regeln. Die Sache wird allmählich zu komplex und bedarf einer gründlichen Auseinandersetzung mit jeweiligen Themen. Da reicht die Anlagekompetenz der privaten Anleger lange nicht mehr aus. Anderseits ist es auch unzulässig sich auf die Anlageberatern blind zu verlassen. Die Meinung der Profis ist sehr wichtig, aber nur im Zusammenhang mit der Meinung von jedem Anleger, denn kein Profi kann die Individualität und den Bedarf von einzelnen Kunden besser nachvollziehen als derjenige selbst.

Bei dem Recherchieren für diese Arbeit , hatte ich die Möglichkeit sich über die Betreuung von manchen Banken und auch Finanzdienstleistern zu überzeugen. Obwohl alle für individuelle Betreuung werben, konnte ich von die nicht besonders viel feststellen. Es wurde nicht auf die Lebensphasen der Personen eingegangen. Über die steuerlichen Aspekte wurde nicht besonders gerne gesprochen. Es wurde meistens eine gezielte Werbung für bestimmte Aktien oder Fonds gemacht. Über die Wichtigkeit von strategischem Siebeneck bei Aktien- und Fondsanlagen wurde man überhaupt nicht aufgeklärt.

Daraus folgen die Vielzahl von Problemen mit denen ich mich vertraut gemacht habe, und die, eine relativ große Lücke bilden. Es muß deutlich werden, daß eine erfolgreiche Anlage in Aktien oder Aktienfonds bedarf auch eine gewisse Art von Grundkenntnissen über die Vielzahl von Begriffen und Kriterien, nach denen man sich im Aktien und Fondsdschungel richten sollte.

1.2. Erkentnissziel

Ziel dieser Arbeit ist es, strategische Aktien- oder Aktienfondsanlagen in Ihrem Zusammenhang zu reflektieren. Gängige Aktien- und Fondsarten werden dabei kritisch anhand von sieben Anlagekriterien dargestellt, um alle Vor- und Nachteile offen zu legen. Außerdem es wird auf die Lebensphasen eingegangen, die bei der Vielzahl von Anlegern im allgemeinen gleich sind, um klären in welcher Phase die Aktien- oder Fondsanlage am sinnvollsten ist.

Es soll verdeutlicht werden, wie man die Anlagekonzepten bei Aktien- und Fondsanlagen entwickelt, welche Kriterien sprechen dafür und welche dagegen.

Es ist aber kein Gegenstand dieser Arbeit eine detaillierte Anlageempfehlung zu liefern, denn dafür sind viele individuelle Vorstellungen und Prioritäten notwendig.

1.3 Vorgehensweise

Die Arbeit ist in 3 Kapiteln eingeteilt.

Nach dem Einführungsteil im ersten Kapitel wird zur individuellen Vermögensplanung mit Aktien- und Fondsanlagen übergangen.

Im ersten Teil des Kapitels wird das Lebensphasenmodell erläutert. Dabei wird auf die Einstiegsphase, Aufbauphase, Handlungsphase und Erntephase eingegangen.

Der zweite Teil des Kapitels wird sich mit den Anlagekriterien nach dem strategischem Siebeneck befassen. Dabei werden die Sicherheit, Liquidität, Rentabilität, Steuern, Inflationsschutz, laufender Zeitaufwand und Nebenkosten bei Aktien und Fondsanlagen überprüft. Im dritten Teil geht es um die verschiedene Kaufstrategien die für Einzelaktien zu empfehlen sind. Und zum Schluß der vierte Teil erklärt die Vorgehensweise bei Geldanlagen in Aktienfonds.

In drittem abschließenden Kapitel werden die wichtigsten Tipps für Geldanlagen in Aktien und Aktienfonds erfaßt. Es bezieht sich auf die Ergebnisse, die bei dieser Arbeit entstanden sind.

