Lade Inhalt...

Die Selbstbezüglichkeit der Wahrheitstheorien

Zusammenfassung

Studienarbeit 2009 3 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Zusammenfassung „Die Selbstbezüglichkeit der Wahrheitstheorien“

Kann ein Widerspruch in einer Argumentation nachgewiesen werden? Wie können Unwahrheiten aufgedeckt und das Gegenteil einer These bewiesen werden? Kann Wahrheit begründet werden? Diese Fragestellungen werden im Folgenden untersucht.

Die Überlegung, wie wir zu Objekterkenntnis, also der Erkenntnis über Gegenständen, Sachverhalte und Tatsachen gelangen, führt uns zu einer Subjekt-Objekt-Relation. Wir erreichen dadurch ein höheres Reflexionsniveau, nämlich der Erkenntnis von Objekten und der Erkenntnis dieser Erkenntnis. Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Selbstbezug der Erkenntnis“. Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Art und Weise wie Erkenntnis erlangt wird, sondern auch wie diese gerechtfertigt werden kann und was schliesslich Wahrheit bedeutet.

Die Naturwissenschaft beschränkt sich überwiegend auf die Objekterkenntnis. Ein Sachverhalt oder ein Objekt wird erkannt, dies ist die Erkenntnis. Der Erkenntnisvorgang bleibt dabei meist unreflektiert, man spricht von einem Gegenstandswissen, da das Wissen sozusagen mitgewusst ist. Die selbstbezügliche Erkenntnis erkennt, dass Erkenntnis erlangt wurde. Die Lehre von der Erkenntnis wird Wahrheitstheorie genannt. Lehre setzt dabei Erkenntnis voraus. Wir beginnen folglich die Objekt- und Wahrheitserkenntnis zu reflektieren, führen also den unbewussten Vorgang der Erkenntniserlangung durch. Um einen Erkenntnisvorgang zu erkennen braucht man Erkenntnis und dafür wiederum höherstufigere Erkenntnis und so weiter. Die Schwierigkeit liegt nun darin, dass sich dieser Vorgang endlos wiederholt, man spricht dann von Reflexionsaufstockung. Des Weiteren besteht immer eine Differenz zwischen dem was man reflektiert und was zu reflektieren wäre.

Das Ausgeführte gilt auch für Wahrheit, da diese in direkter Beziehung zu Erkenntnis steht. Wir können an Stelle von Erkenntnis auch wahre Erkenntnis oder eben Wahrheit einsetzen. Auch um Wahrheit zu definieren, bräuchte man in einer Endloskette höherstufigere Wahrheitsbewusstsein. Wahrheit ist philosophisch gesehen undefinierbar, weil sie ständig vor sich selbst davonläuft.

Damit wir zu einer Erkenntnis gelangen, muss der unendliche Prozess des Erkennens, die Reflexionsaufstockung, in irgendeiner Form stattgefunden haben, entweder vor, nach oder gleichzeitig zum Erkenntnisvorgang selbst. Diese Interpretation ist jedoch absurd, da ein unendlicher Prozess an sich unvollendet bleibt und somit der Prozess nicht gleichzeitig, vor oder nach der Objekterkenntnis stattfinden kann. Diese Theorie kann also nur stimmen, wenn dieser endlose Erkenntnisprozess an einer beliebigen Stelle abbricht. Dies geschieht durch eine einleuchtende und von sich her absolut gewisse Erkenntnis, die keiner weiteren Rechtfertigung bedarf. Die Voraussetzung dafür ist entweder die intuitive und unzweifelbare Gewissheit oder die argumentative Gewissheit, die auf einem Argumentationsprozess basiert. Dies führt zu einleuchtender Erkenntnis, die dabei grundsätzlich von subjektiver Natur ist.

Eine andere Möglichkeit ist, die Erkenntnis selbst zum Gegenstand der Erkenntnis zu machen. Diese vollbringt dann selbst die Erkenntnisleistung und wird in Erkanntes und Erkennendes aufgeteilt. Die selbstreferenzierende Erkenntnis muss aus sich selbst begründet werden, da sie selbst nicht mehr aus anderem begründet werden kann und ist somit Grund und Folge ihrer selbst. Es resultiert ein eingeschlossener Kreislauf der Begründung, man spricht von einer Paradoxie.

Details

Seiten
3
Jahr
2009
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v139069
Institution / Hochschule
Fachhochschule Nordwestschweiz
Note
1
Schlagworte
Selbstbezüglichkeit Wahrheitstheorien Gloy Karen Reflexionsaufstockung

Autor

Zurück

Titel: Die Selbstbezüglichkeit der Wahrheitstheorien