2. Individuelle Vermögensplanung mit Aktien- und Fondsanlage

2.1 Das Lebensphasenmodell als Ausgangspunkt

Die Anlagenkonzeptionen bei Aktie- und Fondsanlagen setzen die Berücksichtigung von folgenden subjektiven Faktoren voraus:

- Jede Planung der Geldanlage beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Die finanzielle Ist-Situation ist die Grundlage der strategischen Vermögensplanung
- Keine Planung ohne Ziele: Nur wenn klare Ziele festgelegt sind, macht die Vermögensplanung Sinn
- Keine Planung ohne Kenntnis eigener Mentalität: Nur wer sich vorurteilsfrei und zutreffend einschätzt, kann ein Anlegerverhalten entwickeln, daß seiner Persönlichkeit entspricht
- Die persönliche strategische Vermögensplanung setzt konsequent die persönliche Ziele und Wünsche um und berücksichtigt dabei die Risikofähigkeit und –bereitschaft

Ich will mit einer allgemeinen Orientierung beginnen. Hilfestellung leistet dabei in der Abbildung dargestellte Lebensphasenmodell, das die meisten Menschen in dieser oder ähnlicher Form durchlaufen, wobei die Altersphasen erheblich voneinander abweichen können. (Abbildung 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Lebensphasenmodell[1]

2.1.1. Einstiegsphase

- schließt sich an die Ausbildung an und dauert in der Regel 10 Jahren

- je nach Verlauf der Ausbildung ist man in dieser Phase 20 bis 30 Jahre alt
- Im Mittelpunkt steht der Konsum. Es werden die ersten großen Anschaffungen getätigt wie Auto oder Wohnungseinrichtung u. s. w.
- Das Einkommen ist oft kleiner als die Konsumausgaben

Vermögenstechnisch geht es in dieser Phase lediglich um die Absicherung eigener Arbeitskraft als wichtigstes Kapital. Zu den Anlageentscheidungen können zählen:

- die Bildung einer ersten Liquiditätsreserve
- der Abschluß einer Berufsunfähigkeitsversicherung ( denn die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente beträgt in den Anfangsjahren im Durchschnitt 27% des letzten Bruttoeinkommens.

2.1.2. Aufbauphase

- Erste Der beiden Sparphasen
- Dauer 15 Jahre
- bei Familiengründung könnte eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden (falls der/die Haupt- oder Alleinverdiener stirbt)
- es könnte Wohneigentum erworben werden. Da wird der finanzielle Spielraum stark eingeschränkt
- die Phase ist ideal für wachstumsorientierte Anlagen, allen voran Aktien(fonds)anlagen. Weil das Rentenalter noch in weiter Ferne liegt und die Anlage in der Regel nicht kurzfristig aufgelöst werden muß, können selbst große Wertschwankungen in aller Ruhe ausgehalten werden.

2.1.3. Handlungsphase

- Zweite Und entscheidende Sparphase
- Dauer etwa 20 Jahre
- Es ist die höchste Einkommensstufe erreicht oder man steht kurz davor
- Sicherung des Wohlstandes im Rentenalter
- die gebildete Liquidität kann jetzt zielgerecht eingesetzt werden
- laufende oder neue Engagements sollen sicher und schnell noch vor dem Eintritt ins Rentenalter entschuldet werden, um die späteren finanziellen Belastungen so gering wie möglich zu halten.
- es sollen Kapitalanlagen mit steueroptimierender Wirkung getätigt werden

2.1.4. Erntephase

- 4. Lebensphase- der verdiente Ruhestand

- Eintritt mit 60 bis 65 Jahren
- Kapitalerträge werden genossen
- Sicherheit und Liquidität stehen im Vordergrund, damit das angesammelte Kapital kontrolliert und ohne Verlustrisiken konsumiert werden kann

Die jeweilige Lebenphase bestimmt immer den Ausgangspunkt für die persönliche Vermögensplanung. Ausnamen von der Regel erfordern modifizierte Entscheidungen, heben die allgemeine Gültigkeit des Modells aber nicht auf.[2]

Die umfassende Kenntnisse über die Kapitalanlage nutzen allein noch gar nichts. Man muß die auch zielgerecht anwenden können. Dazu braucht man natürlich ein Ziel.

Es müssen 2 Kernfragen beantwortet werden:

1. Was will man erreichen?
- kurzfristig (innerhalb von 5 Jahren)
- mittelfristig (innerhalb von 10 Jahren)
- langfristig (mehr als 10 Jahre)

2. Wieviel Zeit und Energie ist man bereit , dafür aufzuwenden.

2.2 Anlagekriterien des strategischen Siebenecks

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vor jeder Investmententscheidung sollte man die ins Auge gefaßte Anlage anhand der Anlagekriterien, die zueinander stehen und das strategische Siebeneck bilden, zu überprüfen. (Abbildung 2)

Abbildung 2: Das strategische Siebeneck[3]

Diese Anlagekriterien sind:

- Sicherheit
- Liquidität/ Anlagedauer
- Rentabilität
- Steuern
- Inflationsschutz
- Laufender Zeitaufwand
- Laufende Nebenkosten

Keine Kapitalanlage wird im gleichen Maße alle sieben Kriterien berücksichtigen können.

2.2.1. Sicherheit

- Sicherheit gilt allgemein als das wichtigste Anlagekriterium.

Für den Anleger bedeutet Sicherheit den Erhalt des angelegten Vermögens. Unsicherheit empfindet er, wenn bei einer Anlageform die Möglichkeit des teilweisen oder totalen Verlustes besteht.

Für den Anlagespezialisten bedeutet Sicherheit, dass die Rentabilität einer Anlage weder nach oben noch nach unten nicht deutlich abweicht. Anders ausgedrückt: Wenn die tatsächliche Rentabilität der gewählten Kapitalanlage größer ist als die erwartete, ist die Anlage auch unsicher- allerdings im angenehmen Sinne. Es handelt sich da z.B. um Aktien und Immobilien.[4]

Unabhängig von der möglichen hohen Rentabilität beider Anlageformen unterliegt Ihr Wert zum Teil beträchtlichen Schwankungen, die durchaus 20% und mehr betragen können. Immobilien unteliegen Zyklen die bislang mit der Inflationsraten korrespondierten: Bei hoher Inflation boomt der Immobilienmarkt, große Wertsteigerungen und hohe Verkaufspreise sind die Folge; in Zeiten niedriger Inflationsraten ist es umgekehrt. Das Schwankungsrisiko bei Aktien wird eindrücklich durch gelegentliche Börsencrashs demonstriert.

So wünschenswert es wäre: Man kann nicht alle Risiken vollständig ausschließen. Man kann aber durch die Anlagekonzepten einen Risikoausgleich zwischen den einzelnen Engagements herbeiführen und dadurch das Gesamtrisiko eng begrenzen. Der Schlüssel dazu liegt in der optimalen Diversifizierung. Um diese zu erreichen, muß die strategische Vermögensplanung mindestens drei verschiedene Anlageformen umfassen.

2.2.2. Liquidität

Liquidität meint die sofortige Verfügbarkeit über das angelegte Kapital bzw. die sofortige Umwandlungsfähigkeit einer Kapitalanlage in Zahlungsmitteln. Z. B. Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden- also auch Aktien- sind bestens zur Herstellung der Liquidität geeignet. Man kann ja tatsächlich innerhalb von 2 Tagen über den Gegenwert der gehaltenen Aktie verfügen. Unangenehm wird es, wenn sich der Kurs der Aktie gerade tief im Keller befinden sollte: Dann wäre sie zwar liquide, aber um den Preis der dabei realisierten Buchverluste.[5]

Ähnlich problematisch stellt sich diese schlichte Liquiditätsdefinition bei einer Immobilie dar. Sicher kann man innerhalb der kürzester Zeit immer einen Käufer für ein Objekt finden- es fragt sich nur, zu welchem Preis.

[...]


[1] Rochlitz, Jürgen: Die individuelle Vermögensplanung. Profiwissen für private Geldanleger. München 2000, S. 23

[2] Rochlitz, Jürgen: Die individuelle Vermögensplanung. Profiwissen für private Geldanleger. München 2000, S. 24

[3] Rochlitz, Jürgen: Die individuelle Vermögensplanung. Profiwissen für private Geldanleger. München 2000, S. 29

[4] Rochlitz, Jürgen: Die individuelle Vermögensplanung. Profiwissen für private Geldanleger. München 2000, S. 32

[5] Maydorn, Alfred: Alles was Sie über Aktien wissen müssen. Grundlagen für Ihre finanzielle Sicherheit. München 2000, S. 18

Details

Seiten
32
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638108621
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1386
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – Fachbereich Betriebswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
Geld Börse Vermögensverwaltung Aktien Fondsanlage Anlagestrategie

Autor

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